Die Gestaltung von Räumen und Wohnbereichen macht dir Spaß? Du hast ein gutes Auge für Farben und Ästhetik an Wänden, Möbeln und Accessoires? Dieses Berufsbild könnte dann deine Berufung werden.
Raumausstatter/in ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach der deutschen Handwerksordnung und ist aus den Vorläuferberufen Tapezierer/in, Polsterer/in und Dekorateur/in hervorgegangen. Der Beruf wird in vier unterschiedlichen Schwerpunkten ausgeübt: Boden, Polstern, Raumdekoration sowie Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen.
Zu den Tätigkeiten gehören das Gestalten von Räumen und Polstermöbeln sowie die Gestaltung von Wänden, Decken und Fußböden. Diese Tätigkeit kann in Fachbetrieben wie Polster- oder Raumausstatter-Werkstätten, in Einrichtungshäusern oder auch an Theatern ausgeübt werden. Je nach Schwerpunkt variiert das Aufgabengebiet: Raumausstatter/innen mit Schwerpunkt Boden versiegeln Bodenbeläge oder verlegen Parkett und Korkboden. Im Schwerpunkt Polstermöbel liegt der Fokus auf der Herstellung und Restaurierung von Sitzmöbeln. Raumausstatter/innen im Bereich Raumdekoration sowie Licht-, Sicht- und Sonnenschutzanlagen montieren Vorrichtungen oder entwerfen Dekorationen für Fenster und Räume.
Gehalt als Raumausstatter/in
Der Verdienst als Raumausstatter/in berechnet sich nach Qualifikation, Berufserfahrung, Region und Betriebsgröße. Die alten Einstiegsgehalt-Angaben (1.800–2.500 Euro) sind mittlerweile überholt und spiegeln nicht mehr den aktuellen Marktstand wider.
Einstiegsgehalt nach der Ausbildung: Laut jobted (Stand 2025) liegt das Einstiegsgehalt für ausgebildete Raumausstatter/innen mit unter 3 Jahren Berufserfahrung bei ca. 2.010 Euro brutto monatlich. StepStone (2025) nennt ein Mindestgehalt von ca. 2.300 Euro monatlich (27.600 Euro jährlich). meingehalt.net (2026/2027) gibt ein Einstiegsgehalt von 27.444 Euro jährlich (ca. 2.287 Euro/Monat) an.
Quellen: jobted, Raumausstatter Gehalt 2025; StepStone, Raumausstatter/in 2025; meingehalt.net, Raumausstatter/in 2026/2027.
Durchschnittsgehalt: StepStone (2025) ermittelt einen Durchschnitt von 32.300 Euro jährlich (2.691 Euro/Monat, Spanne 27.600–36.100 Euro). jobvector (2025) kommt auf 36.000 Euro jährlich (3.000 Euro/Monat, Spanne 29.800–39.552 Euro). meingehalt.net (2026/2027) nennt 32.532 Euro jährlich (Median 2.711 Euro/Monat). gehaltsvergleich.com gibt 2.246 Euro monatlich (Männer) bzw. 1.981 Euro (Frauen) als Durchschnitt an. Mit 4–9 Jahren Berufserfahrung sind laut jobted ca. 2.450 Euro monatlich realistisch, nach über 10 Jahren ca. 3.040 Euro. Regionale Spitzenwerte: Bayern (Ø 38.040 Euro, StepStone), Baden-Württemberg (Ø 35.472 Euro, meingehalt.net).
Quellen: StepStone, Raumausstatter/in 2025; jobvector, Raumausstatter Gehalt 2025; meingehalt.net, Raumausstatter/in 2026/2027; jobted, Raumausstatter Gehalt 2025; gehaltsvergleich.com, Raumausstatter/Raumausstatterin.
Tarifgehalt (IG Metall / Zentralverband Raum und Ausstattung): In tarifgebundenen Betrieben gilt der Tarifvertrag für das Raumausstatter-, Sattler- und Feintäschnerhandwerk (IG Metall). Die Entgelttabelle (Stand 01.01.2025) zeigt: Entgeltgruppe 5 (Eckentgelt + Facharbeiter): 14,82 Euro/Std. (ca. 2.514 Euro/Monat); Entgeltgruppe 6 (Eckentgelt): 15,60 Euro/Std. (ca. 2.646 Euro/Monat); Entgeltgruppe 9 (Spezialisten/Meister): 21,84 Euro/Std. (ca. 3.705 Euro/Monat). Ab 1. Januar 2025 stiegen alle Entgelte um weitere 3,5 % (Tarifabschluss IG Metall, Juni 2023, Laufzeit bis 30. Juni 2025). Nicht zu vergessen ist die betriebliche Altersvorsorge, die heute eine immer wichtigere Rolle spielt.
Quellen: Tarifregister NRW / Regierung MV, Tarifvertrag Raumausstatter- und Sattlerhandwerk, Stand 01.01.2025 (veröffentlicht 10.05.2024); IG Metall, Tarifergebnis Raumausstatter- und Sattlerhandwerk, Stand Juni 2023.
Selbstständigkeit: Viele Raumausstatter/innen arbeiten als Selbstständige. Hier hängt das Einkommen von der Anzahl der Kundinnen und Kunden, der Qualität der Arbeit und der regionalen Nachfrage ab. Spitzengehälter liegen laut jobted über 4.520 Euro monatlich (Raumausstattermeister/innen).
Quelle: jobted, Raumausstatter Gehalt 2025.
Ausbildung als Raumausstatter/in
Als anerkannter Handwerksberuf sind die Bedingungen für die Berufsausbildung in der deutschen Handwerksordnung festgeschrieben. Die Ausbildung zum/zur Raumausstatter/in dauert drei Jahre und kann entweder als duale (betriebliche) oder schulische Berufsausbildung absolviert werden. Im Prinzip kann sich jede Person bewerben – eine bestimmte Schulbildung ist nicht vorgeschrieben. In der Praxis haben die meisten Auszubildenden einen Hauptschulabschluss oder einen mittleren Bildungsabschluss.
Bei der dualen Ausbildung wechseln sich Betrieb und Berufsschule ab. Der Berufsschulunterricht findet mehrmals wöchentlich oder als Blockunterricht statt. Ausgebildete Gesellen begleiten die Auszubildenden im Betrieb mit umfassender Einarbeitung. Wer keinen betrieblichen Ausbildungsplatz erhält, kann eine schulische Berufsausbildung absolvieren – für diese wird allerdings keine Ausbildungsvergütung gezahlt; Praktika werden hier dringend empfohlen.
Die Abschlussprüfung besteht aus den Prüfungsteilen A und B und wird von der zuständigen Handwerkskammer abgenommen. Bei sehr guten Leistungen oder einem vorherigen Abschluss in einem ähnlichen Beruf kann die Ausbildung verkürzt werden.
Die Ausbildungsvergütung ist in der dualen betrieblichen Ausbildung tariflich geregelt. Laut Tarifvertrag für das Raumausstatter-, Sattler- und Feintäschnerhandwerk (IG Metall) lagen die Ausbildungsvergütungen zuletzt bei 810 Euro (1. Lehrjahr), 900 Euro (2. Lehrjahr) und 1.000 Euro (3. Lehrjahr; Stand August 2024). Die Ausbildungsvergütungen für Raumausstatter stiegen 2024 um 9,2 % (BIBB-Auswertung). In nicht tarifgebundenen Betrieben gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung nach BBiG: ab 1. Januar 2025 mindestens 682 Euro (1. Lehrjahr), 805 Euro (2. Lehrjahr) und 921 Euro (3. Lehrjahr).
Quellen: HWK Trier, Ausbildungsvergütungen Stand Januar 2026 (Raumausstatter/in: 810/900/1.000 Euro, Stand August 2024); handwerk.com / BIBB, Azubivergütungen 2024: +9,2 % für Raumausstatter; Verzeichnis Ausbildungsvergütungen IHK Suhl, Stand August 2025; § 17 BBiG, gesetzliche Mindestausbildungsvergütung ab 01.01.2025.
Eigenschaften und Voraussetzungen in der Raumausstattung
Die wichtigste Eigenschaft für Raumausstatter/innen ist die Fähigkeit zu gestalterischer Kreativität. In diesem Beruf spielen aktuelle Wohntrends und individuelle Lösungen eine zentrale Rolle. Der Umgang mit Formen, Farben und Materialien steht im Vordergrund. Daneben sind handwerkliches Geschick und der sichere Umgang mit Werkzeugen (Teppichmesser, Tacker, Bohrmaschine) sowie Maschinen unerlässlich.
Die Kundschaft steht mit ihren Wünschen im Mittelpunkt. Eine gute Kundenberatung und Kommunikationsstärke sind daher enorm wichtig. Raumausstatter/innen müssen die Wünsche ihrer Kundinnen und Kunden verstehen und kreativ umsetzen – und sie gleichzeitig vor möglichen Fehlentscheidungen bewahren. Technisches Verständnis für Materialien, ihre Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten ist ebenso gefragt wie körperliche Belastbarkeit, da häufig auf Leitern gearbeitet und schwere Materialien gehoben werden. Präzision beim Zuschneiden und saubere Verarbeitung von Nähten, Kanten und Verkleidungen machen dabei den Qualitätsunterschied.
Da keine bestimmte Schulbildung vorgeschrieben ist, empfiehlt sich die Bewerbung für die Ausbildung mit guten Noten in Mathematik, Werken oder Kunst. Eine Allergie gegen Hausstaub oder bestimmte Textilstoffe ist ein mögliches Ausschlusskriterium.
Quelle: ausbildung.de, Raumausstatter/in; Bundesagentur für Arbeit, Berufssteckbrief Raumausstatter/in.
Bewerbung als Raumausstatter/in
Die Bewerbung als Raumausstatter/in kann schriftlich per Post oder als Online-Bewerbung erfolgen. Welche Form bevorzugt wird, entnimmst du der jeweiligen Stellenanzeige: Bei einer angegebenen E-Mail-Adresse ist die Online-Bewerbung geeignet; bei einem ausdrücklichen Hinweis auf schriftliche Unterlagen sollte dies respektiert werden.
Inhaltlich sind beide Formen identisch: Sie beinhalten ein Bewerbungsanschreiben, einen tabellarischen Lebenslauf und die letzten schulischen und beruflichen Zeugnisse als Kopie. Das Bewerbungsanschreiben ist das wichtigste Dokument: Es sollte deine Motivation, deine Kreativität und deine handwerkliche Eignung überzeugend vermitteln. Da es sich bei Raumausstatter/in um einen kreativen Handwerksberuf handelt, kann eine bewusste, geschmackvolle gestalterische Note in der Bewerbungsmappe einen positiven Eindruck hinterlassen.
Wenn du ein Praktikum in einem Raumausstatter-Betrieb oder Einrichtungshaus absolviert hast, solltest du dies unbedingt erwähnen – praktische Erfahrung ist in diesem handwerklichen Beruf besonders wertvoll.
Trends und Entwicklungen in der Raumausstattung
Einen guten Raumausstatter oder eine gute Raumausstatterin muss man sich leisten können – das beeinflusst die Nachfrage in wirtschaftlich schwierigen Zeiten. Gleichzeitig gibt es strukturelle Trends, die unabhängig von der Konjunktur für anhaltende Nachfrage sorgen.
Nachhaltigkeit ist ein zentraler Megatrend: Mit wachsendem Umweltbewusstsein steigt die Nachfrage nach umweltfreundlichen Raumausstattungslösungen – natürliche Materialien, recyclebare Stoffe und schadstoffarme Bodenbeläge sind gefragt. Raumausstatter/innen, die sich in diesem Bereich spezialisieren, profitieren von dieser Entwicklung. Digitalisierung verändert das Berufsbild: Computer-gestützte Design-Tools, 3D-Raumplanungssoftware und digitale Farbberatung gewinnen an Bedeutung. Individualisierung treibt die Nachfrage: Kundinnen und Kunden suchen zunehmend nach maßgeschneiderten Lösungen für ihre Wohnräume.
Weitere Entwicklungsmöglichkeiten bieten Spezialisierungen in historischer Restaurierung, barrierefreiem Wohnen oder Bühnenbild. Viele Raumausstatter/innen entscheiden sich für die Selbstständigkeit. Eine Weiterbildung zum/zur Gestalter/in im Handwerk kann laut ausbildung.de den Verdienst um ca. 1.000 bis 2.000 Euro monatlich steigern. Wer ausbilden möchte, absolviert die Meisterprüfung (Raumausstattermeister/in).
Quelle: ausbildung.de, Raumausstatter/in Beruf und Karriere; IG Metall, Tarifergebnis Raumausstatter- und Sattlerhandwerk.
Raumausstatter/in: Gehaltsentwicklung & Markt 2010–2025
Entwicklung des monatlichen Durchschnittsgehalts Raumausstatter/in (Vollzeit, Deutschland, Marktdaten/Schätzung)
Prognose/Schätzung 2024–2025
Quellen: StepStone, Raumausstatter/in 2025: Durchschnitt 32.300 Euro jährlich (2.691 Euro/Monat), Spanne 27.600–36.100 Euro. jobvector, Raumausstatter 2025: Ø 36.000 Euro jährlich (3.000 Euro/Monat). meingehalt.net, Raumausstatter/in 2026/2027: Ø 32.532 Euro jährlich (Median 2.711 Euro/Monat). jobted, Raumausstatter 2025: Einstieg 2.010 Euro, Ø 2.607 Euro/Monat; nach 10+ Jahren: 3.040 Euro. gehaltsvergleich.com: Ø 2.246 Euro (Männer). Tarifvertrag Raumausstatter-, Sattler- und Feintäschnerhandwerk (IG Metall / Zentralverband Raum und Ausstattung), Stand 01.01.2025: EG 5: 14,82 Euro/Std. (2.514 Euro/Mon.); EG 6: 15,60 Euro/Std. (2.646 Euro/Mon.); EG 9: 21,84 Euro/Std. (3.705 Euro/Mon.). Hinweis: Für Raumausstatter/innen wird statistisch keine eigenständige Beschäftigtenzeitrei he geführt; die dargestellten Werte beziehen sich auf Gehaltsentwicklungen auf Basis verfügbarer Marktquellen. Alle Angaben gerundet und ohne Gewähr. Stand: April 2025.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Beruf Raumausstatter/in
Was verdient man als Raumausstatter/in?
Das Gehalt als Raumausstatter/in variiert je nach Berufserfahrung, Schwerpunkt, Betrieb und Region. Das Einstiegsgehalt liegt laut jobted (2025) bei ca. 2.010 Euro brutto monatlich. Der Durchschnitt beträgt laut StepStone (2025) 2.691 Euro/Monat (32.300 Euro/Jahr, Spanne 27.600–36.100 Euro) bzw. laut jobvector (2025) 3.000 Euro/Monat (36.000 Euro/Jahr). meingehalt.net (2026/2027) nennt einen Median von 2.711 Euro monatlich. Im Tarifvertrag für das Raumausstatter-, Sattler- und Feintäschnerhandwerk (IG Metall, gültig ab 01.01.2025) beträgt die Grundvergütung in EG 5 14,82 Euro/Stunde (ca. 2.514 Euro/Monat); EG 9 (Meister/Spezialisten): 21,84 Euro/Stunde (ca. 3.705 Euro/Monat). Spitzengehälter für Raumausstattermeister/innen über 4.520 Euro monatlich. Bayern und Baden-Württemberg zahlen am besten. Quellen: StepStone, Raumausstatter/in 2025; jobvector 2025; meingehalt.net 2026/2027; jobted 2025; Tarifvertrag Raumausstatter-Handwerk, Stand 01.01.2025 (veröffentlicht 10.05.2024).
Wie lange dauert die Ausbildung zur Raumausstatterin bzw. zum Raumausstatter?
Die duale Ausbildung als Raumausstatter/in dauert 3 Jahre (Betrieb + Berufsschule). Bei sehr guten Leistungen oder einem vorherigen einschlägigen Abschluss kann die Ausbildung verkürzt werden. Eine bestimmte Schulbildung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben; in der Praxis bringen die meisten Auszubildenden einen Hauptschulabschluss oder mittleren Bildungsabschluss mit. Die Ausbildungsvergütung in tarifgebundenen Betrieben liegt bei 810 Euro (1. LJ), 900 Euro (2. LJ) und 1.000 Euro (3. LJ; Stand August 2024, Tarifvertrag IG Metall). In nicht tarifgebundenen Betrieben gilt die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung nach BBiG (ab 01.01.2025: 682/805/921 Euro). Es gibt auch eine schulische Berufsausbildung (ohne Vergütung). Die Abschlussprüfung (Prüfungsteile A und B) wird von der Handwerkskammer abgenommen. Quellen: HWK Trier, Ausbildungsvergütungen Stand Januar 2026; § 17 BBiG, Mindestausbildungsvergütung ab 01.01.2025; ausbildung.de, Raumausstatter/in; handwerk.com / BIBB, Azubivergütungen 2024.
Wie sind die Berufsaussichten und Karrieremöglichkeiten für Raumausstatter/innen?
Die Berufsaussichten sind solide, abhängig von Konjunktur und Spezialisierung. Der Bedarf nach qualifizierten Fachkräften ist laut jobvector (2025) aktuell hoch. Karrieremöglichkeiten nach der Ausbildung: Spezialisierung als Gestalter/in im Handwerk (laut ausbildung.de +1.000–2.000 Euro/Monat zusätzlich möglich), Weiterbildung zum Techniker/in, Bühnenausstatter/in oder Polsterspezialist/in. Die Meisterqualifikation (Raumausstattermeister/in) ermöglicht die Ausbildung eigener Azubis, Selbstständigkeit und höhere Verdienstmöglichkeiten. Ein Studium der Innenarchitektur ist ein möglicher akademischer Weg. Zukunftsfelder: nachhaltige Raumgestaltung, digitale Planungstools, barrierefreies Wohnen, Restaurierung historischer Einrichtungen. Wer flexibel, kreativ und technisch versiert ist, findet in diesem Beruf langfristig gute Perspektiven. Quellen: jobvector, Raumausstatter 2025; ausbildung.de, Raumausstatter/in Karriere; IG Metall, Tarifergebnis Raumausstatter-Handwerk; Bundesagentur für Arbeit, Berufssteckbrief.
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