Feinoptiker/in – Ausbildung, Berufsbild, Gehalt und Bewerbung auf Ausbildungsplätze

Du bist fasziniert von optischen Instrumenten, hast eine gute Auge-Hand-Koordination und besitzt handwerkliches Geschick? Vielleicht findest du dann als Feinoptiker/in genau die richtige berufliche Tätigkeit. In diesem Beruf lernst du, wie aus unbearbeiteten Glasrohlingen optische Bauelemente wie Linsen oder Prismen hergestellt werden.

Feinoptiker/innen sind im Handwerk und in der Industrie tätig. Sie verarbeiten neben Glas auch andere Materialien wie Metall oder Kunststoff und wenden zur Herstellung von Prismen und Linsen unterschiedliche Verfahren an.

Zur täglichen Arbeit gehört die fachgerechte Einrichtung und Bedienung von modernen Maschinen und Produktionsanlagen. Neben der maschinellen Arbeit spielt in diesem Beruf auch die präzise Bearbeitung der Werkstücke per Hand eine große Rolle. Zum Einsatz kommen hier manuelle Verfahren wie Fräsen, Trennschleifen, Bohren und Polieren.

Die Rohlinge werden zunächst geschliffen und in die gewünschte Form gebracht. Im nächsten Schritt werden die Linsen poliert, zentriert und hochwertig vergütet. Bei jedem Arbeitsschritt sind absolute Präzision und konzentriertes Arbeiten erforderlich, damit die notwendige Exaktheit jederzeit gewährleistet wird.

Während der Ausbildung lernst du den Umgang mit den unterschiedlichen Materialien sowie die Bedienung von Geräten wie Interferometer und Koordinatenmessgerät. Feinoptiker/innen sind dafür verantwortlich, dass medizinische Geräte, Fernrohre, Kameras und Mikroskope winzige Dinge sichtbar machen können.

Video zu Ausbildung und Beruf als Feinoptiker/in

Gehalt als Feinoptiker/in

Die Höhe deines Einkommens als Feinoptiker/in hängt davon ab, ob du in der Industrie oder im Handwerk tätig bist. Aus diesem Grund ist die Spanne für das Einstiegsgehalt entsprechend groß und liegt zwischen 1.500 und 2.500 Euro brutto. Für die Höhe des Einkommens sind noch weitere Faktoren entscheidend.

Neben der Berufserfahrung, Weiter- und Fortbildungen sowie dem Standort des Arbeitgebers spielt auch eine Rolle, ob nach Tarif gezahlt wird oder nicht.

Mit wachsender Berufserfahrung wird nach und nach auch dein Einkommen steigen. Wenn du dich spezialisierst und an Fort- und Weiterbildungen teilnimmst, kannst du dein Bruttogehalt auf bis zu 3.200 Euro steigern. Für den/die Feinoptikermeister/in liegt das monatliche Einkommen sogar bei 3.640 bis 3.960 Euro.

Ausbildung als Feinoptiker/in

Die duale Ausbildung zum/zur Feinoptiker/in dauert 3,5 Jahre und endet mit einer Gesellen-/Abschlussprüfung. Vor dem Ende des zweiten Ausbildungsjahres findet eine Zwischenprüfung statt.

Im Betrieb lernst du die praktische Seite deines Ausbildungsberufes kennen und machst dich Schritt für Schritt mit den organisatorischen und technischen Vorgängen vertraut. Dazu zählen die Anwendung technischer Unterlagen, die Anfertigung von Skizzen und Zeichnungen sowie die präzise Durchführung der einzelnen Bearbeitungsschritte.

Parallel zu den praktischen Ausbildungsinhalten werden dir in der Berufsschule die theoretischen Grundlagen vermittelt. Dazu zählen neben grundlegenden Fächern wie Wirtschaftskunde und Deutsch insbesondere berufsspezifische Kenntnisse zu Technik und Mathematik. Du lernst beispielsweise, wie der Materialbedarf berechnet wird, wie Sonderoptiken hergestellt werden und wie ein Glasrohrteil beurteilt wird.

Die Höhe deiner Ausbildungsvergütung hängt davon ab, ob du im Handwerk oder in der Industrie tätig bist. In der Industrie werden in der Regel deutlich höhere Gehälter gezahlt. Auch der Standort des Arbeitgebers sowie weitere Faktoren wie Betriebsgröße und die Anwendung eines Tarifvertrages sind ausschlaggebend, daher sind die Spannen vergleichsweise groß:

1. Ausbildungsjahr:
360 bis 920 Euro
2. Ausbildungsjahr:
380 bis 970 Euro
3. Ausbildungsjahr:
410 bis 1.060 Euro
4. Ausbildungsjahr:
430 bis 1.150 Euro

Eigenschaften und Voraussetzungen

Die meisten Arbeitgeber erwarten von ihren Bewerbern mindestens einen Realschulabschluss (Mittlere Reife) sowie gute Noten in Mathematik und Physik. Von Vorteil ist zudem, wenn du bereits Grundkenntnisse zur Anfertigung von technischen Zeichnungen besitzt.

Neben dem Interesse an der praktischen Tätigkeit ist auch ein gutes Organisationstalent erforderlich. In diesem Beruf ist zudem Genauigkeit sehr wichtig, da du im Produktionsprozess exakte Messwerte anwenden musst.

Wenn du dich sehr für optische Instrumente interessierst und über gutes räumliches Vorstellungsvermögen sowie technisches Verständnis verfügst, bist du für diesen Beruf ideal geeignet. Du solltest sorgfältig arbeiten, geduldig sein und gute Geschicklichkeit besitzen. Dies ist für die feinmechanischen Arbeitstechniken unerlässlich, die du als Feinoptiker/in anwenden wirst.

Bewerbung als Feinoptiker/in

In deinem Bewerbungsschreiben solltest du deine bereits vorhandenen Kenntnisse sowie dein Interesse für optische Instrumente in den Vordergrund stellen. So kannst du deine Begeisterung für den Beruf zeigen und deine besonderen Talente und Fähigkeiten ins beste Licht rücken.

Informiere dich vorab genau über das Unternehmen. Im Anschreiben kannst du dann individuell auf dieses Wissen eingehen und darstellen, warum du für die Stelle ideal geeignet bist.

Im Lebenslauf schilderst du deinen bisherigen Werdegang und zählst zusätzlich noch Praktika, Nebentätigkeiten und Hobbys auf. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn du damit dein Interesse an dem Beruf unterstreichen kannst und es sich um relevante Tätigkeiten handelt.

Achte unbedingt darauf, dass Anschreiben und Lebenslauf keine Rechtschreib- und/oder Grammatikfehler enthalten. Zusätzlich fügst du deinen Bewerbungsunterlagen Kopien von relevanten Schulzeugnissen sowie Bescheinigungen zu absolvierten Praktika bei.

Tipps und Vorlagen zur Bewerbungserstellung!

Wenn du eine Ausbildung zum/zur Feinoptiker/in absolvierst, wählst du einen Beruf mit Zukunft. Auch wenn moderne Maschinen und Roboter immer mehr Arbeiten in Industrie und Handwerk übernehmen, sind dennoch für die Herstellung individueller Produkte noch immer Fachkräfte mit entsprechenden Kenntnissen und Fähigkeiten erforderlich.

Nach der Ausbildung kannst du deinen Karrierepfad individuell planen und weiterführen. Eine Weiterbildung zum/zur Meister/in dauert etwa zwei Jahre und endet dann mit einer Meisterprüfung. Du erlangst in dieser Zeit wichtige Kenntnisse, die du für die Führung eines Unternehmens benötigst.

Dies ist neben ausreichender Berufserfahrung ein wichtiger Faktor für den erfolgreichen Start in die Selbstständigkeit. Wenn du ein eigenes Unternehmen gründen möchtest, sind zusätzlich ein entsprechendes Startkapital sowie unternehmerische Kenntnisse und Fähigkeiten erforderlich.

Eine andere Möglichkeit ist die Weiterbildung zum/zur Techniker/in im Bereich Glastechnik, die du in Angriff nehmen kannst, wenn du eine Ausbildung im Bereich Optik absolviert hast. Hier lernst du, wie du ein Team leitest, Arbeitspläne erstellst und Arbeitsabläufe überprüfst.

Eine Weiterbildung zum/zur Fachkaufmann/frau im Bereich Handwerkswirtschaft ermöglicht dir den Einstieg in leitende Positionen. Ein Hochschulstudium eröffnet dir weitere Aufstiegsmöglichkeiten, mögliche Fächer sind beispielsweise Physikingenieurswesen oder Optische Technologien.

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