Pressesprecher/Pressesprecherin – Berufsbild, Ausbildung, Studium, Gehalt und Bewerbung

Diplomatische Kommunikation zählt zu deinen Stärken? Du kannst Sachverhalte gut auf den Punkt bringen und vor Zuhörern zu sprechen bringt dich nicht aus der Ruhe? Dann ist der Beruf Pressesprecher/in möglicherweise die richtige Wahl für dich.

Pressesprecherinnen und Pressesprecher sind die Medienprofis schlechthin. Sie pflegen den Kontakt zu Medienvertreterinnen und Medienvertretern und sind das öffentliche Sprachrohr von Personen, Abteilungen und Unternehmen. Zu ihren Kernaufgaben gehört die aktive Imagepflege: Sie bedienen Presseverteiler mit Pressemitteilungen, bereiten Pressekonferenzen vor und erstellen Pressemappen. In Krisensituationen gilt es, die Ruhe zu bewahren und Informationen kontrolliert und strategisch nach außen zu geben. Außerdem organisieren Pressesprecher/innen Interviews zwischen Medienvertretern und ihrer Klientel und überwachen deren Ablauf.

Der Beruf lässt sich in den unterschiedlichsten Branchen und Unternehmen ausüben. Bekannt sind Pressesprecher/innen vor allem aus Politik und Industrie – grundsätzlich sind sie aber überall tätig, wo Öffentlichkeitsarbeit oder Krisenkommunikation notwendig sind: in PR-Agenturen, bei Behörden und Verbänden, im Rundfunk und Fernsehen, in Hochschulen, NGOs und internationalen Konzernen. Laut Bundesagentur für Arbeit (Mikrozensus 2024) arbeiteten in Deutschland rund 50.000 Personen im Berufsfeld Öffentlichkeitsarbeit – als Pressesprecher/in, PR-Berater/in oder Lobbyist/in.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung, Berufsgruppen Publizistik/Öffentlichkeitsarbeit, Stand 2024.

Gehalt als Pressesprecher/in

Das Gehalt hängt stark von Branche, Unternehmensgröße, Region und Berufserfahrung ab. Der im Originaltext angegebene Durchschnitt von 3.000 Euro ist stark veraltet und entspricht eher dem Einstiegsniveau junger Berufsanfänger/innen. Aktuelle Gehaltsquellen zeigen erheblich höhere Werte.

Einstiegsgehalt: Als Pressereferent/in (dem typischen Einstiegslevel) liegt das Einstiegsgehalt laut StepStone (2025/2026) bei ca. 37.200–39.900 Euro jährlich (ca. 3.100–3.325 Euro/Monat). Für ein Volontariat, den häufig genutzten Einstiegsweg, nennt Indeed (2026) ein durchschnittliches Gehalt von ca. 1.600 Euro monatlich.
Quellen: StepStone, Pressereferent/in 2025/2026; Indeed, Pressesprecher Gehalt, Stand Januar 2026.

Durchschnittsgehalt Pressesprecher/in: Mit Berufserfahrung und als vollverantwortliche/r Pressesprecher/in zeigen aktuelle Quellen deutlich höhere Werte: StepStone (2025/2026) nennt ein Durchschnittsgehalt von 59.300 Euro jährlich (4.941 Euro/Monat), Spanne 51.400–70.700 Euro. Indeed (Stand Januar 2026) kommt auf durchschnittlich 69.500 Euro jährlich (ca. 5.800 Euro/Monat). meingehalt.net (2026/2027) ermittelt 74.724 Euro im Durchschnitt (Median 6.227 Euro/Monat, Spanne 59.808–89.640 Euro). Glassdoor (November 2025, Basis 73 anonyme Gehaltsangaben) nennt 76.032 Euro jährlich (Spanne 68.602–91.462 Euro). Regionalspitzen: Stuttgart (77.064 Euro, meingehalt.net) und Nordrhein-Westfalen (75.192 Euro).
Quellen: StepStone, Pressesprecher/in 2025/2026; Indeed, Pressesprecher Gehalt Januar 2026; meingehalt.net, Pressesprecher/in 2026/2027; Glassdoor, Pressesprecher November 2025.

Einfluss von Branche und Unternehmensgröße: Pressesprecher/innen bei Regierungsstellen, internationalen Konzernen oder Großunternehmen verdienen deutlich mehr als in kleinen PR-Agenturen oder Non-Profit-Organisationen. Mit Spezialisierung und wachsender Verantwortung sind Gehälter von über 90.000 Euro jährlich (Glassdoor, 90. Perzentil: 111.462 Euro) erreichbar. Da für die Ausbildung selbst – je nach Ausbildungsform – Kursgebühren anfallen können, gibt es verschiedene Fördermöglichkeiten (z. B. Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit, Meister-BAföG). Die Inanspruchnahme hängt von den individuellen Lebensumständen ab.
Quellen: Glassdoor, Pressesprecher November 2025; Indeed, Pressesprecher Gehalt Januar 2026; StepStone, Pressesprecher/in 2025/2026.

Studium und Ausbildung als Pressesprecher/in

Für den Beruf Pressesprecher/in bzw. Public-Relations-Manager/in gibt es keine einheitliche, gesetzlich geregelte Ausbildung. Es existieren stattdessen verschiedene Zugangswege, die je nach Zielbranche und individueller Lebenssituation unterschiedlich geeignet sind.

Der in der Praxis häufigste Weg führt über ein Hochschulstudium in Kommunikationswissenschaften, Journalismus, Publizistik, Medienwissenschaften oder Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Marketing/Kommunikation. Ein Bachelor-Abschluss reicht für viele Einstiegspositionen; ein Master verbessert die Karrierechancen und das Gehaltsniveau. Einige Hochschulen bieten auch spezialisierte Studiengänge im Bereich Public Relations oder Unternehmenskommunikation an. Daneben gibt es schulische Ausbildungen und Weiterbildungen bei anerkannten Kommunikations- und PR-Instituten sowie Fernlehrgänge, die eine flexible Teilnahme neben einer Berufstätigkeit ermöglichen.

Ein Volontariat oder Traineeprogramm während oder nach dem Studium ist der klassische Einstieg in die Praxis. Über einen Zeitraum von ein bis zwei Jahren sammelst du dabei wertvolle Erfahrungen unter Anleitung erfahrener Pressesprecherinnen und -sprecher und knüpfst wichtige Kontakte. In der Regel folgt danach eine Tätigkeit als PR-Assistent/in, bevor die vollverantwortliche Rolle als Pressesprecher/in übernommen wird. Ein Praktikum in PR-Agenturen oder Unternehmenskommunikationsabteilungen ist ein sinnvoller erster Schritt bereits während des Studiums.

Welcher Ausbildungsweg sich lohnt, hängt von der angestrebten Branche ab. Wirf einen Blick in aktuelle Stellenanzeigen für Pressesprecher/innen in deiner Wunschbranche: Das vermittelt einen direkten Eindruck, welche Bildungsgrundlage dort erwartet wird.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Berufssteckbrief PR-Manager/in / Pressesprecher/in; Indeed, Karriereeinstieg Pressesprecher/in, Stand Januar 2026.

Pressearbeit und Krisenkommunikation ist alles andere als ein einfacher Job. Selbst wenn alles gut vorbereitet ist, können Medienvertreter die Sachverhalte falsch interpretieren oder bewusst polarisiert veröffentlichen. Als Pressesprecher ist es daher immer notwendig selbstbewusst zu sein und sachlich cool zu bleiben.

Voraussetzungen und Eigenschaften für die Pressearbeit

Kreativität, kommunikatives Geschick und analytisches Denken bilden die Eckpfeiler für den Beruf der Pressesprecherin bzw. des Pressesprechers. Entscheidend ist, dass du dich sicher in Wort und Schrift ausdrückst: Als Pressesprecher/in musst du sowohl mündlich als auch schriftlich präzise und überzeugend kommunizieren. Deine Kommunikationsstärke ermöglicht es dir, PR-Strategien und -Konzepte zu entwickeln und umzusetzen.

Analytisches Denken begleitet dich in verschiedenen Bereichen: beim Analysieren des öffentlichen Unternehmensimages, bei der Planung von PR-Maßnahmen und bei der täglichen Kommunikation mit Medienvertreterinnen und -vertretern. Eine hohe Kontaktfreudigkeit und Netzwerkkompetenz sind unerlässlich, da der Aufbau und die Pflege von Medienkontakten zentral zum Berufsbild gehören. Grundkenntnisse in Zahlen und Daten (z. B. für PR-Kennzahlen, Reichweitenanalysen und Budget-Management) werden zunehmend erwartet.

Als fachliche Grundvoraussetzung empfiehlt sich das Abitur, da es die vielseitigsten Ausbildungsmöglichkeiten eröffnet. Darüber hinaus werden zunehmend digitale Kompetenzen erwartet: Social-Media-Kenntnisse, Content-Management-Systeme, KI-Tools für PR und grundlegendes SEO-Verständnis gehören heute zum Anforderungsprofil in vielen Unternehmen.

Bewerbung als Pressesprecher/in

Das Bewerbungsverfahren hängt vom Zielunternehmen und der angestrebten Ausbildungsform ab. Für ein Ausbildungsprogramm oder eine Stelle im Unternehmen erstellst du die klassischen Bewerbungsunterlagen: ein individuelles Anschreiben, einen professionellen Lebenslauf und relevante Zeugnisse. Aus den Unterlagen sollte klar hervorgehen, warum du gerade dieses Unternehmen bevorzugst, und welche Eigenschaften und praktischen Erfahrungen dich qualifizieren.

Besonders wichtig: Da du als Pressesprecher/in selbst professionelle Kommunikation repräsentierst, werden an deine Bewerbung höchste sprachliche Ansprüche gestellt. Fehlerfreie, präzise und persönlichkeitsstarke Unterlagen sind Pflicht. Weise auf Praktika, Werkstudententätigkeiten oder ehrenamtliches Engagement hin, das Kommunikations- oder Medienbezug hat.

Für Fernlehrgänge oder schulische Ausbildungen wird üblicherweise ein vorgefertigtes Formular mit persönlichen Daten ausgefüllt; die Zugangsvoraussetzungen sind hier oft niedrigschwelliger. Wenn du bereits eine bestimmte Branche im Auge hast – sei es Politik, Wirtschaft, NGO oder Kultur – orientiere dich an den ausgeschriebenen Stellen, um herauszufinden, welcher Ausbildungsweg und welche Bewerbungsart dort bevorzugt werden.

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Zukunft und Trends für das Berufsbild

Die Arbeit professioneller Pressesprecherinnen und Pressesprecher ist gefragter denn je. Unternehmen müssen ihre Marke aktiv aufbauen und pflegen – und benötigen dafür Kommunikationsprofis, die als Schnittstelle zwischen Organisation und Öffentlichkeit agieren. Laut Bundesagentur für Arbeit (Mikrozensus 2024) arbeiteten rund 50.000 Personen im Feld der Öffentlichkeitsarbeit in Deutschland. Der Beruf bleibt damit zahlenmäßig bedeutsam, auch wenn der Stellenmarkt 2024 leicht rückläufig war.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Statistik/Arbeitsmarktberichterstattung, Publizistik/Öffentlichkeitsarbeit, Stand 2024.

Der Bereich Public Relations gestaltet sich zunehmend interdisziplinär und digital: Die PR-Agenturbranche wuchs 2023 trotz schwieriger Gesamtkonjunktur um 4,8 % beim Honorarumsatz und um 3,2 % bei den Mitarbeiterzahlen (Pfeffer-PR-Journal-Ranking 2024). Weltweit wird der PR-Markt bis 2027 auf über 133 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Wichtige Zukunftskompetenzen laut Branchenumfragen: KI-Tools für PR, Medienbeziehungen, strategische Planung, Daten- und Reichweitenanalyse sowie Multimedia-Formate (Podcasts, Video, Social Media). Pressesprecherinnen und -sprecher, die diese Kompetenzen beherrschen, haben hervorragende Karriere- und Aufstiegschancen.
Quellen: PR-Journal, Pfeffer-PR-Journal-Ranking 2024, Stand Juli 2024; meltwater.com, PR-Statistiken 2025; Bundesagentur für Arbeit, Publizistik/Öffentlichkeitsarbeit 2024.

Beschäftigte in der Öffentlichkeitsarbeit / PR in Deutschland 2010–2025

Beschäftigte ÖA 2023
ca. 50.000
PR-Agenturen Wachstum 2023
+4,8 % Umsatz
Ø-Gehalt Pressesprecher/in
ca. 59.300 €
Offene Stellen 2024
leicht rückläufig

Beschäftigte in Öffentlichkeitsarbeit/PR (Pressesprecher, PR-Berater, Lobbyisten), Deutschland (BA/Mikrozensus, Schätzung)
2010: 35000, 2015: 40000, 2020: 46000, 2023: 50000
Beschäftigte im Berufsfeld Öffentlichkeitsarbeit/PR, Deutschland (inkl. Pressesprecher, PR-Berater, Lobbyisten)
Prognose/Schätzung 2024–2025

Quellen: Bundesagentur für Arbeit / Statistisches Bundesamt (Mikrozensus Erstergebnis 2024), Arbeitsmarktberichterstattung Publizistik/Öffentlichkeitsarbeit: ca. 50.000 Erwerbstätige im Berufsfeld Öffentlichkeitsarbeit (Pressesprecher/in, PR-Berater/in, Lobbyist/in) in Deutschland. PR-Journal, Pfeffer-PR-Journal-Ranking 2024 (Stand Juli 2024): PR-Agenturbranche wuchs 2023 um +4,8 % beim Honorarumsatz und +3,2 % bei den Mitarbeitern in teilnehmenden Agenturen. Hinweis: Der Beruf Pressesprecher/in wird statistisch als Teil der Berufsgruppe „Öffentlichkeitsarbeit“ erfasst; separate Zeitreihen speziell für Pressesprecher/innen existieren nicht. Werte für 2010–2022 und 2024–2025 interpoliert/geschätzt auf Basis verfügbarer Datenpunkte. Alle Angaben gerundet und ohne Gewähr. Stand: April 2025.


Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Beruf Pressesprecher/in

Was verdient man als Pressesprecher/in?

Das Gehalt als Pressesprecher/in variiert stark je nach Branche, Unternehmensgröße, Berufserfahrung und Region. Als Pressereferent/in (Einstiegslevel) liegt das Startgehalt laut StepStone (2025/2026) bei ca. 37.200–39.900 Euro jährlich (ca. 3.100–3.325 Euro/Monat). Mit Erfahrung und in der vollverantwortlichen Rolle als Pressesprecher/in: StepStone nennt durchschnittlich 59.300 Euro jährlich (4.941 Euro/Monat, Spanne 51.400–70.700 Euro). Indeed (Januar 2026) gibt 69.500 Euro jährlich (ca. 5.800 Euro/Monat) als Durchschnitt an. meingehalt.net (2026/2027) ermittelt 74.724 Euro (Median 6.227 Euro/Monat). Glassdoor (November 2025, 73 Gehaltsangaben) nennt 76.032 Euro (Spanne 68.602–91.462 Euro, 90. Perzentil: 111.462 Euro). Regierungsstellen und internationale Konzerne zahlen am besten. Für Volontäre als Einstieg: ca. 1.600 Euro monatlich. Quellen: StepStone, Pressesprecher/in und Pressereferent/in 2025/2026; Indeed, Pressesprecher Gehalt, Stand Januar 2026; meingehalt.net, Pressesprecher/in 2026/2027; Glassdoor, Pressesprecher November 2025.

Welches Studium oder welche Ausbildung brauche ich als Pressesprecher/in?

Es gibt keine einheitliche, gesetzlich geregelte Ausbildung. Die häufigsten Zugangswege sind: (1) Hochschulstudium in Kommunikationswissenschaften, Journalismus, Publizistik, Medienwissenschaften oder BWL mit Schwerpunkt Kommunikation/Marketing – anschließend Volontariat oder Traineeprogramm (1–2 Jahre). (2) Schulische Ausbildung oder Weiterbildung bei PR-Instituten oder IHK. (3) Fernlehrgang, flexible Teilnahme neben dem Beruf. Empfehlenswert: Abitur als Basis für alle Ausbildungswege. Praktika in PR-Agenturen oder Unternehmenskommunikationsabteilungen sind während des Studiums sehr wertvoll. Je nach Wunschbranche unterscheiden sich die gefragten Qualifikationen – Stellenanzeigen in der Zielbranche geben die beste Orientierung. Zunehmend werden digitale Kompetenzen (Social Media, KI-Tools, Datenanalyse) neben klassischen PR-Kenntnissen erwartet. Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Berufssteckbrief PR-Manager/Pressesprecher; Indeed, Karriereeinstieg Pressesprecher/in, Januar 2026.

Wie sind die Berufsaussichten für Pressesprecherinnen und Pressesprecher?

Die Berufsaussichten sind grundsätzlich gut, wenngleich differenziert. Das Berufsfeld Öffentlichkeitsarbeit umfasst in Deutschland laut Mikrozensus 2024 ca. 50.000 Erwerbstätige. Die PR-Agenturbranche wuchs trotz schwieriger Gesamtkonjunktur 2023 um +4,8 % beim Honorarumsatz und +3,2 % bei den Mitarbeitern (Pfeffer-PR-Journal-Ranking 2024). Weltweit wird der PR-Markt bis 2027 auf über 133 Milliarden US-Dollar prognostiziert. Der Stellenmarkt 2024 war in Deutschland leicht rückläufig – die Nachfrage nach schreibenden und kommunikativen Berufen ist strukturell hoch, aber der Zugang über viele Wege bedeutet Wettbewerb. Zukunftskompetenzen wie KI-Tools, Datenanalyse und Multimedia sind entscheidend für die Karriere. Wer in Spezialgebieten oder bei renommierten Arbeitgebern tätig wird, profitiert von sehr guten Gehalts- und Aufstiegschancen. Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Publizistik/Öffentlichkeitsarbeit 2024; PR-Journal, Pfeffer-Ranking 2024, Juli 2024; meltwater.com, PR-Statistiken 2025.

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