Alle Fakten zu Ausbildung, Studium, Gehalt, Beruf und Bewerbung als Redakteur/Redakteurin

Dein Talent liegt im Schreiben und Erzählen von Geschichten? Du hast ein Gespür für Geschichten die Interesse wecken? Dein Arbeitsstil kann als sorgfältig und detailliert beschrieben werden? Dann ist dieses Berufsbild vielleicht genau richtig für dich.

Redakteure und Redakteurinnen recherchieren und erarbeiten bestimmte Informationen und vermitteln diese über unterschiedliche Medien, wie Zeitung, Verlag, Rundfunk, Fernsehen oder Online-Medien.

Aufgrund ihrer Funktion als Meinungsbildner fällt dieser Berufsgruppe in der Gesellschaft eine gewisse Machtposition zu. In einem Rechtsstaat sollte dies kein Problem sein, in totalitären Staaten ist diese Macht jedoch durch Zensur, Berufsverbot, bis hin zu Todesstrafen gegen Redakteure beschränkt.

Redakteur/in kann also, je nach Einsatzgebiet, ein gefährlicher Beruf mit großen Auswirkungen in den privaten Bereich sein. Im Ganzen lässt sich das Tätigkeitsfeld der Redakteure nur schwer beschreiben, weil es natürlich immer auf das Medium ankommt, in welchem sich das Aufgabenfeld bewegt.

Egal ob Print, Online, Radio oder Fernsehen, die Redakteure recherchieren und filtern Informationen und bearbeiten diese spezifisch für die jeweilige Zielgruppe ihres Mediums.

Die typischen Branchen zur Beschäftigung liegen im Verlagswesen, der Publizistik, im Rundfunk und Fernsehen, oder aber in der Filmwirtschaft. Auch in der Werbung und im Software-Bereich sind zunehmend Redakteure anzutreffen. Viele Unternehmen haben zudem in ihren Stabsabteilungen der Unternehmenskommunikation einen Redakteur beschäftigt.

Abgrenzung zu ähnlichen Berufen
Online-Redakteure haben einen ausschließlichen Bezug zu digitalen Medien und produzieren in der Regel nicht für den Printbereich. Ein Journalist grenzt sich dadurch ab, dass hier nicht die schriftliche Arbeit im Vordergrund steht, sondern ebenso mündliche Beiträge oder die Moderation.

Video zum Berufsbild Redakteur/Journalist

Gehalt als Redakteur / Redakteurin

Das Gehalt als Redakteur kann bei einem monatlichen Verdienst von 3.698 € brutto liegen. (Quelle: Tarifsammlung des Bayerischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration)

Natürlich richtet sich das Gehalt nach ganz unterschiedlichen Faktoren, wie zum Beispiel Berufserfahrung, Position, Führungsverantwortung, etc. Zudem sollten weitere Faktoren berücksichtigt werden, wie zum Beispiel eine betriebliche Altersvorsorge.

Es ist zu beobachten, dass immer mehr Journalisten freiberuflich tätig sind und nicht im Angestelltenverhältnis, die Arbeitsplätze werden somit ausgelagert. Das macht sich für die Unternehmen in der Regel bezahlt, bei den Freiberuflern nicht immer.

Studium und Ausbildung zum Redakteur / zur Redakteurin

Die Ausbildung in diesem Berufsbild erfolgt in der Regel über ein Studium an einer Hochschule. Immer häufiger allerdings direkt an Journalistenschulen oder über ein Volontariat. Während bei einem Volontariat meistens eine Ausbildungsvergütung gezahlt wird, ist damit bei der Journalistenschule nicht zu rechnen.

Es gibt für diesen Beruf keine bestimmte rechtliche Zugangsvoraussetzung. Im Prinzip kann sich jeder bewerben. Die Kriterien werden von den jeweiligen Bildungsträgern selbst festgelegt. Ähnlich wie beim Kunststudium werden hier oftmals Arbeitsproben verlangt.

Während der Ausbildung werden verschiedene Inhalte vermittelt. Hierzu zählen zum Beispiel Kommunikation, Storytelling, Medienrecht, Pressekodex, Stilmittel, etc.

Die Digitalisierung macht vielen Redaktionen zu schaffen. Das Geschäft der Tageszeitungen funktioniert nicht mehr, der Berufszweig befindet sich im Wandel.

Eigenschaften und Voraussetzungen der Redakteure

In bestimmten Schulfächern sollten angehende Redakteure sehr gute Schulleistungen aufweisen, um gewisse Voraussetzungen zu erfüllen. Die Fächer Deutsch und Mathe bilden hier das Kernstück und dienen dem Schreiben und Redigieren von Texten und Budgetplanung für bestimmte Projekte. Fremdsprachen sind zudem in verschiedenen Bereichen wesentliche Faktoren.

Ein gewisses Interesse an Sprache und Literatur ist daher genauso notwendig, wie das Talent zur Kommunikation, Organisation und der Affinität zu Medien.

Bewerbung als Redakteur/in

In der Redaktion ist Kreativität gefragt, genauso wie Planung und Organisation. Wenn Ihre Bewerbung diese Eigenschaften widerspiegelt, so haben Sie schon einen wesentlichen Schritt in Richtung Vorstellungsgespräch erfolgreich absolviert.

Lassen Sie ruhig Ihrer Phantasie freien Lauf und erwägen Sie eine ausgefallene Online-Bewerbung oder eine Videobewerbung. Der Beruf ist begehrt, der Konkurrenzkampf groß. Heben Sie sich positiv von der Masse ab.

Die Regeln für die Bewerbung als Redakteur sind zwar identisch mit den gängigen Bewerbungsstandards, die in den anderen Branchen und Berufen gelten, jedoch ist in Berufen mit kreativem Spielraum immer ein mutiger Alleingang möglich.

Wie Sie Ihre Bewerbung richtig gestalten, können Sie unseren umfangreichen Tipps zur Bewerbung entnehmen. Dort finden sich Beispiele für das Bewerbungsanschreiben, das Curriculum Vitae, etc.

Beispiel und Tipps zur Bewerbung

Der Arbeitsmarkt für Redakteure unterliegt aktuell einem massiven Wandel. Das Internetzeitalter spielt hier eine neue bedeutende Rolle. Immer lauter werden die Stimmen, die den Untergang der Tageszeitungen prophezeien. Vor allem kleinere Zeitungen müssen sparen und setzen aus Verzweiflung die Sparschraube an der falschen Stelle an, indem Redakteure entlassen und Pressemitteilungen von Unternehmen fast 1 zu 1 abgedruckt werden.

Viele Zeitungen sind schon verschwunden und auch die einst so großen Zeitungen sind nicht mehr gegen einen Niedergang immun, einige hat es schon erwischt. Einige versuchen sich mit radikalen Änderungen zu etablieren. Dazu zählen zum Beispiel digitale Bezahlangebote oder die Fokussierung auf bestimmte Themengebiete oder Regionalität.

Redakteure und Journalisten verlieren die Meinungsführerschaft. Im Internet besorgt sich aktuell jeder seine Informationen wie er es will. Informationen können selektiv ausgewählt werden, weshalb teilweise wichtige Bereiche wie zum Beispiel die Politik, durchaus nicht mehr wahrgenommen werden können.

Durch den Zwang zum Geldverdienen hat sich die Qualität der Angebote deutlich geändert. Mehr Werbung, mehr Lobbismus und weniger kritische investigative Beiträge. Eine Entwicklung, die ebenso gesellschaftlich problematisch ist.

Quelle: Beschäftigten- und Arbeitslosen-Statistik der Bundesagentur für Arbeit (IAB Forschungsgruppe Berufliche Arbeitsmärkte).

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