Tiermedizinische/r Fachangestellte/r – Ausbildung, Berufsbild, Gehalt, Bewerbung und Jobaussichten als TFA bzw. TMFA

Du liebst Tiere und träumst davon, deine Leidenschaft zum Beruf zu machen? Scheust du keine körperliche Arbeit und hast auch kein Problem damit, dich schmutzig zu machen? Dann könnte die Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten bzw. zum Tiermedizinischen Fachangestellten – kurz TFA oder TMFA – der richtige Weg in deine berufliche Zukunft sein!

Tiermedizinische Fachangestellte leisten Unterstützung bei tierärztlichen Untersuchungen und Operationen. Sie kümmern sich um die Pflege von kranken Tieren in Tierarztpraxen oder Tierkliniken, verwalten Patientenakten und assistieren bei Untersuchungen und Eingriffen. Auch die Beratung der Tierhalter zählt zu den täglichen Aufgaben in diesem Beruf.

Ein Tierarztbesuch bedeutet für Mensch und Tier oftmals Stress. Als Tiermedizinische Fachangestellte beruhigst du die vierbeinigen Patienten und klärst deren Halter sachlich und kompetent über die Behandlung des Tieres auf. Muss ein Tier im Zuge einer Operation als Übernachtungsgast in der Praxis oder der Klinik verbleiben, kümmerst du dich um die artgerechte Versorgung und Pflege.

Der Anblick von Blut, Verletzungen oder Spritzen sollte dir keine Schwierigkeiten bereiten, denn du wirst bei dieser Tätigkeit regelmäßig damit konfrontiert. Zudem sind Wochenendeinsätze und Nachtdienste nicht selten. Mögliche Arbeitsorte sind neben Praxen und Kliniken auch Zoos, Tierheime oder Veterinärämter. Auch in der Forschung werden Tiermedizinische Fachangestellte beschäftigt.

Gehalt und Ausbildungsvergütung als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r

Die Ausbildungsvergütung für Tiermedizinische Fachangestellte (TFA bzw. TMFA) wird durch bundesweite Tarifverträge geregelt, die zwischen dem Bundesverband Praktizierender Tierärzte e. V. (bpt) und dem Verband medizinischer Fachberufe e. V. (vmf) ausgehandelt werden. Seit dem 1. Juni 2025 gelten folgende Ausbildungsvergütungen:

1. Ausbildungsjahr: 900 €/Monat brutto
2. Ausbildungsjahr: 1.000 €/Monat brutto
3. Ausbildungsjahr: 1.100 €/Monat brutto

Quelle: bpt / vmf, Gehaltstarifvertrag TFA, gültig ab 01.06.2025

Die Tarifverträge gelten für Ausbildungsverhältnisse, in denen der Arbeitgeber Mitglied im bpt und die Auszubildende bzw. der Auszubildende Mitglied im vmf ist oder der Ausbildungsvertrag ausdrücklich auf den Tarifvertrag Bezug nimmt. Auszubildende ab dem 2. Ausbildungsjahr haben zudem Anspruch auf vermögenswirksame Leistungen in Höhe von 15 Euro monatlich sowie auf eine Weihnachtszuwendung von 40 Prozent einer monatlichen Ausbildungsvergütung. (Quelle: bpt, Tarifinformationen TFA ab 06/2025)

Das Gehalt nach der Ausbildung variiert je nach Tarifbindung, Region, Berufserfahrung und Tätigkeitsgruppe erheblich:

Deutschland: Das Einstiegsgehalt nach abgeschlossener Ausbildung liegt je nach Tätigkeitsgruppe und Tarifbindung bei rund 2.300 bis 3.200 Euro brutto pro Monat. Das Durchschnittsgehalt einer TFA in Deutschland beträgt laut Branchenangaben ca. 2.739 Euro brutto monatlich. In tarifgebundenen Praxen steigt das Gehalt mit zunehmenden Berufsjahren automatisch an; Weiterbildungen und Spezialisierungen ermöglichen eine Eingruppierung in höhere Tätigkeitsgruppen (TG II bis TG IV) mit entsprechenden Zuschlägen von bis zu 32 Prozent auf das Grundgehalt. (Quellen: vmf/bpt Gehaltstarifvertrag; Medi-Karriere Gehaltsreport 2025)

Österreich: In Österreich liegt das Gehalt einer TFA im Durchschnitt zwischen 2.000 und 2.800 Euro brutto pro Monat, abhängig von Betrieb und Erfahrung.

Schweiz: In der Schweiz liegt die Gehaltsspanne für Tiermedizinische Fachangestellte in der Regel zwischen 3.500 und 5.000 Schweizer Franken brutto pro Monat und damit deutlich über dem deutschen Niveau, was vor allem auf das allgemein höhere Lohnniveau zurückzuführen ist.

Ausbildung als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r

Die Ausbildung zum Beruf der Tiermedizinischen Fachangestellten dauert drei Jahre und findet in dualer Form statt. Das bedeutet, dass du die Ausbildung in einem Praxisbetrieb sowie in einer Berufsschule absolvierst. Die Organisation der Ausbildung obliegt der jeweiligen Landestierärztekammer.

Der schulische Teil vermittelt die theoretisch-fachlichen Grundlagen, die du für die Tätigkeit benötigst. Dazu gehören Kenntnisse zur Anatomie von Tieren, zu den verschiedenen Krankheiten unterschiedlicher Tierarten sowie zu deren Diagnose und der medizinischen Kodierung. Außerdem lernst du in der Ausbildung zur TFA die Arzneimittel und Impfstoffe kennen, mit denen Tiere behandelt werden.

Medizinische Instrumente, Hilfsmittel, Schutzmaßnahmen gegen Krankheiten sowie das Verfassen von Befundberichten gehören ebenfalls zu den schulischen Inhalten. Die Ausbildung ist anspruchsvoll und abwechslungsreich. Im ersten Ausbildungsjahr lernst du vor allem durch Zuschauen und Beobachten; mit Fortschreiten der Ausbildung übernimmst du zunehmend eigenverantwortliche Aufgaben.

Nach dem zweiten Ausbildungsjahr absolvierst du eine Zwischenprüfung bei der Tierärztekammer. Die Abschlussprüfung legst du nach dem dritten Ausbildungsjahr ab; sie umfasst einen schriftlichen und einen praktischen Teil. Während der gesamten Ausbildung führst du einen Ausbildungsnachweis (Berichtsheft), der vom Ausbilder unterzeichnet wird und der fachlichen Dokumentation dient.

Seit dem Jahr 2006 heißt das Berufsbild nicht mehr Tierarzthelfer/in, sondern Tiermedizinische/r Fachangestellte/r (TMFA oder TFA). Mit einigen Änderungen trat die neue Ausbildungsordnung in Kraft und löste die Bezeichnung Tierarzthelferin ab. Umgangssprachlich ist der Begriff Tierarzthelfer/in noch weit verbreitet und wird deshalb hin und wieder auch in dieser Berufsbeschreibung verwendet.

Voraussetzungen und Eigenschaften für Tiermedizinische Fachangestellte

Theoretisch kannst du die Ausbildung mit jedem Schulabschluss beginnen. Empfehlenswert ist jedoch mindestens ein mittlerer Schulabschluss (Realschulabschluss). Die Fächer Deutsch, Mathematik und Biologie sollten dir liegen, und gute Noten in diesen Fächern sind ein klarer Pluspunkt bei der Bewerbung.

Da der Beruf mit viel Eigenverantwortung verbunden ist, sind Verantwortungsbewusstsein, Sorgfalt und Genauigkeit unverzichtbare Eigenschaften. Der Umgang mit Tier und Mensch erfordert Fingerspitzengefühl und Einfühlungsvermögen. Gleichzeitig solltest du psychisch stabil genug sein, um auch mit schweren Krankheiten oder dem Tod eines Tieres umgehen zu können.

Wenn du im landwirtschaftlichen Bereich tätig bist, sind zeitliche Flexibilität und körperliche Belastbarkeit besonders wichtig. Die wichtigste Grundvoraussetzung für die Arbeit als Tiermedizinische Fachangestellte ist jedoch das echte Interesse am Umgang mit Tieren.

Bewerbung als Tiermedizinische Fachangestellte

Die Bewerbung für die Ausbildung als Tiermedizinische Fachangestellte ist klassisch aufgebaut. Sie besteht aus einem Bewerbungsanschreiben, einem tabellarischen Lebenslauf mit Bewerbungsfoto und den Zeugniskopien.

Wenn du bereits ein fachbezogenes Praktikum absolviert hast, füge den entsprechenden Nachweis ebenfalls bei. Erste praktische Erfahrungen in einer Tierarztpraxis stärken deine Bewerbung erheblich und zeigen echtes Interesse am Beruf.

Im Bewerbungsschreiben schilderst du, aus welchen Gründen du dich für den Ausbildungsplatz und den jeweiligen Ausbildungsbetrieb entschieden hast. Informiere dich deshalb im Vorfeld genau über die Praxis und passe das Anschreiben individuell an. So signalisierst du Motivation und ernsthaftes Interesse. Ein einwandfrei formuliertes, fehlerfreies Anschreiben ist dabei unerlässlich.

Der Lebenslauf sollte alle wichtigen Daten deiner bisherigen Laufbahn enthalten: persönliche Daten, Schulabschlüsse und absolvierte Praktika. Die Unterlagen fasst du in einer Bewerbungsmappe zusammen, die du entweder per Post, persönlich oder – sofern ausdrücklich gewünscht – digital einreichst. Tipps zur vollständigen Bewerbungsmappe findest du auch im Beitrag zu allgemeinen Ausbildungsinfos auf ulmato.de.

Zukunft und Trends im Beruf Tiermedizinische Fachangestellte

Die Zukunftsaussichten für Tiermedizinische Fachangestellte sind als sehr positiv zu bewerten. Zwischen 2015 und 2020 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig beschäftigten TFA um rund 30 Prozent auf knapp 19.000 Beschäftigte an. Im Jahr 2021 waren bereits über 20.000 TFA einschließlich Auszubildender in Deutschland tätig, und der Trend zeigt weiter nach oben. (Quellen: bpt/vmf 2021; fortbildung.vet 2023)

Der wachsende Haustierbestand in Deutschland, eine steigende Sensibilität für Tierwohl sowie die Zunahme spezialisierter Tierkliniken treiben den Bedarf an qualifizierten Fachkräften weiter an. In einigen Regionen besteht bereits heute ein spürbarer Fachkräftemangel.

Aufgrund der zunehmenden Komplexität in der tiermedizinischen Versorgung gibt es einen deutlichen Trend zur Spezialisierung – etwa in den Bereichen Anästhesie, Notfall- und Intensivmedizin, Labordiagnostik oder Verhaltensberatung. Weiterbildungen und Zertifizierungen in diesen Bereichen ermöglichen nicht nur eine Eingruppierung in höhere Tätigkeitsgruppen, sondern verbessern auch die Karrierechancen und das Gehalt spürbar.

TFAs arbeiten eng mit Tierärztinnen und Tierärzten, aber auch mit anderen Fachkräften wie Tierphysiotherapeuten oder Verhaltenstherapeuten zusammen. Eine gute interprofessionelle Zusammenarbeit ist entscheidend für eine umfassende Versorgung der Tiere und ihrer Halter.

Beschäftigte Tiermedizinische Fachangestellte in Deutschland (2010–2025)

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Quellen: Bundesagentur für Arbeit; bpt/vmf Pressemitteilungen 2021/2025; fortbildung.vet 2023. Werte für 2023–2025 sind Schätzwerte auf Basis der bekannten Trendentwicklung.


Häufig gestellte Fragen zur Ausbildung als Tiermedizinische/r Fachangestellte/r

Wie lange dauert die Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten und was verdiene ich dabei?

Die Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten (TFA) dauert drei Jahre und findet dual in Betrieb und Berufsschule statt. Die tarifliche Ausbildungsvergütung beträgt seit dem 1. Juni 2025 im ersten Jahr 900 Euro, im zweiten Jahr 1.000 Euro und im dritten Jahr 1.100 Euro brutto pro Monat. Diese Sätze gelten für tarifgebundene Ausbildungsverhältnisse gemäß dem Gehaltstarifvertrag von bpt und vmf. (Quelle: bpt/vmf, Gehaltstarifvertrag TFA, gültig ab 01.06.2025)

Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung zur TFA?

Theoretisch ist die Ausbildung zur Tiermedizinischen Fachangestellten mit jedem Schulabschluss möglich. In der Praxis bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerberinnen und Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) oder Abitur. Gute Kenntnisse in Deutsch, Mathematik und Biologie sind von Vorteil. Wichtige persönliche Eigenschaften sind Tierliebe, Einfühlungsvermögen, psychische Stabilität, Sorgfalt und körperliche Belastbarkeit. Ein Vorpraktikum in einer Tierarztpraxis ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, stärkt jedoch die Bewerbung erheblich.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es für Tiermedizinische Fachangestellte?

Nach der Ausbildung stehen TFAs verschiedene Wege der Weiterqualifizierung offen. Anerkannte Fortbildungen in Bereichen wie Anästhesie, Chirurgieassistenz, Laboranalytik, Notfall- und Intensivmedizin oder Verhaltensberatung ermöglichen eine Eingruppierung in höhere Tätigkeitsgruppen (TG II–IV) mit tariflichen Gehaltszuschlägen von bis zu 32 Prozent. Wer mindestens 400 Stunden anerkannte Fortbildung nachweisen kann, hat Anspruch auf die neue Tätigkeitsgruppe IV für leitungsbezogene Tätigkeiten. Darüber hinaus ist mit einer Fachhochschulreife oder Abitur auch ein Studium der Veterinärmedizin oder verwandter Fächer möglich. (Quelle: bpt Tarifinformationen TFA 06/2025)

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