Du interessierst dich für die Verarbeitung von Metallen? Du bist handwerklich begabt und schaffst vielleicht sogar bereits eigene Kreationen mit Metall? Dann ist das Berufsbild Metallbauer/in mit den vier verschiedenen Fachrichtungen vielleicht ideal für dich.
Der Beruf Metallbauer ist ein anerkannter Ausbildungsberuf der Handwerksordnung und wird in vier Fachrichtungen unterteilt. In den Fachrichtungen Nutzfahrzeugbau, Konstruktionstechnik, Schweißtechnik und Metallgestaltung begegnen Auszubildenden und Arbeitnehmern jeweils spezifisch unterschiedliche Tätigkeiten.
Der Beruf ist nach wie vor eine Männerdomäne – Frauen sind mit einem Anteil von rund 2 % nach wie vor in der Minderheit, der Anteil steigt jedoch langsam. Im Folgenden wird das Berufsbild der jeweiligen Fachrichtung vorgestellt:
Fachrichtung Konstruktionstechnik
- Handwerksbetriebe im Metallbau sind die häufigsten Wirkungsstätten im Bereich Konstruktionstechnik. Metallbauer sind hier nicht nur in Montagehallen aktiv, sondern auch auf Baustellen im Freien, etwa im Dachdeckerbetrieb oder im Fassadenbau. Metallkonstruktionen sind aus der modernen Architektur nicht wegzudenken. Die Herstellung, Montage und Reparatur von Treppen, Toren, Fenstern und ähnlichen Elementen gehört im Bereich des Stahl- und Leichtmetallbaus zu den zentralen Aufgaben.
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Fachrichtung Nutzfahrzeugbau
- Im Bereich Nutzfahrzeugbau sind Metallbauer vorwiegend in Unternehmen beschäftigt, in denen Nutzfahrzeuge hergestellt oder repariert werden. Ebenso finden sich Arbeitnehmer in diesem Bereich in der Herstellung und Reparatur von Sonderfahrzeugen sowie land- und forstwirtschaftlichen Maschinen und Fahrzeugen. Nicht selten sind diese Beschäftigten im landesweiten Außenmontageeinsatz tätig. Die Kundenberatung kann ebenfalls zum Aufgabengebiet gehören. In der Regel ist der Arbeitsort eine Werks- oder Fertigungshalle; bei Kundenberatung auch Büro- und Geschäftsräume.
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Fachrichtung Metallgestaltung
- Metallbauer in der Fachrichtung Metallgestaltung werden meistens im direkten Kundenauftrag tätig. Sie fertigen Gebrauchsgegenstände und Bauteile wie Treppengeländer und Gitter an. Dabei richten sie sich nach den Kundenwünschen, die teilweise stilistische und künstlerische Aspekte berücksichtigen müssen. Die am häufigsten verwendeten Materialien sind Stahl oder Kupferlegierungen.
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Fachrichtung Schweißtechnik
- Ein Metallbauer in der Fachrichtung Schweißtechnik ist dafür verantwortlich, Metallteile durch verschiedene Schweißverfahren zu verbinden, um stabile und sichere Konstruktionen herzustellen. Dabei wählt er geeignete Schweißverfahren und -materialien aus, bereitet die Schweißnähte vor, führt die Schweißarbeiten durch und überprüft die Qualität der Schweißverbindungen gemäß den technischen Anforderungen.
Gehalt als Metallbauer/in
Das Gehalt eines Metallbauers oder einer Metallbauerin kann je nach Fachrichtung, Region und Betriebsgröße variieren. Hier sind die häufigsten Fachrichtungen mit ihren durchschnittlichen Gehältern in Deutschland (Stand 2025):
Gehalt Konstruktionstechnik
Metallbauer mit Spezialisierung auf Konstruktionstechnik können in der Regel ein etwas höheres Gehalt erwarten, da sie komplexe Bauteile entwerfen und herstellen. Das Einstiegsgehalt liegt typischerweise zwischen 2.200 und 3.000 Euro brutto pro Monat.
Gehalt Nutzfahrzeugbau
Wer im Bereich Nutzfahrzeugbau tätig ist, arbeitet häufig in der Herstellung von Fahrzeugkarosserien und -rahmen. Das Gehalt ist ähnlich wie in der Konstruktionstechnik und liegt zwischen 2.200 und 3.000 Euro brutto pro Monat.
Gehalt Metallgestaltung
Bei der Spezialisierung auf Metallgestaltung können je nach Erfahrung und Reputation als Kunsthandwerker auch deutlich höhere Gehälter erzielt werden. Einsteiger verdienen typischerweise zwischen 2.000 und 2.700 Euro brutto pro Monat, während erfahrene Metallgestalter durchaus bis zu 3.800 Euro oder mehr verdienen können.
Gehalt Schweißtechnik
Im Schwerpunkt Schweißtechnik kann aufgrund der spezialisierten Fähigkeiten oft ein überdurchschnittliches Gehalt erwartet werden. Das Einstiegsgehalt liegt in der Regel zwischen 2.200 und 3.000 Euro brutto pro Monat.
Mit zunehmender Erfahrung und Qualifikation – etwa durch eine Meisterprüfung oder Technikerausbildung – kann das Gehalt auf bis zu 4.000 Euro oder mehr steigen. In tarifgebundenen Betrieben orientieren sich die Gehälter an den Tarifverträgen der Metall- und Elektroindustrie. Diese Zahlen dienen als grobe Orientierung und können je nach Region, Unternehmensgröße und individueller Verhandlung abweichen.
Ausbildung als Metallbauer/in
Die Ausbildungszeit in diesem Beruf dauert dreieinhalb Jahre. Die handwerkliche Ausbildung zum Metallbauer findet in einem Betrieb statt und wird – wie bei allen Handwerksberufen – durch den Berufsschulunterricht ergänzt.
Die Inhalte der Ausbildung sind zu Beginn für alle Metallbauer gleich. Eine Spezialisierung auf die Fachrichtungen Konstruktionstechnik, Nutzfahrzeugbau, Metallgestaltung oder Schweißtechnik erfolgt erst nach Abschluss des zweiten Ausbildungsjahres.
Hier sind die typischen Ausbildungsinhalte nach Fachrichtungen:
Konstruktionstechnik
- Lesen und Anfertigen von technischen Zeichnungen und Plänen
- Auswahl und Bearbeitung von Werkstoffen
- Herstellung von Bauteilen und Konstruktionen aus Metall
- Montage und Demontage von Bauteilen
- Bedienung und Wartung von Werkzeugen und Maschinen
- Arbeitssicherheit und Umweltschutz
Nutzfahrzeugbau
- Herstellung von Fahrzeugkarosserien und -rahmen
- Montage von Fahrzeugkomponenten
- Schweißtechniken für den Fahrzeugbau
- Umgang mit spezifischen Materialien im Fahrzeugbau
- Qualitätssicherung im Nutzfahrzeugbau
- Montage und Demontage von Bauteilen
Metallgestaltung
- Entwurf und Gestaltung von Metallkonstruktionen
- Metallbearbeitungstechniken wie Schmieden, Schweißen, Schneiden und Biegen
- Oberflächenbehandlung und Veredelung von Metallwerkstücken
- Einsatz von Gestaltungsmitteln wie Farben, Formen und Texturen
- Künstlerische Aspekte der Metallgestaltung
- Projektarbeit und Kundenberatung im Bereich der Metallgestaltung
Schweißtechnik
- Verschiedene Schweißverfahren wie Lichtbogen-, WIG- und MAG-Schweißen
- Prüfung und Auswahl von Schweißzusätzen und Schweißwerkstoffen
- Schweißnahtvorbereitung und -prüfung
- Sicherheitsbestimmungen und Unfallverhütung beim Schweißen
- Anwendung von Schutzgasen und Schweißschutzvorrichtungen
- Qualitätskontrolle und Dokumentation von Schweißarbeiten
Diese Ausbildungsinhalte können je nach Ausbildungsbetrieb und individuellem Ausbildungsplan variieren. Angehende Metallbauer erwerben während ihrer Ausbildung sowohl praktische Fertigkeiten als auch theoretische Kenntnisse, um optimal auf ihre spätere Berufstätigkeit vorbereitet zu sein.
In der Regel wird während der Ausbildungszeit eine Ausbildungsvergütung gezahlt, die sich an tariflichen Abschlüssen orientiert:
800 bis 1.000 Euro brutto pro Monat
900 bis 1.100 Euro brutto pro Monat
1.000 bis 1.200 Euro brutto pro Monat
1.100 bis 1.300 Euro brutto pro Monat
Anmerkung: Die Reform der Ausbildungsberufe im Jahr 1989 schuf den Metallbauer als eigenständigen Beruf. Im Zuge dieser Reform wurden die bis dahin bestehenden Berufe Schlosser/in und Schmied/in abgeschafft.
Eigenschaften und Voraussetzungen für Metallbauer
Der Beruf bringt gewisse körperliche Anforderungen mit sich, die manche Jugendliche abschrecken. Teilweise muss schwere körperliche Arbeit verrichtet werden, und eine mögliche Belastung der Atemwege durch Staub, Rauch oder Gase ist nicht ausgeschlossen. Ebenso kann der Lärmpegel zeitweise hoch sein, und Hautkontakt mit Schmutz und Schmierstoffen ist möglich.
Der Aspekt der Arbeitssicherheit hat daher im metallverarbeitenden Handwerk einen hohen Stellenwert. Schutzkleidung in Form von Schutzbrille, Helm, Gehörschutz, Sicherheitsschuhen und weiterer Ausrüstung ist selbstverständlich und wird häufig kostenlos vom Arbeitgeber bereitgestellt.
Eine ausgeprägte Neigung zu handwerklicher Arbeit und zum täglichen Umgang mit Metall ist eine wichtige Grundvoraussetzung. Wer Abneigungen gegenüber Werkshallen, Arbeit im Freien oder körperlich anstrengenden Tätigkeiten hat, sollte sich eher für einen anderen Ausbildungsberuf entscheiden. Wer hingegen Interesse an Technik und der Funktionsweise von Maschinen mitbringt und gerne baut und konstruiert, wird sich in diesem Beruf gut verwirklichen können.
Bewerbung als Metallbauer/in
Eine Bewerbung als Metallbauer erfolgt klassisch mit Bewerbungsanschreiben, tabellarischem Lebenslauf und Zeugnissen als Anlage in einer Bewerbungsmappe. Online-Bewerbungen sind für diesen Beruf mittlerweile üblich; die gewünschte Bewerbungsform ist in der Regel im Stellenangebot angegeben.
In Handwerksberufen zählen vor allem Berufserfahrung sowie fachliches Geschick und Können. Nehmen Sie im Anschreiben und Lebenslauf unbedingt Bezug auf diese Aspekte und gestalten Sie Ihre Unterlagen klar strukturiert und übersichtlich.
Im Idealfall bleibt der Metallbauer nach erfolgreich abgeschlossener Ausbildung im Ausbildungsbetrieb und wird direkt übernommen. Ist dies nicht der Fall und gestaltet sich die Stellensuche schwierig, bietet die gemeinsame Grundausbildung auch die Möglichkeit, in eine der anderen Fachrichtungen zu wechseln.
Trends und zukünftige Entwicklungen für Metallbauer
Der Beruf erfordert regelmäßige Weiterbildung. Neue Verfahrens-, Produktions- und Steuerungstechniken – zunehmend auch im Bereich der Digitalisierung und CNC-gestützten Fertigung – verlangen eine permanente berufliche Weiterentwicklung.
Nach abgeschlossener Ausbildung besteht die Möglichkeit, die Meisterprüfung zum Metallbaumeister abzulegen oder eine Fortbildung als staatlich geprüfter Techniker zu beginnen. Mit Hochschulreife ist selbstverständlich auch ein Studium im Bereich Stahl- und Metallbau möglich.
Die Beschäftigungsaussichten sind je nach Fachrichtung unterschiedlich zu bewerten. Die Fachrichtung Metallgestaltung als direkter Nachfolgeberuf des Schmieds existiert seit rund 6.000 Jahren, hat in einer zunehmend industrialisierten Welt aber an Bedeutung verloren. Der Nutzfahrzeugbau ist stark exportabhängig und von der gesamtwirtschaftlichen Lage beeinflusst, weshalb die Arbeitsmarktsituation je nach Konjunktur schwanken kann.
Die besten Berufsaussichten bestehen derzeit für den Bereich Konstruktionstechnik. Neue Chancen ergeben sich insbesondere durch den Ausbau erneuerbarer Energien – etwa Photovoltaik- und Windkraftanlagen – sowie durch energetische Sanierungsmaßnahmen im Gebäudebereich. Installationsarbeiten und Sanierungsprojekte werden nach Experteneinschätzung weiter zunehmen.
Häufig gestellte Fragen zur Ausbildung als Metallbauer/in
Welchen Schulabschluss benötige ich für die Ausbildung zum Metallbauer?
Formal ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber mit mindestens einem Hauptschulabschluss ein. Für technisch anspruchsvollere Fachrichtungen wie Konstruktionstechnik oder Schweißtechnik bevorzugen viele Betriebe Bewerber mit einem mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss). Wichtiger als der formale Abschluss sind häufig gute Noten in Mathematik, Physik und Technik sowie handwerkliches Geschick.
Wie lange dauert die Ausbildung zum Metallbauer und wo findet sie statt?
Die Ausbildung zum Metallbauer dauert dreieinhalb Jahre und ist dual organisiert: Der praktische Teil findet im Ausbildungsbetrieb statt, der theoretische Teil in der Berufsschule. In den ersten zwei Jahren erhalten alle Metallbauer-Azubis eine gemeinsame Grundausbildung. Erst danach erfolgt die Spezialisierung auf eine der vier Fachrichtungen Konstruktionstechnik, Nutzfahrzeugbau, Metallgestaltung oder Schweißtechnik. Bei sehr guten Leistungen ist eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung zum Metallbauer?
Nach abgeschlossener Ausbildung stehen Metallbauern verschiedene Weiterbildungswege offen: Die Meisterprüfung zum Metallbaumeister ermöglicht die selbstständige Betriebsführung und die Ausbildung eigener Azubis. Alternativ bietet sich die Fortbildung zum staatlich geprüften Techniker der Fachrichtung Metalltechnik an. Wer über die Hochschulreife verfügt, kann ein ingenieurwissenschaftliches Studium – etwa im Bereich Maschinenbau, Stahl- und Metallbau oder Produktionstechnik – aufnehmen. Zudem sind zahlreiche zertifizierte Fachkurse, etwa zu neuen Schweißverfahren oder CNC-Technologien, möglich.
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