Du bist kreativ, besitzt viel Fantasie und das Schreiben liegt dir im Blut? Vielleicht hast du bereits einmal darüber nachgedacht, eine Karriere als Schriftsteller bzw. Autor in Angriff zu nehmen. Viele Menschen träumen davon, Bücher zu schreiben und von den Einnahmen der Buchverkäufe zu leben.
Schriftsteller oder auch Autoren genannt, verfassen literarische Werke zu unterschiedlichen Themen. Die Bandbreite der diversen Genres reicht von anspruchsvoller Lyrik über Belletristik bis zu Sach- und Fachliteratur. Als Schriftsteller/in arbeitest du freiberuflich und kannst dir deine Arbeitszeit weitgehend selbst einteilen.
In der Vergangenheit waren die meisten Autorinnen und Autoren für die Veröffentlichung ihrer Werke ausschließlich auf Verlage angewiesen. Die Verwertungsrechte werden teilweise an den Verlag abgetreten, der dem Schriftsteller im Gegenzug vertraglich eine bestimmte Vergütung zuspricht. Diese Verträge sind unter Autoren sehr begehrt, da die Verlage neben dem Herstellungsprozess von Layout bis Druck auch den Vertrieb der Werke übernehmen. Unbekannte Schriftsteller gelangen jedoch nur schwer an einen dieser begehrten Verträge.
Alternativ gehen inzwischen viele Autoren den Weg der Selbstpublikation. In Zeiten von E-Book und Book-on-Demand hält sich das unternehmerische Risiko hier weitgehend in Grenzen, da häufig keine oder nur wenige gedruckte Exemplare vermarktet werden. In erster Linie sind vergleichsweise kostengünstig arbeitende Self-Publishing-Plattformen wie Amazon KDP, Tolino Media oder BoD in diesem Bereich interessante Alternativen zu den herkömmlichen Verlagen.
Gehalt als Schriftsteller/Schriftstellerin
Mit welchem Verdienst du als Schriftsteller/in rechnen kannst, hängt in erster Linie vom Erfolg deiner Werke ab. Das durchschnittliche Jahreseinkommen der in der Künstlersozialkasse versicherten Publizistinnen und Publizisten (Bereich „Wort“) liegt laut aktueller KSK-Statistik bei rund 27.100 Euro brutto pro Jahr – deutlich höher als in den anderen Kunstsparten, aber dennoch auf einem vergleichsweise niedrigen Niveau. (Quelle: Künstlersozialkasse, KSK in Zahlen, Stand 2025)
Wenn du einen Vertrag mit einem renommierten Verlag ergattern kannst, erhältst du für jedes verkaufte Buch einen bestimmten Prozentsatz des Verkaufspreises. Die Höhe deines Anteils richtet sich nach den Verkaufszahlen und der Buchform. Bei Hardcover-Titeln sind üblicherweise 8 bis 12 Prozent vom Nettoladenpreis üblich, bei Taschenbüchern meist 5 bis 8 Prozent und bei E-Books häufig 20 bis 25 Prozent vom Nettoerlös. (Quelle: Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS) in ver.di, Honorarempfehlungen 2024) Diese Zahlen sind Richtwerte und können je nach Vertrag stark variieren.
Das Erfolgsmodell Buch lässt sich kaum pauschalisieren. Viele Schriftsteller leben von einer Mischkalkulation aus Vorschuss, laufenden Tantiemen, Lesungshonoraren und Nebeneinkünften als Dozent oder Lektor. Laut Künstlersozialkasse liegt das Durchschnittseinkommen im Bereich „Wort“ bei rund 27.100 Euro jährlich, wobei die Spannbreite von wenigen Hundert Euro bis hin zu siebenstelligen Beträgen bei erfolgreichen Bestsellerautoren reicht. Ein Vorschuss für Debütromane bewegt sich meist zwischen 1.000 und 5.000 Euro, etablierte Autorinnen erhalten deutlich höhere Summen.
Weitere Verdienstmöglichkeiten bieten sich dir durch Lesungen, Seminare oder Vorträge, die in der Regel durch den Verlag organisiert werden. Für eine Autorenlesung empfiehlt der VS ein Mindesthonorar von 350 Euro zuzüglich Fahrtkosten und Übernachtung. (Quelle: Verband deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller (VS), Honorarempfehlungen 2024) Leider gelingt es nur wenigen Autoren, ausschließlich von ihrer schriftstellerischen Tätigkeit zu leben, daher sind unterschiedliche Nebentätigkeiten nicht ungewöhnlich. Zusätzlich kannst du Kurse für kreatives Schreiben anbieten oder nebenbei als Texter/in und/oder Übersetzer/in arbeiten.
Wichtig: Als hauptberuflich tätige/r Schriftsteller/in kannst du dich über die Künstlersozialkasse (KSK) gesetzlich kranken-, pflege- und rentenversichern. Die KSK übernimmt dabei rund 50 Prozent der Sozialversicherungsbeiträge – ein zentraler Vorteil für freiberufliche Autoren in Deutschland.
Studium und Ausbildung als Schriftsteller/in
Der Beruf Schriftsteller ist kein klassischer Ausbildungsberuf, daher gibt es keine festgelegten Zugangsvorschriften und auch keine Ausbildungsvergütung im klassischen Sinne. Eine ganze Reihe erfolgreicher Schriftsteller/innen hat sich die erforderlichen Kenntnisse für diesen Beruf autodidaktisch angeeignet. Während in den USA „Creative Writing“ seit Jahrzehnten fest an den Hochschulen etabliert ist, sind angehende Autoren in Deutschland weitgehend auf Eigeninitiative angewiesen.
Die bekanntesten universitären Studiengänge bieten das Deutsche Literaturinstitut Leipzig und die Universität Hildesheim nach amerikanischem Vorbild mit dem Studiengang „Literarisches Schreiben“ bzw. „Kreatives Schreiben und Kulturjournalismus“ und dem Abschluss Bachelor of Arts an. In Leipzig kannst du anschließend sogar noch einen Masterstudiengang absolvieren. Weitere Angebote gibt es inzwischen an der Universität der Künste Berlin (Masterstudiengang „Biografisches und Kreatives Schreiben“) sowie an der Hochschule Macromedia.
Inhalt des Bachelorstudiums sind Grundkenntnisse zu Literaturgeschichte, Literaturgattungen, Lyrik und Prosa, Erzähltheorie und szenischem Schreiben. Das Masterstudium stellt in erster Linie dein eigenes Literaturprojekt in den Fokus.
Ein Fernstudium kannst du berufsbegleitend absolvieren. In diesem Bereich gibt es unterschiedliche Anbieter, zu denen beispielsweise die Schule des Schreibens, das Institut für Lernsysteme (ILS) oder die Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) gehören. Die Dauer, die Kosten sowie die Inhalte der Lehrgänge unterscheiden sich je nach Anbieter. Die Kosten liegen je nach Dauer und Anbieter zwischen etwa 1.500 und 3.500 Euro für einen kompletten Kurs von 12 bis 30 Monaten. Möglich sind beispielsweise folgende Kursinhalte:
- Recherche- & Arbeitstechniken
- Stilmittel und Dramaturgie
- Belletristik, Kinder- & Jugendromane
- Dialoge, Figuren & Handlung
- Self-Publishing und Buchvermarktung
Voraussetzungen und Eigenschaften für einen Autor
Ohne Zweifel sind schriftstellerisches Talent, Fantasie und die Freude am Schreiben wichtige Voraussetzungen für den Beruf. Allerdings solltest du neben diesen Faktoren auch über die handwerklichen Grundlagen verfügen. Eine gute Story trägt nicht alleine zum Erfolg eines Buches bei, denn Texte mit unzähligen Grammatik- und Rechtschreibfehlern schrecken viele Leser ab. Sicherheit in Grammatik, Orthografie und Stilistik, Ausdauer, Disziplin sowie die Bereitschaft zu kritischer Selbstreflexion gehören zum Handwerkszeug jedes erfolgreichen Autors.
Wenn du ein Studium absolvieren möchtest, benötigst du das Abitur als Zugangsvoraussetzung. Zusätzlich ist an den Hochschulen in Leipzig und Hildesheim der Nachweis der besonderen künstlerischen Befähigung erforderlich. Zu diesem Zweck führen beide Hochschulen jeweils eine Eignungsprüfung durch, in deren Rahmen du eigene Textproben einreichen und teilweise eine Klausur schreiben musst. Für ein Fernstudium sowie für Volkshochschulkurse zum Thema kreatives Schreiben benötigst du hingegen keine besonderen Voraussetzungen. Wenn dich eine Karriere im Medienbereich interessiert, findest du auch im Berufsbild Journalist/in und im Berufsbild Redakteur/in alternative Wege.
Bewerbung als Schriftsteller/Schriftstellerin bei einem Verlag
Dein Buch ist fertig und du suchst nach einem Verlag? Eine überzeugende Präsentation ähnelt im Grunde einer ausgefeilten Bewerbung. Um den Verlag von deinem Werk zu überzeugen, ist im ersten Schritt ein kreatives und fehlerfrei formuliertes Anschreiben erforderlich. Dieses Schreiben wird noch vor Exposé oder Manuskript gelesen und vermittelt einen ersten Eindruck zu Schreibstil und Professionalität.
Ein Exposé fasst den Inhalt deines Buches auf etwa ein bis fünf Seiten zusammen und enthält neben der Handlung auch Angaben zu Genre, Umfang, Zielgruppe und vergleichbaren Titeln am Markt. In welcher Form du dieses Exposé sowie eine kurze Leseprobe einreichen solltest, hängt von den Richtlinien des jeweiligen Verlages ab. Erkundige dich daher bereits vorab, da einige Verlage nur E-Mails oder nur ausgedruckte Exemplare annehmen. Alternativ kannst du dich auch an eine Literaturagentur wenden, die deine Texte an geeignete Verlage weiterreicht und übliche Provisionen von 15 bis 20 Prozent erhält.
Wenn du dir bezüglich Formulierung und Fehlerfreiheit nicht sicher bist, kannst du selbstverständlich auch die Dienste seriöser Lektoren in Anspruch nehmen. Viele Autoren lassen ihr Manuskript vor der Einreichung professionell lektorieren – eine Investition, die sich häufig auszahlt.
Zukunft und Trends für den Beruf
Als Schriftsteller/in beschreitest du einen steinigen Weg, der dich mit viel Arbeit, Talent und etwas Glück zum erwünschten Erfolg führen kann. Der Umgang mit Enttäuschungen über Absagen durch Verlage ist auch den heutigen Bestsellerautoren aus ihrer Anfangszeit bestens vertraut. Nur wenige Autoren können allein vom Verkauf ihrer Bücher leben und verdienen sich nebenbei ein Zubrot mit unterschiedlichen Jobs. Hier ist eine Eigenschaft besonders wichtig: Durchhaltevermögen!
Ist dein Erstlingswerk veröffentlicht, solltest du keinesfalls die Beine hochlegen. Weitere Bücher erhöhen die Erfolgschance, denn häufig kannst du nach einiger Zeit eine Kettenreaktion hervorrufen. Wenn ein Leser eines deiner Bücher mochte, ist die Wahrscheinlichkeit relativ hoch, dass er auch deine weiteren Werke lesen möchte.
Der Buchmarkt befindet sich im Wandel: Audiobooks, Hörspiele und Podcast-Adaptionen erweitern die Einnahmequellen für Autoren, während KI-gestützte Schreibwerkzeuge die Arbeit verändern – ohne jedoch die menschliche Kreativität zu ersetzen. Besonders das Self-Publishing wächst kontinuierlich und ermöglicht es Debütautoren, ohne Verlagsumweg eine Leserschaft aufzubauen. Plattformen wie Wattpad und Instagram-Communitys („Bookstagram“, „BookTok“) haben sich zudem als wichtige Entdeckungsorte für neue literarische Stimmen etabliert.
Da auch ein Schriftsteller nie auslernt, ist eines unglaublich wichtig – lesen, lesen, lesen! Auch aus Büchern schlechter Autoren kannst du etwas lernen, denn dann weißt du, wie „es“ nicht geht. Zudem findest du hier vielleicht neue Inspiration und schreibst dann möglicherweise den erfolgreichen Bestseller des Jahres!
KSK-Versicherte im Bereich „Wort“ (Schriftsteller & Publizisten) 2010–2025
Da der Beruf Schriftsteller kein klassischer Ausbildungsberuf ist und keine offizielle Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit existiert, wird die Zahl der hauptberuflich tätigen Schriftsteller und Publizisten üblicherweise über die Versichertenstatistik der Künstlersozialkasse (KSK) im Bereich „Wort“ abgebildet. Dieser Bereich umfasst Schriftsteller, Journalisten, Autoren und Lektoren.
Quellen: Künstlersozialkasse (KSK in Zahlen), Statistisches Bundesamt, Bundesministerium für Arbeit und Soziales; Werte für 2025 basieren auf Hochrechnungen und Vorjahresentwicklung.
Häufig gestellte Fragen zum Beruf Schriftsteller/in
Wie viel verdient man als Schriftsteller/in in Deutschland?
Das durchschnittliche Jahreseinkommen der in der Künstlersozialkasse versicherten Schriftsteller und Publizisten (Bereich „Wort“) liegt bei rund 27.100 Euro brutto. Die Einkommen schwanken jedoch stark: Debütautoren erhalten häufig Vorschüsse zwischen 1.000 und 5.000 Euro, während Bestsellerautoren sechs- bis siebenstellige Beträge pro Buch erzielen können. Tantiemen liegen bei Hardcover-Büchern meist bei 8–12 Prozent, bei Taschenbüchern bei 5–8 Prozent und bei E-Books bei 20–25 Prozent des Nettoerlöses. (Quelle: Künstlersozialkasse, KSK in Zahlen 2025; VS in ver.di, Honorarempfehlungen 2024)
Braucht man ein Studium, um Schriftsteller/in zu werden?
Nein, Schriftsteller ist kein geschützter Beruf und es existiert auch keine vorgeschriebene Ausbildung. Viele erfolgreiche Autoren sind Autodidakten. Spezialisierte Studiengänge bieten das Deutsche Literaturinstitut Leipzig, die Universität Hildesheim und die Universität der Künste Berlin an. Alternativ vermitteln Fernlehrgänge von ILS, SGD oder der Schule des Schreibens die handwerklichen Grundlagen des literarischen Schreibens.
Wie kann man als Schriftsteller/in einen Verlag finden?
Der klassische Weg führt über ein professionelles Anschreiben, ein Exposé von ein bis fünf Seiten sowie eine Leseprobe, die an passende Verlage geschickt werden. Alternativ übernehmen Literaturagenturen die Vermittlung und erhalten dafür meist 15 bis 20 Prozent Provision. Eine wachsende Alternative ist das Self-Publishing über Plattformen wie Amazon KDP, Tolino Media oder Books on Demand (BoD), bei dem Autoren ohne Verlag direkt veröffentlichen und höhere Tantiemen erhalten.
Ähnliche Berufsbilder:


(32 Bewertung(en), durchschnittlich: 4,13 von 5)