Du interessierst dich für eine Tätigkeit im Baugewerbe, besitzt handwerkliches Geschick und arbeitest gerne im Team? Dann könnte der Beruf als Estrichleger/in genau das passende Tätigkeitsfeld für dich sein. Als Estrichleger/in stellst du Estrich aus unterschiedlichen Materialien her und legst damit die wichtige Grundlage für den späteren Bodenbelag.
Bei dieser Tätigkeit bereitest du den Untergrund vor und verarbeitest anschließend den zuvor hergestellten Estrichmörtel. Je nach Auftrag und örtlichen Gegebenheiten verlegen Estrichleger/innen Verbundestrich, Estrich auf Trennschichten oder schwimmenden Estrich.
Zur Arbeit eines/einer Estrichlegers/in gehört ebenfalls das Auftragen von Kunstharzschichten, der Bau von Doppel- und Hohlraumböden sowie der Einbau von unterschiedlichen Dämmstoffen. Zusätzlich kann je nach Arbeitgeber auch das Verlegen von Bodenbelägen zur alltäglichen Tätigkeit gehören.
Neben dem Einsatz in Neubauten sind Estrichleger/innen ebenfalls bei Sanierungen von Altgebäuden tätig. In diesem Beruf wirst du auf unterschiedlichen Baustellen eingesetzt und kannst gleichermaßen am Bau von Einfamilienhäusern oder Werkhallen tätig werden. Teamfähigkeit ist dabei besonders wichtig, da du bei der Tätigkeit auf eine gute Zusammenarbeit mit deinen Kolleginnen und Kollegen angewiesen bist.
Gehalt und Ausbildungsvergütung als Estrichleger/in
In diesem Beruf kannst du nach deiner Ausbildung mit soliden Verdienstaussichten rechnen. Das Einstiegsgehalt liegt bei etwa 2.100 bis 2.500 Euro brutto pro Monat. Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Gehalt in der Regel deutlich an.
Faktoren wie die Region, die Branche und die Unternehmensgröße haben großen Einfluss auf deinen Bruttoverdienst, der mit entsprechender Erfahrung bei 2.500 bis 3.500 Euro liegen kann. Es gibt keinen einheitlichen bundesweiten Tarifvertrag für Estrichleger, jedoch orientiert sich das Gehalt häufig an branchenüblichen Tarifen im Bauhandwerk.
Eine Weiterbildung wirkt sich in den meisten Fällen positiv auf das Gehalt aus: Als Estrichlegermeister/in kannst du beispielsweise bis zu 4.400 Euro brutto pro Monat verdienen.
Gehalt während der Ausbildung
Die genaue Höhe der Ausbildungsvergütung variiert je nach Betrieb und Region. Die folgenden Werte dienen als Richtwerte (Quelle: Bundesagentur für Arbeit):
- Ausbildungsjahr: 880 bis 935 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.095 bis 1.230 Euro
- Ausbildungsjahr: 1.305 bis 1.495 Euro
Ausbildung als Estrichleger/in
Der Beruf des Estrichlegers/der Estrichlegerin ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf gemäß Handwerksordnung und Berufsbildungsgesetz. Es handelt sich um eine duale Ausbildung, die über drei Jahre parallel im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule stattfindet.
In der Berufsschule erhältst du fundierte theoretische Kenntnisse zu den fachlichen Grundlagen des Berufs. Dazu gehören insbesondere Inhalte zur Herstellung unterschiedlicher Estricharten sowie zu besonderen Anforderungen an Fußböden im Industriebau. Allgemeinbildende Fächer wie Wirtschafts- und Sozialkunde sowie Deutsch ergänzen den Lehrplan.
Im Ausbildungsbetrieb wendest du das theoretische Wissen täglich in der Praxis an. Zu den zentralen Aufgaben gehören die Einrichtung und Sicherung von Baustellen, die Berechnung des benötigten Zeitaufwands sowie die Vorbereitung des Untergrundes. Du lernst, wie Estrichmörtel korrekt hergestellt, verarbeitet und aufgebracht wird, und entwickelst ein sicheres Gespür für die Anforderungen unterschiedlicher Bauprojekte.
Voraussetzungen und Aufgaben als Estrichleger/in
Der Gesetzgeber macht keine formalen Vorgaben zum Schulabschluss für die Ausbildung zum/zur Estrichleger/in. In der Praxis stellen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber/innen mit Hauptschulabschluss ein. Gute Noten in Mathematik und Physik sind von Vorteil. Für Jugendliche unter 18 Jahren ist die Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung über eine Erstuntersuchung erforderlich.
Neben den schulischen Leistungen spielen persönliche Eigenschaften eine wichtige Rolle: Handwerkliches Geschick, räumliches Vorstellungsvermögen und Beobachtungsgenauigkeit sind unerlässlich. Da die Arbeit körperlich anspruchsvoll ist, sind außerdem körperliche Fitness und eine gute gesundheitliche Konstitution gefragt.
Im Folgenden werden die wichtigsten Aufgaben im Berufsalltag erläutert:
Untergrundvorbereitung: Reinigung und Vorbereitung des Untergrunds, um eine optimale Haftung des Estrichs zu gewährleisten.
Estrichverlegung: Mischen und Auftragen von Estrichmaterialien auf den vorbereiteten Untergrund sowie Glätten, Nivellieren und Formen des Estrichs für eine ebene Oberfläche.
Verlegung von Dämmschichten: Platzieren von Dämmschichten zur Verbesserung von Wärme- und Schalldämmung.
Arbeiten mit verschiedenen Estricharten: Verlegen unterschiedlicher Estricharten je nach Anforderungen – etwa Zementestrich, Anhydritestrich oder Schnellestrich.
Integration von Fußbodenheizungen: Fachgerechter Einbau von Fußbodenheizungssystemen in den Estrich.
Feinschliff und Oberflächengestaltung: Feinschliff der Estrichoberfläche, um eine glatte und ebene Basis für den endgültigen Bodenbelag zu schaffen.
Kontrolle und Messungen: Überwachung von Trocknungszeiten und -bedingungen sowie Messung von Estrichdicken und Sicherstellung der Einhaltung geltender Baunormen.
Zusammenarbeit mit anderen Gewerken: Abstimmung der Arbeiten mit anderen Baugewerken wie Elektrikern, Sanitärfachleuten und weiteren Beteiligten.
Bewerbung als Estrichleger/in
Im Bewerbungsschreiben kannst du den potenziellen Arbeitgeber mit überzeugenden Argumenten davon überzeugen, dass du die richtige Person für die ausgeschriebene Stelle bist. Schildere ehrlich, was dich motiviert und welche Aspekte des Berufs dich besonders ansprechen. Besonders positiv wirkt es, wenn du dich vorab über das Unternehmen informiert hast und gezielt auf dessen Tätigkeitsbereiche eingehen kannst.
Im Lebenslauf listest du stichpunktartig und lückenlos die Stationen deines bisherigen Werdegangs auf. Neben deiner schulischen Ausbildung solltest du dort auch absolvierte Praktika, Nebenjobs in Handwerksbetrieben, Fremdsprachenkenntnisse und relevante Hobbys aufführen.
Viele Unternehmen schätzen die persönliche Kontaktaufnahme. Ein Anruf im Vorfeld kann klären, ob du die Unterlagen persönlich übergeben kannst – und bietet dir vielleicht die Chance, dich im Gespräch direkt einen guten ersten Eindruck zu verschaffen.
Zukunft und Trends für das Berufsbild
Im Baugewerbe ist die Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften weiterhin hoch – es gibt derzeit mehr offene Stellen als ausgebildete Estrichleger/innen. Nach der Ausbildung stehen dir Einstiegsmöglichkeiten in Bodenverlegebetrieben sowie in Unternehmen der Hoch- und Ausbaubranche offen.
Mit gezielten Weiterbildungen erschließt du dir weitere Karrierewege – etwa in den Bereichen Isolierung, Bausanierung oder Trockenbau. Eine Aufstiegsweiterbildung zum/zur Estrichlegermeister/in ermöglicht dir, Führungsverantwortung zu übernehmen und von besseren Einkommenschancen zu profitieren. Weitere Optionen sind Weiterbildungen zum/zur Polier/in im Hochbau, zum/zur Techniker/in für Bautechnik oder zum/zur technischen Fachwirt/in.
Wer studieren möchte, kann beispielsweise den Bachelor im Bereich Bauingenieurwesen anstreben. Auch eine Existenzgründung – ob durch Übernahme eines bestehenden Unternehmens oder Neugründung eines Estrichlegerbetriebs – ist ein realistischer Karriereweg.
Häufige Fragen zur Ausbildung als Estrichleger/in
Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Estrichleger/in?
Die Ausbildung zum/zur Estrichleger/in dauert in der Regel drei Jahre. Sie findet dual statt – das heißt, du lernst abwechselnd im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule. Unter bestimmten Voraussetzungen, etwa bei sehr guten Leistungen, ist eine Verkürzung der Ausbildungszeit möglich.
Welchen Schulabschluss brauche ich für die Ausbildung als Estrichleger/in?
Gesetzlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis stellen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber/innen mit Hauptschulabschluss ein. Gute Noten in Mathematik und Physik sowie handwerkliches Interesse erhöhen deine Chancen auf einen Ausbildungsplatz deutlich.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung als Estrichleger/in?
Nach der Ausbildung stehen dir zahlreiche Weiterbildungswege offen. Der klassische Aufstiegsweg führt über die Meisterprüfung zum/zur Estrichlegermeister/in. Darüber hinaus sind Weiterbildungen zum/zur Techniker/in für Bautechnik, zum/zur Polier/in im Hochbau oder zum/zur technischen Fachwirt/in möglich. Mit der Meisterprüfung kannst du auch ein Studium, zum Beispiel im Bereich Bauingenieurwesen, aufnehmen.


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