Mit den Dampfloks wurde nicht nur der Wilde Westen Amerikas erschlossen – die Eisenbahn zählt seit ihrer Erfindung zu den wichtigsten Verkehrsmitteln im Nah- und Fernverkehr. Der Schienenverkehr gilt zudem als eines der sichersten Verkehrsmittel, auch wenn Hochgeschwindigkeitszüge heute nahezu Raketen auf Schienen gleichen.
Der Lokführer bzw. Triebfahrzeugführer ist verantwortlich für den Transport seiner Passagiere im Personenverkehr oder seiner Fracht im Güterverkehr. Die Verantwortung, die damit einhergeht, ist vergleichbar mit der eines Piloten oder eines Busfahrers. Triebwagenführer im Betriebsdienst Transport steuern Loks für den Güter- und Personentransport sowie im S- und U-Bahn-Bereich. Sie sind beschäftigt bei Unternehmen des Nah- und Fernverkehrs, aber auch bei großen Industrieunternehmen mit eigener Werksbahn, zum Beispiel in der Stahlindustrie.
Gehalt als Lokführer und Eisenbahner
Für Lokführer gibt es in Deutschland Tarifverträge, die die Höhe des Entgelts festlegen. Die beiden wichtigsten sind der Tarifvertrag der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und der Tarifvertrag der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG). Unternehmen, die keinem dieser Verbände angehören, sind nicht zwingend an diese Tarife gebunden und können davon abweichende Gehälter zahlen.
Aktuelle Gehaltsspannen für Lokführer in Deutschland (Stand 2025):
- Einstiegsgehalt (nach Ausbildung): Je nach Tarifvertrag und Arbeitgeber liegt das Einstiegsgehalt zwischen 3.170 € und 3.590 € brutto pro Monat. Bei der Deutschen Bahn wird für 2025 ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von ca. 3.342 € brutto monatlich angegeben.
- Durchschnitt (Median): Das durchschnittliche Bruttogehalt eines Lokführers in Deutschland beträgt rund 3.700 € pro Monat, was einem Jahreseinkommen von ca. 44.400 € entspricht.
- Erfahrene Lokführer: Mit mehrjähriger Berufserfahrung und in gut vergüteten Konstellationen sind Gehälter bis zu 4.670 € brutto monatlich möglich. Inklusive aller Zulagen (Nacht-, Schicht-, Wochenend- und Feiertagszuschläge) können erfahrene Lokführer bis zu 50.000 € oder mehr im Jahr verdienen.
Tarifliche Unterschiede: Das Einstiegsgehalt nach GDL-Tarifvertrag liegt mit ca. 2.800 € in der untersten Entgelttabelle deutlich über dem EVG-Einstieg von ca. 2.330 €. Im neuen EVG-Tarifvertrag mit der Deutschen Bahn (Laufzeit bis 31.12.2027) wurden ab Juli 2025 eine Entgelterhöhung von 2 % und ab Juli 2026 von weiteren 2,5 % vereinbart, sowie ein EVG-Zusatzgeld von bis zu 9,1 % für Schichtarbeitende mit besonderen Belastungen.
Zusätzlich zum Grundgehalt erhalten Lokführer je nach Verantwortungsbereich und Einsatz Zulagen, die den Bruttoverdienst erheblich steigern können. Allein Schicht- und Nachtzulagen können bis zu 1.000 € zusätzlich pro Monat ausmachen.
Quellen: EVG-Tarifabschluss DB AG, Februar 2025; Gehaltsatlas.com, Stand Dezember 2025; Brutto-Netto-Gehaltsrechner.de, Stand Februar 2026; StepStone Gehaltsreport Lokführer 2026.
Ausbildung als Lokführer/in – Triebfahrzeugführer/in
Die Berufsausbildung zum Lokführer in Deutschland ist anspruchsvoll und technisch geprägt. Die offizielle Ausbildungsbezeichnung lautet Eisenbahner im Betriebsdienst – Fachrichtung Lokführer und Transport (EiB L/T) und dauert in der Regel drei Jahre im dualen System. Voraussetzung ist mindestens ein Realschulabschluss sowie das Erreichen des Mindestalters von 20 Jahren zum Zeitpunkt des Erwerbs des Triebfahrzeugführerscheins.
Die Ausbildung beginnt mit einer fundierten theoretischen Grundausbildung, in der angehende Lokführer Wissen über Eisenbahnbetrieb, Sicherheitsvorschriften, Signaltechnik und rechtliche Grundlagen erwerben. Diese Grundlagen werden durch praktische Schulungen auf Simulatoren und echten Strecken ergänzt, wobei die Anwärter den Umgang mit verschiedenen Zugtypen und moderner Technologie erlernen.
In der betrieblichen Ausbildungsphase sammeln die Auszubildenden unter Aufsicht erfahrener Lokführer echte Praxiserfahrungen. Sie absolvieren Ausbildungsfahrten auf realen Strecken und durchlaufen fachspezifische Module, die auf den Betrieb des jeweiligen Eisenbahnverkehrsunternehmens zugeschnitten sind. Quereinsteiger können den Beruf auch über eine geförderte Umschulung (in der Regel 12 bis 24 Monate) an einer Eisenbahnfachschule erlernen, oft mit Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit.
Ausbildungsvergütung 2025: Für die Dauer der Ausbildung erhalten Auszubildende eine monatliche Vergütung:
Quelle: Deutsche Bahn AG (Berufe-Steckbrief Lokführer:in, 2024/2025); die Vergütungen können je nach Unternehmen und Tarifvertrag abweichen. Angaben beziehen sich auf Ausbildung nach DB-Tarifvertrag.
Die Ausbildung endet mit einer anspruchsvollen Abschlussprüfung, die sowohl theoretische als auch praktische Komponenten umfasst. Bei Bestehen erhalten die Absolventen ihre Triebfahrzeugführerscheinlizenz nach EU-Recht sowie ein unternehmensbezogenes Zertifikat. Die Übernahmequote nach der Ausbildung ist in der Bahnbranche sehr hoch – nahezu alle Absolventen werden übernommen, da der Fachkräftebedarf weiterhin groß ist.
Lokführer sind einem kontinuierlichen Lernprozess verpflichtet: Regelmäßige Fortbildungen, Streckenkundekurse und Schulungen zu neuen Fahrzeuggenerationen sind Teil des Berufsalltags. Ähnlich wie bei einem Fahrdienstleiter ist die fachliche Weiterqualifizierung dauerhaft notwendig.
Eigenschaften und Voraussetzungen für Lokführer
Die wichtigste Eigenschaft eines Schienenfahrzeugführers ist ein ausgeprägtes Verantwortungsbewusstsein. Lokführer im Personentransport tragen eine enorme Verantwortung für die Sicherheit der beförderten Personen und müssen besonders in Stresssituationen einen kühlen Kopf bewahren.
Ein Lokführer muss auch psychisch belastbar sein. Die statistische Wahrscheinlichkeit, im Laufe der Berufstätigkeit Zeuge eines Personenschadens auf der Strecke zu werden, ist nicht zu vernachlässigen. Wer in einem solchen Beruf tätig ist, sollte idealerweise Zugang zu psychologischer Unterstützung kennen und bei Bedarf nutzen.
Technisches Verständnis und die Fähigkeit zur souveränen Bedienung komplexer Fahrzeugtechnik sind ebenso unverzichtbar. Weitere wichtige Eigenschaften und formale Voraussetzungen im Überblick:
- Schulabschluss: Mindestens Mittlere Reife (Realschulabschluss), vielfach wird auch ein Hauptschulabschluss mit abgeschlossener Berufsausbildung akzeptiert – insbesondere für Quereinsteiger.
- Mindestalter: 20 Jahre zum Zeitpunkt des Erwerbs des EU-Triebfahrzeugführerscheins (§ 5 TfFV).
- Medizinische und psychologische Tauglichkeit: Verpflichtende Untersuchung nach den Anforderungen der Triebfahrzeugführerscheinverordnung (TfFV), inkl. Seh- und Hörvermögen sowie psychologischer Eignungstest.
- Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit: Strikte Einhaltung von Fahrplänen und Sicherheitsvorschriften ist Grundvoraussetzung des Berufs.
- Bereitschaft zur Schichtarbeit: Lokführer arbeiten in Früh-, Spät- und Nachtschichten, auch an Wochenenden und Feiertagen.
- Handwerkliches Grundverständnis: Grundkenntnisse in Technik und Mechanik sind von Vorteil, da Lokführer einfache technische Checks am Fahrzeug selbst durchführen.
Bewerbung als Lokführer bzw. Triebfahrzeugführer
In der Regel bilden die meisten Eisenbahnverkehrsunternehmen ihre Lokführer selbst aus. Nach erfolgreicher Ausbildung ist eine erneute Bewerbung häufig nicht notwendig, da Übernahmen branchenüblich sind. Wechsel zwischen Unternehmen oder der Einstieg als Quereinsteiger erfordern hingegen eine gezielte Bewerbung auf ausgeschriebene Stellen.
Eine Bewerbung für den Job als Lokführer besteht aus einem gängigen Bewerbungsschreiben über Motivation und Qualifikation und einem tabellarischen Lebenslauf mit den beruflichen und schulischen Stationen. Zudem werden natürlich noch die Arbeitszeugnisse bzw. Schulzeugnisse hinzugefügt. Mittlerweile werden Bewerbungen meistens über das Internet eingereicht bzw. versendet; ob Online- oder Papierbewerbung gewünscht ist, steht in der Regel im Stellenangebot.
Tipp: Spezialisierte Stellenbörsen wie SchienenJobs.de oder die Karriereseiten großer Eisenbahnverkehrsunternehmen (Deutsche Bahn, Transdev, Abellio, DB Cargo) bieten regelmäßig offene Positionen für Lokführer und Quereinsteiger an. Laut Allianz pro Schiene sind derzeit über 500 Lokführerstellen bundesweit unbesetzt.
Trends und Perspektiven für Lokführer
Der Schienenverkehr im deutschen Personen- und Güterfernverkehr wird nach wie vor überwiegend von der Deutschen Bahn AG dominiert. Im Personennahverkehr gibt es mittlerweile jedoch eine Vielzahl privater Anbieter, da sich die Deutsche Bahn zunehmend auf den Fernverkehr konzentriert. Dies schafft einen vielfältigen und wachsenden Arbeitsmarkt für Lokführer.
Fachkräftemangel: Lokführer gehören laut der Bundesagentur für Arbeit zu den am stärksten nachgefragten Fachkräften in Deutschland. Auf 100 offene Stellen kamen zuletzt im Schnitt nur rund 50 qualifizierte Bewerber. Die Allianz pro Schiene prognostiziert, dass bis 2034 jährlich etwa 7.500 neue Lokführer eingestellt werden müssen, um den wachsenden Bedarf zu decken.
Automatisierung: Die zunehmende Automatisierung von Zügen und Schienennetzen wird mittelfristig einige Assistenzfunktionen übernehmen. In einigen Ländern werden bereits teilautomatisierte Systeme getestet. Vollständig autonome Züge sind jedoch auf absehbare Zeit kein Thema für den Regelbetrieb in Deutschland – Lokführer bleiben für Sicherheitsüberwachung, Notfallmanagement und die Kommunikation mit Leitstellen unverzichtbar.
Digitalisierung: Digitale Technologien verbessern den Informationsaustausch im Bahnbetrieb. Lokführer erhalten zunehmend Zugang zu fortschrittlicheren Bordcomputern und Echtzeit-Informationssystemen, die Streckenwarnungen, Fahrplanänderungen und Fahrzeugdaten direkt im Führerstand anzeigen.
Demografischer Wandel: Ein erheblicher Teil der derzeit aktiven Lokführer steht in den nächsten Jahren vor dem Ruhestand. Dieser generationelle Wechsel verschärft den ohnehin bestehenden Fachkräftemangel. Gleichzeitig ist die Übernahmequote nach der Ausbildung nahezu bei 100 %, und die Arbeitslosenquote in diesem Berufsfeld liegt bei unter einem Prozent.
In Verbindung mit dem politischen Ziel, mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern, und dem geplanten Ausbau des Schienennetzes sind die Berufsaussichten für Lokführer als sehr gut einzustufen. Wer einen sicheren Arbeitsplatz mit überdurchschnittlichem Gehalt und gesellschaftlicher Relevanz sucht, findet im Lokführerberuf hervorragende Perspektiven.
Beschäftigung von Lokführern / Triebfahrzeugführern in Deutschland (2010–2025)
Anzahl der Lokführer bundesweit (inkl. aller Eisenbahnverkehrsunternehmen). Quellen: Allianz pro Schiene (Jahreserhebungen 2016–2022); Bundesamt für Logistik und Mobilität (BALM); Wikipedia / Destatis; eigene Schätzung für 2024/2025 auf Basis der Branchenentwicklung.
| Jahr | Lokführer gesamt (ca.) | Offene Stellen (ca.) | Tendenz |
|---|---|---|---|
| 2010 | ca. 35.000 | k. A. | ▶ stagnierend |
| 2012 | ca. 36.000 | hoch | ▲ leicht steigend |
| 2014 | ca. 37.000 | hoch | ▲ leicht steigend |
| 2016 | ca. 38.500 | sehr hoch | ▲ steigend |
| 2018 | ca. 43.900 | sehr hoch (>1.200 bei DB) | ▲▲ stark steigend |
| 2019 | ca. 47.000 | sehr hoch (>650 Stellenanzeigen) | ▲▲ stark steigend |
| 2020 | ca. 49.000 | hoch | ▲ steigend (+5 %) |
| 2022 | ca. 37.600 (svp.) | sehr hoch | ▶ (Umstellung Erhebung) |
| 2023 | ca. 35.000 (inkl. Nahverkehr) | >500 bundesweit | ▶ stagnierend |
| 2024 | ca. 36.000 (Schätzung) | >500 bundesweit | ▲ leicht steigend |
| 2025 (Schätzung) | ca. 37.000–38.000 | sehr hoch | ▲ steigend |
svp. = sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (BALM-Erhebung). Die Gesamtzahlen vor 2022 beziehen sich auf Vollerhebungen aller Eisenbahnverkehrsunternehmen (inkl. nicht-sozialversicherungspflichtige und Beamte). Quellen: Allianz pro Schiene, Jahresberichte 2016–2022; BALM (Bundesamt für Logistik und Mobilität) via Statista, Stand 2024; Wikipedia – Triebfahrzeugführer; eigene Schätzung für 2024/2025.
Häufige Fragen zum Beruf Lokführer
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung zum Lokführer?
Für die Ausbildung zum Lokführer (Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport) benötigst du mindestens einen Realschulabschluss. Viele Unternehmen akzeptieren auch einen Hauptschulabschluss in Verbindung mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung. Darüber hinaus sind medizinische und psychologische Tauglichkeit nach der Triebfahrzeugführerscheinverordnung (TfFV) nachzuweisen – dazu gehören Seh- und Hörtests sowie ein Eignungstest. Die Bereitschaft zur Schichtarbeit inklusive Nacht-, Wochenend- und Feiertagseinsätzen ist unbedingte Voraussetzung. Der EU-Triebfahrzeugführerschein darf erst ab dem vollendeten 20. Lebensjahr ausgestellt werden.
Wie hoch ist das Gehalt eines Lokführers in Deutschland 2025?
Das Einstiegsgehalt für Lokführer liegt 2025 je nach Tarifvertrag und Arbeitgeber zwischen ca. 3.170 € und 3.590 € brutto pro Monat. Das Mediangehalt beträgt rund 3.700 € brutto monatlich. Erfahrene Lokführer können in tariflich gut aufgestellten Unternehmen auf bis zu 4.670 € und mehr kommen, inklusive Schicht- und Nachtzulagen sogar auf über 50.000 € im Jahr. Der GDL-Tarifvertrag bietet in der Regel höhere Grundgehälter als der EVG-Tarifvertrag. Quellen: Gehaltsatlas.com, Brutto-Netto-Gehaltsrechner.de, EVG-Tarifabschluss DB AG 2025.
Kann man als Quereinsteiger Lokführer werden?
Ja, der Quereinstieg ist ausdrücklich möglich und wird von Eisenbahnverkehrsunternehmen aktiv gefördert. Quereinsteiger absolvieren in der Regel eine Umschulung an einer anerkannten Eisenbahnfachschule oder direkt beim Eisenbahnunternehmen, die je nach Vorqualifikation 12 bis 24 Monate dauert. Geförderte Umschulungen sind über einen Bildungsgutschein der Bundesagentur für Arbeit möglich. Da auf 100 offene Lokführerstellen bundesweit im Schnitt nur rund 50 qualifizierte Bewerber kommen, sind die Chancen für Quereinsteiger besonders gut. Auch ein Hauptschulabschluss kann für den Quereinstieg ausreichen, sofern eine abgeschlossene Berufsausbildung vorliegt.
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