| Ausbildung und Beruf als Baumaschinenführer/Baumaschinenführerin: | ||
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Berufsbild Baugeräteführer/Baugeräteführerin
Dieser Beruf ist in der Tat eine der letzten Männerdomänen in Deutschland. Bis
1994 war der Beruf Baugeräteführerin nicht existent, sondern nur den Männern per
gesetzlicher Regelung vorbehalten. Erst die Tatsache, dass nach der deutschen
Wiedervereinigung in Ostdeutschland der Beruf Baugeräteführer für Frauen schon
lange geöffnet war, brachte auch in Westdeutschland die Beschränkung zu Fall.
Jedoch sind aktuell in diesem Beruf in Gesamtdeutschland nicht mehr als 0,2 %
der Beschäftigten weiblichen Geschlechts.
Baugeräteführer werden auch als Baumaschinenfahrer bezeichnet. Gleichberechtigt
existiert seit 1977 der Beruf Baumaschinenführer, der als Fortbildung ausgelegt
ist und gleichwertig mit dem Job als Baugeräteführer ausgeübt werden kann. Die
Fortbildung enthält allerdings eine Spezialisierung für Baugeräte in den
verschiedenen Bereichen Hochbau, Straßenbau sowie Erd- und Tiefbau.
In erster Linie sind Baugeräteführer in den Bereichen Hochbau, Tiefbau,
Straßenbau und Spezialtiefbau tätig. Aber auch der Verleih von Baumaschinen oder
der Steinbruchbetrieb bietet ein umfassendes Betätigungsfeld und Jobs. Wie die
Berufsbezeichnung schon sagt, ist das Aufgabengebiet von Baugeräteführern die
Bedienung und das Fahren von Baumaschinen.Dies sind zum Beispiel Maschinen wie
Kräne, Bagger, Bohr- oder Planierraupen, die eine wesentliche Aufgabe an
Baustellen ausüben. Die Handhabung dieser großen, starken und schweren Maschinen
erfordert umfassende Kenntnis und ein großes Verantwortungsbewusstsein.
Im Umgang mit diesen großen Maschinen sind Baugerätefahrer auch für den
Transport der Gerätschaften verantwortlich, genauso wie für die Sicherung der
Maschinen am Arbeitsplatz während und nach der Tätigkeit.
Gehalt/Verdienst als Baugeräteführer/in
Das Gehalt der Baugeräteführer ist abhängig von den vielen verschiedenen
Faktoren, wie Berufserfahrung, Qualifikation oder Verantwortungsbereich bei den
entsprechenden Jobs. Weitere Faktoren sind die regionalen Besonderheiten oder
die Anlehnung des Arbeitsvertrags an tarifliche Einigungen und Vorgaben.
Neben einer Grundvergütung werden teilweise Zulagen wie zum Beispiel ein 13.
Monatsgehalt ausgezahlt. Zusätzlich kann es zu Schichtarbeit kommen, wodurch
sich die Entlohnung durch Schichtzulagen entsprechend erhöhen kann. Der
Verdienst für einen Baugeräteführer kann zum Beispiel bei einer Grundvergütung
von 14 bis 15 Euro brutto in der Stunde liegen.
Ausbildung als Baugeräteführer/in
Die Ausbildung zum Baugeräteführer ist annerkannt nach dem deutschen
Berufsbildungsgesetz und dauert drei Jahre. Die Ausbildung erfolgt dual, also in
einem Betrieb und in einer Berufsschule. Ausbildungsbetriebe sind in erster
Linie die Unternehmen im Hochbau und Tiefbau, aber auch Firmen im Straßenbau.
In der betrieblichen Ausbildung werden die Azubis von erfahrenen Mitarbeitern
aus dem Unternehmen angeleitet und schon nach relativ kurzen Einarbeitungsphasen
in die Maschinenführung eingewiesen, damit eine selbstständige Arbeitsweise
möglich ist. Der Umgang mit Baugeräten erfordert umfangreiche
Sicherheitsvorkehrungen, von der Absicherung des Arbeitsortes bis hin zum Tragen
von Schutzkleidung.
Die theoretische Ausbildung der Baugeräteführer erfolgt im Blockunterricht an
Berufsschulen, die länderübergreifend in bestimmten Schulen unterrichtet werden.
Der Unterrichtsinhalt reicht vom Einrichten einer Baustelle über die
Instandhaltung bis zum theoretischen Wissen zum Fahren einer Baumaschine.
Während dieser betrieblichen Ausbildung bekommt der Azubi eine Ausbildungshöhe,
die sich nach dem jeweiligen Lehrjahr und dem Bundesland richtet:
1. Ausbildungsjahr: 571 Euro (490 Euro Neue Bundesländer)
2. Ausbildungsjahr: 887 Euro (684 Euro Neue Bundesländer)
3. Ausbildungsjahr: 1120 Euro (864 Euro Neue Bundesländer)
Für diese Berufsausbildung gibt es keine gesetzliche Zulassungsbeschränkung, die
Kriterien zur Auswahl der Bewerber legt das Unternehmen selbst fest. Der Anteil
der Auszubildenden mit einem Hauptschulabschluss ist in etwa genauso hoch wie
der Azubis mit mittlerer Reife.
Die Abschlussprüfung erfolgt wie bei allen anerkannten Berufen nach dem
Berufsbildungsgesetz vor der IHK. Für den Beruf des Baugeräteführers ist es
erforderlich eine schriftliche Prüfung und eine praktische Prüfung erfolgreich
zu absolvieren.
Eigenschaften und Voraussetzungen für Baugeräteführer
Für die Tätigkeit als Baugeräteführer sollte ein handwerkliches Geschick
vorhanden sein. Man sollte zupacken können und auch kleinere Reperaturen an
Baugeräten selbst durchführen. Das Interesse an baulichen Tätigkeiten und die
Neigung zum Umgang mit technischen Geräten sind in diesem Job bei jedem
Stellenangebot notwendig.
Baumaschinen sind in der Regel sehr schwer und stark, weshalb der Umgang mit
diesen Maschinen eine große Verantwortung umfasst. Arbeitssicherheit muss immer
beachtet werden, nichgt nur zum Eigenschutz, sondern in erster Linie für die
Sicherheit der Kollegen und Bauarbeiter vor Ort an der Baustelle.
Bewerbung auf Stellenangebote als Baugeräteführer/in
Eine Bewerbung auf ein Stellenangebot als Baugeräteführer wird in der
Regel als schriftliche Bewerbung verfasst. Die Bewerbung enthält einen
Lebenslauf und Zeugniskopien, ebenso wird ein Bewerbungsschreiben den
Bewerbungsunterlagen beigefügt. Das Bewerbungsschreiben entscheidet in den
meisten Fällen darüber, ob der Bewerber in die nächste Runde kommt, oder direkt
aussortiert wird. Die Formulierung im Anschreiben sollte daher sorgfältig
gewählt werden und die persönliche Motivation und Qualifikation ideal
widerspiegeln. Lesen Sie sich die Stellenangebote aufmerksam durch und nehmen
Sie Bezug auf den Inhalt der Stellenangebote.
Der Lebenslauf der Bewerbung als Baugeräteführer wird tabellarisch verfasst
enthält die wichtigsten Stationen des schulischen und beruflichen Werdegangs.
Dies kann in chronologischer Form oder eingeteilt nach Absätzen erfolgen. Die
Kopien der Zeugnisse sollten beglaubigt sein, um jegliche Irritationen zu
vermeiden.
Sie können Ihre Bewerbung auch persönlich beim Unternehmen abgeben und müssen
dies nicht mit der Post erledigen. So haben Sie zum Einen die Gewissheit, dass
Ihre Bewerbungsunterlagen nicht durch den Postversand verknickt werden, zum
Anderen hat der potenzielle zukünftige Arbeitgeber die Möglichkeit Sie
persönlich kennen zu lernen und sich ein erstes Bild von Ihnen als Person zu
machen. Dies kann ein entscheidender Vorteil gegenüber den Mitbewerbern sein.
Trends und zukünftige Entwicklungen in der Baubranche
Der einheimischen Baubranche geht es schon seit einigen Jahren nicht besonders
gut, verstärkt hat sich diese Entwicklung noch durch den konjunkturellen
Einbruch, bedingt durch die weltweite Finanzkrise 2008. Die Anzahl der Neubauten
ist rückläufig, aktuell wird nur in der Gebäudesanierung und Wärmedämmung am Bau
investiert. Die Auftragslagen der Bau-Unternehmen sind daher nicht besonders
umfangreich, was es für Baugerätefahrer auch sehr schwer macht einen der
begehrten Jobs zu ergattern.
Die Anzahl der Beschäftigten mit diesem Berufsbild ist rückläufig und hat sich innerhalb von 8 Jahren
um mehr als 30 % verringert. Dem gegenüber hat sich die Anzahl der Arbeitslosen
im gleichen Zeitraum fast verdoppelt. Wer sich aktuell für einen Einstieg im
Baubereich interessiert, der sollte diesen Aspekt bei der Berufswahl
berücksichtigen.

Quelle: Beschäftigungs- und Arbeitslosenstatistik der BA.
Für das Jahr 2007 liegen bei den Arbeitslosen nur unvollständige Daten vor.