Du arbeitest in der Baubranche, besitzt mehrjährige Berufserfahrung und möchtest die Karriereleiter aufsteigen? Dann ist vielleicht die Weiterbildung zum/zur Polier/in die perfekte Wahl.
In dieser Position bist du ein unverzichtbares Bindeglied zwischen den Baustellenmitarbeiterinnen und -mitarbeitern und der Bauleitung. Du leitest einen Baustellenabschnitt oder sogar eine komplette Baustelle und koordinierst den Einsatz der unterschiedlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als weisungsberechtigte Führungskraft mit großer Verantwortung zählen zu deinen Aufgaben die Einteilung des Personals für unterschiedliche Bereiche, die Überwachung der Bauarbeiten und die Gewährleistung, dass diese fachgerecht und streng nach den geltenden Vorgaben ausgeführt werden. Bei allen Aufgaben behältst du rechtliche und betriebswirtschaftliche Faktoren im Blick.
Das Berufsfeld ist in die Bereiche Hochbau und Tiefbau aufgeteilt; die Weiterbildung erfolgt explizit für den jeweiligen Teilbereich. Als Polier/in für Hochbau findest du Anstellung in Fertighausbau-Unternehmen, im Feuerungs- und Schornsteinbau sowie in unterschiedlichen Betrieben des Bauwesens, etwa bei Hochbauunternehmen oder Sanierungsfirmen. Mit dem Schwerpunkt Tiefbau kannst du eine Stelle bei einem Tief- und Spezialtiefbauunternehmen oder bei kommunalen Bauämtern anstreben.
Gehalt als Polier/in
Das Gehalt als Polier/in richtet sich nach Erfahrung, Spezialisierung (Hochbau/Tiefbau), Unternehmensgröße, Region und Tarifbindung. Die Löhne und Gehälter für Poliere sind im Tarifvertrag des Bauhauptgewerbes geregelt, der seit dem 1. April 2024 (Wirksamkeit ab Mai 2024) in einer neuen Fassung mit gestaffelten Entgelterhöhungen gilt.
Quelle: baublog.brz.eu, Tariflöhne Bauhauptgewerbe 2024/2026.
Einstiegsgehalt: Nach erfolgreichem Weiterbildungsabschluss liegt das Durchschnittseinstiegsgehalt laut jobted (Stand 2025) bei rund 57.000 Euro jährlich (ca. 4.750 Euro/Monat). gehaltsvergleich.com nennt ein Durchschnittsgehalt von rund 3.603 Euro monatlich. Für Hochbau-Poliere ermittelt Glassdoor (Stand November 2025) auf Basis anonymer Selbstauskünfte eine typische Gehaltsspanne von 59.757 bis 75.242 Euro jährlich (ca. 4.980–6.270 Euro/Monat) mit einem Durchschnitt von rund 66.000 Euro.
Quellen: jobted, Polier Gehalt 2025; gehaltsvergleich.com, Polier; Glassdoor, Polier Hochbau Deutschland (Stand November 2025).
Durchschnittsgehalt: meingehalt.net (2026/2027) gibt für Poliere im Hochbau ein Durchschnittsgehalt von rund 57.384 Euro jährlich (4.782 Euro/Monat) an, mit einer Spanne von 46.176 bis 71.436 Euro. StepStone (2025/2026) nennt für Poliere Hochbau einen Durchschnitt von ca. 57.250 Euro jährlich. Bei tarifgebundenen Unternehmen sind je nach Erfahrungsstufe und Region Monatseinkommen von 4.400 bis 5.000 Euro brutto und mehr durchaus realistisch – insbesondere in Großkonzernen oder bei Übernahme von Oberpolierfunktionen können die Gehälter deutlich darüber liegen.
Quellen: meingehalt.net, Polier/in Hochbau 2026/2027; StepStone, Polier/in Hochbau 2025/2026.
Dein tatsächliches Einkommen kann stark variieren, da Faktoren wie Bundesland, Berufserfahrung, Betriebsgröße und konkrete Aufgaben relevant sind.
Weiterbildung als Polier/in (Hochbau und Tiefbau)
Bei der Ausbildung zum/zur Polier/in handelt es sich um eine Weiterbildungsmaßnahme, die auf einer abgeschlossenen Berufsausbildung im Baubereich und/oder langjähriger Berufserfahrung aufbaut. Je nach Einsatzbereich erfolgt die Weiterbildung mit Schwerpunkt Hochbau oder Tiefbau. Unabhängig vom Fachbereich beträgt die Ausbildungsdauer in der Regel 410 Stunden, die sich beispielhaft wie folgt aufteilen: Bautechnik 120 Stunden, Baubetrieb 120 Stunden, Personalmanagement und Mitarbeiterführung 80 Stunden sowie berufs- und arbeitspädagogische Qualifikationen (AEVO) 90 Stunden.
Je nach Anbieter kann die Stundenzahl und Aufteilung variieren; es gibt auch Kurse mit einer Dauer von 600 oder mehr Stunden. Voll- und Teilzeitkurse sowie Fernunterrichtslehrgänge bieten Bildungszentren, Fachverbände, Handwerkskammern und Industrie- und Handelskammern an. Zu den Unterrichtsinhalten zählen Themen wie Vorbereitung von Baustellen, Koordinierung und Überwachung von Arbeitsabläufen, Umwelt- und Gesundheitsschutz, Arbeitssicherheit und Mitarbeiterführung. Die Inhalte können je nach Anbieter und Spezialisierung (Hochbau/Tiefbau) etwas variieren.
Voraussetzungen und Eigenschaften als Polier/in
Für den Zugang zur Weiterbildung zum/zur Polier/in ist in der Regel eine abgeschlossene Berufsausbildung im Bauhauptgewerbe und eine einschlägige Berufserfahrung von mindestens 5 Jahren erforderlich. Mögliche Ausgangsberufe sind unter anderem Maurer/in, Trockenbaumonteur/in, Beton- und Stahlbetonbauer/in oder Straßenbauer/in.
Mit einer einschlägigen Berufserfahrung von mindestens 6 Jahren und einer Ausbildung in einem anderen handwerklichen oder gewerblich-technischen Beruf ist der Zugang ebenfalls möglich. Alternativ kann die Weiterbildung auch ohne abgeschlossene Berufsausbildung absolviert werden, wenn eine einschlägige Berufserfahrung in der Baubranche von mindestens 6 Jahren vorgewiesen werden kann.
Persönlich solltest du über eine robuste Gesundheit, ausgeprägte Leistungs- und Einsatzbereitschaft sowie großes Verantwortungsbewusstsein und eine selbstständige Arbeitsweise verfügen. Da du als Polier/in Aufgaben delegierst und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anleiten musst, sind zudem gute Führungsqualitäten und Motivationstalent unverzichtbar. Kenntnisse in moderner Bausoftware und digitalen Planungstools werden von Arbeitgebern zunehmend erwartet.
Bewerbung als Polier/in
Nach erfolgreich abgeschlossener Weiterbildung trennt dich nur noch die Bewerbung von deinem Traumjob. Unabhängig vom Beruf ist Sorgfalt ein besonders wichtiger Faktor bei der Erstellung einer guten Bewerbung. Damit du das Bewerbungsschreiben individuell verfassen kannst, solltest du dich vorab genau mit dem jeweiligen Unternehmen sowie den Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle befassen.
Im Anschreiben stellst du deine wichtigsten Kenntnisse und Fähigkeiten heraus – hebe besonders deine Führungserfahrung, technische Kompetenz und Praxisprojekte hervor. Der tabellarische Lebenslauf nennt Schulausbildung, Berufsausbildung und beruflichen Werdegang. Fremdsprachenkenntnisse sowie relevante Hobbys sind ebenfalls interessant; ein Teamsport zeigt Teamfähigkeit. Ein Praktikum oder Referenzprojekte auf der Baustelle können die Bewerbung zusätzlich stärken. Der HTTP-Link zum Bewerbungstipp wurde auf HTTPS aktualisiert.
Zukunft und Trends für den Beruf Polier/in
Das Bauhauptgewerbe ist trotz konjunktureller Schwankungen ein beschäftigungsstarker Sektor: 2023 waren rund 928.000 Personen im deutschen Bauhauptgewerbe tätig, nach kontinuierlichem Wachstum über die Vorjahre. Insgesamt zählte das gesamte Baugewerbe (inkl. Ausbaugewerbe) 2023 rund 2,65 Millionen Erwerbstätige.
Quellen: Statista / Statistisches Bundesamt, Beschäftigte im Bauhauptgewerbe 2023 (Stand Juli 2024); Statistisches Bundesamt, Erwerbstätige im Baugewerbe 2023.
Versierte Führungskräfte wie geprüfte Poliere und Polierinnen werden nach wie vor händeringend gesucht, da der Fachkräftemangel die Nachfrage nach qualifiziertem Baustellenpersonal hoch hält. Laut Bundesagentur für Arbeit erreichte die Zahl offener Stellen im Baugewerbe 2022 einen Höchstwert von rund 57.000 und lag 2023 trotz leichtem Rückgang auf ca. 51.000 – immer noch deutlich über dem Vorkrisenniveau.
Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Blickpunkt Arbeitsmarkt Bauwirtschaft, August 2024.
Wichtige Karriereziele nach der Weiterbildung sind Bauleiter/in, Montageleiter/in, Ausbilder/in, Teamleiter/in oder Bauabrechner/in. Auch nach der Weiterbildung solltest du deine Kenntnisse durch Anpassungsweiterbildungen in Bereichen wie Baustellenleitung, Vermessungstechnik, digitalem Bauen (BIM – Building Information Modeling), Qualitätsmanagement oder Arbeitssicherheit regelmäßig auffrischen. Mögliche Spezialisierungsfelder im Hochbau sind Mauerwerksbau, Fassadenbau und Beton- und Stahlbau; im Tiefbau Straßenbau, Kanalbau und -betrieb sowie Rohrleitungsbau.
Mit einer Aufstiegsweiterbildung zum/zur Technischen Betriebswirt/in eröffnen sich weitere Karrieremöglichkeiten. Deine Weiterbildung zum/zur Polier/in befähigt dich zudem auch ohne Hochschulzugangsberechtigung zur Aufnahme eines Studiums, etwa in Architektur oder Bauingenieurwesen.
Beschäftigte im Bauhauptgewerbe in Deutschland 2010–2025
Tätige Personen im Bauhauptgewerbe (Betriebe ab 20 Beschäftigte), Deutschland
Prognose/Schätzung 2024–2025
Quellen: Statistisches Bundesamt / Statista: Beschäftigte im Bauhauptgewerbe Deutschland 2023: ca. 928.000 Personen (Statista-Code 5734, Stand Juli 2024; Hauptverband der Deutschen Bauindustrie). Bundesagentur für Arbeit, Blickpunkt Arbeitsmarkt Bauwirtschaft August 2024: ca. 51.000 offene Stellen im Baugewerbe 2023. Bauwirtschaft im Zahlenbild 2023 (Hauptverband der Deutschen Bauindustrie / vfa): Umsatz Bauhauptgewerbe 2022: 160,3 Mrd. Euro. Hinweis: Die Zeitreihe bezieht sich auf Betriebe des Bauhauptgewerbes mit 20 und mehr Beschäftigten (Berichtskreis); der absolute Gesamtwert inkl. kleinerer Betriebe liegt höher. Werte für 2010–2014, 2016–2018, 2020–2021, 2024–2025 interpoliert/geschätzt auf Basis der verfügbaren Datenpunkte. Alle Angaben gerundet und ohne Gewähr. Stand: April 2025.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Weiterbildung Polier/in
Was verdient man als geprüfte/r Polier/in?
Das Gehalt als geprüfter Polier bzw. geprüfte Polierin ist deutlich höher als das eines einfachen Bauarbeiters. Das Durchschnittseinstiegsgehalt nach der Weiterbildung liegt laut jobted (Stand 2025) bei rund 57.000 Euro jährlich (ca. 4.750 Euro/Monat). Glassdoor (Stand November 2025) ermittelt für Poliere Hochbau eine typische Gehaltsspanne von ca. 59.757 bis 75.242 Euro jährlich (4.980–6.270 Euro/Monat) mit einem Durchschnitt von rund 66.000 Euro. meingehalt.net (2026/2027) nennt für Poliere im Hochbau einen Durchschnitt von 57.384 Euro jährlich. Bei tarifgebundenen Unternehmen (Tarifvertrag Bauhauptgewerbe, neu ab Mai 2024) sind je nach Erfahrungsstufe und Region 4.400 bis 5.000 Euro monatlich brutto realistisch; in Großkonzernen oder als Oberpolier ist auch deutlich mehr möglich. Einflussfaktoren: Bundesland (Hamburg zahlt deutlich mehr als Berlin), Unternehmensgröße, Erfahrung und konkrete Aufgaben. Quellen: jobted, Polier Gehalt 2025; Glassdoor, Polier Hochbau Deutschland November 2025; meingehalt.net, Polier/in Hochbau 2026/2027; baublog.brz.eu, Tarif Bauhauptgewerbe 2024.
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Weiterbildung zum/zur Polier/in?
Für den Zugang zur Weiterbildung zum/zur Polier/in (Hochbau oder Tiefbau) gelten folgende Regelwege: (1) Standardweg: Abgeschlossene Berufsausbildung im Bauhauptgewerbe (z. B. Maurer/in, Beton- und Stahlbetonbauer/in, Straßenbauer/in, Brunnenbauer/in, Spezialtiefbauer/in) plus mindestens 5 Jahre einschlägige Berufserfahrung. (2) Alternativer Weg: Abgeschlossene Ausbildung in einem anderen handwerklichen oder gewerblich-technischen Beruf plus mindestens 6 Jahre einschlägige Berufserfahrung im Baubereich. (3) Ohne Berufsabschluss: Mindestens 6 Jahre einschlägige Berufserfahrung in der Baubranche genügen ebenfalls als Zugangsvoraussetzung. Die Weiterbildung umfasst je nach Anbieter 410 bis 600+ Stunden in Vollzeit, Teilzeit oder als Fernunterricht und wird von Bildungszentren, Handwerkskammern und IHKs angeboten. Quellen: gehaltsvergleich.com, Polier/-in; gehalt.de, Polier/-in; Tarifvertrag Baugewerbe.
Welche Karrieremöglichkeiten hat man nach der Weiterbildung zum/zur Polier/in?
Die Weiterbildung zum/zur Polier/in eröffnet vielfältige Karrierewege in der Baubranche: (1) Direkter Aufstieg: Bauleiter/in, Montageleiter/in, Oberpolier/in, Bauabrechner/in oder Ausbilder/in für Auszubildende im Baubereich. (2) Spezialisierung: Durch Anpassungsweiterbildungen in Baustellenleitung, BIM (Building Information Modeling), Vermessungstechnik oder Qualitätsmanagement lassen sich Fachgebiete vertiefen. (3) Aufstiegsweiterbildung: Die Weiterbildung zum/zur Technischen Betriebswirt/in öffnet betriebswirtschaftliche Führungspositionen. (4) Studium: Die Weiterbildung zum/zur Polier/in gilt als gleichwertiger Zugang zur Hochschule – ohne Abitur können Studiengänge wie Bauingenieurwesen oder Architektur aufgenommen werden. Dies bietet Karrieremöglichkeiten in Planung, Projektleitung und Unternehmensführung. (5) Selbstständigkeit: Erfahrene Poliere gründen oft eigene Bau- oder Beratungsunternehmen. Quellen: gehaltsvergleich.com, Polier/-in; gehalt.de, Polier/-in; baublog.brz.eu, Tarif Bauhauptgewerbe 2024.
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