Ausbildung zum/r Elektroniker/in Automatisierungstechnik (Handwerk)

Elektroniker/innen der Fachrichtung Automatisierungstechnik (Handwerk) planen, programmieren, testen und installieren rechnergesteuerte Regelungssysteme. Dabei kann es sich beispielsweise um Produktionsautomaten, Werkzeugmaschinen, Gebäudetechnikanlagen oder Verkehrsleitsysteme handeln.

Vor der eigentlichen Programmierung steht eine umfassende Analyse der Funktionszusammenhänge an. Auf dieser Grundlage werden Software, Gerätekomponenten, Netzwerke und Bussysteme konfiguriert. Durch diese gezielte Anpassung an die jeweiligen Anforderungen des Systems sorgen Elektroniker/innen der Fachrichtung Automatisierungstechnik dafür, dass sämtliche Sensoren und Steuerungen zuverlässig funktionieren. Die Anlagen können dabei elektrisch, pneumatisch oder hydraulisch angetrieben sein.

Nach der erfolgreichen Programmierung einer Anlage gehört das Durchführen einer Testphase ebenso zum Berufsbild wie die Einweisung von Anwendern in die Bedienung. Auch im Störungsfall greifen Elektroniker/innen der Automatisierungstechnik ein: Sie suchen systematisch nach der Ursache und beheben diese anschließend.

Darüber hinaus gehören die Kundenberatung, regelmäßige Wartungsarbeiten und das Prüfen der Sicherheits- und Schutzmaßnahmen zu den alltäglichen Aufgaben. In der Regel arbeiten Elektroniker/innen der Fachrichtung Automatisierungstechnik bei Herstellern von industriellen Prozesssteuerungseinrichtungen oder in Elektroinstallationsbetrieben.

Gehalt als Elektroniker/in für Automatisierungstechnik (Handwerk)

Die Verdienstmöglichkeiten als Elektroniker/in der Automatisierungstechnik (Handwerk) fallen deutschlandweit unterschiedlich aus und können von Bundesland zu Bundesland sowie von Stadt zu Stadt stark variieren. Berufserfahrung, Qualifikationen, Aus- und Weiterbildungen sowie besondere Verantwortung haben zudem einen erheblichen Einfluss auf das Gehalt.

Das durchschnittliche Jahresgehalt liegt bei rund 40.800 bis 48.000 Euro brutto, was einem monatlichen Bruttoverdienst von etwa 3.400 bis 4.000 Euro entspricht. Berufseinsteiger können mit einem Einstiegsgehalt ab circa 3.200 Euro brutto monatlich rechnen, während erfahrene Fachkräfte deutlich mehr verdienen. In den südlichen Bundesländern wie Baden-Württemberg und Bayern werden in der Regel die höchsten Gehälter gezahlt.

Betriebe, die nicht tarifgebunden vergüten, orientieren sich in der Regel an den tariflich festgesetzten Summen. Der Branchenmindestlohn im Elektrohandwerk liegt seit Januar 2026 bei 14,93 Euro pro Stunde.

Die Ausbildung: Elektroniker/in für Automatisierungstechnik (Handwerk)

Die Ausbildung nimmt insgesamt 3,5 Jahre in Anspruch. Sie wird dual, also an einer Berufsschule und in einem Ausbildungsbetrieb, durchgeführt und gliedert sich in vier Ausbildungsjahre.

In der Berufsschule werden in den ersten beiden Jahren theoretische Inhalte vermittelt, etwa die Analyse elektrotechnischer Systeme, die Planung und Ausführung elektrischer Installationen oder die Programmierung einer Anlagensteuerung. Im Betrieb geht es praxisorientierter zu: Hier wird unter anderem das Montieren, Installieren, Messen und Analysieren direkt am Objekt geübt. Auch das Planen und Organisieren der eigenen Arbeit, die Bewertung der Arbeitsergebnisse sowie die Beratung und Betreuung von Kunden werden geschult.

Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres steht der erste Teil der Gesellenprüfung an. Wird diese gemeistert, folgen das dritte und vierte Lehrjahr. In diesem Abschnitt werden sowohl im Betrieb als auch in der Berufsschule vor allem die vorhandenen Kenntnisse vertieft und durch spezifisches Fachwissen erweitert. Etwa zur Mitte des vierten Ausbildungsjahres wird der zweite Teil der Gesellenprüfung abgelegt.

Sicherlich fragst du dich auch, wie der Verdienst während der Ausbildung aussieht. Die beispielhafte Vergütung im Elektrohandwerk, die je nach Tarifgebiet und Betrieb etwas abweichen kann, entnimmst du dieser Auflistung:

1. Ausbildungsjahr:
800 bis 1.000 Euro brutto
2. Ausbildungsjahr:
850 bis 1.050 Euro brutto
3. Ausbildungsjahr:
900 bis 1.150 Euro brutto
4. Ausbildungsjahr:
950 bis 1.250 Euro brutto

Voraussetzungen und Eigenschaften

Interessierst du dich für den Beruf des/der Elektronikers/Elektronikerin der Fachrichtung Automatisierungstechnik, ist es hilfreich, bereits ein grundlegendes handwerkliches Geschick und Verständnis für technische Abläufe mitzubringen. Sorgfältiges Arbeiten sollte für dich darüber hinaus selbstverständlich sein. Auch ein hohes Maß an Flexibilität ist wichtig, denn im Beruf wirst du häufig mit wechselnden Arbeitssituationen und -umfeldern zu tun haben, in denen du jederzeit präzise Arbeit leisten können musst.

Betriebe achten bei deiner Bewerbung insbesondere auf deine Noten in den Fächern Mathematik, Physik sowie Werken bzw. Technik. Hier sind gute Leistungen wichtig, denn du wirst diese Kenntnisse in deinem späteren Berufsalltag regelmäßig benötigen.

So sind beispielsweise häufig Berechnungen erforderlich, wenn du Widerstände, Kapazitäten oder Ströme ermitteln möchtest. Physikalische Grundkenntnisse helfen dir, den Aufbau und die Funktionsweise von Maschinen und Bauteilen zu verstehen. Ein gutes Können in Werken oder im Technikunterricht ist von Vorteil, da du in dem Fall bereits Erfahrungen mit technischen Zeichnungen oder handwerkliche Expertise mitbringst.

Bewerbung als Elektroniker/in für Automatisierungstechnik (Handwerk)

Stellenausschreibungen finden sich heutzutage vor allem auf verschiedenen Jobbörsen im Internet. Auch bei der Agentur für Arbeit kannst du dich über vakante Ausbildungsplätze informieren. Darüber hinaus lohnt sich ein Blick auf die Webseiten der Handwerkskammern und regionaler Elektroinnungen.

Je nach Betrieb wird eine klassische Bewerbung oder das Ausfüllen eines Onlineformulars von dir verlangt. In jedem Fall ist es ratsam, einen tabellarischen Lebenslauf und ein individuell auf das Unternehmen zugeschnittenes Anschreiben mitzusenden. Auch bei Onlineformularen hast du häufig die Möglichkeit, deine Unterlagen als PDF-Datei hochzuladen.

Achte in deinem Bewerbungsschreiben darauf, dich persönlich mit dem angeschriebenen Unternehmen auseinanderzusetzen. Personalverantwortliche merken schnell, wenn du lediglich ein allgemeines Schreiben an mehrere Arbeitgeber versendet hast. Das wirkt nicht besonders ambitioniert und hält Unternehmen eher davon ab, dich zu einem Gespräch einzuladen.

Tipp: Falls du die Möglichkeit hast, die Bewerbung persönlich im Betrieb abzugeben, hinterlässt das häufig einen engagierten und positiven Eindruck.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks!

Zukunft und Trends

Als Elektroniker/in der Fachrichtung Automatisierungstechnik (Handwerk) hast du bereits während der Ausbildung die Möglichkeit, bestimmte Zusatzqualifikationen zu erwerben. Diese helfen dir beim späteren Berufseinstieg, da du dich von Mitbewerbern durch besondere Fähigkeiten abheben kannst.

Durch die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung betrieblicher Abläufe sind Elektroniker/innen nach wie vor stark gefragt. Themen wie Industrie 4.0, das Internet der Dinge (IoT) und intelligente Gebäudetechnik (Smart Building) eröffnen stetig neue berufliche Perspektiven.

Auch die additive Fertigung (3-D-Druck) bietet zunehmend Chancen für Fachkräfte der Automatisierungstechnik. Es ist ratsam, diese Entwicklungen genau zu beobachten und sich mit den entsprechenden Qualifikationen vertraut zu machen, um am Arbeitsmarkt wettbewerbsfähig zu bleiben. Darüber hinaus bieten Weiterbildungen zum Meister, Techniker oder ein anschließendes Studium der Elektrotechnik hervorragende Aufstiegschancen.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert die Ausbildung zum Elektroniker für Automatisierungstechnik im Handwerk?

Die duale Ausbildung dauert 3,5 Jahre und gliedert sich in vier Ausbildungsjahre. Sie umfasst sowohl den theoretischen Unterricht an der Berufsschule als auch die praktische Ausbildung im Betrieb. Am Ende des zweiten Jahres wird der erste Teil der Gesellenprüfung abgelegt, der zweite Teil folgt etwa zur Mitte des vierten Ausbildungsjahres.

Wie viel verdient ein Elektroniker für Automatisierungstechnik (Handwerk)?

Das durchschnittliche Bruttogehalt liegt zwischen 3.400 und 4.000 Euro monatlich. Berufseinsteiger starten mit circa 3.200 Euro brutto, während erfahrene Fachkräfte deutlich mehr verdienen können. Das Gehalt variiert je nach Region, Betriebsgröße und Tarifbindung. Während der Ausbildung liegt die Vergütung zwischen etwa 800 und 1.250 Euro brutto monatlich.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?

Nach der Ausbildung stehen verschiedene Karrierewege offen: Die Weiterbildung zum Elektrotechnikermeister, eine Qualifikation als Staatlich geprüfter Techniker der Fachrichtung Elektrotechnik oder ein Studium im Bereich Elektrotechnik bzw. Automatisierungstechnik. Zusatzqualifikationen in Bereichen wie Industrie 4.0, IoT oder Smart Building verbessern die beruflichen Perspektiven zusätzlich.

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