Du reitest gerne und verbringst deine freie Zeit überwiegend im Reitstall? Dann ist vielleicht eine Ausbildung zum/zur Pferdewirt/in ideal. Täglich pflegst und fütterst du die Pferde und kümmerst dich – je nach gewählter Fachrichtung – um Zucht und Ausbildung, bereitest sie auf Turniere oder Rennen vor oder bist im Bereich der Reitausbildung tätig.
Bei der Ausbildung als Pferdewirt/in entscheidest du dich für eine bestimmte Fachrichtung, die deinen späteren Berufsweg maßgeblich mitbestimmt. Pferdewirtinnen und Pferdewirte sind überwiegend in folgenden Betrieben tätig: Reitschulen und Reitvereinen, Rehabilitationseinrichtungen für Sportpferde, Pferderennställen und Trainingsbetrieben, Pferdepensionsbetrieben, Pferdezucht- und -ausbildungsbetrieben sowie Deckstationen und Hengstdepots.
Welche Tätigkeitsfelder im Vordergrund stehen, hängt in erster Linie vom Schwerpunkt der Ausbildung ab. Je nach fachlicher Ausrichtung gehören zusätzlich zu Pflege, Fütterung und Gesundheitscheck noch weitere Bereiche dazu: die Planung von Trainingszeiten, die Grundausbildung von Jungtieren oder die Bewertung der Tiere nach Zuchtkriterien.
Gehalt als Pferdewirt/Pferdewirtin
Das Gehalt als Pferdewirt/in gehört zu den niedrigeren im Vergleich zu anderen Ausbildungsberufen. Die genaue Verdiensthöhe wird von Region, Fachrichtung, Qualifikation, Betriebsgröße und Berufserfahrung bestimmt. Als Berufseinsteiger/in liegt das Gehalt eher im unteren Bereich und steigt erst mit der Zeit an.
Einstiegsgehalt: Laut aubi-plus.de liegt das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung bei ca. 2.350 Euro monatlich. StepStone (2025/2026) nennt ein Einstiegsgehalt von rund 30.000 Euro jährlich (ca. 2.500 Euro/Monat). Indeed (Stand August 2025) gibt einen Durchschnittsverdienst von 2.547 Euro monatlich an. mystipendium.de schätzt den Berufseinstieg auf ca. 2.200 Euro monatlich (im Bereich des Mindestlohns), je nach Region und Betriebsgröße.
Durchschnittsgehalt: StepStone (2025/2026) ermittelt ein Durchschnittsgehalt von rund 35.500 Euro jährlich (2.958 Euro/Monat), mit einer Spanne von 29.900 bis 44.800 Euro jährlich. Laut Indeed (August 2025) verdienen Pferdewirtinnen und Pferdewirte in kleineren Betrieben (bis 100 MA) durchschnittlich 2.475 Euro, in Betrieben ab 20.000 MA bis 2.729 Euro monatlich. Regional führen Baden-Württemberg und Hessen (je ca. 2.650–2.670 Euro/Monat laut Indeed), Berlin zahlt laut einstieg.com sogar bis zu 3.150 Euro monatlich.
Mit einer Weiterbildung zum/zur Pferdewirtschaftsmeister/in sind laut steuerklassen.com bis zu 3.800 Euro monatlich erreichbar. Im Bereich der öffentlichen Verwaltung greift eine tarifliche Vergütung; das monatliche Einkommen liegt nach den alten Angaben bei rund 2.250 bis 2.300 Euro – dieser Wert ist jedoch durch den allgemeinen Gehaltstrend nach oben zu korrigieren. In den Bereichen Pferdezucht und Pferderennen fällt das Gehalt tendenziell höher aus als in der allgemeinen Pferdehaltung.
Quellen: StepStone, Pferdewirt/in 2025/2026; Indeed, Pferdewirt/in Deutschland (Stand August 2025); aubi-plus.de, Pferdewirt/in; mystipendium.de, Pferdewirt Gehalt (Januar 2025); steuerklassen.com, Pferdepfleger Gehalt; einstieg.com, Pferdewirt/in Gehalt (Datenbasis BIBB/BA).
Ausbildung als Pferdewirt/Pferdewirtin
Der Beruf Pferdewirt/in ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf mit einer Ausbildungsdauer von drei Jahren. Die duale Ausbildung erfolgt parallel in Berufsschule und Ausbildungsbetrieb. Bundesweit stehen rund 1.500 Ausbildungsbetriebe zur Auswahl. Vor Ausbildungsbeginn musst du dich für eine der fünf Fachrichtungen entscheiden: klassische Reitausbildung, Spezialreitwesen, Pferdehaltung und Service, Pferdezucht oder Pferderennen. Unter bestimmten Voraussetzungen (z. B. absolviertes Berufsgrundschuljahr Landwirtschaft oder Fachhochschulreife) kann die Ausbildungszeit auf zwei Jahre verkürzt werden.
Unabhängig von der gewählten Fachrichtung gehören zu den schulischen Ausbildungsinhalten allgemeine Fachkenntnisse wie Pflege und Ernährung der Pferde, Verhaltensweisen der Tiere, Gesundheitscheck und Notfallmedizin. Fächer wie Deutsch und Sozialkunde stehen ebenfalls auf dem Lehrplan. Im Betrieb wendest du die theoretischen Kenntnisse an und lernst den richtigen Umgang mit den Pferden sowie die korrekte Anwendung von Hilfsmitteln und Ausrüstung. Relevante Themen sind außerdem Umweltschutz, Organisation im Betrieb und gesetzliche Vorschriften.
Je nach Fachrichtung erwirbst du spezielle Kenntnisse: Organisation von Trainingszeiten, spezielle Reittechniken oder Analyse von Renneinsätzen. Zum Ende des 2. Ausbildungsjahres absolvierst du eine Zwischenprüfung, die Abschlussprüfung (Gesellenprüfung) findet zum Ende des 3. Ausbildungsjahres statt.
Aktuelle Ausbildungsvergütung (Stand 2025): Ohne Tarifvertrag gilt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG als gesetzliche Untergrenze. Laut ausbildung.de sind bei tariflicher Vergütung im Bereich Landwirtschaft folgende Sätze realistisch: 1. Lehrjahr 724–900 Euro, 2. Lehrjahr 854–1.050 Euro, 3. Lehrjahr 977–1.150 Euro. mystipendium.de (2025) nennt als tariflich orientierte Vergütung 682–921 Euro monatlich. Die tatsächliche Vergütung variiert je nach Betrieb und Region teils erheblich; in Nordrhein-Westfalen sind laut einstieg.com (Datenbasis BIBB/BA) bis zu 1.085 Euro monatlich möglich, in anderen Bundesländern auch deutlich weniger. Quelle: ausbildung.de, Pferdewirt; mystipendium.de, Pferdewirt Gehalt 2025; BBiG § 17.
Hinweis zu den Boxwerten: Die obigen Vergütungsangaben sind ältere Richtwerte. Aktuelle Mindest- und Tarifwerte gemäß BBiG liegen teils höher (s. o.).
Voraussetzungen als Pferdewirt/in
Für die Ausbildung zum/zur Pferdewirt/in benötigst du einen Schulabschluss; die meisten Betriebe stellen Bewerberinnen und Bewerber mit Realschulabschluss oder Abitur ein. Vorerfahrungen im Umgang mit Pferden sowie reiterliches Können sind wichtige Kriterien – einschlägige Vorerfahrungen sind für eine erfolgreiche Ausbildung in diesem Beruf unverzichtbar. Ein Praktikum auf einem Reiterhof oder in einem Pferdebetrieb vor der Bewerbung ist sehr empfehlenswert.
Neben Gefühl und Verständnis für die Belange der Tiere ist pädagogisches Geschick für den täglichen Umgang mit Reitschülerinnen und -schülern unumgänglich. Verantwortungsbewusstsein, Einfühlungsvermögen sowie ein ruhiges und ausgeglichenes Wesen sind ebenfalls wichtig. Du solltest zudem kein Problem mit Stress und langen Arbeitstagen haben, denn ein Achtstundentag ist in diesem Beruf eher die Ausnahme als die Regel. Körperliche Fitness und eine gute Konstitution sind unerlässlich, da zu den täglichen Aufgaben Pferde verladen, Kontrolle der Hufe und Reinigung der Boxen gehören. Der Beruf ist mit einem hohen Frauenanteil geprägt: Rund 88 Prozent der Auszubildenden zum Pferdewirt bzw. zur Pferdewirtin waren 2024 weiblich (BMEL-Statistik, 2024).
Bewerbung als Pferdewirt/Pferdewirtin
Du kannst deine Bewerbung in schriftlicher Form verfassen oder online an das betreffende Unternehmen senden. Zu den gängigen Bewerbungsunterlagen zählen das Bewerbungsanschreiben, der tabellarische Lebenslauf, ein Bewerbungsfoto und relevante Zeugniskopien. Erworbene Reitabzeichen (z. B. Deutsche Reiterpass, Reitabzeichen 5 bis 1) solltest du unbedingt in der Bewerbung nachweisen – sie sind in diesem Beruf ein klares Qualitätssignal.
Achte darauf, dass deine Unterlagen absolut fehlerfrei sind. Im Anschreiben schilderst du deine Motivation für diesen Beruf und überzeugst mit deinen Kenntnissen und Fähigkeiten. Im Lebenslauf listest du deinen bisherigen Werdegang auf und führst zudem relevante Hobbys, Praktika, Nebenjobs und Fremdsprachenkenntnisse auf – Letztere sind besonders relevant, wenn du dich bei einem großen Gestüt mit internationalem Austausch bewirbst.
Der persönliche Kontakt wird in der Pferdewirtschaft sehr positiv angesehen: Eine telefonische Nachfrage oder die persönliche Übergabe der Bewerbungsunterlagen direkt im Betrieb kann den Unterschied machen.
Trends und Perspektiven für Pferdewirtinnen und Pferdewirte
Die Berufsaussichten für ausgebildete Pferdewirtinnen und Pferdewirte sind langfristig positiv. In Deutschland gibt es rund 1,3 Millionen Pferde und Ponys sowie über 10.000 Unternehmen, die direkt oder indirekt an der Pferdebranche beteiligt sind. Die Pferdewirtschaft setzt jährlich rund 6,7 Milliarden Euro um, davon fast 40 % auf die Pferdehaltung (mystipendium.de, 2025). Der Freizeit- und Hobbypferdebereich wächst weiter, Reitschulen und Pensionsbetriebe suchen kontinuierlich gut ausgebildetes Fachpersonal.
Wie in unzähligen Berufen macht sich auch hier der demografische Wandel bemerkbar – die Beschaffung qualifizierter Nachwuchskräfte wird für Betriebe herausfordernder. Ausgebildete Pferdewirtinnen und Pferdewirte profitieren langfristig von stabilen Berufsaussichten. Mit einer Aufstiegsweiterbildung – etwa zum/zur Pferdewirtschaftsmeister/in (Dauer ca. zwei Jahre), als Fachagrarwirt/in oder als Techniker/in Agrartechnik – verbesserst du deine Karrierechancen und kannst Leitungsfunktionen und Ausbildungsaufgaben übernehmen.
Unter bestimmten Voraussetzungen kannst du ein Studium aufnehmen: mögliche Studienfächer sind Pferdewirtschaft, Pferdewissenschaften, Tierwissenschaft, Tiermedizin oder Agrarwissenschaft. Damit eröffnen sich Karrieremöglichkeiten in der Pferdezucht, in der Tiermedizin oder als Sachverständige/r.
Auszubildende Pferdewirt/in in Deutschland 2010–2025
Auszubildende Pferdewirt/in (alle Fachrichtungen), Deutschland
Prognose/Schätzung 2023–2025
Quellen: Statistisches Bundesamt / Statista: Anzahl der Auszubildenden in der Pferdewirtschaft in Deutschland nach Ausbildungsberufen 2012–2022 (Statista-Code 323793, Stand August 2023); Fachrichtung Klassische Reitausbildung 2022: 444 Auszubildende. BMEL-Statistik, Ausbildungsberufe in der Landwirtschaft 2024: Frauenanteil Pferdewirt/in ca. 88 %. mystipendium.de (2025): ca. 1.500 Ausbildungsbetriebe bundesweit. Hinweis: Die dargestellte Zeitreihe umfasst alle 5 Fachrichtungen der Pferdewirtschafts-Ausbildung zusammen; Einzeljahreswerte für frühere Jahre sind Schätzungen auf Basis der verfügbaren Datenpunkte. Der Rückgang der Azubi-Zahlen reflektiert den allgemeinen Trend im Berufsfeld Landwirtschaft. Werte für einzelne Jahre interpoliert/geschätzt. Alle Angaben gerundet und ohne Gewähr. Stand: April 2025.
Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Ausbildung als Pferdewirt/in
Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung als Pferdewirt/in?
Die Ausbildungsvergütung als Pferdewirt/in ist nicht bundeseinheitlich tariflich geregelt und variiert je nach Betrieb, Bundesland und eventuell angewandtem Tarifvertrag erheblich. Als gesetzliche Untergrenze gilt die Mindestausbildungsvergütung nach § 17 BBiG. Ohne Tarifvertrag liegt die Vergütung laut ausbildung.de (Stand 2025) bei: 1. Lehrjahr 724–900 Euro, 2. Lehrjahr 854–1.050 Euro, 3. Lehrjahr 977–1.150 Euro monatlich. mystipendium.de (2025) nennt tariflich orientiert ca. 682–921 Euro monatlich. Ältere Richtwerte (500–800 Euro laut Originaltext) gelten heute als überholt. In Nordrhein-Westfalen sind laut einstieg.com (Datenbasis BIBB/BA) bis zu 1.085 Euro im Monat möglich, in anderen Ländern teils deutlich weniger. Überstunden – die in diesem Beruf häufig anfallen – sind entweder durch Freizeitausgleich oder Lohnzuschlag zu vergüten. Quellen: ausbildung.de; mystipendium.de, Pferdewirt Gehalt 2025; BBiG § 17; einstieg.com (BIBB/BA-Datenbasis).
Was verdient man nach der Ausbildung als Pferdewirt/in?
Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt je nach Quelle bei ca. 2.200 bis 2.500 Euro brutto monatlich. StepStone (2025/2026) gibt ein Durchschnittsgehalt von rund 35.500 Euro jährlich (2.958 Euro/Monat) an, mit einer Spanne von 29.900 bis 44.800 Euro. Indeed (August 2025) nennt einen Durchschnittsverdienst von 2.547 Euro monatlich. Regional zahlt Berlin laut einstieg.com bis zu 3.150 Euro, Sachsen ist mit ca. 1.900 Euro Schlusslicht. Große Betriebe (ab 20.000 MA) zahlen laut Indeed bis zu 2.729 Euro im Schnitt. Mit Meistertitel (Pferdewirtschaftsmeister/in) sind bis zu 3.800 Euro monatlich möglich. In den Bereichen Pferdezucht und Pferderennen liegt das Gehalt tendenziell höher als in der Pferdehaltung. Quellen: StepStone 2025/2026; Indeed, August 2025; steuerklassen.com; einstieg.com (BIBB/BA-Datenbasis).
Welche Weiterbildungen und Karrierewege gibt es für Pferdewirtinnen und Pferdewirte?
Nach der Ausbildung stehen mehrere attraktive Karrierewege offen: (1) Pferdewirtschaftsmeister/in: Die klassische Aufstiegsfortbildung im Handwerk; dauert ca. zwei Jahre, kostet rund 10.000 Euro (Gebühren, Unterkunft, Transport) und ermöglicht Leitungsfunktionen sowie die Ausbildung von Nachwuchs. Der Meistertitel verbessert das Gehalt deutlich auf bis zu 3.800 Euro monatlich. (2) Fachagrarwirt/in: Dreijährige Fortbildung mit Schwerpunkten in Tierbeobachtung, Tiergesundheit, Haltung, Fütterung und Reproduktion. (3) Techniker/in Agrartechnik: Ermöglicht vertiefte technische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse. (4) Studium: Mit ausreichender Schulbildung oder Berufserfahrung sind Studiengänge wie Pferdewirtschaft (3 Jahre), Pferdewissenschaften, Agrarwirtschaft oder Tiermedizin (ca. 6 Jahre) zugänglich. Damit eröffnen sich Tätigkeiten in Pferdezucht, Tiermedizin oder als Sachverständige/r. Quellen: mystipendium.de 2025; ausbildung.de; steuerklassen.com.
Ähnliche Berufsbilder wie Pferdepfleger/in:


(2 Bewertung(en), durchschnittlich: 4,50 von 5)