Sonderpädagogin/Sonderpädagoge – Ausbildung, Studium, Beruf, Gehalt, Voraussetzungen als Förderschullehrer/in

Verfügst du über viel Einfühlungsvermögen und möchtest einen Beruf ausüben, in dem du Menschen mit gesundheitlichen Beeinträchtigungen zu einem selbstbestimmten und erfüllteren Leben verhilfst? Dann bringst du ideale Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Sonderpädagoge/in bzw. Förderschullehrer/in mit.

In diesem Beruf bist du als Lehrer/in oder Erzieher/in in Schulen oder Einrichtungen tätig, die Schülerinnen und Schüler mit Beeinträchtigungen dabei unterstützen, ihren Schulabschluss zu erwerben. Du förderst sie individuell entsprechend ihrem Förderbedarf und übernimmst dabei auch betreuende Aufgaben.

Dein Aufgabenspektrum umfasst nicht nur die Wissensvermittlung, sondern auch die Unterstützung von Personen mit Seh-, Sprach- oder Hörstörungen sowie körperlichen Behinderungen oder Verhaltensstörungen. Pflegerische Aufgaben können unter Umständen ebenfalls dazugehören.

Du entwickelst sonderpädagogische Konzepte und Lehrpläne, individuelle Förderangebote sowie Erziehungshilfen und zielgruppenspezifische Bildungsangebote. Die Beratung von Betroffenen und deren Angehörigen gehört ebenfalls zu deinen Aufgaben.

Mögliche Arbeitgeber sind sonderpädagogische Tagesstätten, Förder- und Sonderschulen, Heime und Beratungseinrichtungen sowie ambulante Pflegeeinrichtungen und soziale Dienste. Dein Arbeitsort kann dabei variieren – du bist in Klassenräumen, Therapiestätten, Büros oder bei Schülerinnen und Schülern zu Hause tätig, sofern diese nur eingeschränkt mobil sind.

Gehalt als Sonderschullehrer/in

Da die Sonderpädagogik eine akademische Ausbildung voraussetzt, ist ein geregeltes Gehalt erst nach erfolgreichem Studienabschluss zu erwarten.

Arbeitest du als Lehrkraft an einer öffentlichen Förder- oder Sonderschule, gilt in der Regel der Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst der Länder (TV-L). Verbeamtete Lehrkräfte werden nach der jeweiligen Landesbesoldungsordnung vergütet, meist in der Besoldungsgruppe A 13. Angestellte Förderschullehrkräfte werden typischerweise in Entgeltgruppe E 13 TV-L eingruppiert.

Einstieg (E 13 / A 13)
ca. 3.800 – 4.400 € brutto/Monat
Mit Erfahrung (5–10 Jahre)
ca. 4.500 – 5.200 € brutto/Monat
Außerschulischer Bereich
ca. 3.000 – 3.600 € brutto/Monat

Im außerschulischen Bereich – etwa in Pflege- und Therapieeinrichtungen, sozialen Diensten oder Wohngruppen – gelten häufig andere Tarifwerke wie der TVöD SuE (Sozial- und Erziehungsdienst) oder kirchliche Tarife (AVR). Dort liegen Einstiegsgehälter realistisch bei rund 3.000 bis 3.600 Euro brutto monatlich. Mit wachsender Berufserfahrung und zusätzlichen Qualifikationen steigt die Vergütung in beiden Bereichen im Laufe der Zeit deutlich an. (Quellen: TV-L Entgelttabellen 2024/2025, Bundesbesoldungsgesetz, Bundesagentur für Arbeit – BERUFENET 2025)

Österreich: In Österreich ist das Gehalt für Förderschullehrkräfte nach Bundesland und Dienstjahren geregelt. Grundlage sind die jeweiligen Landesvertragslehrpersonengesetze sowie das Bundeslehrer-Gebührengesetz. Besondere Zulagen werden für sonderpädagogische Zusatzqualifikationen gewährt. (Quelle: Bundeskanzleramt Österreich – Gehaltsrechner öffentlicher Dienst 2025)

Schweiz: In der Schweiz variieren die Gehälter kantonal erheblich. Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen werden nach kantonalen Lohntabellen entlohnt; einen einheitlichen nationalen Tarif gibt es nicht. Auskünfte erteilen die jeweiligen kantonalen Bildungs- oder Erziehungsdirektionen. (Quelle: Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren – EDK 2025)

Ausbildung und Studium als Förderschullehrer/in bzw. Sonderschullehrer/in

Die Qualifikation in der Sonderpädagogik erfolgt über ein universitäres Lehramtsstudium mit dem Schwerpunkt Sonderpädagogik oder Förderpädagogik. Das Studium vermittelt bildungswissenschaftliche Grundlagen sowie spezialisiertes Wissen über die Bedürfnisse und Lebensumstände von Menschen mit körperlichen, geistigen oder psychischen Beeinträchtigungen.

Zu den Studieninhalten zählen unter anderem Erziehungswissenschaften, Sprachheilpädagogik, Diagnostik sowie Gehörlosen-, Seh-, Lernbehinderten- und Geistigbehindertenpädagogik. Im weiteren Studienverlauf wählst du einen fachlichen Schwerpunkt – etwa emotionale und soziale Entwicklung, Sprachförderung oder motorische und körperliche Entwicklung.

Das Studium wird an Universitäten oder Pädagogischen Hochschulen absolviert. Neben der Theorie ist ein Praxissemester oder Referendariat vorgesehen, in dem du dein Wissen praktisch anwendest. Nach sechs Semestern erwirbst du den Bachelor of Education oder Bachelor of Arts; weitere vier Semester führen zum Master of Education, der in den meisten Bundesländern Voraussetzung für den Schuldienst ist. Zusätzlich sind die Unterrichtsfächer (z. B. Mathematik, Deutsch, Kunst, Sport, Biologie, Englisch) bereits im Studium zu wählen.

Wer bereits ein anderes Lehramt studiert hat oder eine verwandte pädagogische Ausbildung mitbringt, kann in vielen Bundesländern eine berufsbegleitende Weiterqualifizierung zur Förderschullehrkraft absolvieren. Auch Quereinstiege in den Schuldienst werden angesichts des Fachkräftemangels zunehmend ermöglicht – die Regelungen unterscheiden sich je nach Bundesland. Weitere Informationen zum Hochschullehrer-Berufsbild findest du auf ulmato.de.

Wichtig: Der Bedarf an qualifizierten Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen ist in Deutschland anhaltend hoch und hat sich durch die Ausweitung inklusiver Bildungsangebote an Regelschulen nochmals verstärkt. Fachlich spezialisierte Lehrkräfte sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt.

Eigenschaften und Voraussetzungen als Förderschullehrer/in

Formale Voraussetzung für das Studium der Sonderpädagogik ist die allgemeine Hochschulreife. Da die Nachfrage nach Studienplätzen hoch ist, bestehen häufig Zulassungsbeschränkungen (Numerus Clausus). Der NC variiert je nach Hochschule und liegt bundesweit etwa zwischen 1,6 und 2,8. Einige Universitäten setzen ein vorab absolviertes Praktikum in einer pädagogischen oder sozialen Einrichtung voraus.

Mindestens ebenso bedeutsam sind die persönlichen Voraussetzungen, denn die Arbeit ist anspruchsvoll und mit großer Verantwortung verbunden. Wesentliche Eigenschaften sind:

  • Geduld und Empathie im Umgang mit Schülerinnen und Schülern mit unterschiedlichsten Beeinträchtigungen
  • Hilfsbereitschaft und Kreativität bei der Entwicklung individueller Förderangebote
  • Hohe Sozialkompetenz und Teamfähigkeit für die Zusammenarbeit mit Kolleginnen, Kollegen und Eltern
  • Belastbarkeit und Stressresistenz im pädagogischen Alltag
  • Freude an der Wissensvermittlung und am Umgang mit Menschen

Berührungsängste sollten dir fremd sein, da die körperliche Unterstützung von Schülerinnen und Schülern mit Behinderung zum Alltag gehören kann. Fundierte Kenntnisse und echtes Interesse am späteren Unterrichtsfach sind ebenfalls empfehlenswert.

Bewerbung als Sonderpädagoge/Sonderpädagogin

Die Bewerbung um einen Studienplatz in der Sonderpädagogik erfolgt schriftlich oder online über das jeweilige Hochschulbewerbungsportal und umfasst in erster Linie deine Schulzeugnisse. Sofern weitere Nachweise – etwa Praktikumsbescheinigungen oder Ausbildungszeugnisse – gefordert werden, füge diese unbedingt bei.

Für eine Arbeitsstelle gliedert sich die Bewerbung klassisch in Anschreiben, Lebenslauf und Zeugniskopien. Besonders für eine Lehrerstelle an einer Förder- oder Sonderschule ist es wichtig, ein fehlerfreies und einwandfreies Anschreiben zu verfassen. Verdeutliche darin deine Motivation und zeige auf, warum dich dieser Beruf begeistert.

Im Lebenslauf hast du die Möglichkeit, sämtliche Praxiserfahrungen aufzulisten, die dich von anderen Bewerbenden abheben – zum Beispiel ein freiwilliges soziales Jahr, Zivildienst, ehrenamtliche Tätigkeiten in sozialen Einrichtungen oder die Betreuung von Kindern mit Behinderung. Auch außerschulische Aktivitäten wie sportliche Qualifikationen oder ein Erste-Hilfe-Kurs sollten im Lebenslauf erwähnt werden.

Im Vorstellungsgespräch ist auf eine gepflegte Erscheinung zu achten. Auch wenn im späteren Berufsalltag äußere Aspekte eine geringere Rolle spielen, signalisierst du durch eine sorgfältige Wahl deiner Kleidung Motivation und Professionalität.

Viele weitere Tipps zur Bewerbung als Förderschullehrer/in!

Durch die zunehmende Inklusion an Regelschulen ist der Bedarf an qualifiziertem sonderpädagogischem Personal in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Deine potenziellen Beschäftigungsfelder haben sich entsprechend erweitert und umfassen neben Förderschulen, Pflegeeinrichtungen und sozialen Diensten auch Grundschulen, Gemeinschaftsschulen und Gymnasien.

Deine Karriereperspektiven sind vielfältig: Du kannst die Leitung eines Studienseminars übernehmen, als Fachbereichsleitung tätig werden oder die Schulleitung einer Förderschule anstreben. Wer mehr individuelle Freiheiten anstrebt, kann sich im Bereich Sprachtherapie, nachmittägliche Förderung oder mit einer eigenen Fördereinrichtung selbstständig machen. Dafür sind die rechtlichen Voraussetzungen, ein tragfähiges Netzwerk und ausreichend Startkapital erforderlich.

Auch digitale Kompetenzen gewinnen in der Sonderpädagogik an Bedeutung: Assistive Technologien, digitale Lernmittel und barrierefreie Medien sind zunehmend Teil des Unterrichtsalltags. Lehrkräfte, die sich in diesem Bereich weiterbilden, verbessern ihre Beschäftigungschancen zusätzlich.

Beschäftigte in der Sonderpädagogik / an Förderschulen in Deutschland (2010–2025)

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Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Kultusministerkonferenz (KMK) – Schüler, Klassen, Lehrkräfte und Absolventen der Schulen 2010–2024; Bundesagentur für Arbeit – Beschäftigungsstatistik 2025. Werte ab 2023 teilweise geschätzt.


Was verdient man als Förderschullehrer/in in Deutschland?

Verbeamtete Förderschullehrkräfte werden in der Regel nach Besoldungsgruppe A 13 entlohnt, was einem Brutto-Einstiegsgehalt von etwa 3.800 bis 4.400 Euro monatlich entspricht. Angestellte Lehrkräfte im Tarifbereich erhalten eine Vergütung nach Entgeltgruppe E 13 TV-L. Im außerschulischen Bereich liegen die Einstiegsgehälter nach TVöD SuE oder kirchlichen Tarifen häufig zwischen 3.000 und 3.600 Euro brutto im Monat. Mit Berufserfahrung und Beförderungen kann das Gehalt auf bis zu 5.200 Euro und mehr steigen. (Quellen: TV-L Entgelttabellen 2024/2025, Bundesbesoldungsgesetz)

Wie lange dauert das Studium zur Förderschullehrerin bzw. zum Förderschullehrer?

Das Studium umfasst in der Regel zehn Semester: sechs Semester bis zum Bachelor of Education (oder Bachelor of Arts) und weitere vier Semester bis zum Master of Education. Anschließend folgt in den meisten Bundesländern ein Referendariat von 18 bis 24 Monaten, das mit dem Staatsexamen oder dem Vorbereitungsdienstzeugnis abgeschlossen wird. Die Gesamtausbildungszeit bis zur vollständigen Unterrichtsbefähigung beträgt damit in der Regel mindestens sieben Jahre.

Welche Berufsaussichten haben Sonderpädagoginnen und Sonderpädagogen?

Die Berufsaussichten sind ausgesprochen gut. Aufgrund des bundesweiten Lehrkräftemangels und der gesetzlich verankerten Inklusion an Regelschulen werden qualifizierte Förderschullehrkräfte dringend gesucht. Laut Kultusministerkonferenz (KMK) wird der Bedarf an sonderpädagogischen Lehrkräften bis mindestens 2035 deutlich über dem verfügbaren Angebot liegen. Beschäftigungsmöglichkeiten bestehen nicht nur an Förderschulen, sondern auch an Regelschulen, in der Frühförderung, in Beratungsstellen und im sozialen Dienst. (Quellen: KMK-Lehrerbedarfsprognose 2024, Bundesagentur für Arbeit – BERUFENET 2025)


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