Studium und Ausbildung zum Ingenieur/in

Der Ingenieurberuf gehört zu den gefragtesten und vielseitigsten Berufsfeldern in Deutschland. Gleichzeitig zeigt der Arbeitsmarkt für Ingenieure ein differenziertes Bild: Während der strukturelle Fachkräftemangel in Bereichen wie Bau, Energie- und Elektrotechnik anhält, sorgt die konjunkturelle Lage aktuell für eine gewisse Abkühlung. Wer eine Karriere als Ingenieur/in plant, sollte sich daher über die Chancen und Risiken verschiedener Fachrichtungen gut informieren.

Die Berufswahl allein nach aktuellen Markttrends auszurichten ist selten der beste Weg, denn der Arbeitsmarkt ist konjunkturabhängig. Das zeigt die Geschichte: Vor einigen Jahrzehnten mussten sich manche Ingenieure noch mit der Jobsuche im Ausland oder mit Arbeitslosigkeit auseinandersetzen – heute sind gut qualifizierte Fachkräfte in vielen Bereichen wieder sehr gefragt.

In Deutschland sind laut aktuellen Statistiken rund 750.000 Studierende in ingenieurwissenschaftlichen Fächern eingeschrieben – Tendenz leicht sinkend. Die meisten davon in den Bereichen Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik. Laut dem Verein Deutscher Ingenieure (VDI) liegt das größte Zukunftspotenzial vor allem in den Bereichen Digitalisierung, Energiewende, Künstliche Intelligenz und Infrastruktur.

Ein wichtiges Thema bleibt der Frauenanteil: Trotz wachsender Bemühungen von Politik, Hochschulen und Unternehmen ist er im Ingenieurwesen nach wie vor vergleichsweise gering. Dabei zeigen Studien, dass Ingenieurinnen im Schnitt noch rund 5 bis 8 Prozent weniger verdienen als ihre männlichen Kollegen – ein Gender Pay Gap, der sich langsam verringert, aber weiterhin besteht.

Gehalt als Ingenieur/in – Einstiegsgehalt und Karriereverlauf

Das Gehalt als Ingenieur/in variiert je nach Fachrichtung, Branche, Abschluss, Unternehmensgröße und Region erheblich. Als grobe Orientierung gilt: Mit einem Masterabschluss steigt man im Ingenieurwesen durchschnittlich mit rund 53.300 Euro brutto jährlich ein. Die gesamte Spanne der Einstiegsgehälter für Ingenieure reicht von ca. 43.900 bis 70.000 Euro, je nach Branche und Unternehmen.

Mit zunehmender Berufserfahrung steigt das Gehalt deutlich: Nach etwa 6 bis 10 Jahren im Beruf sind Jahresgehälter von 65.000 bis über 80.000 Euro keine Seltenheit. Besonders gut bezahlt werden Ingenieure in der Automobil-, Pharma-, Chemie- und Energiebranche sowie in großen Konzernen. Dort sind Jahresgehälter von über 90.000 Euro möglich. Im Vergleich zu anderen Berufsgruppen liegen Ingenieure damit deutlich über dem Durchschnitt.

Ein weiterer Faktor ist der Hochschulabschluss: Wer mit dem Master einsteigt, verdient im Schnitt rund 5.000 Euro mehr pro Jahr als mit dem Bachelor. Promovierende starten häufig mit Gehältern ab 60.000 Euro aufwärts.

Ausbildung und Studium zum/zur Ingenieur/in

Das Ingenieurstudium zählt in Deutschland zu den anspruchsvollsten und zugleich lohnendsten Ausbildungswegen im akademischen Bereich. Wer den Weg einschlagen möchte, kann an Universitäten, Technischen Hochschulen (TH/TU), Fachhochschulen oder im Rahmen eines dualen Studiums an einer Berufsakademie studieren.

Gerade in der heutigen Zeit satteln immer mehr Menschen um oder auf und versuchen, über ein Fernstudium oder berufsbegleitendes Studium einen Ingenieurabschluss zu erlangen. Das kann sich lohnen – wenn der Abschluss am Ende erlangt wird und zur Branche passt.

Das Studium zum/zur Ingenieur/in, egal in welchem Bereich, zählt in Deutschland zu den besten Ausbildungen im akademischen System und eröffnet vielfältige Karrieremöglichkeiten im In- und Ausland.

Das Studium ist heute flächendeckend auf das europäische Bachelor-Master-System umgestellt. Der Bachelorstudiengang dauert in der Regel sechs bis sieben Semester, der darauf aufbauende Master zwei bis vier Semester. Den klassischen Dipl.-Ing. gibt es an deutschen Hochschulen kaum noch – er entspricht in etwa dem Masterabschluss. Wer mit dem Bachelor-Abschluss direkt ins Berufsleben einsteigt, kann nach einigen Jahren Berufspraxis nachholen, was der Master an theoretischer Vertiefung bietet.

Neue und besonders zukunftsträchtige Studienschwerpunkte im Ingenieurwesen sind Elektromobilität, Erneuerbare Energien, Künstliche Intelligenz, Robotik sowie Medizintechnik – Bereiche, in denen der Fachkräftebedarf langfristig hoch bleiben dürfte.

Häufige Fragen zum Beruf Ingenieur/in

Was verdient ein Ingenieur beim Berufseinstieg?
Das durchschnittliche Einstiegsgehalt für Ingenieure mit Masterabschluss liegt in Deutschland bei rund 53.300 € brutto jährlich. Die Spanne reicht von ca. 43.900 € bis 70.000 €, je nach Branche, Unternehmensgröße und Fachrichtung.

Welche Ingenieur-Fachrichtung hat die besten Zukunftschancen?
Laut VDI liegen besonders gute Perspektiven in den Bereichen Energie- und Elektrotechnik, Bauingenieurwesen, Informatik/IT sowie in Zukunftsfeldern wie Künstliche Intelligenz, Robotik und Erneuerbare Energien.

Wie lange dauert ein Ingenieurstudium?
Der Bachelor dauert in der Regel 6–7 Semester (ca. 3–3,5 Jahre), der Master weitere 2–4 Semester. Insgesamt beträgt die Studiendauer bis zum Master etwa 5 Jahre.

Unter den jeweiligen Links finden Sie weiterführende Informationen zu den unterschiedlichen Bereichen der Ingenieurwissenschaften:

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