Chemielaborant/in – Ausbildung, Berufsbild, Gehalt und Bewerbung

Wenn die Chemie bereits in der Schule stimmt und das Interesse an naturwissenschaftlichen Fächern und Fragestellungen vorhanden ist, steht der Berufsausbildung zum Chemielaboranten oder zur Chemielaborantin nichts im Weg.

Einsatzgebiete für Chemielaboranten liegen im Bereich der Industrie bei der Herstellung von Farben und Lacken, der Herstellung von Nahrungsmitteln, der Herstellung von Kosmetik oder Arzneimitteln. Häufig sind Chemielaboranten zudem im öffentlichen Dienst anzutreffen, sei es an Hochschulen oder chemischen Untersuchungsämtern.

Mehr Mädchen als Jungen schlagen diesen Weg der beruflichen Ausbildung ein, eine Ausnahme bei den Naturwissenschaften.

Video zum Berufsbild Chemielaborant/in

Berufsbild Chemielaborant/in

Das Feld der Chemie ist weit, weshalb in der Ausbildung eine Spezialisierung erfolgt, die sich nach dem jeweiligen zukünftigen Arbeitsgebiet richtet. Zu den Aufgaben zählen die qualitative Kontrolle von Rohstoffen oder Produkten, die Herstellung von anorganischen oder organischen Substanzen oder Produkten sowie die analytische Bestimmung von Stoffen. Biochemische Verfahrensweisen können ebenfalls zum Alltag gehören.

Die Aufgaben werden unter Verwendung der verschiedenen Analysemethoden wie Spektroskopie, Chromatografie oder Fotometrie durchgeführt. Wichtig ist hier vor allem die Genauigkeit der Tätigkeit, und die Einhaltung der Sicherheitsvorschriften.

Chemielaboranten arbeiten meistens in einem Labor, in welchem sich auch der Schreibtisch/Arbeitsplatz befindet. Sie tragen Schutzkleidung wie Kittel, Brille, Handschuhe und Mundschutz, je nach Notwendigkeit.

Gehalt als Chemielaborant/in

Je nach Tarifvertrag gibt es hier Unterschiede. Chemielaboranten im öffentlichen Dienst haben ein anderes Gehalt als die Kollegen in der Industrie.

Für den öffentlichen Dienst kann hier beispielhaft ein Gehalt von 2.500 € bis zu 2.984 € brutto genannt werden. Im Bereich der Industrie sind hingegen 2.940 € bis 3.470 € Verdienst möglich.

Ausbildung als Chemielaborant/in

Das Ausbildungsverhältnis dauert 3,5 Jahre und wird mit einem Durchschnittsverdienst von 690 Euro vergütet. Die Berufsausbildung erfolgt als duale Berufsausbildung. Die praktische Ausbildung wird im Unternehmen erfolgen, die theoretische in der Berufsschule.

Das Periodensystem der Elemente ist für Chemielaboranten enorm wichtige Arbeitsgrundlage und wird während der Ausbildung verinnerlicht.

Die Bandbreite der unterrichteten Themengebiete ist enorm groß und geht von der organischen Chemie, über die anorganische Chemie bis zur physikalischen Chemie. Daneben werden natürlich auch Aspekte zu Umweltschutz und rechtlichen Dingen vermittelt.

Während der Ausbildung erfolgt zudem eine Spezialisierung in unterschiedliche Fachbereiche, welche sich nach den Einsatzgebieten innerhalb des Unternehmens richten.

Dieser Beruf ist dem Chemisch-Technischen-Assistenten sehr ähnlich, wobei in der Assistentenausbildung an Berufsfachschulen das Gewicht mehr im theoretischen Bereich liegt. Die Berufsausbildung zum Chemisch-Technischen-Assistenten führt daher meistens zu Tätigkeiten in der Forschung an Hochschulen und in Industriebetrieben.

Die Ausbildungsvergütung als Chemielaborant/Chemielaborantin kann wie folgt aussehen:

1. Ausbildungsjahr: 877-921 EUR
2. Ausbildungsjahr: 934-1.005 EUR
3. Ausbildungsjahr: 1.005-1.092 EUR
4. Ausbildungsjahr: 1.046-1.168 EUR

Eigenschaften und Voraussetzungen

Die Verantwortung im Beruf ist sehr hoch, schließlich arbeitet man teilweise mit sehr gefährlichen Substanzen, weshalb die Fähigkeit zum genauen Arbeiten vorhanden sein sollte. Bei nicht Beachtung der Arbeitsvorschriften können daher langfristig gesundheitliche Beeinträchtigungen entstehen.

Analytische Herangehensweisen sind in diesem Berufsbild notwendig, egal in welchem Bereich das spätere Aufgabengebiet liegt.

Ebenso ist eine exakte Arbeitsweise für diesen Beruf unerlässlich. Fehler in Produktionsprozessen oder in Kontrollmessungen können kostspielige Folgen haben oder sogar Arbeitsunfälle nach sich ziehen.

Bewerbung als Chemielaborant/in

Mittlerweile hat die Bewerbung über das Internet die klassische Bewerbung mit einer Bewerbungsmappe auf dem Postweg abgelöst. Die Erstellung der Bewerbungsunterlagen ist jedoch nach wie vor genormt und es gilt wichtige Dinge zu beachten.

Die Erstellung des Bewerbungsschreibens unterliegt den Normen eines Geschäftsbriefes. Inhaltlich sollte der Bewerber seine Motivation und die Qualifikation für den Job und das Unternehmen in den Vordergrund stellen. Wer im Bewerbungsanschreiben nicht überzeugen kann, wird selten Erfolg haben. Hier finden Sie umfangreiche Tipps zum Bewerbungsschreiben!

Der Lebenslauf wird in tabellarischer Form gestaltet. Er enthält neben den persönlichen Daten die einzelnen Stationen des schulischen und beruflichen Werdeganges. Hier finden Sie die Anleitung zur Lebenslauf-Erstellung!

Grundsätzlich kann die Bewerbung durchaus kreative Elemente enthalten. Wer aus einer Masse an Bewerbern positiv hervorstechen kann, hat bessere Chancen im weiteren Bewerbungsverfahren.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks!

Beschäftigungszahlen für Chemielaboranten

Quelle: Beschäftigten- und Arbeitslosen-Statistik der Bundesagentur für Arbeit (IAB Forschungsgruppe Berufliche Arbeitsmärkte).

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