Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik – Ausbildung, Beruf, Gehalt und Arbeitsmarkt

Als Elektroniker/in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik kümmerst du dich um die gesamte elektrische Versorgung von Gebäuden. Dein Aufgabenbereich erstreckt sich von der Planung und Konzeption über die Installation bis hin zur Wartung und Instandhaltung elektrotechnischer Anlagen. Dazu zählen beispielsweise Beleuchtungssysteme, Kommunikationseinrichtungen, Smart-Home-Systeme und Energieverteilungsanlagen.

Die Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik erlaubt dir nach Abschluss der Ausbildung verschiedene Schwerpunkte. Die energietechnischen Anlagen unterscheiden sich bezüglich ihres Aufbaus und der damit verbundenen Steuerung. Dementsprechend komplex können diese ausfallen und erfordern daher viel analytisches und strategisches Denken sowie ein gutes Organisationstalent. Du arbeitest in Betrieben des Elektrohandwerks, bei technischen Gebäudeausrüstern oder in der Immobilienwirtschaft, um dort die elektronischen Anlagen zu betreuen.

Als Elektroniker/in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik führst du auch Reparaturarbeiten durch, um langfristige Ausfälle der elektrischen Anlage zu vermeiden. Neben diesen praktischen Arbeiten der Installation und Wartung fallen dir auch administrative Bürotätigkeiten zu. Du dokumentierst deine Tätigkeit, erstellst Messprotokolle und reichst Zusammenfassungen an die Kunden weiter.

Aufgrund des überwiegenden Außendienstes bist du nicht nur viel unterwegs, sondern pflegst gleichzeitig den direkten Kontakt zu den Kunden. Dies umfasst eine bedarfsorientierte Betreuung. Du erklärst beispielsweise die elektronischen Anlagen oder führst die Kunden in deren Bedienung ein. Dabei unterscheiden sich deine Einsatzorte je nach Aufgabe – von der Baustelle über den Netzwerkraum bis hin zum Privathaushalt.

Gehalt als Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik

Beim Verdienst gilt es, zwischen der Ausbildungsvergütung sowie dem Einstiegs- und späteren Berufsgehalt zu unterscheiden. Während der Ausbildung zum/zur Elektroniker/in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik erhältst du eine monatliche, mit jedem Ausbildungsjahr steigende Vergütung. Im ersten Jahr liegt diese je nach Tarifgebiet und Region bei etwa 700 bis 1.050 Euro brutto. Im vierten Ausbildungsjahr kann die monatliche Ausbildungsvergütung bis zu 1.250 Euro brutto betragen.

Nach deiner Ausbildung kannst du mit einem Einstiegsgehalt von etwa 2.700 bis 3.100 Euro brutto monatlich rechnen. Dieses wächst mit zunehmender Berufserfahrung und dem Grad deiner beruflichen Weiterbildung. Auch dein Tätigkeitsschwerpunkt, dein Arbeitgeber und die Region spielen bei der Gehaltseinstufung eine Rolle.

Mit mehrjähriger Berufserfahrung liegt das durchschnittliche Bruttogehalt bei rund 3.400 bis 3.800 Euro monatlich. In spezialisierten Rollen oder Führungspositionen sind auch höhere Gehälter möglich. In wirtschaftsstarken Regionen wie Baden-Württemberg oder Bayern fallen die Vergütungen tendenziell höher aus.

Ausbildung als Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik

Für den Beruf Elektroniker/in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik durchläufst du eine klassische duale Ausbildung im Handwerk. Das bedeutet, du wechselst zwischen Berufsschule und deinem Ausbildungsbetrieb. Die Ausbildungsdauer beträgt 3,5 Jahre und kann bei guten Leistungen verkürzt werden. Die Ausbildung wird mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer (HWK) abgeschlossen. Voraussetzung ist in der Regel ein mittlerer Schulabschluss, wobei auch ein guter Hauptschulabschluss mit soliden Noten in Mathematik und Physik anerkannt wird.

Während deiner Ausbildung bereitest du dich auf theoretischer und praktischer Ebene auf dein späteres Berufsleben vor. Du lernst unterschiedliche elektrotechnische Anlagen und deren Funktionsweisen kennen. Dazu gehört, dass du erlernst, wie du diese mithilfe von speziellen Computersystemen planst und aus ihren einzelnen Bestandteilen selbstständig zusammensetzt. Montage, Programmierung, Inbetriebnahme und Überprüfung gehören ebenso zu deinen praktischen Lernfeldern. Ergänzend übst du die erfolgreiche Übergabe und Einweisung kompletter elektronischer Anlagen beim Kunden.

Zu den modernen Ausbildungsinhalten zählen unter anderem Smart-Home-Systeme, Photovoltaikanlagen, Ladeinfrastruktur für Elektromobilität sowie die Konfiguration von Gebäudesystemtechnik und Datennetzen. Auch Themen wie Datenschutz, Informationssicherheit und Nachhaltigkeit sind fester Bestandteil der Ausbildung.

Die erfolgreich abgeschlossene Ausbildung öffnet dir vielfältige berufliche Perspektiven. Zudem kannst du weitere berufsqualifizierende Abschlüsse erwerben, dich spezialisieren und deine Karriere voranbringen. Möglich ist beispielsweise eine Weiterbildung zum Elektrotechnikermeister/in (HWK), was dir den Weg in Führungspositionen ebnet und dich berechtigt, selbst auszubilden und einen eigenen Betrieb zu führen. Auch eine Weiterbildung zum/zur Techniker/in oder Technischen Fachwirt/in sowie ein technisches Studium sind denkbar. Mit diesen erweiterten Qualifikationen kannst du dich beruflich weiterentwickeln und höhere Gehaltsstufen erreichen.

1. Ausbildungsjahr:
700 bis 1.050 Euro
2. Ausbildungsjahr:
825 bis 1.100 Euro
3. Ausbildungsjahr:
875 bis 1.155 Euro
4. Ausbildungsjahr:
925 bis 1.250 Euro

Voraussetzungen und Eigenschaften

Der Beruf und damit die Ausbildung in der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik sind mit verschiedenen Anforderungen und persönlichen Stärken verbunden. Planungstalent, logisches Denkvermögen und technisches Verständnis bilden die Grundvoraussetzungen. Da der Job Mobilität verlangt, musst du dich darauf einstellen, viel unterwegs zu sein. Die Form des Außendienstes richtet sich nach deinem genauen Tätigkeitsprofil.

Der Umgang mit Elektrizität erfordert ein entsprechendes handwerkliches Geschick sowie die notwendige Achtsamkeit und Sorgfalt. Du musst dich darauf einstellen, für Kunden notfalls auch auf Abruf bereitzustehen und dich mit technischen Problemen auseinanderzusetzen. Teamfähigkeit ist ebenfalls wichtig, da du bei größeren Projekten eng mit Kollegen und anderen Gewerken zusammenarbeitest.

Die Bereitschaft zur beruflichen Weiterentwicklung solltest du ebenfalls mitbringen. Veränderungen innerhalb der Branche – etwa durch Digitalisierung, Smart-Home-Technologien oder neue Normen – erfordern, dass du dich kontinuierlich fortbildest und anpasst.

Bewerbung als Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik

Ob eine klassische schriftliche oder eine Online-Bewerbung erforderlich ist, richtet sich nach dem jeweiligen Unternehmen, das dir die Ausbildungsstelle anbietet.

Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse – auch über etwaige Praktika – gehören auf jeden Fall in deine Bewerbungsunterlagen. Wenn du bereits über relevante Erfahrungen verfügst und deine Motivation zum Ausdruck bringst, sicherst du dir Pluspunkte. Dabei geht es nicht darum, dich möglichst ausschweifend zu präsentieren. Ein Bewerbungsanschreiben sollte beispielsweise nicht mehr als eine DIN-A4-Seite umfassen.

Wichtig ist, dass aus deinen Bewerbungsunterlagen deine Stärken klar hervorgehen. Diese zeigen sich beispielsweise in guten Schulnoten in Mathematik, Physik und Technik oder eigenen Projekten. Eventuell kannst du auch Lehrkräfte um Empfehlungsschreiben bitten.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks!

Zukunft und Trends für das Berufsbild

Du besitzt die Möglichkeit, dir durch Weiterbildung in Form von Lehrgängen und Seminaren neues Wissen rund um die Energieversorgung anzueignen. Diese umfassen beispielsweise Neuerungen im Hinblick auf Kommunikations- und Informationstechnik, Smart-Home-Systeme, Photovoltaik, Elektromobilität und Gebäudeautomation. Aufgrund der rasanten Veränderungen im Bereich der Technologie sind solche Fortbildungen für deine berufliche Karriere sehr wichtig.

Elektroniker/innen der Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik sind besonders im Hinblick auf die Energiewende und die Weiterentwicklung der energetischen Versorgung gefragt. Energieeffizienz, Energieeinsparung und damit verbunden Nachhaltigkeit und Umweltschutz liegen im Trend. Themen wie intelligente Stromnetze (Smart Grids), Batteriespeichersysteme und die Ladeinfrastruktur für Elektrofahrzeuge gewinnen zunehmend an Bedeutung.

Wachsende Wohngebiete, besonders in den Ballungszentren, verlangen nach entsprechenden energetischen Lösungen. Daher besitzt du mit einer abgeschlossenen Ausbildung als Elektroniker/in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik die Chance, aktiv zu einer effizienten und bedarfsorientierten Energieversorgung beizutragen. Der Fachkräftemangel im Elektrohandwerk sorgt zusätzlich für sehr gute Jobaussichten und Aufstiegsmöglichkeiten. So bietet dir der Beruf spannende Herausforderungen und die Teilhabe an neuer, innovativer Technik.

Häufig gestellte Fragen (FAQ)

Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Elektroniker/in Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik?

Die duale Ausbildung im Handwerk dauert in der Regel 3,5 Jahre. Bei besonders guten Leistungen kann die Ausbildung verkürzt werden. Sie wird mit der Gesellenprüfung vor der Handwerkskammer (HWK) abgeschlossen.

Wie viel verdient ein/e Elektroniker/in für Energie- und Gebäudetechnik?

Die Ausbildungsvergütung liegt je nach Region und Tarifgebiet zwischen 700 und 1.050 Euro im ersten und bis zu 1.250 Euro im vierten Lehrjahr. Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung beträgt durchschnittlich etwa 2.700 bis 3.100 Euro brutto monatlich. Mit Berufserfahrung sind Gehälter von 3.400 bis 3.800 Euro und mehr möglich.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?

Nach der Ausbildung stehen dir zahlreiche Weiterbildungswege offen. Du kannst den Elektrotechnikermeister (HWK) erwerben, eine Weiterbildung zum/zur Techniker/in oder Technischen Fachwirt/in absolvieren oder ein technisches Studium aufnehmen. Spezialisierungen in Bereichen wie Smart-Home-Technik, Photovoltaik oder Gebäudeautomation sind ebenfalls möglich.

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