Dieser Beruf kann in sieben verschiedenen Fachrichtungen ausgeübt werden: Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau, Staudengärtnerei und Zierpflanzenbau. Die Spezialisierung in einen der Fachbereiche vollzieht sich während der Berufsausbildung im dritten Ausbildungsjahr. Inhaltlich werden die Bereiche hier nicht einzeln behandelt, sondern als gesamtes Berufsbild dargestellt.
Gärtner/in ist ein Beruf mit sehr langer Geschichte. Nicht erst im Mittelalter an adeligen Höfen, sondern schon weit davor gab es prachtvolle Gärten, die allerdings auch mit einem enormen finanziellen Aufwand verbunden waren, was sich somit nur wohlhabende Menschen leisten konnten. Die Ausbildung als Gärtner/in ist seit 1960 gesetzlich geregelt und wurde 1996 im Berufsbildungsgesetz zuletzt angepasst und definiert.
Die Grenze zwischen Landwirtschaft und Gärtnerei ist oft fließend. Viele der Tätigkeiten in den sieben Fachbereichen sind spezifisch, viele sind aber auch übergreifend notwendig. Die Feststellung von Schädlingen und entsprechende Gegenmaßnahmen sowie zum Beispiel die Bestimmung von Pflanzen oder den Eigenschaften spezifischer Erdböden sind für alle Gärtnereien notwendig.
Gehalt als Gärtner/in – Was kannst du verdienen?
Das Gehalt als Gärtner/in kann sehr unterschiedlich sein und richtet sich nach verschiedenen Faktoren. Nicht nur der jeweilige Fachbereich und die Branche sind entscheidend, sondern auch die regionalen Bedingungen. Individuell spielen bei der Verdiensthöhe zudem Berufserfahrung, Qualifikation und Verantwortungsbereich eine wesentliche Rolle.
Bei tariflicher Anbindung – insbesondere im Garten- und Landschaftsbau – liegt der Stundenlohn seit Juli 2025 bei rund 20,24 € brutto (Ecklohn Lohngruppe 4.2a). Nach dem aktuellen Tarifabschluss steigen die Löhne im GaLaBau ab Juli 2025 um 3,2 Prozent und ab Juli 2026 um weitere 3,3 Prozent. Das monatliche Bruttogehalt liegt nach der Ausbildung je nach Fachrichtung und Erfahrung zwischen etwa 2.700 und 3.600 Euro. Mit Weiterbildung zum Gärtnermeister sind Gehälter von bis zu 3.600 Euro und mehr erreichbar. Für selbstständige Gärtner/innen können keine pauschalen Aussagen getroffen werden.
Ausbildung als Gärtner/in – Dauer, Inhalte und Vergütung
Für den anerkannten Ausbildungsberuf ist eine Ausbildungsdauer von drei Jahren festgeschrieben. Wie bereits erwähnt, ist die Ausbildung zum/zur Gärtner/in für alle Fachbereiche bis zum zweiten Ausbildungsjahr gleich; im dritten Ausbildungsjahr erfolgt dann die Spezialisierung auf die Fachrichtungen Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau, Staudengärtnerei und Zierpflanzenbau.
Die Ausbildung zum/zur Gärtner/in ist eine duale Berufsausbildung und findet sowohl in der Berufsschule als auch im Ausbildungsbetrieb statt. In der praktischen Berufsausbildung wird dem/der Azubi ein erfahrener Geselle bzw. eine erfahrene Geseliin zur Seite gestellt, der/die eine umfangreiche Einweisung und Einarbeitung im Ausbildungszeitraum gewährleistet.
Für den Ausbildungszeitraum im Garten- und Landschaftsbau gilt seit 2025 folgende tarifliche Vergütungsstruktur:
Für eine Ausbildung als Gärtner/in ist keine bestimmte Schulbildung gesetzlich vorgeschrieben, den Unternehmen ist die Auswahl der Bewerber/innen selbst überlassen. Die Mehrheit der angehenden Azubis hat einen Hauptschulabschluss, was übergreifend für alle Fachbereiche gilt.
Nach der erfolgreichen Absolvierung der schriftlichen und der praktischen Abschlussprüfung darf die Berufsbezeichnung Gärtner/in getragen werden. Nicht bestandene Prüfungen können maximal zweimal wiederholt werden, ansonsten gilt die Ausbildung als nicht abgeschlossen.
Eigenschaften und Voraussetzungen als Gärtner/in
Wem die Arbeit im Freien und in der Natur nicht gefällt, sollte diesen Beruf nicht ergreifen. Wer aber Spaß an körperlicher Tätigkeit und dem Umgang mit Pflanzen hat, ist in dieser Ausbildung genau richtig. Gärtner/innen müssen des Öfteren schwere Lasten transportieren oder Bäume vorsichtig ausgraben oder fällen.
Für Gärtner/innen ist der Umgang mit Kunden ebenso wichtig: Sie müssen diese gut beraten und Verkaufsgespräche führen. Das setzt gute Kommunikationsfähigkeit und soziale Kompetenz voraus.
In diesem Beruf müssen zudem viele unterschiedliche Maschinen bedient werden, die von der Motorsäge bis zum Bagger reichen. Das erfordert technisches Verständnis sowie Sicherheitsbewusstsein im Umgang mit technischen Geräten.
Zu den weiteren wichtigen Eigenschaften gehören:
– Interesse an Pflanzen, Natur und ökologischen Zusammenhängen
– Körperliche Belastbarkeit und Freude an der Arbeit im Freien
– Sorgfalt und Zuverlässigkeit
– Lernbereitschaft und Teamfähigkeit
Bewerbung als Gärtner/in – So überzeugst du
Die Bewerbung als Gärtner/in erfolgt häufig auf dem postalischen Weg mit einer Bewerbungsmappe, die ein Bewerbungsschreiben, einen tabellarischen Lebenslauf sowie Zeugniskopien enthält. Viele Betriebe akzeptieren heute aber auch Online-Bewerbungen – es empfiehlt sich, das jeweilige Stellenangebot auf die bevorzugte Bewerbungsform zu prüfen.
Das Bewerbungsanschreiben ist inhaltlich der wichtigste Teil der Bewerbung. Es entscheidet darüber, ob diese Bewerbung auf den Stapel der Absagen kommt oder Interesse geweckt hat. Das Anschreiben sollte gut formuliert, fehlerfrei sein und Motivation sowie Qualifikation des/der Bewerbers/Bewerberin überzeugend vermitteln.
Der Lebenslauf rundet das Bewerberprofil ab. Der Lebenslauf wird tabellarisch erstellt und enthält persönliche Daten wie Name, Anschrift, Familienstand sowie Geburtsdatum und -ort, aber auch den bisherigen schulischen und beruflichen Werdegang.
Trends und Zukunftsperspektiven für Gärtner/innen
Der Gärtnerberuf ist vergleichsweise konjunkturunabhängig, da Grünflächen, Parks und Gärten dauerhaft gepflegt werden müssen. Aktuelle Trends verstärken die Nachfrage nach qualifizierten Gärtner/innen erheblich:
Klimawandel und Urbanisierung schaffen neue Aufgabenfelder wie Dachbegrünung, Regenwassermanagement und klimaresiliente Gartengestaltung. Urban Gardening und nachhaltige Stadtentwicklung sind wachsende Wachstumsmotoren der Branche. Der Bundesverband Garten-, Landschafts- und Sportplatzbau (BGL) prognostiziert langfristig einen steigenden Mehrbedarf an Fachkräften.
Wer sich als Gärtner/in weiterbildet, verbessert seine Karriere- und Einkommensperspektiven erheblich. Mögliche Weiterbildungswege sind der Gärtnermeister/in, staatlich geprüfte/r Techniker/in (Gartenbau), Fachagrarwirt/in für Baumpflege oder ein Studium der Landschaftsarchitektur bzw. des Gartenbaumanagements.
Häufige Fragen zur Ausbildung als Gärtner/in
Was verdient ein Gärtner pro Stunde?
Der tarifliche Ecklohn im Garten- und Landschaftsbau liegt ab Juli 2025 bei rund 20,24 € brutto pro Stunde. Das monatliche Bruttogehalt liegt nach der Ausbildung je nach Erfahrung und Region zwischen ca. 2.700 € und 3.600 €.
Wie viel verdient man in der Ausbildung zum Gärtner?
Im Garten- und Landschaftsbau gilt seit 2025 eine tarifliche Ausbildungsvergütung von 1.100 € im ersten, 1.220 € im zweiten und 1.340 € im dritten Lehrjahr.
Welche Fachrichtungen gibt es beim Gärtner?
Die Ausbildung zum/zur Gärtner/in gibt es in sieben Fachrichtungen: Baumschule, Friedhofsgärtnerei, Garten- und Landschaftsbau, Gemüsebau, Obstbau, Staudengärtnerei und Zierpflanzenbau.
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