Mediengestalter/in Digital und Print – Ausbildung, Berufsbild, Gehalt und Bewerbung

Du sprühst vor Ideen, wenn es um die Gestaltung verschiedener Medien wie Texte oder Grafiken geht? Du kannst dich ebenso auf dem Papier wie digital kreativ ausdrücken? Dann bist du mit der Ausbildung zur Mediengestalterin bzw. zum Mediengestalter Digital und Print vielleicht gut beraten.

In diesem Beruf geht es darum, unterschiedlich gestaltete Informationsmittel für verschiedene Kunden zu entwerfen. Der Beruf Mediengestalter/in Digital und Print deckt gleich mehrere Fachbereiche ab – von der Planung von Konzepten über die Kundenberatung bis hin zur konkreten Gestaltung verschiedener Inhalte. Damit eröffnen sich dir viele Möglichkeiten, dich kommunikativ und kreativ auszudrücken.

Mit dem Beruf entscheidest du dich für eine sehr dynamische Tätigkeit: Du musst ständig auf dem Laufenden bleiben, beispielsweise im Hinblick auf neue Software, KI-gestützte Designtools und aktuelle Designtrends. Wählst du diese Ausbildung, belohnt dich dies mit einem vielseitigen und abwechslungsreichen Beruf, in dem du dich regelmäßig weiterentwickeln und fachlich neue Richtungen einschlagen kannst. Dieser Beruf ist klar abzugrenzen von dem Berufsbild Mediengestalter/in Bild und Ton.

Gehalt als Mediengestalter/in Digital und Print

Die Ausbildungsvergütung variiert je nach Branche, Ausbildungsbetrieb und Bundesland erheblich. In tarifgebundenen Betrieben – vor allem in der Druckindustrie und bei Zeitungs- und Zeitschriftenverlagen – gelten laut Tarifvertrag der Druck- und Medienwirtschaft (ver.di / Bundesverband Druck und Medien) folgende monatliche Bruttovergütungen:

1. Ausbildungsjahr:
831–1.025 € brutto
tariflich (Druckindustrie / Verlage)
2. Ausbildungsjahr:
896–1.076 € brutto
tariflich (Druckindustrie / Verlage)
3. Ausbildungsjahr:
953–1.130 € brutto
tariflich (Druckindustrie / Verlage)

Ist dein Ausbildungsbetrieb nicht tarifgebunden, greift die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung (MiAV) nach § 17 BBiG. Diese beträgt für Ausbildungsbeginne 2025: 682 Euro im 1. Lehrjahr, 805 Euro im 2. Lehrjahr und 921 Euro im 3. Lehrjahr. Es lohnt sich daher, bei der Bewerbung gezielt nach der Tarifbindung des Betriebs zu fragen – der Unterschied kann mehrere Hundert Euro monatlich ausmachen.

Gehalt nach der Ausbildung: Das Einstiegsgehalt liegt laut aktuellen Marktdaten bei ca. 2.100 bis 2.600 Euro brutto im Monat. Das Durchschnittsgehalt für erfahrene Mediengestalterinnen und Mediengestalter beträgt rund 2.340 bis 2.760 Euro brutto monatlich. Mit steigender Berufserfahrung und Spezialisierung – etwa in UI/UX-Design, Bewegtbild oder Webdesign – sind Gehälter von 3.000 Euro und mehr möglich. Regionale Unterschiede spielen eine erhebliche Rolle: In westdeutschen Bundesländern und Großstädten wie Hamburg ist das Gehalt deutlich höher als in Ostdeutschland.

Quellen: ausbildung.de, Mediengestalter Gehalt 2024 (Tarifvertrag Druckindustrie / ver.di); Jobted, Mediengestalter Gehalt 2026; StepStone Gehaltsreport Mediengestalter/in Digital und Print 2025/2026; ZFA Zentralfachausschuss Berufsbildung Druck und Medien, Vergütungstabellen (ver.di Fachbereich A); Bekanntmachung MiAV gemäß § 17 BBiG 2025.

Ausbildung als Mediengestalter/in Digital und Print

Die Ausbildung zum/zur Mediengestalter/in Digital und Print dauert drei Jahre und erfolgt dual: Du absolvierst einen Teil in der Berufsschule und einen Teil in einem fachbezogenen Betrieb. Bei dauerhaft sehr guten Leistungen lässt sich die Ausbildungszeit um bis zu einem Jahr verkürzen. Je nach Ausbildungsort legst du deine Abschlussprüfung vor der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) oder der Handwerkskammer (HWK) ab.

Wichtig: Neue Ausbildungsordnung seit August 2023. Seit dem 1. August 2023 gilt eine komplett neue Ausbildungsverordnung (DuPMedAusbV). Die Ausbildung gliedert sich nun in vier Fachrichtungen, auf die du dich ab dem zweiten Ausbildungsabschnitt spezialisierst:

1. Projektmanagement – Du koordinierst und steuerst Medienproduktionsprozesse, kommunizierst mit Kunden und Projektbeteiligten und hast den Überblick über Termine, Budgets und Ressourcen. 2. Designkonzeption – Im Mittelpunkt steht die kreative Entwicklung von Designlösungen: Du gestaltest visuelle Konzepte, Layouts und Corporate-Design-Anwendungen. 3. Printmedien – Du bereitest Druckdaten professionell auf, arbeitest mit Typografie und Farbe und kennst alle technischen Anforderungen für den Offsetdruck, Digitaldruck und Druckveredelung. 4. Digitalmedien – Du entwickelst Inhalte für das Web, soziale Medien und interaktive Anwendungen, kennst aktuelle Standards für Barrierefreiheit und arbeitest mit Tools für Motion Design und UX/UI.

Nach erfolgreichem Abschluss stehen dir verschiedene Branchen offen: Werbeagenturen, Verlage, Druckereien, Multimedia- und Kommunikationsagenturen, aber auch Marketing- und Kommunikationsabteilungen größerer Unternehmen und öffentlicher Institutionen.

Eigenschaften und Voraussetzungen für das Mediendesign

Als fachliche Voraussetzung bringst du am besten ein Abitur oder Fachabitur mit. Der Beruf verlangt sowohl kreative als auch technische Fähigkeiten. Gute Noten in Deutsch, Mathematik und Kunst sind von Vorteil. Viele Betriebe bevorzugen Bewerberinnen und Bewerber, die auch praktische Grundkenntnisse in Grafikprogrammen wie Adobe Photoshop, Illustrator oder InDesign mitbringen.

Neben deiner Kreativität und deinen gestalterischen Fähigkeiten solltest du über ein gut ausgeprägtes Kommunikationstalent verfügen – im späteren Umgang mit Kunden und im Team ist das unverzichtbar. Bei allem kreativen Spielraum musst du in der Lage sein, gut organisiert, sorgfältig und genau zu arbeiten. Außerdem verlangt der Beruf ein gutes Trendgespür, Eigeninitiative und fundiertes Urteilsvermögen.

Nicht zuletzt solltest du eine gewisse Stressresistenz mitbringen, denn in deinem späteren Beruf können Überstunden und Wochenendarbeit anfallen – besonders dann, wenn größere Projekte termingerecht abgewickelt werden müssen. Auch der sichere Umgang mit KI-gestützten Designtools wird zunehmend zur Grundanforderung in der Branche.

Bewerbung als Mediengestalter/in Digital und Print

Eine Bewerbung für die Ausbildung beinhaltet ein motiviertes Bewerbungsanschreiben sowie einen tabellarischen Lebenslauf und Zeugnisse. Falls du durch Hobbys oder erste Projekte Arbeitsproben vorweisen kannst, ist das ein großer Vorteil – ebenso wie dokumentierte Erfahrungen aus Praktika im Bereich der Mediengestaltung.

Dein Anschreiben sollte genau widerspiegeln, welche Stärken du mitbringst und was dich zu dieser Ausbildung motiviert. Neben Arbeitsproben kannst du dein Talent auch mit einem kreativ gestalteten Deckblatt unter Beweis stellen. Damit hebst du dich von der Masse ab und zeigst, dass du deine Designkompetenz praktisch einsetzen kannst.

Generell ist bei den Bewerbungsunterlagen Professionalität das A und O. Möchtest du ein Foto beifügen, lass es von einem Fotografen anfertigen. Achte auf Rechtschreibung und Grammatik im Anschreiben und Lebenslauf sowie auf ordentliche Dateiformate beim digitalen Versand. Ein gepflegtes Online-Portfolio oder ein Profil auf Design-Plattformen (z. B. Behance) kann deine Bewerbung zusätzlich stärken.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks!

Der Beruf Mediengestalter/in Digital und Print befindet sich im ständigen Wandel. Die Nachfrage nach digitalen Kompetenzen überwiegt zunehmend die nach klassischen Printfähigkeiten – obwohl Printmedien weiterhin eine wichtige Rolle spielen, etwa in der Verpackungsgestaltung, im Direktmarketing und im hochwertigen Publikationsbereich. Laut ZFA/BVDM-Statistik gehen die Ausbildungsverträge in der Druck- und Medienwirtschaft seit einigen Jahren leicht zurück (–12,86 % bei Neuverträgen 2024), was jedoch auch auf den starken Strukturwandel hin zu digitalen Medienberufen zurückzuführen ist.

Besonders gefragt sind derzeit Kenntnisse in den Bereichen UI/UX-Design, Bewegtbild und Social-Media-Content. KI-basierte Tools wie Adobe Firefly oder Midjourney verändern die Arbeitsabläufe, ersetzen den Beruf aber nicht, sondern verlagern Schwerpunkte. Wer KI-gestützte Workflows beherrscht und kreativ einzusetzen weiß, hat langfristig klare Wettbewerbsvorteile.

Bleib flexibel und nutze Weiterbildungsmöglichkeiten. Als Mediengestalter/in mit Berufserfahrung kannst du dich z. B. zum Medienfachwirt/zur Medienfachwirtin oder zum Techniker/zur Technikerin für Druck- und Medientechnik weiterqualifizieren. Mit Hochschulzulassung stehen Studiengänge in Mediendesign, Kommunikationsdesign oder Fotografie offen. Freelancing und selbstständige Tätigkeit sind in der Branche ebenfalls weit verbreitet und bieten attraktive Stundensätze von ca. 20 Euro und mehr.

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Wirtschaftsbereich Druckerei/Medien in Deutschland 2010–2025

Beschäftigte 2010
ca. 148.000
Beschäftigte 2020
ca. 120.445
Beschäftigte 2023
ca. 106.276
Beschäftigte 2025*
ca. 101.000

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Druckerei/Medien gesamt (inkl. alle Medienberufe), gerundet
2010: 148000, 2020: 120445, 2021: 114248, 2022: 111784, 2023: 106276, 2025: 101000
Beschäftigte Druckerei/Medien gesamt
Prognose/Schätzung 2024–2025

Quellen: ZFA Zentralfachausschuss Berufsbildung Druck und Medien, Statistik Berufsausbildung 2023/2024 (zfamedien.de); Bundesverband Druck und Medien (BVDM), Statistik Berufsbildung 2024 (bvdm-online.de); Berichtsjahre 2020–2023: Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Wirtschaftsbereich Druckerei/Vervielfältigung (ohne Packmitteltechnologen). Hinweis: Die Statistik erfasst den gesamten Wirtschaftsbereich Druckerei/Medien, nicht ausschließlich Mediengestalter/innen Digital und Print; der Beruf ist der häufigste Ausbildungsberuf in diesem Wirtschaftsbereich. Werte 2010–2019 und 2024–2025 interpoliert/geschätzt. Alle Angaben gerundet und ohne Gewähr. Stand: April 2025.


Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Ausbildung Mediengestalter/in Digital und Print

Was hat sich mit der neuen Ausbildungsordnung 2023 geändert?

Seit dem 1. August 2023 gilt für den Ausbildungsberuf Mediengestalter/in Digital und Print eine vollständig neue Ausbildungsverordnung (DuPMedAusbV). Die wichtigste Änderung: Statt der früheren drei Schwerpunkte (Planung und Beratung, Konzeption und Visualisierung, Gestaltung und Technik) gibt es nun vier Fachrichtungen: Projektmanagement, Designkonzeption, Printmedien und Digitalmedien. Außerdem wurden neue Inhalte integriert, darunter Barrierefreiheit, datenbankgestützte Medienproduktion, Motion Design und der Umgang mit KI-gestützten Werkzeugen. Zudem sind vier sogenannte Qualifizierende Vier (Digitalisierung, Nachhaltigkeit, Recht und Sicherheit) als neue Standards in allen Fachrichtungen verankert. Wer vor 2023 einen Ausbildungsvertrag hatte, schließt nach der alten Ordnung ab. Quellen: BIBB Berufesuche, DuPMedAusbV 2023; ZFA Zentralfachausschuss Berufsbildung Druck und Medien, BVDM.

Wie viel verdiene ich als Mediengestalter/in Digital und Print nach der Ausbildung?

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt in der Regel bei ca. 2.100 bis 2.600 Euro brutto pro Monat. Das Durchschnittsgehalt für erfahrene Mediengestalter/innen beträgt rund 2.340 bis 2.760 Euro brutto monatlich. In spezialisierten Bereichen wie UI/UX-Design, Bewegtbild oder in großen Agenturen und Konzernen sind bis zu 3.000 Euro und mehr möglich. Regionale Unterschiede sind erheblich: In westdeutschen Großstädten und Hamburg liegen die Gehälter deutlich über dem bundesweiten Durchschnitt, in ostdeutschen Bundesländern teils deutlich darunter. Für Freiberuflerinnen und Freiberufler liegt der übliche Stundensatz bei ca. 20 Euro, je nach Projektkomplexität und Auftragsvolumen. Quellen: Jobted Mediengestalter Gehalt 2026; StepStone Gehaltsreport 2025/2026; gehaltsvergleich.com (n = 3.880 Datensätze).

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?

Nach der Ausbildung stehen dir vielfältige Weiterbildungswege offen. Die gängigsten Aufstiegsfortbildungen sind der Medienfachwirt/die Medienfachwirtin (IHK) und der Techniker/die Technikerin für Druck- und Medientechnik – beide ermöglichen leitende technische oder kaufmännische Positionen. Wer eine Hochschulzulassung besitzt, kann Studiengänge in Mediendesign, Kommunikationsdesign, Fotografie oder Medieninformatik aufnehmen. Außerdem sind Zertifikatskurse in spezialisierten Bereichen wie UI/UX-Design, Motion Design, Adobe-Programme oder SEO/Content sehr verbreitet. Das Beherrschen aktueller KI-Designtools (Adobe Firefly, Midjourney u. a.) ist zunehmend ein entscheidender Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt. Quelle: durchschnittsgehalt.com, Mediengestalter Digital und Print Gehalt 2025; ZFA Berufsprofile.

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