Mediengestalter/in Bild und Ton – Ausbildung, Berufsbild, Gehalt, Bewerbung und Weiterbildung

Du hast schon immer gerne aussagekräftige und ungewöhnliche Bilder gemacht? Die verschiedenen Bereiche der Medien faszinieren dich und du möchtest gerne selbst aktiv Medien gestalten? Vielleicht ist dann dieses Berufsbild genau das Richtige für dich.

Die Ausbildung zur Mediengestalterin bzw. zum Mediengestalter wird in zwei unterschiedliche Ausbildungsberufe unterteilt: zum einen den Bereich Bild und Ton, der im Folgenden erläutert wird, zum anderen den Bereich Digital- und Printmedien, welcher im Berufsbild Mediengestalter/in Digital und Print thematisiert wird.

Die Berufsausbildung als Mediengestalter/in Bild und Ton ist ein staatlich anerkannter Ausbildungsberuf, der bei Jugendlichen aller Schulabschlüsse – auch Abiturientinnen und Abiturienten – sehr beliebt ist. Mit der neuen Ausbildungsordnung seit 2020 wurde der Beruf umfassend modernisiert und um digitale Produktionsprozesse, Streaming und Online-Content erweitert.

Das Berufsbild Mediengestalter/in Bild und Ton

Das Arbeitsfeld liegt im Bereich der Produktion und Gestaltung von audiovisuellen Medien. Medienunternehmen aus den Bereichen Hörfunk, Fernsehen, Online-Streaming und Print sind die Hauptarbeitgeber. Die Gestaltung von Beiträgen bei Nachrichtensendungen, Hörspiel- und Musikproduktionen, Werbespots und Multimediaproduktionen gehört zu den täglichen Aufgaben.

In der Mediengestaltung arbeiten Mediengestalterinnen und Mediengestalter Bild und Ton an allen Phasen der Produktion mit: von der Konzeption und Planung über die eigentliche Aufnahme bis zur Postproduktion. Sie unterstützen Kameraleute und Tontechniker/innen bei der Aufnahme und Nachbearbeitung von Material in Produktions- und Studioräumen sowie bei Außenproduktionen. Diese Funktion bietet erhebliche gestalterische Freiheit – nicht zuletzt auch bei Live-Übertragungen. Zu den typischen Einsatzbereichen zählen heute auch Streaming-Dienste, Podcasting, YouTube-Produktionen, Unternehmenskommunikation und Event-Technik.

Persönliche Voraussetzungen für die Ausbildung

Ein ausgeprägter Sinn für ansprechende Bilder sowie für den richtigen Ton ist bei der Ausübung des Berufs unbedingt notwendig. Ein künstlerisch-ästhetisches Bewusstsein sollte also vorhanden sein. Gerade in Redaktionen und Produktionsstudios geht es häufig sehr stressig zu, weshalb eine gute Leistungsfähigkeit auch unter Zeitdruck ebenso gefragt ist.

Die Mediengestaltung erfolgt in der Regel mit komplexen technischen Anlagen – das erfordert technisches Interesse und Verständnis, aber auch Geduld und Genauigkeit. Teamfähigkeit ist ebenfalls unverzichtbar, da Medienprojekte fast immer in Gruppen durchgeführt werden. Hinzu kommen Flexibilität und Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten, da Produktionen, Live-Sendungen und Drehs sich nicht immer an das klassische 9-to-5-Modell halten. Zunehmend wichtig sind auch Grundkenntnisse in gängiger Schnittsoftware (z. B. Adobe Premiere Pro, Avid, DaVinci Resolve) bereits vor dem Ausbildungsbeginn.

Ausbildung als Mediengestalter/in Bild und Ton

Die Ausbildung als Mediengestalter/in Bild und Ton dauert drei Jahre und ist als duale Berufsausbildung angelegt – sie findet also in Schule und Unternehmen statt. Seit dem 1. August 2020 gilt eine neue Ausbildungsordnung (BuTMedAusbV), die den Beruf grundlegend modernisiert hat: Neben klassischen Fernsehen- und Hörfunkproduktionen umfasst die Ausbildung nun auch digitale und Online-Medienformate, Streaming und soziale Medien.

In den ersten 18 Monaten der Ausbildung stehen die Planung von Abläufen sowie die Herstellung von Bild- und Tonaufnahmen im Vordergrund. Im zweiten Ausbildungsjahr kommen Postproduktionssysteme dazu, die die richtige Bearbeitung von Bild- und Tonmaterial ermöglichen. Neben der Erstellung und Bearbeitung von Material spielt auch die Planung und Entwicklung von Medienprojekten eine große Rolle.

Im letzten Ausbildungsjahr finden wichtige rechtliche Aspekte (Urheberrecht, Persönlichkeitsrechte, Datenschutz) ihren Platz. Dazu kommen die Vertiefung des erlernten Wissens sowie die Bedienung von Übertragungswegen und Kommunikationsmitteln. Die Abschlussprüfung findet in der Regel vor der zuständigen IHK statt.

Ausbildungsvergütung – tarifliche Beispielwerte 2024/2025:

1. Ausbildungsjahr:
735–1.291 € brutto
(Privatrundfunk bis öff.-rechtl. Sender)
2. Ausbildungsjahr:
800–1.350 € brutto
(Privatrundfunk bis öff.-rechtl. Sender)
3. Ausbildungsjahr:
906–1.410 € brutto
(Privatrundfunk bis öff.-rechtl. Sender)

Gehalt als Mediengestalter/in Bild und Ton

Entscheidend für die Gehaltshöhe ist vor allem die Tarifbindung des Arbeitgebers. In der Regel liegt das Gehalt bei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten (ARD, ZDF, Deutschlandradio) deutlich höher als bei privatwirtschaftlichen Medienagenturen oder Produktionsfirmen. Nach der Ausbildung kannst du laut ausbildung.de mit einem Einstiegsgehalt von ca. 2.300 bis 2.600 Euro brutto monatlich rechnen. Mit Berufserfahrung steigt das Gehalt kontinuierlich – erfahrene Fachkräfte erzielen bis zu 3.400 Euro monatlich und mehr.

Laut StepStone (2025/2026) beträgt das durchschnittliche Jahresgehalt für Mediengestalter/innen Bild und Ton rund 34.200 Euro (ca. 2.850 Euro/Monat), mit einer Spanne von 28.700 bis 39.600 Euro jährlich. Meingehalt.net (2026/2027) weist ein durchschnittliches Jahresgehalt von 36.864 Euro aus (Einstieg ab 30.084 Euro, Maximum bis 47.484 Euro). In Hamburg werden laut StepStone mit ca. 40.800 Euro die höchsten Gehälter gezahlt; Thüringen liegt mit ca. 27.600 Euro am unteren Ende. Jobted (2026) nennt einen Monatsdurchschnitt von 2.410 Euro über alle Erfahrungsstufen.

Zum Thema Freelancing: Eine freiberufliche Tätigkeit ist in dieser Branche verbreitet, birgt aber Risiken. Scheinselbstständigkeit – also die hauptsächliche Arbeit für einen Auftraggeber ohne echte unternehmerische Freiheit – kann sozialversicherungsrechtliche Konsequenzen haben. Freelancer sollten auf eine breite Kundenbasis achten und ihre Honorare gut kalkulieren. Die Künstlersozialkasse (KSK) bietet für selbstständige Mediengestalter/innen eine Möglichkeit zur sozialversicherungsrechtlichen Absicherung.

Quellen: ausbildung.de, Mediengestalter/in Bild und Ton Gehalt 2024/2025; StepStone, Mediengestalter/in Bild und Ton Gehaltsreport 2025/2026; meingehalt.net 2026/2027; jobted.com, Mediengestalter Bild und Ton Gehalt 2026; ZDF, Ausbildungsseite Mediengestalter/in Bild und Ton (Vergütung ab 1.291 Euro/1. Jahr).

Bewerbung als Mediengestalter/in Bild und Ton

Für diesen Beruf gelten die gleichen formalen Grundvoraussetzungen wie bei allen anderen Berufen: ein überzeugendes Bewerbungsanschreiben, das Motivation und Qualifikation widerspiegelt, sowie ein tabellarischer Lebenslauf mit allen wichtigen Informationen zum bisherigen Werdegang.

Die Online-Bewerbung ist mittlerweile fast schon Standard. In kreativen Berufen wie diesem ist es jedoch besonders wirkungsvoll, eine Bewerbung zu gestalten, die aus dem Rahmen heraussticht. Arbeitsproben – etwa ein kurzes Schnittprojekt, eine selbst produzierte Audio- oder Videodatei oder eine Auswahl gelungener Aufnahmen – können als erste Kostprobe deiner Fähigkeiten fungieren und machen deine Kreativität unmittelbar erlebbar. Für Ausbildungsplätze bei großen öffentlich-rechtlichen Sendern findest du auf den jeweiligen Karriereseiten häufig spezifische Anforderungen und Bewerbungsfristen.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks!

Zukunft und Trends für die Mediengestaltung Bild und Ton

Wer eine erfolgreiche Ausbildung in diesem Berufsbild nachweisen kann, hat verschiedene Möglichkeiten zur beruflichen Weiterbildung. Neben einem Studium – etwa in den Fachbereichen Medienwissenschaft, Mediendesign, Medientechnik oder Kommunikation – ist seit 2020 auch der Geprüfte Meister/die Geprüfte Meisterin für Medienproduktion Bild und Ton (Bachelor Professional) als Aufstiegsfortbildung möglich. Auch eine Technikerweiterbildung ist denkbar, oft sogar vom aktuellen Arbeitgeber unterstützt und finanziell gefördert. Das Berufsbild Kameramann/-frau stellt eine weitere natürliche Entwicklung dar.

Generell ist der Beruf vergleichsweise unabhängig von der Konjunktur: Medienproduktionen laufen auch in wirtschaftlich schwierigen Phasen weiter. Streaming-Dienste, Podcasting, Corporate Video und Social Media Content haben die Nachfrage nach qualifizierten Mediengestalter/innen Bild und Ton in den letzten Jahren zusätzlich befeuert. Laut brutto-netto-gehaltsrechner.de ist die Nachfrage nach Bild- und Tonkompetenz in vielen Segmenten stabil, da Bewegtbild in Kommunikation, Entertainment und internen Unternehmensformaten fest eingeplant ist.

Gleichzeitig verschieben sich die Anforderungen: schnellere Produktionszyklen, mehr Versionierungen für verschiedene Plattformen und ein hoher Anteil datenbasierter Workflows prägen den Arbeitsmarkt. Wer sich frühzeitig auf KI-gestützte Bearbeitungstools (automatische Transkription, KI-Schnitt, generative Bildoptimierung) und neue Formate (Vertical Video, 360°, interaktive Medien) spezialisiert, sichert sich langfristig gute Perspektiven.

Beschäftigte im Bereich Film-/Medienproduktion & Rundfunk in Deutschland 2010–2025

Beschäftigte 2010
ca. 76.000
Beschäftigte 2018
ca. 88.000
Beschäftigte 2023
ca. 96.000
Prognose 2025*
ca. 99.000

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte Film-/Medienproduktion & Rundfunk (WZ 59+60), Deutschland, gerundet
2010: 76000, 2015: 82000, 2018: 88000, 2020: 88500, 2023: 96000, 2025: 99000
Beschäftigte Film-/Medienproduktion & Rundfunk (WZ 59+60)
Prognose/Schätzung 2024–2025

Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Beschäftigungsstatistik nach Wirtschaftszweig (WZ 2008): WZ 59 – Herstellung, Verleih und Vertrieb von Filmen, Fernsehprogrammen; WZ 60 – Rundfunkveranstalter. Hinweis: Die Statistik erfasst alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Film-/Medienproduktion und des Rundfunks, nicht ausschließlich Mediengestalter/innen Bild und Ton; der Beruf ist der häufigste Fachausbildungsberuf in diesen Wirtschaftszweigen. Werte für einzelne Jahre interpoliert/geschätzt. Alle Angaben gerundet und ohne Gewähr. Stand: April 2025.


Häufig gestellte Fragen (FAQ) zur Ausbildung Mediengestalter/in Bild und Ton

Was hat sich mit der neuen Ausbildungsordnung 2020 für Mediengestalter/innen Bild und Ton geändert?

Seit dem 1. August 2020 gilt für Mediengestalter/innen Bild und Ton eine neue Ausbildungsverordnung (BuTMedAusbV). Die wichtigsten Neuerungen: Die Ausbildung wurde inhaltlich modernisiert und um digitale Medienformate, Online-Produktion, Streaming und Social-Media-Content erweitert. Neu ist außerdem die Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Meister/zur Geprüften Meisterin für Medienproduktion Bild und Ton (Bachelor Professional), die den Weg in Leitungspositionen und zu einer selbstständigen Ausbildertätigkeit eröffnet. Auch Softwarekenntnisse in digitaler Postproduktion (z. B. Videoschnittsysteme, Audiodaws) sind stärker als früher Bestandteil der Ausbildung. Quelle: BIBB, Pressemitteilung 09/2020 – Neue Ausbildungsordnung Mediengestalter/-in Bild und Ton.

Wie hoch ist die Ausbildungsvergütung als Mediengestalter/in Bild und Ton?

Die Ausbildungsvergütung hängt stark vom Ausbildungsbetrieb und seiner Tarifbindung ab. Im Privatrundfunk liegt sie laut ver.di-Tarifvertrag im ersten Lehrjahr bei ca. 735 Euro brutto monatlich, im zweiten bei ca. 800 Euro und im dritten bei ca. 906 Euro. Öffentlich-rechtliche Sender zahlen deutlich mehr: Das ZDF beispielsweise bietet Auszubildenden eine Vergütung ab 1.291 Euro monatlich im ersten Ausbildungsjahr. Bei nicht-tarifgebundenen Betrieben greift die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung (MiAV): Für Ausbildungsbeginne 2025 beträgt sie 682 Euro im ersten, 805 Euro im zweiten und 921 Euro im dritten Lehrjahr (BIBB/BMBF, Bundesgesetzblatt Oktober 2024). Insgesamt liegt das durchschnittliche Ausbildungsgehalt laut jobted bei ca. 793 Euro monatlich über alle Betriebe. Quellen: ausbildung.de; ZDF Ausbildungsseite; BIBB, MiAV 2025.

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung als Mediengestalter/in Bild und Ton?

Nach der Ausbildung stehen dir mehrere Wege offen. Die wichtigste neue Option ist die Aufstiegsfortbildung zum Geprüften Meister/zur Geprüften Meisterin für Medienproduktion Bild und Ton (Bachelor Professional), die seit 2020 angeboten wird und leitende Positionen sowie die Möglichkeit zur Ausbildung eigener Azubis eröffnet. Alternativ steht ein Studium in Medienwissenschaft, Medientechnik, Mediendesign oder Kommunikationswissenschaft offen. Wer eine Hochschulzulassung besitzt, kann direkt studieren; ohne Hochschulreife ist der Weg über besondere Eignungsprüfungen oder ein Techniker-Studium möglich. Spezialisierungskurse in Schnittsoftware (Avid, Adobe Premiere, DaVinci Resolve), Tonbearbeitung oder Kameratechnik sowie der Erwerb von Zertifizierungen (z. B. Adobe Certified Professional) stärken das Profil ebenfalls erheblich. Quelle: BIBB Berufesuche, Mediengestalter/-in Bild und Ton; brutto-netto-gehaltsrechner.de.

Ähnliche Berufsbilder:

Wie hat dir der Beitrag gefallen?

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (4 Bewertung(en), durchschnittlich: 3,75 von 5)