Du kannst gut mit Menschen umgehen und der Bereich der Gastronomie hat dich schon immer fasziniert? Mit dem Dienstleistungsgedanken kannst du dich gut identifizieren? Dann ist dieses Berufsbild vielleicht genau richtig für dich.
Dieser Beruf ist 1980 aus den Berufen Hotelgehilfe/-gehilfin und Gaststättengehilfe/-gehilfin hervorgegangen und wurde zuletzt im Rahmen der Neuordnung der Gastronomieausbildungsberufe modernisiert. Er blickt auf eine lange Tradition im Dienstleistungssektor.
Restaurantfachleute arbeiten in Gaststätten, Pensionen, Restaurants oder Hotels, aber auch in großen Kaufhäusern und Möbelgeschäften mit integriertem Café oder Restaurant. Sie sind im Prinzip überall dort aktiv, wo der Bedienung von Gästen mit Speisen und Getränken ein großer Stellenwert beigemessen wird.
Die Tätigkeit findet oft in Schichtarbeit statt, mit Stoßzeiten zu den geregelten Mahlzeiten: Frühstück, Mittagessen und Abendessen. Über den Tag verteilt legen Restaurantfachleute große Strecken zurück, balancieren schwere Teller und Tabletts und stehen in engem Kontakt mit Küchen- und Thekenpersonal. Bei dieser Tätigkeit ist Teamarbeit ebenso gefragt wie Eigenverantwortung. Restaurantfachleute sind für die Abrechnung und Rechnungsstellung beim Gast zuständig – in der Regel über digitale Bestellsysteme und zentrale Abrechnungssoftware.
Gehalt als Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau
Die Gehaltsspanne in diesem Beruf ist regional und je nach Betriebsgröße erheblich. Das durchschnittliche Bruttogehalt liegt bei rund 2.641 € pro Monat (ca. 31.700 € jährlich), wobei Berufseinsteiger mit etwa 2.400 € starten und erfahrene Fachkräfte auf bis zu 3.500 € kommen können. In der gehobenen Hotellerie und Gastronomie sowie in Ballungsräumen sind teils höhere Gehälter möglich. Quelle: StepStone Gehaltsreport 2025
Da Tarifverträge im Gastgewerbe ausschließlich regional abgeschlossen werden (DEHOGA/NGG), variieren die tariflichen Mindestgehälter zwischen den Bundesländern. In NRW gilt für ausgebildete Fachkräfte nach dem Tarifabschluss 2024 ab Juni 2025 ein Stundenlohnanstieg von bis zu 5,8 %, der Einstiegslohn liegt bei mindestens 13,32 € brutto pro Stunde. Nicht tarifgebundene Betriebe zahlen häufig abweichende Vergütungen – der gesetzliche Mindestlohn (ab Januar 2025: 12,82 €/Stunde) bildet die gesetzliche Untergrenze. Quelle: DEHOGA NRW/NGG, Tarifabschluss 2024
Ein wichtiger Einkommensbestandteil für Restaurantfachleute ist das Trinkgeld: Die Faustregel lautet: Je besser der Service, desto höher das Trinkgeld. Es wird üblicherweise mit Theken- und Küchenpersonal geteilt. Wichtig zu wissen: Arbeitgeber dürfen von ihren Servicekräften die Abgabe von Trinkgeld nicht verlangen – das wäre rechtlich unzulässig. Auch eine betriebliche Altersvorsorge kann das Gesamtpaket der Vergütung sinnvoll ergänzen.
Ausbildung als Restaurantfachfrau/Restaurantfachmann
Restaurantfachmann/-frau ist ein anerkannter Ausbildungsberuf nach dem Berufsbildungsgesetz und dauert regulär drei Jahre. Wer die Ausbildung beginnen möchte, muss eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes gemäß Infektionsschutzgesetz vorweisen.
Für die Ausbildung gibt es keine rechtlich geregelten Schulvoraussetzungen. In der Praxis stellen die meisten Unternehmen jedoch Auszubildende mit einem mittleren Bildungsabschluss ein. Abiturienten können die Ausbildungszeit in einigen Bundesländern auf zwei Jahre verkürzen.
Die Lehre wird überwiegend im dualen System absolviert – mit Berufsschule für die Theorie und praktischer Ausbildung im Betrieb. Alternativ ist auch eine rein schulische Ausbildung an einer Berufsfachschule möglich, allerdings ohne Ausbildungsvergütung. Während der betrieblichen Ausbildung dürfen Azubis unter 16 Jahren bis 20 Uhr eingesetzt werden, unter 18 Jahren bis 22 Uhr. Der Abschluss erfolgt durch eine schriftliche und eine praktische Prüfung der zuständigen IHK.
Ausbildungsvergütung im Gastgewerbe (tariflich, Stand ab August 2024/2025):
Tarifliche Ausbildungsvergütungen im Gastgewerbe NRW nach dem allgemeinverbindlichen Ausbildungstarifvertrag DEHOGA/NGG, gültig ab 1. August 2024. Ab 1. August 2025 steigen die Sätze um je 50 € auf 1.200 €, 1.300 € und 1.400 €. Die Werte in anderen Bundesländern weichen ab – Tarifverträge im Gastgewerbe werden regional abgeschlossen. Die Mindestausbildungsvergütung nach BBiG beträgt 2025 im 1. Lehrjahr 682 €. Quelle: DEHOGA/NGG NRW, Ministerium für Arbeit NRW, Stand 2024/2025.
Restaurantfachleute haben nach der Ausbildung verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten, etwa zum Fachwirt im Gastgewerbe, zur Restaurantleitung oder auch in Richtung Hotelfachfrau/-mann. Wer unternehmerische Ambitionen mitbringt, kann sich mit einer eigenen Gastronomie selbstständig machen.
Eigenschaften und Voraussetzungen für Restaurantfachleute
Wie in jedem anderen Dienstleistungsberuf ist der Umgang mit Gästen der zentrale Aspekt der Tätigkeit. Soziale Kompetenz und Kommunikationsfähigkeit sind für den Kontakt mit Gästen und Kollegen unerlässlich. Besonders zu den Stoßzeiten herrscht Stress – eine gewisse Stressresistenz und ein gutes Organisationstalent helfen in solchen Situationen enorm.
Da die Arbeit körperlich anspruchsvoll ist – langes Stehen, häufiges Laufen, das Tragen von Tabletts – sollte man körperlich belastbar sein. Sorgfalt und Zuverlässigkeit sind ebenfalls wichtig, etwa beim Kassieren und Abrechnen oder beim korrekten Aufnehmen von Bestellungen.
Die Arbeit in Schichten und an Wochenenden ist ein strukturelles Merkmal dieses Berufs, das bei der Planung privater Aktivitäten berücksichtigt werden muss. Wer sich für eine Ausbildung bewirbt, sollte sich dieser Tatsache bewusst sein. Fremdsprachenkenntnisse – insbesondere Englisch – sind in internationalen Häusern und Tourismusregionen ein klarer Vorteil.
Bewerbung als Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau
In diesem Berufsbild sind Auftreten und die Wirkung auf andere Menschen entscheidend. Einer schriftlichen Bewerbung mit Bewerbungsanschreiben, tabellarischem Lebenslauf und Zeugniskopien sollte immer ein nettes und ausdrucksstarkes Bewerbungsfoto beigefügt sein.
Mittlerweile gewinnt auch die Online-Bewerbung in diesem Beruf an Bedeutung. Egal ob Postweg oder Internet – die Anfertigung der Unterlagen unterliegt den üblichen Bewerbungsstandards. Bewerber sollten jedoch zusätzlich stets den persönlichen Kontakt zum potenziellen Arbeitgeber suchen: Ein Anruf bei Fragen zum Stellenangebot oder die persönliche Übergabe der Bewerbungsmappe kann im Laufe des Bewerbungsprozesses ein entscheidender Vorteil sein.
Trends und zukünftige Entwicklungen für Restaurantfachleute
Die Gastronomiebranche befindet sich im Wandel. Nach den Corona-Einschränkungen hat sich das Gastgewerbe vielerorts erholt, kämpft aber weiterhin mit einem ausgeprägten Fachkräftemangel. Das eröffnet für gut ausgebildete Restaurantfachleute gute Beschäftigungschancen und mehr Verhandlungsspielraum bei der Vergütung.
Erlebnisgastronomie und Konzeptgastronomie boomen: Gäste suchen nicht mehr nur Speisen, sondern ein Gesamterlebnis. Der Trend geht zu Konzepten, die Unterhaltung, Storytelling und besondere Atmosphäre mit hochwertiger Küche verbinden. Restaurantfachleute mit Persönlichkeit und Gastgeberqualitäten sind dabei besonders gefragt.
Digitalisierung: Digitale Bestellsysteme, Kassensoftware, Online-Reservierungen und Bewertungsplattformen prägen zunehmend den Alltag in Gastronomie und Hotellerie. Wer sicher mit diesen Technologien umgeht, hat klare Vorteile auf dem Arbeitsmarkt.
Kulinarische Vielfalt: Der ungebrochene Trend zu internationalen kulinarischen Erlebnissen aus verschiedenen Ländern und Kulturen hält an. Für Restaurants bedeutet dies ein wechselndes Angebot und neue Anforderungen an das Servicepersonal bei der Menüberatung.
Die Branche ist konjunkturabhängig: In wirtschaftlich schwierigen Zeiten wird beim Restaurantbesuch gespart, was sich direkt auf Umsätze und Trinkgelder auswirkt. Gleichzeitig ist die Nachfrage nach gutem Essen und sozialen Erlebnissen strukturell stabil und langfristig resilient.
Beschäftigte im Gastgewerbe in Deutschland (2010–2025)
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe (WZ 56: Gastronomie) in Deutschland. Der starke Rückgang 2020/2021 ist auf die Corona-Pandemie zurückzuführen.
Quellen: Statistisches Bundesamt (Destatis), Bundesagentur für Arbeit, DEHOGA Bundesverband. WZ 56 (Gastronomie). Einbruch 2020/2021 durch Corona-Pandemie. Werte ab 2024 auf Basis von Trendfortschreibung.
Häufige Fragen zum Beruf Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau
Welche Voraussetzungen brauche ich für die Ausbildung zum Restaurantfachmann/zur Restaurantfachfrau?
Für die Ausbildung zum Restaurantfachmann/zur Restaurantfachfrau gibt es keine gesetzlich vorgeschriebenen Schulabschlüsse. In der Praxis bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe Bewerber/innen mit einem mittleren Bildungsabschluss. Pflicht ist eine Bescheinigung des Gesundheitsamtes gemäß Infektionsschutzgesetz. Hilfreich sind Freundlichkeit, Stressresistenz, körperliche Belastbarkeit und Freude am Umgang mit Menschen. Quelle: Bundesagentur für Arbeit, BERUFENET 2025
Wie viel verdient man als Restaurantfachmann/Restaurantfachfrau?
Das durchschnittliche Bruttogehalt liegt bei rund 2.641 € pro Monat (ca. 31.700 € jährlich). In tarifgebundenen Betrieben gilt der regionale DEHOGA/NGG-Tarifvertrag; in NRW beträgt der Einstiegsstundenlohn ab Juni 2025 mindestens 13,32 €. Hinzu kommt Trinkgeld, das je nach Betrieb und Serviceleistung einen spürbaren Einkommensanteil ausmachen kann. In der gehobenen Hotellerie und in Großstädten sind höhere Gehälter möglich. Quelle: StepStone 2025, DEHOGA/NGG NRW Tarifabschluss 2024
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?
Nach der Ausbildung stehen verschiedene Karrierewege offen. Beliebt sind der Fachwirt im Gastgewerbe (IHK) und die Restaurantleitung als Aufstiegspositionen. Wer in die Hotellerie wechseln möchte, kann Kenntnisse in Richtung Hotelfachmann/-frau oder Hotelkaufmann/-frau ausbauen. Auch eine Selbstständigkeit mit einem eigenen Gastronomiekonzept ist für erfahrene Fachkräfte eine Option. Quelle: DEHOGA Bundesverband, Bundesagentur für Arbeit 2025


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