Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit – Berufsbild, Ausbildung, Gehalt und Chancen am Arbeitsmarkt

Bist du gerne unterwegs, erkundest neue Freizeitaktivitäten und begeisterst andere Menschen damit? Dann ist die Berufswahl Kauffrau/Kaufmann für Touristik und Freizeit, ehemals Tourismuskaufmann/-frau wie geschaffen für dich!

In diesem Job ist es deine Aufgabe, Kunden, die ihren Urlaub planen, über Reiseangebote, Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten sowie die Freizeitgestaltung zu informieren und zu beraten. Du entwickelst attraktive Angebote und Marketingstrategien, die dazu beitragen, einen Ort bzw. eine Region touristisch spannend zu gestalten und Gäste dafür zu interessieren und bist einer der wichtigsten Ansprechpartner für Reisebüros, Freizeitveranstalter sowie für Reiseunternehmen und Hotels.

Dein Aufgabenfeld ist abwechslungsreich und vor allem kommunikativ geprägt. An der Rezeption oder am Informationsschalter stehst du Besuchern als erste Anlaufstelle zur Verfügung und gibst Auskunft über Preise, Reisezeiten oder interessante Ziele sowie über aktuell vorhandene Events und Angebote.

Doch deine Arbeit umfasst mehr als nur den direkten Kundenkontakt. So entwickelst du zielgruppenspezifische Angebote für die Freizeitgestaltung, wozu beispielsweise Wellness-Arrangements, Party-Veranstaltungen oder Sightseeing-Touren gehören, und bist für die Finanzplanung, den Schriftverkehr und die Organisation im Hinblick auf Events verantwortlich.

Mögliche Branchen, in denen Kaufleute für Touristik und Freizeit Beschäftigung finden, sind Reise- und Tourismusbüros, Hotels, Wellness-Einrichtungen, Freizeitorganisatoren oder Anbieter von Gruppenausflügen.

Video zu Ausbildung als Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit

Gehalt als Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit

Dein Gehalt beträgt im ersten Ausbildungsjahr etwa 560 bis 650 Euro brutto. Das zweite Jahr wird mit zwischen 670 und 760 Euro im Monat vergütet, und im dritten Jahr deiner Ausbildung steigt das Gehalt auf 820 bis 900 Euro an.

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung kann unterschiedlich ausfallen. Einfluss darauf üben die Region, in der du tätig bist, die Größe des Betriebes sowie eine eventuelle Tarifgebundenheit aus. Durchschnittlich ist mit 1.500 bis 2.200 Euro zu rechnen.

Bei steigender Berufserfahrung ist es möglich, eine Lohnsteigerung auf bis zu 2.600 Euro zu erhalten. Weitere positive Einflussfaktoren auf das Entgelt sind Zusatzqualifikationen und die Übernahme von mehr Verantwortung. Branchenübliche Schwankungen sind ebenfalls zu berücksichtigen. Dies alles kann Gehaltsverbesserungen bewirken, die sich mit bis zu 3.000 Euro im Monat niederschlagen.

Mit höheren Vergütungen kannst du im Öffentlichen Dienst rechnen, niedriger sind die Bezahlungen im Hotel- und Gastgewerbe sowie im Bereich Transport und Verkehr.

Ausbildung als Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit

Die IHK-geregelte Ausbildung umfasst drei Jahre und findet dual statt, sodass theoretische Inhalte in der Berufsschule und der praktische Teil über den Betrieb vermittelt werden. Mitunter ist eine Verkürzung auf 2 oder 2,5 Jahre möglich – dies hängt vom Betrieb und der Berufsschule ab.

Üblich ist es, im Laufe der Ausbildung ein Berichtsheft zu führen, in dem du deine erlernten Kenntnisse festhältst. Nach der Hälfte der Ausbildung legst du eine Zwischenprüfung ab, zum Ende die Abschlussprüfung, die mehrere schriftliche Teile und einen mündlichen Part vorsieht.

In der Schule erlernst du die grundlegenden Kenntnisse des kaufmännischen Gebiets. Dies sind das Rechnungswesen, Materialwirtschaft, Marketing oder die Personalwirtschaft. Diese Fächer befähigen dich dazu, passgenaue Angebote für Kunden zu entwickeln, Marktanalysen vorzunehmen und die Personalplanung, zum Beispiel für die Hochsaison, vorzunehmen.

Auch die Vorbereitung auf Kundenkontakte auf Deutsch und Englisch ist Teil deiner Ausbildung. Im Betrieb durchläufst du die unterschiedlichen Abteilungen, um einen umfassenden Einblick in die Tourismus- und Freizeitbranche zu erhalten. Dort erfährst du etwa, wie Belegpläne erstellt werden, was bei der Konzeption und Durchführung von Werbeaktionen zu bedenken ist und wie Veranstaltungen zu organisieren sind.

Im Laufe deiner Ausbildung hast die Wahl zwischen zwei Schwerpunktbereichen: Tourismus und Freizeit sowie Destinationsgestaltung. Letzteres umfasst Maßnahmen, die dazu dienen, einen Ort oder eine Region für Gäste attraktiv zu gestalten.

1. Ausbildungsjahr:
797 Euro
2. Ausbildungsjahr:
908 Euro
3. Ausbildungsjahr:
1.052 Euro

Eigenschaften und Voraussetzungen für die Ausbildung im Tourismus

Prinzipiell ist der Ausbildungsbeginn mit jedem Schulabschluss oder sogar ohne einen Abschluss möglich, aufgrund der hohen Nachfrage entscheiden sich jedoch viele Unternehmer für Abiturient/inn/en oder Fachabiturient/inn/en. Doch auch mit der mittleren Reife hast du reelle Chancen, einen Ausbildungsplatz zu erhalten.

Großen Wert legen Ausbildungsleiter bzw. Personalabteilungen auf gute Zensuren in Deutsch, Mathematik und Wirtschaft. Deine Englischkenntnisse sollten verhandlungssicher sein. Dazu sind eine selbstständige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise, Überzeugungsfähigkeit sowie Kommunikationsfreude und Teamfähigkeit gefragt, um Arbeitgeber von dir zu überzeugen.

Darüber hinaus solltest du Spaß an der Organisation und Planung von Veranstaltungen mitbringen und über ein offenes, freundliches Wesen verfügen. Bist du im Hotel oder auf Freizeitveranstaltungen tätig, musst du mit Arbeitszeiten rechnen, die über die üblichen Bürozeiten hinausgehen, und dich darauf einstellen, mitunter abends oder am Wochenende zu arbeiten. Flexibilität und Engagement sind also ebenfalls hilfreiche Eigenschaften.

Bewerbung als Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit

Im Rahmen deiner Bewerbung verfasst du ein Anschreiben, einen Lebenslauf und fügst den Unterlagen Zeugniskopien und ein Bewerbungsfoto bei.

Bringe im Anschreiben deine Begeisterung und Motivation für diesen Beruf zum Vorschein. Hast du Spaß daran, fremde Orte zu erkunden, arbeitest sorgfältig und interessierst dich dafür, im direkten Kundenkontakt zu arbeiten? Dies sind Argumente, die deine guten Voraussetzungen für diese Ausbildung verdeutlichen.

Der Lebenslauf kann mit allen bisherigen Tätigkeiten ergänzt werden, die für zukünftige Arbeitgeber von Bedeutung sind. Hast du schon einmal ein Praktikum im Reisebüro absolviert, die Betreuung einer Jugendgruppe übernommen oder verfügst über gute Sprachkenntnisse, etwa durch eine Sprachreise oder eine bilinguale Schulausbildung, sind dies wertvolle Informationen, die Personalentscheider von dir einnehmen.

Im Bewerbungsgespräch ist ein souveränes, freundliches und offenes Auftreten gefordert, achte hier außerdem auf eine ordentliche Erscheinung – Arbeitgeber, die im Kundenkontakt tätig sind, legen hierauf meistens einen besonders großen Wert.

Viele weitere Tipps zur Bewerbung!

Die Tourismusbranche boomt nach wie vor – und das vermehrt im Inland, denn immer mehr Menschen begeistern sich für den Urlaub im eigenen Land. Dieser Umstand hat die Jobperspektiven in Deutschland um ein Vielfaches erweitert.

Durch die Digitalisierung hat das Arbeitsfeld starke Veränderungen erfahren. Immer seltener sind Tourismuskaufleute im klassischen Reisebüro tätig, da Reisebuchungen zunehmend über das Internet vorgenommen werden. Hohe Nachfragen bestehen darüber hinaus nach attraktiven Kreuzfahrten, eine Tatsache, die unter anderem der steigenden Anzahl an Rentner/inne/n geschuldet ist.

Ein weiterer Trend, der sich auf den Bereich Tourismus und Freizeit niederschlägt, ist das steigende Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Ökologischer Tourismus, der die Zielsetzung hat, die Natur so wenig wie möglich zu schaden, diese ursprünglich zu erleben und sich der Kultur vor Ort anzupassen, erhält eine immer größere Anhängerschaft.

Beruflich weiterqualifizieren kannst du dich durch Lehrgänge, Seminare, Fortbildungen als Tourismusfachwirt/in oder mit einem Studium im Tourismusmanagement, der Betriebswirtschaftslehre sowie dem Event Management.

Quelle: Beschäftigten- und Arbeitslosen-Statistik der Bundesagentur für Arbeit (IAB Forschungsgruppe Berufliche Arbeitsmärkte).

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