Kaufmann/Kauffrau für Verkehrsservice – Ausbildung, Berufsbild, Gehalt und Voraussetzungen

Bahnhöfe üben eine besondere Faszination auf dich aus? Für dich steht der Mensch im Mittelpunkt, und auch stressige Situationen bringen dich nicht aus der Ruhe? Dann ist der Beruf als Kaufmann/-frau für Verkehrsservice genau richtig für dich.

Als Kaufmann/-frau für Verkehrsservice bist du direkter Ansprechpartner für Reisende – ob am Informations- und Servicepoint, am Bahnsteig oder direkt im Fahrzeug. Immer wenn Touristen und Pendler Fragen haben oder Hilfe bei der Reiseplanung, dem Ein- oder Umstieg brauchen, bist du zur Stelle.

Der Beruf ist abwechslungsreich: Du und dein Team sorgen mit Lautsprecheransagen, Auskünften und Dienstleistungen dafür, dass der Verkehr reibungslos läuft. Hinter den Kulissen wartet Teamarbeit – es gilt, sich mit Kolleginnen und Kollegen, Lokführern, Busfahrern oder Reiseleitern abzusprechen und Projekte für Informations- und Werbemaßnahmen zu erarbeiten.

Auch an Flughäfen, bei Seefahrtsunternehmen und in Reisebüros können Verkehrskaufleute tätig werden. Hinweis: Der Beruf wird ab dem 1. August 2026 unter dem neuen Namen „Kaufmann/-frau für Mobilität und Verkehrsservice“ mit modernisierten Ausbildungsinhalten weitergeführt (Quelle: BIBB, Pressemitteilung 05/2026). Wer 2025 oder früher beginnt, schließt noch nach der alten Ausbildungsordnung ab.

Gehalt als Kaufmann/Kauffrau für Verkehrsservice

Die Ausbildungsvergütung ist je nach Ausbildungsbetrieb unterschiedlich hoch. Bei der Deutschen Bahn AG erhalten Auszubildende ab August 2024 zwischen 1.100 und 1.324 Euro brutto monatlich (je nach Ausbildungsjahr), dazu kommt Weihnachtsgeld (Quelle: db.jobs, Stand August 2024). Im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV) und bei kommunalen Verkehrsbetrieben orientieren sich die Vergütungen am TVAöD oder vergleichbaren Tarifverträgen und liegen ähnlich. Der gesetzliche Azubi-Mindestlohn von mindestens 682 Euro monatlich im ersten Lehrjahr (Stand 2025) bildet die Untergrenze.

1. Ausbildungsjahr:
ca. 1.100 bis 1.200 Euro
2. Ausbildungsjahr:
ca. 1.200 bis 1.350 Euro
3. Ausbildungsjahr:
ca. 1.300 bis 1.531 Euro

Quelle: db.jobs (Deutsche Bahn, Stand 2024); allgemeine Marktdaten. Werte variieren je nach Tarifvertrag und Ausbildungsbetrieb. Die alte Angabe (max. 780/850/920 Euro) ist veraltet.

Nach abgeschlossener Ausbildung kannst du mit einem Einstiegsgehalt von ca. 2.400 bis 2.600 Euro brutto monatlich rechnen (Quellen: aubi-plus.de, Stand 2025; gehaltsvergleich.com). Das durchschnittliche Gehalt im Beruf liegt laut StepStone-Gehaltsreport 2025 bei rund 3.000 Euro brutto monatlich (Jahresgehalt ca. 36.000 €), mit einer Gehaltsspanne von ca. 2.425 bis 3.483 Euro. In Nordrhein-Westfalen sind mit ca. 38.976 Euro jährlich die höchsten Gehälter erzielbar. Durch Weiterbildungen und steigende Berufserfahrung kann das Einkommen deutlich über diesen Wert hinauswachsen.

Ausbildung als Kaufmann/Kauffrau für Verkehrsservice

Bei der Ausbildung als Kaufmann/-frau für Verkehrsservice handelt es sich um eine duale Berufsausbildung. Die Ausbildungsorte sind die Berufsschule sowie ein Verkehrsbetrieb (Bahn, U-Bahn, Busunternehmen o. Ä.). Die Ausbildung ist bundesweit einheitlich geregelt und dauert drei Jahre. In der Regel werden zwei Schwerpunkte angeboten, zwischen denen du dich entscheiden kannst: Sicherheit und Service sowie Verkauf und Service. Der gewählte Schwerpunkt hat Einfluss auf die Ausbildungsinhalte.

Im Schwerpunkt Sicherheit und Service liegt der Fokus im Lehrplan auf:

  • Der Sicherheit von Fahrgästen in öffentlichen Verkehrsmitteln, an Haltestellen und Bahnsteigen
  • Dem Treffen richtiger Sicherheitsvorkehrungen
  • Dem Erteilen von Auskünften an Fahrgäste
  • Der Entwicklung von Lösungsvorschlägen im Bereich Sicherheit
  • Der Bedienung und Kontrolle technischer Serviceeinrichtungen

Im Schwerpunkt Verkauf und Service stehen folgende Inhalte auf dem Lehrplan:

  • Fahrkartenverkauf
  • Reiseplanung und Tarifberatung
  • Bearbeitung von Kundenbeschwerden
  • Bearbeitung von Abonnements
  • Überprüfung von Zahlungseingängen

Die Lerninhalte werden in der Berufsschule vermittelt und im Ausbildungsbetrieb eingeübt. In der Ausbildungszeit sind Auszubildende während der praktischen Arbeit einem Team zugeordnet, das aus mindestens einem erfahrenen Facharbeiter besteht. Nach drei Jahren schließt die Ausbildung mit einer Abschlussprüfung (IHK) ab.

Zusätzlich besteht die Möglichkeit, die Zusatzqualifikation „Fremdsprache für kaufmännische Auszubildende“ zu erwerben – ein echter Vorteil auf belebten Bahnhöfen und Flughäfen mit internationalem Publikum. Wer sich für ähnliche Berufe interessiert, findet Informationen beim Zugbegleiter/Schaffner oder beim Speditionskaufmann/-frau.

Voraussetzungen für Berufe im Verkehrsservice

Um Kaufmann/-frau für Verkehrsservice zu werden, brauchst du nicht zwingend einen bestimmten Schulabschluss, da rechtlich keine bestimmte Vorbildung vorgeschrieben ist. Viele Ausbildungsbetriebe wünschen sich Bewerber/innen mit mindestens einem guten qualifizierenden Hauptschulabschluss oder – besser noch – mit mittlerer Reife (Realschulabschluss oder gleichwertigem Abschluss).

Wenn dich der Job im Verkehrsservice reizt, solltest du Spaß daran haben, Menschen zu helfen, und offen, kommunikativ sowie kunden- und serviceorientiert sein. Wichtig ist ein souveränes und ruhiges Auftreten – das kommt dir in Stoßzeiten, bei außerplanmäßigen Situationen und aufgebrachten Reisenden zugute.

Gute Deutsch- und Englischkenntnisse werden in der Reisebranche erwartet. Geografische Kenntnisse und Ortskunde sind ebenfalls von Vorteil. Auch deine körperliche Konstitution spielt eine Rolle: Verkehrskaufleute arbeiten oft im Schichtdienst und müssen an Bahnhöfen und Haltestellen mit Kälte und Wind klarkommen. Zudem solltest du robust gegenüber Infekten sein, da du täglich Kontakt zu vielen Menschen hast. Gute Augen (Brille ist in Ordnung) und Ohren sind wichtig für die Ticketkontrolle und die Kommunikation mit Fahrgästen.

Bewerbung als Kaufmann/Kauffrau für Verkehrsservice

Bei der Bewerbung um einen Ausbildungsplatz im Bereich Verkehrsservice solltest du deine Soft Skills betonen. Dazu zählen Kommunikationsfähigkeit, Freundlichkeit, Hilfsbereitschaft, eine schnelle Auffassungsgabe, Teamorientierung und Zuverlässigkeit.

Gute Umgangsformen und ein gepflegtes Äußeres sind eine Grundvoraussetzung für den Beruf – achte deshalb in deiner Bewerbung darauf, dass alles fehlerfrei und sauber formuliert ist. Auf deinem Bewerbungsfoto solltest du professionell, aber freundlich wirken.

Sprache ist für Verkehrskaufleute ein wichtiges Mittel. Neben sehr guten Deutschkenntnissen solltest du auch über solide Englischkenntnisse verfügen. Geografische Kenntnisse von Deutschland und Europa lohnt es sich, im Bewerbungsanschreiben oder im Lebenslauf besonders hervorzuheben.

Die Bewerbung muss den typischen Anforderungen entsprechen: Anschreiben, Lebenslauf und Zeugnisse (Schulabschluss, Schulzeugnisse, Nachweise über Praktika oder vorherige Ausbildungen). Achte darauf, ob der Betrieb weitere Unterlagen erwartet. Weitere Tipps findest du in unseren allgemeinen Bewerbungstipps.

Viele weitere Tipps zur Bewerbung!

Ob zu Luft oder auf der Schiene: Die Tourismusbranche boomt. Die Medien berichten regelmäßig über Rekordfahrgastzahlen – und ein Ende ist nicht in Sicht. Auch die deutschen und europäischen Emissionsreduktionsziele im Verkehrssektor sprechen für weiteres Wachstum im Bereich Bus und Bahn. Verkehrskaufleute werden deshalb in Zukunft verstärkt gebraucht.

Ein wichtiger Trend: Die Digitalisierung des öffentlichen Verkehrs. Digitale Tickets, Apps für die Reiseplanung, automatisierte Fahrgastinformationssysteme und Mobilitäts-Apps verändern das Tätigkeitsfeld. Die neue Ausbildungsordnung ab 2026 trägt dem Rechnung – unter dem Namen „Kaufmann/-frau für Mobilität und Verkehrsservice“ werden verstärkt Kompetenzen in Multimodalität, digitalem Kundenkontakt und Mobilitätsketten vermittelt (Quelle: BIBB, Stand Februar 2026).

Durch eine Weiterbildung eröffnen sich zusätzliche Joboptionen und Aufstiegsmöglichkeiten. Als Kaufmann/-frau für Verkehrsservice kann man sich beispielsweise zum Zugbegleiter/in qualifizieren oder eine Weiterbildung als Betriebswirt/-in für Verkehr oder Touristik, Fachwirt/-in für den Bahnbetrieb oder Geprüfte/r Verkehrsfachwirt/-in absolvieren, um Stellen hinter den Kulissen – etwa im Marketing oder Vertrieb von Verkehrsbetrieben – zu bekleiden.

Beschäftigungsentwicklung: Kaufleute für Verkehrsservice / ÖPNV-Branche in Deutschland (2010–2025)

Jahr Neu abgeschlossene Ausbildungsverträge Kaufmann/-frau für Verkehrsservice (ca.) Tendenz
2010 ca. 1.800 — stabiles Niveau im ÖPNV
2012 ca. 1.900 ▲ leichtes Wachstum
2014 ca. 2.000 ▲ DB und Nahverkehr bauen aus
2016 ca. 2.100 ▲ steigende Fahrgastzahlen als Treiber
2018 ca. 2.300 ▲ Ausbau ÖPNV-Infrastruktur
2020 ca. 1.900 ▼ COVID-19: Einbrüche im Reiseverkehr
2022 ca. 2.100 ▲ Erholung, Deutschlandticket angekündigt
2023 ca. 2.400 ▲ Deutschlandticket-Boom, Rekordnachfrage
2024 ca. 2.500 ▲ stabile Nachfrage, Neuordnung vorbereitet
2025 ca. 2.400 ► Übergangsphase vor neuer Ausbildungsordnung 2026

Schätzwerte auf Basis von BIBB-Daten und Branchentrends. Für den Beruf Kaufmann/-frau für Verkehrsservice liegen keine eigenständig ausgewiesenen Gesamtstatistiken im BIBB-Ranking vor. Quellen: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), BIBB-Berufesuche; Bundesagentur für Arbeit, Berufenet; ausbildungsmarkt.de (479 freie Stellen 2026). Ab 01.08.2026 Neuordnung als „Kaufmann/-frau für Mobilität und Verkehrsservice“ (BIBB, Februar 2026).

Häufige Fragen zur Ausbildung als Kaufmann/-frau für Verkehrsservice

Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau für Verkehrsservice und welche Schwerpunkte gibt es?

Die duale Ausbildung dauert drei Jahre und findet abwechselnd im Ausbildungsbetrieb (Verkehrsunternehmen wie Deutsche Bahn, Bus- oder U-Bahn-Betriebe) und in der Berufsschule statt. Es gibt zwei Schwerpunkte: Sicherheit und Service (Fokus auf Sicherheitsvorkehrungen, Fahrgastbetreuung, technische Einrichtungen) sowie Verkauf und Service (Fahrkartenverkauf, Reiseplanung, Abonnements, Kundenbeschwerden). Die Abschlussprüfung erfolgt über die IHK. Hinweis: Ab dem 1. August 2026 wird der Beruf als „Kaufmann/-frau für Mobilität und Verkehrsservice“ mit modernisierten Inhalten neu geordnet.

Wie viel verdient man als Kaufmann/-frau für Verkehrsservice während der Ausbildung und danach?

Während der Ausbildung liegt die Vergütung je nach Ausbildungsjahr und Betrieb zwischen ca. 1.100 und 1.531 Euro brutto monatlich. Bei der Deutschen Bahn gelten ab August 2024 gestaffelte Sätze in diesem Bereich, dazu kommt Weihnachtsgeld. Der gesetzliche Azubi-Mindestlohn liegt 2025 bei mindestens 682 Euro im ersten Lehrjahr. Nach der Ausbildung beträgt das Einstiegsgehalt ca. 2.400 bis 2.600 Euro brutto monatlich. Das Durchschnittsgehalt liegt laut StepStone (2025) bei rund 3.000 Euro brutto monatlich (Jahresgehalt ca. 36.000 €). In Nordrhein-Westfalen werden im Schnitt die höchsten Gehälter erzielt.

Welche Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?

Nach der Ausbildung stehen verschiedene Karrierewege offen. Mögliche Weiterbildungen sind: Fachwirt/-in für den Bahnbetrieb, Geprüfte/r Verkehrsfachwirt/-in, Betriebswirt/-in für Verkehr oder Touristik sowie branchenspezifische Fortbildungen im Bereich Mobilität und ÖPNV-Management. Eine Zusatzqualifikation als Zugbegleiter/in ist ebenfalls möglich. Darüber hinaus bieten sich mit entsprechender Hochschulzugangsberechtigung Studiengänge wie Verkehrswesen, Logistik oder BWL an. Mit wachsender Erfahrung und Weiterbildung sind Stellen im Marketing, Vertrieb oder der Betriebsleitung von Verkehrsunternehmen erreichbar.

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