Du bist gut organisiert und arbeitest gerne am Schreibtisch? Freundlichkeit und Kommunikationsfähigkeit zeichnen dich aus? Dann könnte eine Ausbildung in diesem Berufsfeld genau das Richtige für dich sein.
Wichtig: Die Berufsausbildung zur Bürokauffrau bzw. zum Bürokaufmann existiert in dieser Form nicht mehr. Im Jahr 2014 wurde dieser Ausbildungsberuf in das neue Berufsbild Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement überführt. Alle Auszubildenden, die noch nach der alten Ausbildungsordnung begonnen hatten, haben ihre Ausbildung inzwischen abgeschlossen.
Die meisten Bürokaufleute verfügen über die mittlere Reife, wobei es auch viele Auszubildende mit Hauptschulabschluss oder Berufsfachschulabschluss gibt. Die Einsatzmöglichkeiten in nahezu allen wirtschaftlichen Bereichen bieten eine gute Zukunftsperspektive. In Deutschland arbeiten rund 3,5 Millionen Bürokaufleute.
Tätigkeit als Bürokaufmann/-frau
Durch den Einsatz in unterschiedlichsten Branchen ergibt sich ein vielfältiges Betätigungsfeld. In der Regel handelt es sich um einen Bürojob ohne nennenswerte Lärm- oder Schmutzbelästigung. Die Arbeit ist stark medial geprägt und beinhaltet den täglichen Umgang mit Internet, E-Mail und Telefon. Computer und Telefon sind dabei die zentralen Arbeitsmittel.
Zu den typischen Aufgaben gehören: Rechnungen schreiben, Briefe und E-Mails verfassen, Lohn- und Gehaltsabrechnungen erstellen, Buchhaltung führen sowie Statistiken und weitere Verwaltungsaufgaben bearbeiten. Dabei ist vor allem der Umgang mit spezifischen Softwareprogrammen gefragt, die je nach Einsatzbereich variieren können. Office-Anwendungen wie Word, Excel oder PowerPoint gehören zum täglichen Handwerkszeug.
Ausbildung als Bürokaufmann/Bürokauffrau
Die Berufsausbildung umfasste einen Zeitraum von drei Jahren und schloss mit einer Abschlussprüfung ab. Es handelte sich um eine duale Ausbildung in Betrieb und Berufsschule. Da dieser Ausbildungsberuf seit 2014 nicht mehr neu besetzt wird, erfolgt die Ausbildung heute ausschließlich im Nachfolgeberuf Kaufmann/-frau für Büromanagement.
Die Ausbildungsinhalte sind beim Nachfolgeberuf vergleichbar. Bürokaufleute lernten, wie Arbeitsabläufe richtig geplant, organisiert und durchgeführt werden – von der Bearbeitung der Post über die korrekte Kontierung bis hin zur Erstellung von Texten und der Datenerfassung.
Im Bereich der Personalverwaltung gehörte zum Beispiel die Bearbeitung von Bewerbungen und Personaldaten zum Aufgabengebiet. In der Lagerhaltung lagen Schwerpunkte auf der Erfassung und Kontrolle von Materialbeständen.
In der Berufsschule wurden die theoretischen Grundlagen in Fächern wie Rechnungswesen, Informationsverarbeitung und Wirtschaftslehre vermittelt, ergänzt durch allgemeinbildende Fächer wie Deutsch und Mathematik.
Eigenschaften und Voraussetzungen
Gerade in diesem Beruf spielen Soft Skills eine große Rolle. Angehende Bürokaufleute sollten über gute Kenntnisse der deutschen Sprache in Wort und Schrift verfügen. Ein ausgeprägtes Talent für Ordnung und Organisation ist ebenso unerlässlich wie ein Sinn für Zahlen und wirtschaftliche Zusammenhänge.
Ob im Handel, im Handwerk oder in der Industrie – Bürokaufleute haben stets Kontakt mit internen und externen Ansprechpartnern. Deshalb sind Freundlichkeit, Kommunikationsstärke und ein sicheres Auftreten besonders gefragt.
Bewerbung als Bürokaufmann/Bürokauffrau
Die Bewerbung für ein Praktikum, eine Lehrstelle oder auf Stellenangebote kann in diesem Bereich postalisch oder als Online-Bewerbung erfolgen – wobei die Rekrutierung heute überwiegend über das Internet stattfindet.
Erstelle deine Bewerbung in jedem Fall sorgfältig. Das Anschreiben ist genormt und stellt dich mit deiner Motivation und Qualifikation in den Vordergrund. Eine positive und authentische Selbstdarstellung ist dabei besonders wichtig.
Der tabellarische Lebenslauf ist klar strukturiert und enthält persönliche Daten wie Geburtsdatum, Geburtsort und Familiensituation. Schulische und berufliche Stationen werden in chronologischer Reihenfolge aufgeführt und kurz erläutert.
Größere Unternehmen rekrutieren teilweise ausschließlich über das Internet. Informiere dich daher vorab über die gewünschte Form der Bewerbungsunterlagen – dies ist oft bereits im Stellenangebot angegeben.
Gehalt als Bürokaufmann/-frau
Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt im Durchschnitt bei rund 2.000 bis 2.500 Euro brutto pro Monat, abhängig von Branche, Region und Unternehmensgröße. Ein Urlaubsanspruch von ca. 30 Tagen ist üblich, kann jedoch je nach Tarifvertrag variieren.
Eine tarifliche Vergütung kann deutlich höher ausfallen und mehr als 3.000 Euro brutto monatlich betragen. In der Praxis orientieren sich viele Unternehmen jedoch nicht am Tarifvertrag.
Generell richtet sich das Gehalt nach Einsatzbereich und Verantwortungsgrad: Je höher die übertragene Verantwortung, desto höher in der Regel auch die Vergütung. Mit wachsender Berufserfahrung und Weiterbildungen – etwa zum Fachwirt oder zur Fachwirtin – sind deutlich bessere Verdienstmöglichkeiten erreichbar.
Häufige Fragen zum Beruf Bürokaufmann/-frau
Gibt es die Ausbildung zur Bürokauffrau bzw. zum Bürokaufmann noch?
Nein. Die Ausbildung zur Bürokauffrau bzw. zum Bürokaufmann wurde 2014 eingestellt und durch den modernen Nachfolgeberuf Kaufmann/-frau für Büromanagement ersetzt. Im Zuge der Neuordnung wurden auch die früheren Berufe Kaufmann/-frau für Bürokommunikation und Fachangestellte/r für Bürokommunikation in diesen einheitlichen Ausbildungsberuf zusammengeführt. Wer heute einen vergleichbaren Büroberuf erlernen möchte, bewirbt sich auf Ausbildungsplätze im Bereich Büromanagement.
Welchen Schulabschluss braucht man für die Ausbildung im Büromanagement (Nachfolgeberuf des Bürokaufmanns)?
Formal ist für die Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau für Büromanagement kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben. In der Praxis bevorzugen die meisten Ausbildungsbetriebe jedoch Bewerber/innen mit mittlerer Reife (Realschulabschluss). Auch mit einem guten Hauptschulabschluss oder einem Berufsfachschulabschluss sind Chancen auf einen Ausbildungsplatz vorhanden – insbesondere bei kleineren Betrieben oder im Handwerksbereich. Größere Unternehmen, Banken und Verwaltungen stellen häufig nur Bewerber/innen mit mittlerem Bildungsabschluss oder (Fach-)Abitur ein.
Was verdient man im Büromanagement nach der Ausbildung?
Das durchschnittliche Einstiegsgehalt nach der Ausbildung zum/zur Kaufmann/-frau für Büromanagement liegt zwischen 2.200 und 2.700 Euro brutto pro Monat. Mit steigender Berufserfahrung, Weiterbildungen (etwa zum/zur Geprüften Fachwirt/in für Büro- und Projektorganisation) oder einer Tätigkeit in einem tarifgebundenen Unternehmen sind 3.000 bis 3.500 Euro brutto monatlich erreichbar. Im öffentlichen Dienst (TVöD) erfolgt die Eingruppierung üblicherweise in den Entgeltgruppen 5 bis 6, was Bruttogehältern zwischen rund 2.930 und 3.730 Euro entspricht (Stufen 1 bis 6, Stand 2025). Branche, Region und Unternehmensgröße haben erheblichen Einfluss – in westdeutschen Ballungsräumen liegen die Gehälter im Schnitt deutlich über denen in Ostdeutschland.
Ähnliche Berufsbilder:



(10 Bewertung(en), durchschnittlich: 3,90 von 5)