Informatikkaufmann / Informatikkauffrau – Beruf, Ausbildung, Gehalt und Bewerbung

Mit dem PC bist du aufgewachsen? Technologie und digitale Systeme faszinieren dich, und du kannst dir gut vorstellen, im IT-Bereich zu arbeiten, möchtest aber nicht jahrelang dafür studieren? Dann könnte dieser Beruf eine interessante Alternative für dich sein.

Wichtiger Hinweis: Seit dem 1. August 2020 wurde die Ausbildung zum Informatikkaufmann / zur Informatikkauffrau im Rahmen der Neuordnung der IT-Berufe durch die neue Berufsbezeichnung „Kaufmann/Kauffrau für Digitalisierungsmanagement“ abgelöst. Die Ausbildungsinhalte wurden an moderne Anforderungen wie Industrie 4.0, Mobile Computing, IT-Sicherheit und soziale Kompetenzen angepasst. In vielen Stellenanzeigen und im allgemeinen Sprachgebrauch sind beide Bezeichnungen noch geläufig. (Quelle: BIBB – Bundesinstitut für Berufsbildung, 2020)

Wir erläutern dir nachfolgend, welche Aufgaben du im Berufsalltag zu erledigen hast, wie die Verdienst- und Berufsaussichten aussehen und wie du diesen Abschluss erwirbst.

Gehalt als Informatikkaufmann/-frau (Kaufmann/Kauffrau für Digitalisierungsmanagement)

Die Ausbildungsvergütung orientiert sich am Tarifvertrag des jeweiligen Ausbildungsbetriebs. Im Tarifgebiet der Metall- und Elektroindustrie beträgt die Vergütung laut aktuellen Daten (Stand 2025) im ersten Ausbildungsjahr durchschnittlich rund 1.258 Euro brutto, im zweiten Lehrjahr rund 1.312 Euro brutto und im dritten Lehrjahr rund 1.383 Euro brutto monatlich. In anderen Branchen oder nicht tarifgebundenen Betrieben kann die Vergütung abweichen. (Quellen: Bundesagentur für Arbeit / Berufenet; it-abschlusspruefung.de, Stand 01/2025)

Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit durchschnittlich bei rund 3.063 Euro brutto monatlich (ca. 36.756 Euro jährlich). Das Median-Bruttogehalt für erfahrene Kräfte beträgt laut gehalt.de rund 4.820 Euro monatlich (ca. 59.772 Euro jährlich). Das untere Quartil liegt bei 4.254 Euro, das obere bei 5.462 Euro brutto. Mit steigender Berufserfahrung und in spezialisierten Positionen – besonders im Marketing, Vertrieb oder in der kaufmännischen Administration – sind deutlich höhere Gehälter erreichbar. (Quellen: gehalt.de, myStipendium auf Basis Entgeltatlas BfA, Stand 2025)

Regionale Unterschiede sind erheblich: In Baden-Württemberg und Berlin werden überdurchschnittlich hohe Gehälter erzielt. In Ostdeutschland liegt das Durchschnittsgehalt mit rund 3.924 Euro monatlich teils deutlich unter dem westdeutschen Schnitt von 4.347 Euro. Die Tarifbindung des Arbeitgebers und die Unternehmensgröße spielen ebenfalls eine wichtige Rolle.

Ausbildung als Informatikkaufmann/-frau (Kaufmann/Kauffrau für Digitalisierungsmanagement)

Die Ausbildung erfolgt auf dualem Weg: Theoretische Fachkenntnisse werden in der Berufsschule vermittelt, den praktischen Teil erlernt man im Ausbildungsbetrieb. Die Ausbildungsdauer beträgt in der Regel drei Jahre. In Einzelfällen ist eine Verkürzung auf zwei bis 2,5 Jahre möglich, wenn entsprechende Vorkenntnisse oder überdurchschnittliche Leistungen vorliegen.

Im ersten Ausbildungsjahr werden grundlegende Kenntnisse vermittelt: Aufbau und Funktion von Computern, Hard- und Softwareanwendungen, elektrotechnische Grundkenntnisse, Informationsverarbeitung von IT-Systemen, Codes und Zahlensysteme sowie grundlegende Digitaltechnik. Den kaufmännischen Bereich decken Kenntnisse über Geschäftsprozesse und Organisation ab.

Im weiteren Verlauf werden vernetzte IT-Systeme, Server, Endgeräte und Netzwerkbetriebssysteme erläutert. Im kaufmännischen Bereich stehen Markt- und Kundenbeziehungen, Kundenberatung und die Planung von IT-Systemen für Unternehmen im Mittelpunkt. Produkte und Anbieter werden analysiert, Angebote erstellt und Möglichkeiten der Finanzierung vermittelt.

Im Betrieb ermittelt man den IT-Bedarf des Ausbildungsbetriebs, organisiert die entsprechenden Systeme und erarbeitet die dazugehörigen Softwarebeschreibungen für die Anwender. Neben der Systemverwaltung können auch hauseigene IT-Hilfsprogramme entwickelt, Anwenderschulungen durchgeführt und Datenschutzfragen bearbeitet werden. Datenschutz und IT-Sicherheit sind seit der Reform 2020 deutlich stärker im Lehrplan verankert.

Die Abschlussprüfung erfolgt seit der Reform 2020 als gestreckte Abschlussprüfung in zwei zeitlich getrennten Teilen. Der erste Prüfungsteil findet bereits nach dem zweiten Ausbildungsjahr statt und geht mit 40 Prozent in die Gesamtnote ein. Der zweite Teil am Ende der Ausbildungszeit fließt mit 60 Prozent in das Gesamtergebnis ein. Die Prüfung wird bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer (IHK) abgelegt.

Informatikkaufleute und Kaufleute für Digitalisierungsmanagement sind gesuchte Fachkräfte – wie im gesamten IT-Bereich herrscht ein deutlicher Fachkräftemangel. Die Chancen auf dem Arbeitsmarkt stehen gut und werden sich durch die fortschreitende Digitalisierung aller Wirtschaftsbereiche auf absehbare Zeit weiterhin positiv entwickeln.

Voraussetzungen und Eigenschaften in der Informatik

Formal ist mindestens ein Hauptschulabschluss erforderlich, um eine Ausbildungsstelle beginnen zu können. In der Praxis bringen die meisten Auszubildenden jedoch einen Realschulabschluss oder das (Fach-)Abitur mit. Viele Ausbildungsbetriebe setzen inzwischen sogar einen sehr guten Realschulabschluss oder Abitur voraus.

Gute Kenntnisse in Mathematik sind empfehlenswert, um im kaufmännischen Bereich sicher agieren, Kostenanalysen akkurat durchführen und komplexe IT-Anwendungen verstehen zu können. Grundlegende Informatikkenntnisse sind von großem Vorteil, um sich nicht alles erst während der Ausbildung erarbeiten zu müssen.

Ebenso wichtig sind gute Deutsch- und Englischkenntnisse – gerade in der IT sind viele Anwendungen und Dokumentationen auf Englisch. Kommunikationsfähigkeit und sichere Umgangsformen sind unverzichtbar, um Kundentermine wahrnehmen, Anwenderschulungen durchführen und in Verhandlungen bestehen zu können. Kaufmännisches und wirtschaftliches Denken sowie eine sorgfältige Arbeitsweise runden das ideale Profil ab.

Bewerbung als Informatikkaufmann/-frau

Die Bewerbung für eine Ausbildungsstelle ist an den auszubildenden Betrieb zu richten. Während viele zunächst an große IT-Unternehmen denken, können auch Unternehmen aus Industrie, Handel, Gesundheitswesen, Banken oder der öffentlichen Verwaltung interessante Ausbildungsplätze bieten – überall dort, wo IT-Fachkräfte die Digitalisierung von Geschäftsprozessen voranbringen.

Ausbildende Betriebe schalten in der Regel vor Ausbildungsbeginn entsprechende Anzeigen, auf die man sich bewerben kann. Es lohnt sich jedoch auch, Eigeninitiative zu zeigen und sich auf nicht ausgeschriebene Ausbildungsstellen zu bewerben. In jedem Fall sollte man sich rechtzeitig bewerben, da der Semesterbeginn der Berufsschulen zeitlich festgelegt ist.

Die Bewerbung selbst erfolgt heute überwiegend auf elektronischem Weg und sollte ein überzeugendes Bewerbungsanschreiben, einen aussagekräftigen tabellarischen Lebenslauf sowie alle relevanten Zeugnisse und Zusatzqualifikationen enthalten. IT-Vorkenntnisse, absolvierte Praktika in technischen oder kaufmännischen Unternehmen sowie Engagement in der Schule sind wertvolle Pluspunkte in der Bewerbung.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks!

Zukunft und Trends für das Berufsbild

Gute Fachkräfte im Bereich IT und Digitalisierungsmanagement werden überall gesucht. Kaum ein Unternehmen kann heute noch ohne digitale Prozesse und IT-Systeme arbeiten – und genau hier kommen Kaufleute für Digitalisierungsmanagement ins Spiel. Die Digitalisierung aller Wirtschaftsbereiche sorgt dafür, dass Experten an der Schnittstelle zwischen IT und Betriebswirtschaft besonders gefragt sind – von KMUs bis hin zu Großkonzernen.

Aktuelle Trends, die das Berufsbild prägen, sind Cloud-Computing, Künstliche Intelligenz, Cybersecurity, Datenanalyse und die Automatisierung von Geschäftsprozessen. Wer sich in diesen Bereichen weiterbildet, hat hervorragende Karrierechancen. Verwandte Berufe wie IT-Administrator/in oder IT-Systemelektroniker/in bieten ähnliche Perspektiven im technischen Bereich.

Wer sich beruflich weiterentwickeln möchte, hat die Möglichkeit, eine Weiterbildung zum Fachwirt für Computermanagement, zum Betriebswirt für Informationsverarbeitung oder zum IT-Kundenbetreuer anzustreben. Auch ein Studium im Bereich Wirtschaftsinformatik oder Informatik ist möglich. Der Einstieg in Führungspositionen gelingt über entsprechende Erfahrung und gezielte Weiterqualifizierung.

Beschäftigungsentwicklung: Informatikkaufleute / Kaufleute für Digitalisierungsmanagement in Deutschland 2010–2025

Beschäftigte 2010
ca. 42.000
Beschäftigte 2024
ca. 72.000
Wachstum 2010–2024
+71 %

Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (Informatikkaufleute / KfDM inkl. IT-Systemkaufleute, in Tsd., gerundet)

2010: 42 Tsd., 2011: 44 Tsd., 2012: 46 Tsd., 2013: 48 Tsd., 2014: 51 Tsd., 2015: 54 Tsd., 2016: 57 Tsd., 2017: 61 Tsd., 2018: 64 Tsd., 2019: 67 Tsd., 2020: 68 Tsd., 2021: 69 Tsd., 2022: 70 Tsd., 2023: 71 Tsd., 2024: 72 Tsd., 2025: 75 Tsd.

Quellen: Bundesagentur für Arbeit (Entgeltatlas, Berufsgruppe IT-Kaufleute inkl. Informatikkaufleute / Kaufleute für Digitalisierungsmanagement und IT-Systemkaufleute), BIBB. Ab 2020 gilt die neue Berufsbezeichnung „Kaufmann/Kauffrau für Digitalisierungsmanagement“. Werte für 2010–2019 auf Basis verfügbarer BA-Daten interpoliert. Angaben für 2024/2025 geschätzt. Stand: 2025.


Häufige Fragen zum Beruf Informatikkaufmann/-frau

Gibt es die Ausbildung zum Informatikkaufmann/-frau noch?

Nein, die Ausbildungsbezeichnung „Informatikkaufmann/-frau“ existiert seit dem 1. August 2020 offiziell nicht mehr. Sie wurde im Rahmen der Neuordnung der IT-Berufe durch die neue Berufsbezeichnung „Kaufmann/Kauffrau für Digitalisierungsmanagement“ (KfDM) abgelöst. Die Ausbildungsinhalte wurden dabei an moderne Anforderungen wie Industrie 4.0, Mobile Computing, IT-Sicherheit und soziale Kompetenzen angepasst. In Stellenanzeigen und im allgemeinen Sprachgebrauch werden beide Bezeichnungen jedoch noch oft synonym verwendet. (Quelle: BIBB, 2020)

Wie viel verdient man als Informatikkaufmann/-frau nach der Ausbildung?

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt laut Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit durchschnittlich bei rund 3.063 Euro brutto monatlich. Das Median-Bruttogehalt für erfahrene Kräfte beträgt laut gehalt.de rund 4.820 Euro monatlich (ca. 59.772 Euro jährlich). Mit steigender Berufserfahrung, Spezialisierung und in größeren Unternehmen sind deutlich höhere Gehälter möglich. Regionale Unterschiede sind erheblich: In Baden-Württemberg und Berlin werden höhere Gehälter erzielt als in Ostdeutschland. (Quellen: gehalt.de, Bundesagentur für Arbeit, Stand 2025)

Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?

Nach der Ausbildung stehen verschiedene Karrierewege offen: Möglich sind Weiterbildungen zum Fachwirt für Computermanagement, zum Betriebswirt für Informationsverarbeitung oder zum IT-Kundenbetreuer. Wer eine Führungsposition anstrebt, kann die Weiterbildung zum Fachwirt oder Betriebswirt (IHK) absolvieren. Ein anschließendes Studium in Wirtschaftsinformatik, Informatik oder Betriebswirtschaft bietet zusätzliche akademische Karrierechancen. Wer sich auf Fachthemen wie Cloud-Computing, KI, Cybersecurity oder Datenanalyse spezialisiert, verbessert seine Chancen und sein Gehaltspotenzial erheblich.

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