Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit – Berufsbild, Ausbildung, Gehalt, Aufgaben und Voraussetzungen

Bist du gerne unterwegs, erkundest neue Freizeitaktivitäten und begeisterst andere Menschen damit? Dann ist die Ausbildung zur Kauffrau/zum Kaufmann für Tourismus und Freizeit – ehemals Tourismuskaufmann/-frau – wie geschaffen für dich!

In diesem Job ist es deine Aufgabe, Kunden, die ihren Urlaub planen, über Reiseangebote, Veranstaltungen und Sehenswürdigkeiten sowie über Freizeitmöglichkeiten zu informieren und zu beraten. Du entwickelst attraktive Angebote und Marketingstrategien, die dazu beitragen, einen Ort oder eine Region touristisch interessant zu gestalten, und bist einer der wichtigsten Ansprechpartner für Reisebüros, Freizeitveranstalter sowie Reiseunternehmen und Hotels.

Dein Aufgabenfeld ist abwechslungsreich und vor allem kommunikativ geprägt. An der Rezeption oder am Informationsschalter stehst du Besuchern als erste Anlaufstelle zur Verfügung und gibst Auskunft über Preise, Reisezeiten, interessante Ziele sowie aktuell vorhandene Events und Angebote.

Doch deine Arbeit umfasst mehr als nur den direkten Kundenkontakt: Du entwickelst zielgruppenspezifische Angebote für die Freizeitgestaltung – von Wellness-Arrangements über Party-Veranstaltungen bis hin zu Sightseeing-Touren – und bist für die Finanzplanung, den Schriftverkehr und die Organisation von Events verantwortlich.

Mögliche Branchen, in denen Kaufleute für Tourismus und Freizeit Beschäftigung finden, sind Reise- und Tourismusbüros, Hotels, Wellness-Einrichtungen, Freizeitorganisatoren oder Anbieter von Gruppenausflügen. Ähnliche Berufsbilder findest du bei Hotelfachfrau/-mann oder Reiseleiter/in.

Gehalt und Ausbildungsvergütung als Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit

Die Ausbildungsvergütung variiert je nach Branche, Bundesland und tariflicher Bindung. Laut aktuellen Marktdaten (Stand 2025) liegt sie im Gastgewerbe/Tourismus im ersten Ausbildungsjahr zwischen 800 und 1.150 Euro brutto monatlich, im zweiten Jahr zwischen 900 und 1.300 Euro und im dritten Jahr zwischen 1.000 und 1.400 Euro (Quelle: tourismus-studieren.de, Stand 2025). Im öffentlichen Dienst sind die Sätze nach TVAöD festgelegt und liegen höher: 1.218 € / 1.268 € / 1.314 € je Ausbildungsjahr. Der gesetzliche Azubi-Mindestlohn beträgt ab 2025 mindestens 682 Euro monatlich im ersten Lehrjahr.

Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung hängt von der Region, der Betriebsgröße und der tariflichen Bindung ab. Laut aubi-plus.de (Stand 2025) kannst du mit einem Einstiegsgehalt von ca. 2.472 Euro brutto monatlich rechnen. Das Durchschnittsgehalt in diesem Beruf liegt bei rund 2.386 bis 3.127 Euro brutto monatlich, je nach Quelle und Berufserfahrung (Quellen: gehaltsvergleich.com; ausbildungskompass.de, Stand 2024/2025). Besonders erfahrene Fachkräfte erreichen bis zu 3.811 Euro monatlich. Im öffentlichen Dienst liegen die Gehälter in der Regel über denen im Hotel- und Gastgewerbe.

Positive Einflussfaktoren auf das Entgelt sind Zusatzqualifikationen, die Übernahme von mehr Verantwortung sowie der Abschluss von Weiterbildungen wie dem Tourismusfachwirt.

Ausbildungsvergütung 1. Jahr:
800–1.150 Euro (Gastgewerbe)
1.218 Euro (öffentlicher Dienst)
Ausbildungsvergütung 2. Jahr:
900–1.300 Euro (Gastgewerbe)
1.268 Euro (öffentlicher Dienst)
Ausbildungsvergütung 3. Jahr:
1.000–1.400 Euro (Gastgewerbe)
1.314 Euro (öffentlicher Dienst)

Quelle: tourismus-studieren.de und TVAöD, Stand 2025. Die Werte sind Orientierungsrahmen; die tatsächliche Vergütung variiert je nach Betrieb, Branche und Bundesland.

Ausbildung als Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit

Die IHK-geregelte Ausbildung umfasst drei Jahre und findet dual statt – theoretische Inhalte werden in der Berufsschule vermittelt, der praktische Teil über den Ausbildungsbetrieb. Mitunter ist eine Verkürzung auf 2 oder 2,5 Jahre möglich; dies hängt vom Betrieb und der Berufsschule ab.

Üblich ist es, im Laufe der Ausbildung ein Berichtsheft zu führen, in dem du deine erlernten Kenntnisse festhältst. Nach der Hälfte der Ausbildung legst du eine Zwischenprüfung ab, zum Ende die Abschlussprüfung, die mehrere schriftliche Teile und einen mündlichen Part vorsieht.

In der Schule erlernst du die grundlegenden Kenntnisse des kaufmännischen Bereichs: Rechnungswesen, Materialwirtschaft, Marketing und Personalwirtschaft. Diese Fächer befähigen dich, passgenaue Angebote für Kunden zu entwickeln, Marktanalysen vorzunehmen und die Personalplanung – etwa für die Hochsaison – durchzuführen. Auch die Vorbereitung auf Kundenkontakte auf Deutsch und Englisch ist Teil deiner Ausbildung.

Im Betrieb durchläufst du die unterschiedlichen Abteilungen und erhältst einen umfassenden Einblick in die Tourismus- und Freizeitbranche: von der Erstellung von Belegplänen über die Konzeption von Werbeaktionen bis hin zur Organisation von Veranstaltungen.

Im Laufe deiner Ausbildung hast du die Wahl zwischen zwei Schwerpunktbereichen: Tourismus und Freizeit sowie Destinationsgestaltung. Letzteres umfasst Maßnahmen, die dazu dienen, einen Ort oder eine Region für Gäste attraktiv zu gestalten. Wer sich für breit aufgestellte kaufmännische Ausbildungen interessiert, findet auch beim Kaufmann/-frau für Verkehrsservice oder beim Speditionskaufmann/-frau interessante Alternativen.

Eigenschaften und Voraussetzungen als Tourismusfachkraft

Prinzipiell ist der Ausbildungsbeginn mit jedem Schulabschluss möglich; aufgrund der hohen Nachfrage bevorzugen viele Unternehmen jedoch Bewerber/innen mit Abitur oder Fachhochschulreife. Aber auch mit der mittleren Reife hast du reelle Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

Großen Wert legen Ausbildungsleiter und Personalabteilungen auf gute Noten in Deutsch, Mathematik und Wirtschaft. Verhandlungssichere Englischkenntnisse sind unverzichtbar – in der Praxis kommen oft weitere Fremdsprachenkenntnisse wie Spanisch oder Französisch hinzu.

Dazu sind eine selbstständige und verantwortungsbewusste Arbeitsweise, Überzeugungsfähigkeit sowie Kommunikationsfreude und Teamfähigkeit gefragt. Darüber hinaus solltest du Spaß an der Organisation und Planung von Veranstaltungen mitbringen und über ein offenes, freundliches Wesen verfügen.

Bist du im Hotel oder auf Freizeitveranstaltungen tätig, musst du mit Arbeitszeiten rechnen, die über die üblichen Bürozeiten hinausgehen, und dich darauf einstellen, mitunter abends oder am Wochenende zu arbeiten. Flexibilität und Engagement sind daher ebenfalls wichtige Eigenschaften.

Bewerbung als Kaufmann/Kauffrau für Tourismus und Freizeit

Im Rahmen deiner Bewerbung verfasst du ein Anschreiben, einen Lebenslauf und fügst Zeugniskopien sowie ein Bewerbungsfoto bei.

Bringe im Anschreiben deine Begeisterung und Motivation für diesen Beruf zum Ausdruck. Hast du Spaß daran, fremde Orte zu erkunden, arbeitest sorgfältig und interessierst dich für die direkte Arbeit mit Menschen? Dies sind Argumente, die deine guten Voraussetzungen für diese Ausbildung verdeutlichen.

Der Lebenslauf kann mit allen bisherigen Tätigkeiten ergänzt werden, die für zukünftige Arbeitgeber von Bedeutung sind. Hast du schon einmal ein Praktikum im Reisebüro absolviert, die Betreuung einer Jugendgruppe übernommen oder verfügst über gute Sprachkenntnisse durch eine Sprachreise oder eine bilinguale Schulausbildung? Das sind wertvolle Informationen, die Personalentscheider beeindrucken.

Im Vorstellungsgespräch ist ein souveränes, freundliches und offenes Auftreten gefragt – achte außerdem auf eine ordentliche Erscheinung. Arbeitgeber, die im Kundenkontakt tätig sind, legen hierauf besonders großen Wert.

Viele weitere Tipps zur Bewerbung als Freizeitkaufmann/Freizeitkauffrau!

Die Tourismusbranche boomt – und das besonders im Inland: Im Jahr 2024 wurde mit 496,1 Millionen Übernachtungen ein neuer Rekord in Deutschland aufgestellt, der das Vorkrisenniveau von 2019 erstmals übertraf (Quelle: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, 2025). Dies hat die Jobperspektiven für Tourismusfachkräfte in Deutschland deutlich gestärkt.

Durch die Digitalisierung hat das Arbeitsfeld tiefgreifende Veränderungen erfahren. Immer seltener sind Kaufleute für Tourismus und Freizeit im klassischen Reisebüro tätig, da Reisebuchungen zunehmend online vorgenommen werden. Online-Buchungsplattformen, Social-Media-Marketing und digitale Destinationsvermarktung gehören heute zu den Kernkompetenzen im Beruf.

Ein bedeutender Trend ist das wachsende Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Ökotourismus: Reisende wünschen sich Angebote, die die Natur schonen, authentische Erlebnisse vor Ort ermöglichen und lokale Kulturen respektieren. Fachkräfte, die nachhaltige Tourismuskonzepte entwickeln können, sind besonders gefragt.

Weitere Wachstumsfelder sind Kreuzfahrten, Wellness-Tourismus, Erlebnisreisen und Stadtentwicklungs-Tourismus. Beruflich weiterqualifizieren kannst du dich durch Lehrgänge, Seminare und Fortbildungen als Tourismusfachwirt/in oder mit einem Studium im Tourismusmanagement, der Betriebswirtschaftslehre oder im Event Management.

Beschäftigungsentwicklung in der Tourismus- und Freizeitbranche Deutschland (2010–2025)

Jahr Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte im Gastgewerbe & Tourismus (ca.) Tendenz
2010 ca. 980.000 — stabiles Ausgangsniveau
2012 ca. 1.030.000 ▲ kontinuierliches Wachstum
2014 ca. 1.090.000 ▲ Binnentourismus legt zu
2016 ca. 1.150.000 ▲ Reisebranche boomt
2018 ca. 1.230.000 ▲ Rekordjahr vor Pandemie
2020 ca. 840.000 ▼ COVID-19: massive Einbrüche
2022 ca. 1.050.000 ▲ starke Erholung post-COVID
2023 ca. 1.140.000 ▲ Rückkehr auf Vorkrisenniveau
2024 ca. 1.180.000 ▲ Übernachtungsrekord in Deutschland
2025 (Prog.) ca. 1.200.000 ▲ weiteres Wachstum erwartet

Beschäftigte umfassen das gesamte Gastgewerbe und die Reisebranche; für den Beruf Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit liegen keine eigenständigen Gesamtstatistiken vor. Quellen: Statistisches Bundesamt, Monatserhebung Gastgewerbe; Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Tourismus 2025; Bundesagentur für Arbeit. Ab 2020 COVID-bedingte Sonderentwicklung. Werte für 2025 sind Prognosen.

Häufige Fragen zur Ausbildung als Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit

Wie lange dauert die Ausbildung zur/zum Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit und welchen Schulabschluss brauche ich?

Die duale Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und findet abwechselnd im Ausbildungsbetrieb und in der Berufsschule statt. Eine Verkürzung auf 2 oder 2,5 Jahre ist unter bestimmten Voraussetzungen möglich. Rechtlich ist kein bestimmter Schulabschluss vorgeschrieben, in der Praxis bevorzugen viele Betriebe jedoch Bewerber/innen mit Abitur oder Fachhochschulreife. Auch mit der mittleren Reife hast du reelle Chancen. Die Abschlussprüfung erfolgt über die zuständige IHK und setzt sich aus mehreren schriftlichen Teilen und einem mündlichen Part zusammen.

Wie viel verdient man als Kaufmann/-frau für Tourismus und Freizeit während der Ausbildung und danach?

Die Ausbildungsvergütung liegt im Gastgewerbe und Tourismus im ersten Jahr zwischen 800 und 1.150 €, im zweiten zwischen 900 und 1.300 € und im dritten zwischen 1.000 und 1.400 € brutto monatlich. Im öffentlichen Dienst beträgt sie nach TVAöD 1.218 € / 1.268 € / 1.314 €. Der gesetzliche Mindestlohn für Azubis gilt ab 2025 mit mindestens 682 € im ersten Lehrjahr. Nach der Ausbildung liegt das Einstiegsgehalt bei ca. 2.400 bis 2.500 € brutto monatlich, das Durchschnittsgehalt bei ca. 2.400 bis 3.100 €. Erfahrene Fachkräfte können bis zu 3.800 € erreichen. (Quellen: tourismus-studieren.de, ausbildungskompass.de, Stand 2025)

Welche Karriere- und Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der Ausbildung?

Nach der Ausbildung stehen vielfältige Wege offen. Durch Fortbildungen als Tourismusfachwirt/in oder als Eventmanager/in lässt sich das Gehalt deutlich steigern. Ein Studium im Tourismusmanagement, der Betriebswirtschaftslehre oder im Event Management öffnet die Türen zu Führungspositionen. Spezialisierungen sind unter anderem in den Bereichen nachhaltiger Tourismus, Kreuzfahrtmanagement, Destinationsmarketing, Online-Tourismus-Vertrieb und Eventorganisation möglich. Unter bestimmten Voraussetzungen ist ein Studium auch ohne klassische Hochschulzugangsberechtigung möglich.

Ähnliche Berufsbilder wie Tourismusfachkraft:

Wie hat dir der Beitrag gefallen?

1 Stern2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (5 Bewertung(en), durchschnittlich: 3,20 von 5)