Ökonom/in – Berufsbild, Studium, Ausbildung, Gehalt und Perspektive in der Ökonomie

Du verfügst über gute Mathematikkenntnisse sowie ein ausgeprägtes Organisationstalent und interessierst dich sehr für Wirtschaftsprognosen? Vielleicht ist dann eine Karriere als Ökonom/in die passende Berufswahl für dich. Ökonominnen und Ökonomen beschäftigen sich mit ökonomischen Fragestellungen und erforschen betriebsübergreifende sowie gesamtwirtschaftliche Problemstellungen.

Das Studium der Wirtschaftswissenschaften umfasst Bereiche der Betriebswirtschaftslehre (BWL) und der Volkswirtschaftslehre (VWL). Du lernst, wie ökonometrische Methoden eingesetzt werden, um ökonomische und wirtschaftstheoretische Modelle zu analysieren und Prognosen zu wirtschaftlichen Entwicklungen zu erstellen.

Während des Studiums kannst du dich auf bestimmte Bereiche spezialisieren und so deinen späteren Karriereweg gezielt planen. Spezialisierungsmöglichkeiten gibt es beispielsweise in den Bereichen Unternehmensberatung, Controlling, Finanzmarktanalyse oder Vermögensberatung. Da Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler über ein breites Wissen zu unterschiedlichen Wirtschaftstheorien, Methoden der Unternehmensführung und zahlreichen weiteren Gebieten verfügen, stehen ihnen viele Tätigkeitsfelder und Branchen offen – von der wissenschaftlichen Karriere über Tätigkeiten in der öffentlichen Verwaltung oder bei Sozialversicherungsträgern, Versicherungen und Kreditinstituten bis zu Führungspositionen in Industrie- und Dienstleistungsunternehmen.

Gehalt als Ökonom/in

Als Ökonom/in stehen dir zahlreiche Berufsfelder in unterschiedlichen Branchen offen. Die Höhe des Einkommens hängt von Branche, Berufserfahrung, Standort, Unternehmensgröße, Abschluss und Position ab. Die Angaben verschiedener Gehaltsportale weichen deutlich voneinander ab, weil sie unterschiedliche Tätigkeiten und Erfahrungsniveaus erfassen – von Sachbearbeitungspositionen bis hin zu leitenden Rollen in der Unternehmensberatung oder Finanzbranche.

Einstiegsgehalt: Laut Indeed liegt das durchschnittliche Jahreseinstiegsgehalt für Wirtschaftswissenschaftler/innen bei rund 38.710 Euro brutto (Stand 2025). Gehaltsreporter.de gibt für Bachelor-Absolventinnen und -Absolventen im Einstieg ca. 48.000 Euro an, für den Masterabschluss sind es im Durchschnitt etwas über 50.000 Euro (Stand 2024/2025). jobvector (2026) nennt für Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ein durchschnittliches Einstiegsgehalt von 58.815 Euro jährlich (ca. 4.901 Euro/Monat) – dieser Wert bezieht sich auf die breitere Gruppe der Wirtschaftswissenschaftler inkl. erfahrener Stellen. Berufseinsteiger mit Bachelor sollten für die ersten Jahre realistischerweise mit 38.000 bis 48.000 Euro rechnen.

Durchschnittsgehalt: StepStone (2025/2026) gibt für Ökonom/in ein Durchschnittsgehalt von rund 49.500 Euro jährlich (4.125 Euro/Monat) an, mit einer Spanne von 43.000 bis 60.600 Euro. Für Wirtschaftswissenschaftler/innen allgemein liegt der StepStone-Schnitt bei 48.900 Euro. jobvector (2026) kommt auf einen Durchschnitt von 65.000 Euro jährlich (5.417 Euro/Monat), was den höheren Erfahrungsstufen und spezialisierten Rollen entspricht. Bei Tarifbindung (z. B. öffentlicher Dienst, TV-L oder TVöD) ist eine klar strukturierte Vergütung mit guter Planbarkeit möglich.

Einkommensstarke Segmente: In der Unternehmensberatung sind 5.000 Euro monatlich und deutlich mehr realistisch. Glassdoor (Stand September 2025, n = 14 Angaben) nennt für Ökonominnen und Ökonomen einen Durchschnitt von 63.500 Euro mit einer typischen Spanne von 57.325 bis 94.000 Euro jährlich. Mit Führungsverantwortung steigt das Gehalt laut jobvector auf durchschnittlich 73.481 Euro jährlich. Eine Promotion wirkt sich in den meisten Fällen positiv auf das Einkommen aus.

Quellen: Indeed, Wirtschaftswissenschaftler Gehalt 2025; StepStone, Ökonom/in 2025/2026 und Wirtschaftswissenschaftler/in 2025/2026; jobvector, Wirtschaftswissenschaftler Gehalt 2026; Glassdoor, Ökonom Deutschland (Stand September 2025, n = 14); gehaltsreporter.de, Absolventengehälter 2024/2025.

Studium und Ausbildung als Ökonom/in

Mögliche Studiengänge als Voraussetzung für die spätere Tätigkeit als Ökonom/in sind Wirtschaftswissenschaften, Ökonomie oder Economics (Politische Ökonomie). Das Bachelorstudium hat eine Regelstudienzeit von sechs Semestern (3 Jahre); je nach Hochschule kann das Studium auch auf sieben oder acht Semester ausgelegt sein. Hinweis: Im Originaltext waren fälschlicherweise sechs Monate statt sechs Semester angegeben – korrekt sind sechs bis acht Semester. Nach erfolgreichem Abschluss erhältst du den Titel Bachelor of Science (seltener: Bachelor of Arts).

Wenn du eine Führungsposition anstrebst oder eine wissenschaftliche Laufbahn planst, solltest du anschließend einen Masterstudiengang absolvieren, mit dem du dich auf thematische Schwerpunkte spezialisieren kannst. In der Regel dauert das Masterstudium vier Semester. Während des Studiums erwirbst du umfangreiche Kenntnisse aus den Bereichen BWL und VWL, differenziertes Wissen zu Themen wie Unternehmensführung und Arbeitsmarktpolitik sowie Grundlagen in Statistik, Rechnungswesen und Rechtswissenschaften. Du lernst wichtige Analysemethoden sowie unterschiedliche Modelle und Theorien kennen.

Zu den gängigen Studieninhalten der Ökonomie zählen Wirtschaftstheorie, Wirtschaftspolitik, Wirtschaftsrecht, Absatz- und Finanzwirtschaft, Statistik, Finanzierung und Investition, Unternehmensführung, Mikro- und Makroökonomik, Mathematik sowie Wirtschaftsenglisch. An vielen Hochschulen gehören Praktika sowie Betriebsbesichtigungen zum Studiengang. Besonders empfehlenswert ist ein Auslandsaufenthalt während des Studiums, da er deine Chancen auf eine leitende Position in einem internationalen Unternehmen deutlich erhöht.

Das Studium der Ökonomie umfasst viele Bereiche und ist sehr vielschichtig. Bereits während des Studiums solltest du Praktika durchführen und genau überlegen, welcher Bereich für dich besonders anspricht.

Eigenschaften und Voraussetzungen für die Ökonomie

Wenn du als Ökonom/in arbeiten möchtest, ist der Abschluss eines grundständigen Studiums erforderlich. Für den Zugang zum Studium an einer Universität benötigst du die allgemeine oder fachgebundene Hochschulreife; mit der Fachhochschulreife kannst du das Studium an einer Fachhochschule aufnehmen. Da Wirtschaftsstudiengänge generell sehr beliebt sind, gibt es an einigen Hochschulen zusätzliche Zulassungsverfahren oder einen Numerus Clausus (NC). Wenn du später Führungsverantwortung übernehmen möchtest, ist je nach geplantem Karrierepfad zusätzlich zum Bachelor der Mastertitel empfehlenswert oder erforderlich.

Du solltest über mathematisches Verständnis, eine analytische Denkweise sowie ein ausgeprägtes Interesse an wirtschaftlichen Zusammenhängen verfügen. Kaufmännische Fähigkeiten, Leistungs- und Einsatzbereitschaft sind ebenso vorteilhaft wie englische Sprachkenntnisse, da ein Großteil der relevanten Fachliteratur auf Englisch verfasst ist. Besonders wichtig sind zudem sorgfältige Arbeitsweise, Zielstrebigkeit, Durchhaltevermögen, Verantwortungsbewusstsein und eine kundenorientierte Einstellung.

Für den Karriereschritt in Richtung Forschung und Wissenschaft ist eine Promotion in der Regel unverzichtbar. Wer als Hochschulprofessor/in tätig werden möchte, benötigt zusätzlich eine Habilitation. Auch ohne Promotion verbessern gezielte Weiterbildungen – etwa zum/zur Wirtschaftsprüfer/in oder Controller/in – die Karrierechancen erheblich.

Bewerbung als Ökonom/in

Bei der Bewerbung ist Sorgfalt ein besonders wichtiger Aspekt. Rechtschreibung und Grammatik sollten absolut fehlerlos sein. Formuliere dein Bewerbungsschreiben jeweils individuell auf die ausgeschriebene Stelle hin, da dies dein Interesse am Beruf und am Unternehmen unterstreicht. Schildere deine Kenntnisse und Fähigkeiten und begründe überzeugend, warum du die Idealbesetzung bist. Informiere dich vorab genau über die Stellenbeschreibung und das Unternehmen.

Im tabellarischen Lebenslauf listest du stichpunktartig wichtige Daten, den schulischen und akademischen Werdegang sowie absolvierte Praktika und Nebentätigkeiten auf. Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums ist in diesem Berufsfeld besonders relevant und gehört ausdrücklich in den Lebenslauf. Ebenfalls wichtig sind Sprachkenntnisse, EDV-Kenntnisse – insbesondere in Tabellenkalkulationsprogrammen, Statistiksoftware und ERP-Systemen – sowie besondere Fähigkeiten, Zertifikate und Hobbys. Relevante Zeugniskopien sind obligatorisch.

Tipps und Vorlagen zur Bewerbungserstellung!

Die Berufsaussichten für Ökonominnen und Ökonomen sind ausgezeichnet und langfristig stabil. Laut der Bundesagentur für Arbeit (BA-Akademikerbericht 2024/2025) übten 2024 rund 1,5 Millionen Expertinnen und Experten einen wirtschaftswissenschaftlichen Beruf sozialversicherungspflichtig aus. Im Verlauf der letzten zehn Jahre gab es einen kräftigen Zuwachs von fast einem Drittel. Gegenüber dem Vorjahr ist die Zahl 2024 erneut um 2 Prozent gewachsen. Wirtschaftswissenschaftliche Berufe gehörten dabei zu den wichtigsten Treibern des gesamten Beschäftigungsplus bei Akademikerinnen und Akademikern. Eindeutiger Aufgabenschwerpunkt ist die Unternehmensführung, -beratung und -verwaltung, in der mehr als die Hälfte aller Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler tätig ist.

Mit einem Mastertitel erhöhst du deine Chancen auf lukrative Managementpositionen deutlich. Du kannst dich mit Fort- und Weiterbildungen auf Bereiche wie Controlling, Vertrieb oder Finanzmarktanalyse spezialisieren und dich beispielsweise zum/zur Wirtschaftsprüfer/in ausbilden lassen. Wenn du eine wissenschaftliche Laufbahn an einer Hochschule anstrebst, ist in der Regel eine Promotion erforderlich, und als Hochschulprofessor/in benötigst du eine Habilitation. Eine selbstständige Tätigkeit – etwa als Berater/in oder durch Gründung einer eigenen Unternehmensberatung – ist ebenfalls eine attraktive Option.

Wirtschaftswissenschaftler/innen in wirtschaftswiss. Berufen in Deutschland 2010–2025

Beschäftigte 2014
ca. 1,15 Mio.
Beschäftigte 2020
ca. 1,35 Mio.
Beschäftigte 2024
ca. 1,5 Mio.
Wachstum 10 J.
ca. +33 %

Sozialversicherungspflichtig beschäftigte Expertinnen/Experten in wirtschaftswiss. Berufen, Deutschland
2010: 1100000, 2014: 1150000, 2020: 1350000, 2024: 1500000
Wirtschaftswiss. Berufe, svp. Expertinnen/Experten, Deutschland
Prognose/Schätzung 2025

Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Akademikerbericht 2024/2025 (Blickpunkt Arbeitsmarkt, Mai 2025): rund 1,5 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in wirtschaftswissenschaftlichen Berufen 2024, Zuwachs von fast einem Drittel in den letzten zehn Jahren (+2 % gegenüber 2023); Bundesagentur für Arbeit, Akademikerbericht 2024 (Blickpunkt Arbeitsmarkt, Mai 2024): wirtschaftswiss. Berufe unter den größten Treibern des Beschäftigungsplus. Hinweis: Die Kategorie „wirtschaftswissenschaftliche Berufe“ der BA umfasst alle Fachkräfte, Spezialisten und Expertinnen/Experten mit wirtschaftswiss. Abschluss auf Expertenniveau (Anforderungsniveau 4). Werte für 2010–2013, 2015–2019, 2021–2023 und 2025 interpoliert/geschätzt. Ankerwerte: 2014 ≈ 1,13 Mio. (rückgerechnet aus +1/3 über 10 Jahre bis 2024), 2020 ≈ 1,35 Mio. (Zwischenwert), 2024 = 1,5 Mio. (BA-Angabe). Alle Angaben gerundet und ohne Gewähr. Stand: April 2025.


Häufig gestellte Fragen (FAQ) zum Beruf Ökonom/in

Was ist der Unterschied zwischen Ökonom/in, Betriebswirt/in und Volkswirt/in?

Die Bezeichnung „Ökonom/in“ ist ein Oberbegriff und wird für Personen verwendet, die ein wirtschaftswissenschaftliches Studium absolviert haben. Betriebswirtschaftslehre (BWL) fokussiert sich auf die Steuerung und Optimierung von Unternehmen – Controlling, Marketing, Rechnungswesen, Personalwesen und Unternehmensführung gehören zu den typischen Tätigkeitsfeldern. Volkswirtschaftslehre (VWL) beschäftigt sich dagegen mit gesamtwirtschaftlichen Zusammenhängen, Marktmechanismen, Wirtschaftspolitik und ökonomischen Modellen. Ein allgemeiner Studiengang in „Wirtschaftswissenschaften“ oder „Economics“ verbindet beide Disziplinen und schafft eine breite Basis. Viele Hochschulen bieten zudem spezialisierte Masterstudiengänge an, in denen VWL, BWL und Ökonomie in Verbindung mit Bereichen wie Finanzmarkt, Gesundheitsökonomie oder Umweltökonomie angeboten werden. In der Praxis bestimmt die erste Berufsposition nach dem Studium oft die weitere Karrierespezialisierung – nicht der Studientitel allein. Quellen: gehalt.de, Wirtschaftswissenschaftler/in; indeed.de, Wirtschaftswissenschaftler Karriere-Guide.

Was verdient man als Ökonom/in – und welche Faktoren bestimmen das Gehalt am stärksten?

Das Gehalt als Ökonom/in variiert je nach Branche, Abschluss, Erfahrung und Position erheblich. Als Berufseinsteiger/in nach dem Bachelor sind laut Indeed rund 38.710 Euro jährlich realistisch; nach dem Masterstudium liegen die Einstiegsgehälter laut gehaltsreporter.de im Schnitt über 50.000 Euro. StepStone (2025/2026) nennt für Ökonominnen und Ökonomen ein Durchschnittsgehalt von 49.500 Euro jährlich (43.000–60.600 Euro Spanne). jobvector (2026) gibt für Wirtschaftswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler einen Durchschnitt von 65.000 Euro an, für Führungskräfte sogar 73.481 Euro. Die wichtigsten Gehaltstreiber sind: (1) Branche – Unternehmensberatung, Finanz- und Versicherungswesen sowie die Erdölbranche zahlen am besten, die öffentliche Verwaltung nach Tarif strukturiert und planbar. (2) Abschluss – Master und Promotion sind klar im Vorteil. (3) Unternehmensgröße – In kleineren Unternehmen (unter 100 MA) ist das Gehalt laut Indeed im Schnitt rund 43.248 Euro; in großen Unternehmen deutlich höher. (4) Spezialisierung – gezieltes Fachwissen z. B. in Finanzmarktanalyse, Wirtschaftsprüfung oder Controlling steigert das Gehalt erheblich. Quellen: Indeed, Wirtschaftswissenschaftler 2025; StepStone, Ökonom/in 2025/2026; jobvector 2026; gehaltsreporter.de 2024/2025.

Wie sind die Berufsaussichten für Ökonominnen und Ökonomen 2025?

Die Berufsaussichten sind sehr gut. Laut Bundesagentur für Arbeit (BA-Akademikerbericht 2024/2025) übten 2024 rund 1,5 Millionen Expertinnen und Experten einen wirtschaftswissenschaftlichen Beruf aus – ein Wachstum von fast einem Drittel innerhalb von zehn Jahren. Die Beschäftigtenzahl wuchs 2024 trotz konjunktureller Schwäche nochmals um 2 Prozent. Die Arbeitslosenquote für Akademikerinnen und Akademiker lag mit 2,9 Prozent 2024 weiterhin im Bereich der Vollbeschäftigung. Größter Tätigkeitsschwerpunkt ist die Unternehmensführung, -beratung und -verwaltung (über 50 % aller Stellen), gefolgt von Handel/Vertrieb/Logistik (ca. 25 %) und Finanzdienstleistungen/Rechnungswesen (ca. 20 %). Trotz verhaltener Konjunktur 2024/2025 zählten wirtschaftswissenschaftliche Berufe zu den am stärksten wachsenden Beschäftigungsfeldern unter Akademikerinnen und Akademikern. Quellen: Bundesagentur für Arbeit, Blickpunkt Arbeitsmarkt Akademiker 2025; BA-Berufsgruppen-Bericht Wirtschaftswissenschaften 2024/2025.

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