Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung – Ausbildung, Berufsbild, Gehalt, Voraussetzungen

Du interessierst dich für Computer und Software, hast ein Faible für Mathematik und suchst nach einem zukunftssicheren Job in der IT-Branche? Dann ist vielleicht Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung genau die richtige Berufswahl. In diesem Beruf konzipierst und realisierst du Softwareanwendungen, die explizit den individuellen Anforderungen des Kunden entsprechen.

Zu den weiteren Aufgaben gehören der Test und die Verbesserung bestehender Anwendungen, die Anwendung spezieller Software-Entwicklungswerkzeuge sowie das Einsetzen von Methoden zur Planung, Durchführung und Kontrolle unterschiedlicher Projekte. Als ausgebildete/r Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung stellst du dich jeden Tag neuen Herausforderungen und entwickelst für deine Kunden anwendungsgerechte Bedienoberflächen.

Die Nutzung unterschiedlicher Programmiersprachen – darunter heute gefragte Sprachen wie Python, Java, JavaScript oder C# – stellt für Fachinformatiker/innen Anwendungsentwicklung kein Problem dar. Die Beratung, Betreuung und Schulung von Softwareanwendern ist ebenfalls eine wichtige Aufgabe dieser qualifizierten Fachkräfte.

Auch nach dem Ende der Ausbildung lernst du kontinuierlich dazu, da dieser Beruf aufgrund innovativer Neuentwicklungen – etwa im Bereich Cloud Computing, KI-gestützte Entwicklung und agile Methoden – ständig neuen Herausforderungen ausgesetzt ist. Die Recherche einschlägiger Fachliteratur und das Verfolgen aktueller Technologietrends gehören daher untrennbar zum Berufsalltag.

Gehalt als Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung

Wie viel du nach deiner erfolgreich absolvierten Ausbildung verdienst, hängt von einer ganzen Reihe unterschiedlicher Kriterien ab. Entscheidend ist unter anderem, ob dein Arbeitgeber tarifgebunden ist. Auch die Branche, die Betriebsgröße sowie der Standort des Unternehmens wirken sich auf die Höhe deines Einkommens aus.

Als Berufseinsteiger/in liegt dein monatliches Gehalt aufgrund der noch fehlenden Berufserfahrung in der Regel zwischen 2.200 und 3.200 Euro brutto. Die Gehälter sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen, da qualifizierte IT-Fachkräfte stark nachgefragt werden.

Mit steigender Berufserfahrung klettert dein Gehalt in der Regel weiter. Im Durchschnitt ist ein Bruttoverdienst von rund 3.500 Euro üblich. Durch Weiterbildungen kannst du je nach Branche auf über 4.500 Euro kommen, und mit abgeschlossenem Studium sowie einer Führungsposition sind monatliche Bruttogehälter von 5.500 Euro und mehr möglich.

Ausbildung als Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung

Die Ausbildung zum/zur Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung erfolgt dual und dauert drei Jahre. Im Betrieb lernst du, was beim Umgang mit Kunden beachtet werden muss und welche Schritte bei der Bearbeitung unterschiedlicher Projekte erforderlich sind. Nach und nach wirst du in das Team integriert und wirkst zunehmend an praxisnahen IT-Lösungen mit.

In der Berufsschule wird dir das theoretische Grundwissen vermittelt. Dazu gehören wichtige Kenntnisse zu Entwicklung und Bereitstellung von Anwendungssystemen, Datenbankdesign sowie Softwarearchitektur. Da ein großer Teil der einschlägigen Fachliteratur auf Englisch verfasst ist, wird fachbezogenes Englisch gezielt unterrichtet. Mathematik schult dein logisches Denken und hilft dir, komplexe Zusammenhänge zu durchdringen.

Die Höhe der Ausbildungsvergütung hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Generell werden in der Industrie etwas höhere Gehälter gezahlt als im Handwerk. Nachstehend findest du einen Überblick über die durchschnittlichen Einkommensspannen während der Ausbildung:

1. Ausbildungsjahr:
650 bis 1.050 Euro
2. Ausbildungsjahr:
700 bis 1.100 Euro
3. Ausbildungsjahr:
750 bis 1.200 Euro

Voraussetzungen und Eigenschaften für Fachinformatiker/innen

Eine bestimmte Schulbildung ist nicht vorgeschrieben, die meisten Arbeitgeber bevorzugen jedoch eine fachgebundene oder allgemeine Hochschulreife. Wer mit sehr guten Noten in Mathematik und Englisch sowie ersten Kenntnissen im Bereich Informatik überzeugen kann, hat auch mit einem guten Realschulabschluss gute Chancen auf einen Ausbildungsplatz.

Selbstverständlich sind logisches Denken und echtes Interesse an IT-Themen wichtige Grundvoraussetzungen. Da du im Berufsalltag häufig langwierige Fehlersuchen durchführen wirst, sind außerdem Geduld, Durchhaltevermögen und Sorgfalt gefragt. Technisches Verständnis, Handgeschick und eine ausgeprägte Lernbereitschaft runden das Profil ab.

Da du neuartige Softwarelösungen für Kunden entwickeln wirst, spielen auch Kreativität, kundenorientiertes Denken und kommunikative Fähigkeiten eine wichtige Rolle – sowohl im direkten Kundenkontakt als auch bei der Arbeit im Team.

Bewerbung als Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung

Bei der Zusammenstellung deiner Bewerbungsunterlagen ist Sorgfalt unbedingt erforderlich. Nachlässigkeit wirft ein schlechtes Bild auf deine Arbeitseinstellung. Neben dem Anschreiben und dem tabellarischen Lebenslauf gehören Kopien der aktuellen Zeugnisse sowie Nachweise über absolvierte Praktika und Nebenjobs zu den obligatorischen Unterlagen.

Informiere dich vorab gründlich über das Unternehmen und nutze diese Kenntnisse, um dein gezieltes Interesse an der Stelle zu unterstreichen. Schildere deine Kenntnisse und Fähigkeiten im Bewerbungsschreiben präzise und überzeuge den potenziellen Arbeitgeber davon, dass du die Idealbesetzung für die Stelle als Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung bist. Hebe dabei ruhig eigene Programmierprojekte, GitHub-Repositories oder absolvierte Online-Kurse hervor – das zeigt Initiative.

Im tabellarischen Lebenslauf vermittelst du einen stichpunktartigen Einblick in deinen bisherigen Werdegang. Relevante Angaben sind insbesondere deine schulische Laufbahn, Nebenjobs, Praktika, Interessen, Fremdsprachenkenntnisse und Hobbys – gerne auch IT-bezogene Freizeitprojekte.

Weitere Bewerbungstipps und Tricks!

Zukunft und Trends in der Anwendungsentwicklung

Die IT-Branche boomt und der Fachkräftemangel ist spürbar: Fachinformatiker/innen Anwendungsentwicklung zählen zu den gefragtesten Berufsgruppen Deutschlands. Nach der Ausbildung stehen dir Tätigkeitsfelder in vielen Branchen offen – von Softwareunternehmen über IT-Dienstleister bis hin zur IT-Abteilung großer Konzerne oder öffentlicher Einrichtungen.

Besonders zukunftsträchtige Felder sind derzeit die KI-gestützte Softwareentwicklung, Cloud-Entwicklung (AWS, Azure, Google Cloud), DevOps sowie IT-Sicherheit. Wer sich in diesen Bereichen weiterbildet, sichert sich hervorragende Karrierechancen.

Mit einer Weiterbildung zum/zur staatlich geprüften Techniker/in Fachrichtung Informatik oder zum/zur IT-Sicherheitsbeauftragten kannst du in höhere Positionen aufsteigen. Ebenfalls möglich ist die Weiterbildung zum/zur zertifizierten Softwareentwickler/in oder zum/zur Fachwirt/in Computer-Management.

Wer eine Führungsposition anstrebt, dem empfiehlt sich ein anschließendes Studium – etwa in Wirtschaftsinformatik, Informatik, E-Business oder Software Engineering. Eine weitere Option ist der Weg in die Selbstständigkeit mit einem Softwareunternehmen oder IT-Dienstleistungsbetrieb.

Häufige Fragen zum Beruf Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung

Wie lange dauert die Ausbildung zum/zur Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung?

Die duale Ausbildung zum/zur Fachinformatiker/in Anwendungsentwicklung dauert regulär drei Jahre. Bei sehr guten Leistungen kann die Ausbildungszeit auf Antrag auf zweieinhalb Jahre verkürzt werden. Die Ausbildung findet parallel im Betrieb und in der Berufsschule statt.

Welche Programmiersprachen lernt man in der Ausbildung zum Fachinformatiker Anwendungsentwicklung?

Die vermittelten Programmiersprachen hängen vom Ausbildungsbetrieb ab. Häufig gelehrt werden Java, Python, JavaScript, C# und SQL. Ergänzend kommen Themen wie Webentwicklung, objektorientierte Programmierung, Datenbankdesign und Versionsverwaltung (z. B. Git) hinzu. Die Berufsschule vermittelt grundlegende Konzepte, der Betrieb praxisorientiertes Fachwissen.

Was ist der Unterschied zwischen Fachinformatiker Anwendungsentwicklung und Systemintegration?

Fachinformatiker/innen Anwendungsentwicklung entwickeln und programmieren Softwarelösungen und Anwendungen gemäß Kundenanforderungen. Fachinformatiker/innen Systemintegration hingegen planen, installieren und betreuen IT-Infrastrukturen wie Netzwerke, Server und Betriebssysteme. Beide Berufe sind eigenständige Ausbildungsberufe und seit der Neuordnung 2020 um weitere Spezialisierungen wie Daten- und Prozessanalyse sowie digitale Vernetzung ergänzt worden.

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