Bist du vielleicht ein begnadeter „Coder“, kennst den Computer und seine Komponenten in- und auswendig und möchtest gerne beruflich etwas in diesem Bereich machen? Dann ist eine Ausbildung bzw. ein Studium zum/zur Informatiker/in vielleicht genau das Richtige für dich.
Programme schreiben, Anwendungen verbessern und Netzwerksysteme aufstellen – das alles und noch viel mehr kann das Aufgabengebiet als Informatiker/in sein. Der Bedarf an IT-Fachkräften ist enorm: Laut Bitkom fehlen in Deutschland aktuell rund 109.000 IT-Spezialist/innen (Stand 2025), und 85 Prozent der Unternehmen beklagen einen Mangel an qualifiziertem Personal in diesem Bereich.
Wir möchten dir bei der Entscheidungsfindung helfen und erläutern dir nachfolgend, welche Voraussetzungen du für eine Ausbildung als Informatiker/in bzw. ein Informatik-Studium mitbringen musst, wie die Ausbildung aufgebaut ist und welche berufliche Perspektive du später voraussichtlich haben wirst.
Gehalt als Informatiker/in
Ausbildungsvergütung gibt es nur bei einer betrieblichen Ausbildung (z. B. als Fachinformatiker/in) oder einem dualen Studium der Informatik. Im Vollzeitstudium bist du entweder auf BAföG, ein Stipendium oder eigene finanzielle Reserven angewiesen.
Die Ausbildungsvergütung für IT-Berufe wie Fachinformatiker/in liegt tariflich (Metall- und Elektroindustrie) bei durchschnittlich ca. 1.050 bis 1.260 Euro im ersten Ausbildungsjahr, ca. 1.100 bis 1.310 Euro im zweiten Ausbildungsjahr und ca. 1.150 bis 1.445 Euro im dritten Ausbildungsjahr (brutto/Monat). In kleineren Betrieben ohne Tarifbindung kann die Vergütung auch darunter liegen, darf jedoch die gesetzliche Mindestausbildungsvergütung nicht unterschreiten.
Gehaltsübersicht Informatiker/in (brutto/Jahr): Einstieg (Bachelor): ca. 42.000–48.000 € | Einstieg (Master): ca. 48.000–55.000 € | Durchschnitt: ca. 52.000–60.000 € | Erfahren (10+ Jahre): ca. 65.000–80.000 € | Führungspositionen: bis über 100.000 €
Nach erfolgreich abgeschlossenem Studium ist – je nach Abschluss, Fachrichtung, Branche und Betrieb – ein Einstiegsgehalt zwischen 42.000 und 55.000 Euro brutto im Jahr üblich. Bachelor-Absolvent/innen starten im Schnitt bei rund 45.000 Euro, Master-Absolvent/innen bei etwa 50.000 bis 55.000 Euro. Mit fortschreitender Berufserfahrung steigt das Gehalt deutlich an. Das durchschnittliche Jahresgehalt für Informatiker/innen liegt laut aktuellen Erhebungen bei rund 52.000 bis 60.000 Euro brutto. Erfahrene Fachkräfte mit über zehn Jahren Berufspraxis erreichen Gehälter zwischen 65.000 und 80.000 Euro im Jahr, in Führungspositionen sind auch Einkommen von über 100.000 Euro jährlich möglich.
Entscheidend für die Gehaltshöhe sind unter anderem die Branche (besonders gut vergütet: Automobilindustrie, Consulting, Banken/Versicherungen), die Unternehmensgröße, die Region (Süd- und Westdeutschland zahlen tendenziell mehr) und die individuelle Spezialisierung. Die bestbezahlten Branchen für IT-Einsteiger/innen sind laut get-in-IT das Consulting (ca. 59.800 €/Jahr) sowie die Automobilindustrie (ca. 51.800 €/Jahr).
Quellen: StepStone Gehaltsreport 2026, get-in-IT Gehaltsübersicht 2025/26, Jobted 2026, meingehalt.net 2026, Entgeltatlas der Bundesagentur für Arbeit, BIBB Ausbildungsvergütungen 2025
Ausbildung und Studium als Informatiker/in
Der klassische Weg zum/zur Informatiker/in führt über ein Hochschulstudium der Informatik. Das Bachelorstudium dauert in der Regel sechs bis acht Semester (drei bis vier Jahre) und schließt mit dem Titel Bachelor of Science (B.Sc.) ab. Viele Studierende absolvieren anschließend noch ein Masterstudium über vier weitere Semester und erwerben den Master of Science (M.Sc.). Ein Fernstudium der Informatik ist ebenfalls möglich und bietet Berufstätigen die Chance, sich parallel weiterzuqualifizieren.
Eine besonders attraktive Alternative ist das duale Studium der Informatik. Hier bist du Student/in an einer Hochschule und sammelst gleichzeitig praktische Erfahrung in einem Ausbildungsbetrieb. Der Vorteil: Du kannst mit einem dualen Studiengang eine Doppelqualifikation erlangen – zum einen den Bachelor-Abschluss und zum anderen den Titel als Fachinformatiker/in. Da nicht alle ausbildenden Betriebe diese Möglichkeit bieten, sollte im Vorfeld nachgefragt werden, wenn du Wert auf die Doppelqualifikation legst.
Das Studium bietet unterschiedliche Fachrichtungen, auf die du dich spezialisieren kannst. Dazu gehören die angewandte Informatik, Wirtschaftsinformatik, Medieninformatik, Bioinformatik, IT-Sicherheit sowie die Schwerpunkte Systemadministration oder Softwareentwicklung. Zu den Lehrinhalten gehören mathematisch-theoretische und technische Grundlagen, Kenntnisse in der Anwendungsentwicklung und im Software-Engineering mit verschiedenen Betriebssystemen, Datenbanken und Netzwerken. Zusätzlich stehen Programmiersprachen und -techniken wie Python, Java, C++ oder JavaScript auf dem Studienplan. Da IT-Sicherheit und Künstliche Intelligenz massiv an Bedeutung gewinnen, sind diese Themenfelder inzwischen fester Bestandteil nahezu aller Informatikstudiengänge.
Alternativ zum Studium kannst du über eine duale Berufsausbildung in die IT einsteigen, etwa als Fachinformatiker/in (Fachrichtung Anwendungsentwicklung oder Systemintegration), als IT-Systemelektroniker/in oder als Kaufmann/-frau für Digitalisierungsmanagement. Die Ausbildung dauert in der Regel drei Jahre und wird dual in Betrieb und Berufsschule durchgeführt.
Voraussetzungen und Eigenschaften für die Informatik-Ausbildung
Um ein Informatikstudium beginnen zu können, benötigst du die allgemeine Hochschulreife (Abitur) oder die Fachhochschulreife. Für ein duales Studium erwarten die Ausbildungsunternehmen in der Regel bereits erste Kenntnisse und Erfahrungen im IT-Bereich sowie gute Noten in Mathematik, Deutsch und Englisch, um auch die komplexen Programmiersprachen verstehen und anwenden zu können.
Analytisches und logisches Denkvermögen zählt zu den wichtigsten persönlichen Voraussetzungen. Du solltest Freude daran haben, komplexe Probleme systematisch zu lösen, und ein gutes Verständnis für abstrakte Strukturen mitbringen. Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und sorgfältiges Arbeiten sind zusätzliche Anforderungen, die du erfüllen solltest. Englischkenntnisse sind in der Informatik nahezu unverzichtbar, da Fachliteratur, Dokumentationen und internationale Teamkommunikation überwiegend auf Englisch stattfinden.
Von Vorteil – um dir das Lernen zu erleichtern – sind erste Kenntnisse in einzelnen Programmiersprachen. Diese werden aber nicht zwingend vorausgesetzt. Auch ein Praktikum oder ein Nebenjob im IT-Bereich vor dem Studium kann dir helfen, die richtige Fachrichtung zu finden. Für die duale Berufsausbildung als Fachinformatiker/in reicht formal ein mittlerer Schulabschluss, wobei die meisten Betriebe Bewerber/innen mit Abitur oder Fachabitur bevorzugen.
Bewerbung als Informatiker/in
Die Bewerbung für ein Informatikstudium erfolgt in der Regel direkt an der (Fach-)Hochschule. Besonders wichtig ist hier die Einhaltung der Bewerbungsfrist, da es in der Regel mehr Bewerber/innen als Studienplätze gibt und die Hochschulen eine gewisse Vorlaufzeit zur Bearbeitung benötigen.
Einzureichen sind – wie bei einem Unternehmen auch – ein Anschreiben mit tabellarischem Lebenslauf, alle notwendigen Zeugnisse und Abschlüsse (häufig in beglaubigter Form) und alle relevanten, erworbenen Zusatzzertifikate. An einigen Hochschulen ist es notwendig, ein Bewerbungsverfahren zu durchlaufen. Auch wenn dies nicht die Regel ist, solltest du dich dennoch gut darauf vorbereiten. In erster Linie geht es dabei um die Motivation, die Beweggründe, Wünsche und Ziele, die du hast und weshalb du gerade an dieser Universität und diesem Studiengang teilnehmen möchtest.
Den Platz in einem Ausbildungsbetrieb musst du in der Regel selbst suchen. Hier werden ebenfalls ein motivierendes Bewerbungsschreiben mit lückenlosem Lebenslauf, der Studiennachweis und alle relevanten vorherigen Zeugnisse und Abschlüsse verlangt. In IT-Unternehmen darf die Bewerbung überwiegend per E-Mail eingereicht werden. Um sicherzugehen, solltest du dich darüber jedoch im Vorfeld informieren. Immer häufiger werden Bewerber/innen im IT-Bereich zusätzlich zu einem technischen Gespräch oder einer Coding-Challenge eingeladen – bereite dich darauf vor, deine Programmierfähigkeiten unter Beweis zu stellen. Tipps zum Vorstellungsgespräch helfen dir, dich optimal auf solche Gespräche vorzubereiten.
Zukunft und Trends zum IT-Studium
Big Data, Smart Homes, Apps und auch die KI (Künstliche Intelligenz) sind aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken und werden für Unternehmen und Wirtschaft immer wichtiger. Durch den steigenden Grad der Digitalisierung werden Fachkräfte händeringend gesucht. Laut Bitkom liegt der aktuelle Bedarf an IT-Fachkräften in der deutschen Wirtschaft bei rund 1,29 Millionen, und dieser soll bis 2040 auf ca. 1,92 Millionen steigen.
Dem/der ausgelernten Informatiker/in stehen nach dem IT-Studium viele Türen offen. Du kannst dich unter anderem in der Medizin und Pharmaindustrie, im Handel, in großen Wirtschaftskanzleien, bei Banken und Versicherungen oder in Agenturen bewerben. Viele Informatiker/innen zieht es als Administrator/in oder Softwareentwickler/in zu großen und kleinen IT-Unternehmen, beispielsweise zu einem Rechenzentrum oder einem Software-Hersteller.
Besonders zukunftsträchtige Spezialisierungen: Künstliche Intelligenz und Machine Learning, Cloud Computing und DevOps, IT-Security und Cyber-Abwehr, Data Science und Big Data, Quantencomputing sowie Embedded Systems und IoT.
Für Studierende der Informatik ist es schon während des Studiums sinnvoll, sich nicht nur auf den eigenen Fachbereich zu konzentrieren, sondern auch ein Auge auf die einzelnen Unternehmensstrukturen zu haben. So kannst du später praxisnahe IT-Lösungen entwickeln, da du die Zusammenhänge im Unternehmen verstehst und dich so unersetzlich für den Arbeitgeber machst. Ebenfalls gut sind die Aufstiegschancen: Mit steigender Berufserfahrung ist es möglich, später IT- oder Projektleiter/in zu werden.
Beschäftigungsentwicklung: IT-Fachkräfte in Deutschland 2010–2025
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Informatik- und ITK-Berufen (Berufsgruppe 43), in Tausend, gerundet
Prognose/Schätzung 2025
Quellen: Bundesagentur für Arbeit (Beschäftigungsstatistik, Berufsgruppe 43 Informatik); Bitkom e. V., IT-Fachkräftestudie 2025; Statista. Werte für einzelne Jahre interpoliert. 2025 = Prognose (Bitkom/Statista: ca. 1,2 Mio. Beschäftigte in der IT-Branche). Stand: 2025.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel verdient ein/e Informatiker/in in Deutschland?
Das Gehalt von Informatiker/innen hängt stark von Abschluss, Branche, Region und Berufserfahrung ab. Bachelor-Absolvent/innen starten mit einem Einstiegsgehalt von rund 42.000 bis 48.000 Euro brutto im Jahr, Master-Absolvent/innen mit etwa 48.000 bis 55.000 Euro. Das durchschnittliche Jahresgehalt liegt bei ca. 52.000 bis 60.000 Euro brutto. In Führungspositionen und bei langjähriger Spezialisierung sind Gehälter von über 100.000 Euro jährlich möglich. Die bestbezahlten Branchen für IT-Fachkräfte sind Consulting, Automobilindustrie sowie Banken und Versicherungen.
Welche Ausbildungswege gibt es zum/zur Informatiker/in?
Der klassische Weg führt über ein Bachelorstudium der Informatik (6–8 Semester) an einer Universität oder Fachhochschule. Alternativ gibt es das duale Studium, bei dem du parallel einen Bachelor-Abschluss und eine Berufsausbildung (z. B. als Fachinformatiker/in) erwerben kannst. Daneben ist auch eine rein betriebliche Ausbildung zum/zur Fachinformatiker/in möglich, die drei Jahre dauert und dual in Betrieb und Berufsschule stattfindet. Berufstätige können sich außerdem über ein Fernstudium weiterqualifizieren.
Wie sind die Berufsaussichten für Informatiker/innen in Deutschland?
Die Berufsaussichten für Informatiker/innen sind hervorragend. Laut Bitkom fehlen in der deutschen Wirtschaft aktuell rund 109.000 IT-Fachkräfte (Stand 2025), und 85 Prozent der Unternehmen beklagen einen Mangel an qualifiziertem IT-Personal. Bis 2040 soll der Bedarf auf ca. 1,92 Millionen IT-Fachkräfte steigen. Besonders gefragt sind Spezialisierungen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Cloud Computing, IT-Security, Data Science und Softwareentwicklung. Die Arbeitslosenquote unter IT-Fachkräften liegt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt, und die Nachfrage nach qualifizierten Informatiker/innen übersteigt das Angebot bei Weitem.
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