Bist du ein echtes Organisationstalent, interessierst dich für die Verwaltung und kommunizierst gerne? Im Beruf als kaufmännische/r Angestellte/r hast du die Gelegenheit, all diese Fähigkeiten und Vorlieben erfolgreich einzusetzen. Kaufmännische Angestellte findest du in jeder Branche – ihre Fähigkeiten sind in sämtlichen Unternehmen gefragt.
Die Gehaltsaussichten sind gut. Dein Aufgabengebiet basiert vorwiegend auf dem Verkauf von Waren, Produkten sowie Dienstleistungen. Wie das konkret aussieht, hängt von der Branche ab, in der du beschäftigt bist.
Im Einzelhandel bist du beispielsweise dafür verantwortlich, für volle Regale zu sorgen, damit die Nachfrage der Kunden gedeckt wird. Auch die Lagerung von Materialien, die Gestaltung der Verkaufsräume sowie Rechnungswesen, Einkauf oder Vertrieb sind typische Tätigkeitsfelder.
Weil der Beruf meist viel Kundenkontakt mit sich bringt, ist es wichtig, dass du Freude am Umgang mit Menschen hast, kommunikativ bist und über eine serviceorientierte Denkweise sowie ein freundliches Auftreten verfügst. Dies gilt sowohl für persönliche Gespräche als auch für Telefonate, die häufig einen großen Teil der täglichen Arbeit ausmachen. Da du viel am Computer arbeitest, sind Kenntnisse in gängigen Office-Anwendungen sehr hilfreich.
Kaufmännische Angestellte sind vielseitig einsetzbar – deshalb ist der Beruf nach wie vor ein sehr beliebtes Karriereziel für junge Menschen.
Gehalt und Ausbildungsvergütung als Kaufmännische/r Angestellte/r
Das Gehalt kaufmännischer Angestellter variiert je nach Branche, Berufserfahrung, Unternehmensgröße und Region erheblich. Laut aktuellen Erhebungen von StepStone (2025/2026) liegt das Durchschnittsgehalt bei rund 3.066 Euro brutto im Monat bzw. etwa 36.800 Euro im Jahr. Das Einstiegsgehalt beginnt in vielen Betrieben bei ca. 2.500 bis 2.900 Euro brutto monatlich.
Erfahrene Fachkräfte mit mehr als zehn Jahren Berufspraxis erzielen laut der WSI-Lohnspiegel-Datenbank im Durchschnitt rund 3.390 Euro brutto im Monat (West) bzw. 3.060 Euro (Ost). Nach 20 Jahren Berufserfahrung sind Monatsverdienste von bis zu 3.540 Euro möglich. Frauen verdienen im Berufsdurchschnitt rund 3.210 Euro, Männer ca. 3.640 Euro brutto.
Der Standort beeinflusst die Verdienstaussichten spürbar. Während in Norddeutschland durchschnittlich etwas weniger verdient wird, liegen die Gehälter in Süddeutschland – etwa in Baden-Württemberg oder Bayern – und in Metropolregionen wie Frankfurt am Main oder Hamburg teils deutlich darüber. Hamburg führt die regionalen Gehaltsvergleiche mit Jahresdurchschnittswerten von rund 49.000 Euro bei erfahrenen Kräften an.
Quellen: StepStone Gehaltsreport 2025/2026; WSI-Lohnspiegel-Datenbank (Lohnspiegel.de); meingehalt.net 2025
Bevor du jedoch ein Angestelltengehalt erhältst, absolvierst du zunächst eine Ausbildung. Die Ausbildungsvergütung orientiert sich seit der BBiG-Reform an der gesetzlichen Mindestausbildungsvergütung (MiAV), die jährlich vom BIBB fortgeschrieben wird. Für Ausbildungsbeginne im Jahr 2025 gilt laut BIBB: 682 Euro im 1. Lehrjahr, 805 Euro im 2. Lehrjahr und 921 Euro im 3. Lehrjahr – jeweils als gesetzliche Untergrenze brutto monatlich. Viele tarifgebundene Betriebe zahlen deutlich mehr: Der branchenübergreifende Durchschnitt tariflicher Ausbildungsvergütungen lag laut BIBB 2024 bei ca. 1.133 Euro brutto pro Monat. Die tariflichen Ausbildungsvergütungen stiegen 2025 bundesweit um 6,7 Prozent.
Quellen: Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB), Pressemitteilung Oktober 2024 und Februar 2026; Berufsbildungsgesetz (BBiG) § 17
Ausbildung als Kaufmännische/r Angestellte/r
Wenn du als kaufmännische/r Mitarbeiter/in tätig werden möchtest, absolvierst du zunächst eine kaufmännische Berufsausbildung. Sie umfasst in der Regel drei Jahre, manche Unternehmen ermöglichen auch eine Verkürzung um ein halbes oder ganzes Jahr – etwa bei Abitur oder entsprechenden Vorkenntnissen. Die Auswahl kaufmännischer Ausbildungsberufe ist vielfältig und breit gefächert.
Du hast unter anderem die Möglichkeit, dich als Einzelhandelskauffrau/-mann, als Industriekauffrau/-mann, als Kauffrau/Kaufmann für Büromanagement oder im Groß- und Außenhandel ausbilden zu lassen. Weitere Branchen umfassen das Speditionswesen, den Versicherungsbereich, Tourismus und Freizeit oder Immobilien, um nur einige zu nennen.
Die Ausbildung ist in vielen Unternehmen in dualer Form organisiert: Du besuchst an einigen Tagen in der Woche die Berufsschule und durchläufst währenddessen die praktische Ausbildung im Betrieb. Zu den wichtigen Grundlagen gehören wirtschaftliche Bereiche wie Rechnungswesen, Wirtschaftsmathematik, Volkswirtschaftslehre, Steuern und Finanzen. Auch Verkauf, Einkauf und Handel zählen zu den fachlichen Schwerpunkten aller kaufmännischen Ausbildungen.
Branchenspezifisches Fachwissen erhältst du sowohl im Unternehmen als auch in der Berufsschule. Deine Zwischen- und Abschlussprüfung legst du bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) ab.
Eigenschaften und Voraussetzungen für kaufmännische Angestellte
Viele Ausbildungsbetriebe setzen mindestens einen guten Realschulabschluss voraus, zunehmend werden auch Fachabiturientinnen und -abiturienten sowie Abiturientinnen und Abiturienten bevorzugt. Besonders gute Chancen hast du, wenn deine Noten in Mathematik und Deutsch gut sind. Je nach Branche sind auch gute Englischkenntnisse wichtig – etwa im Tourismus oder in international agierenden Betrieben mit englischsprachigem Kundenkontakt.
Mit Computern und gängigen Office-Anwendungen wie Word, Excel und PowerPoint solltest du dich bereits auskennen, denn du wirst im Berufsalltag sehr viel damit arbeiten – sei es für betriebliche Korrespondenz, Kalkulationen oder Präsentationen. In modernen Unternehmen kommen zunehmend auch digitale Tools für Projektmanagement, ERP-Systeme und Buchhaltungssoftware zum Einsatz.
Weitere wichtige Eigenschaften sind Kommunikationsfreude, Teamfähigkeit und eine sorgfältige, strukturierte Arbeitsweise. Da Planung und Organisation typische Aufgaben sind, sind Eigeninitiative und Verantwortungsbewusstsein ebenso gefragt. Erste kaufmännische Kenntnisse aus Praktika oder Schülerjobs können zusätzlich als Türöffner dienen.
Bewerbung als Kaufmännische/r Angestellte/r
Deine Bewerbung verfasst du klassisch in schriftlicher Form. Gefordert sind ein aussagekräftiges Bewerbungsanschreiben, ein vollständiger Lebenslauf sowie Kopien deiner Zeugnisse und weiterer Qualifikationen. Ein professionelles Bewerbungsfoto wird weiterhin üblicherweise erwartet – besonders in Branchen mit regelmäßigem Kundenkontakt wie Banken, Versicherungen oder dem Einzelhandel. Achte daher auf ein gepflegtes, ordentliches Erscheinungsbild.
Da die Branchenvielfalt groß ist, solltest du in deinem Anschreiben explizit begründen, warum du dich ausgerechnet für den Bereich entschieden hast, in dem das Unternehmen tätig ist. Je klarer und nachvollziehbarer du deine persönliche Motivation darlegst, desto überzeugender wirkst du und hebst dich von der Vielzahl der Bewerberinnen und Bewerber ab.
Wenn du zum Vorstellungsgespräch eingeladen wirst, achte auch dort auf ein gepflegtes Erscheinungsbild sowie ein souveränes und selbstbewusstes Auftreten – das kann ausschlaggebend für die Entscheidung zugunsten deiner Bewerbung sein.
Zukunftsaussichten, Trends und Perspektiven für kaufmännische Angestellte
Kaufmännische Angestellte werden in jeder Branche und in Unternehmen jeder Größe benötigt – vom kleinen Handwerksbetrieb über mittelständische Unternehmen bis hin zu Großkonzernen. Die Berufsaussichten in diesem Bereich sind daher ungebrochen positiv.
Durch die zunehmende Digitalisierung und Automatisierung betrieblicher Abläufe haben sich die Anforderungen im Beruf in den letzten Jahren stark verändert. Wer sich regelmäßig weiterbildet, technische Entwicklungen beobachtet und neue digitale Tools beherrscht, bleibt auf dem Arbeitsmarkt attraktiv. Besonders gefragt sind Kenntnisse in ERP-Systemen, digitaler Buchhaltung und datengestütztem Controlling.
Viele Bewerberinnen und Bewerber mit Hochschulzugangsberechtigung entscheiden sich nach dem Schulabschluss für ein duales Studium, das eine Berufsausbildung und ein Hochschulstudium gleichzeitig verbindet. Das Angebot an dualen Studiengängen im kaufmännischen Bereich ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Aber auch nach der klassischen Ausbildung stehen zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten offen – etwa zum Handelsfachwirt/in, zur Assistenz der Geschäftsführung oder über ein berufsbegleitendes Studium der Betriebswirtschaftslehre.
Häufige Fragen zum Beruf als Kaufmännische/r Angestellte/r
Welche Schulabschlüsse werden für eine kaufmännische Ausbildung benötigt?
Die meisten Ausbildungsbetriebe setzen mindestens einen mittleren Schulabschluss (Realschulabschluss) voraus. Zunehmend werden auch Bewerberinnen und Bewerber mit Fachabitur oder Abitur bevorzugt, da diese häufig die Ausbildungszeit verkürzen können. Gute Noten in Deutsch und Mathematik sind in jedem Fall vorteilhaft. Grundsätzlich ist auch ein Hauptschulabschluss möglich – entscheidend ist dabei das Gesamtbild der Bewerbung inklusive Motivation und Soft Skills.
Wie viel verdient man als kaufmännische/r Angestellte/r in Deutschland?
Das Durchschnittsgehalt liegt laut aktuellen Erhebungen (StepStone, WSI-Lohnspiegel) bei rund 3.000 bis 3.400 Euro brutto pro Monat, abhängig von Branche, Region und Berufserfahrung. Berufseinsteiger können mit ca. 2.500 bis 2.900 Euro rechnen, während erfahrene Fachkräfte mit 10 oder mehr Jahren Berufspraxis teils deutlich über 3.500 Euro brutto monatlich verdienen. In Süddeutschland und in Metropolregionen wie Frankfurt am Main oder Hamburg sind die Gehälter in der Regel höher als im Bundesdurchschnitt.
Welche Weiterbildungsmöglichkeiten gibt es nach der kaufmännischen Ausbildung?
Nach der Ausbildung stehen zahlreiche Wege offen: Eine Weiterbildung zum Handelsfachwirt oder zur Handelsfachwirtin eröffnet Führungsperspektiven. Alternativ ist ein berufsbegleitendes Studium der Betriebswirtschaftslehre (BWL) möglich. Auch Zusatzqualifikationen in digitalen Tools, Projektmanagement oder Controlling sind auf dem Arbeitsmarkt sehr gefragt. Wer direkt nach der Ausbildung studieren möchte, kann ein duales Studium im kaufmännischen Bereich anstreben oder mit einer Fachhochschulreife den Hochschulweg einschlagen.
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