Du kümmerst dich gerne um Menschen und bist empathisch? Der Umgang mit kranken und pflegebedürftigen Menschen ist für dich keine Belastung, sondern eine Berufung? Dann könnte die Ausbildung zur Pflegefachfrau bzw. zum Pflegefachmann – im Volksmund nach wie vor oft „Krankenschwester“ oder „Krankenpfleger“ genannt – genau das Richtige für dich sein.
Wichtiger Hinweis zur Berufsbezeichnung: Seit Januar 2004 gibt es die offizielle Berufsbezeichnung „Krankenschwester“ nicht mehr. Das Berufsbild ging zunächst in der Bezeichnung Gesundheits- und Krankenpfleger/in auf. Seit dem 1. Januar 2020 ist durch das neue Pflegeberufegesetz (PflBG) eine weitere grundlegende Reform in Kraft getreten: Die bisherigen Ausbildungen in der Gesundheits- und Krankenpflege, der Kinderkrankenpflege und der Altenpflege wurden zur generalistischen Ausbildung als Pflegefachfrau / Pflegefachmann zusammengeführt. Auf dieser Seite wird zur besseren Auffindbarkeit vereinfachend der Begriff „Krankenschwester“ verwendet, da er gesellschaftlich weiterhin geläufig ist.
Der Pflegeberuf wird nach wie vor von Frauen dominiert – laut Bundesagentur für Arbeit sind rund 82 Prozent der sozialversicherungspflichtig beschäftigten Pflegekräfte weiblich. Der Männeranteil steigt jedoch kontinuierlich, auch befeuert durch frühere Zivildienstzeiten in Pflegeeinrichtungen.
Das Berufsbild der Krankenschwester / Pflegefachkraft
Jeder hat vermutlich schon einmal die Dienste einer Pflegekraft in Anspruch genommen – spätestens bei einem Krankenhausaufenthalt. Das Aufgabengebiet ist vielschichtig und richtet sich nach der jeweiligen Station oder Abteilung.
Die Pflegefachkraft ist für die Pflege, Genesung und das körperliche Wohlbefinden der Patienten zuständig. Sie ist das Bindeglied zwischen Patient, Arzt und Krankenhaus: Sie überwacht Vitalwerte, dokumentiert Patientenberichte und übermittelt relevante Daten an das Ärzteteam. Zu den konkreten Aufgaben zählen das Setzen von Spritzen und Infusionen auf ärztliche Anweisung, die Grundpflege inklusive Körperhygiene, Ernährung und Lagerung sowie das Wechseln von Verbänden und Bettwäsche.
Gesprächsführung und emotionale Begleitung gehören ebenso zum Beruf – auch wenn im oft stressigen Klinikalltag wenig Zeit dafür bleibt. Pflegekräfte arbeiten im Schichtdienst, auch an Wochenenden und Feiertagen. Je nach Einsatzbereich unterscheidet sich der Arbeitsalltag erheblich: Intensivstation, Notaufnahme, Chirurgie, Psychiatrie, Hospiz oder ambulanter Pflegedienst stellen jeweils eigene Anforderungen an Fachkompetenz und Persönlichkeit.
Voraussetzungen für Krankenschwestern und Pflegefachkräfte
Die Anforderungen in diesem Beruf sind hoch – physisch wie psychisch. Stresssituationen, Zeitdruck und emotionale Belastungen durch Leid und Tod gehören zum Alltag, unterscheiden sich aber je nach Abteilung stark. Pflegekräfte in Hospizen etwa arbeiten täglich in unmittelbarer Nähe zum Sterben.
Folgende Eigenschaften sind unverzichtbar: Psychische Belastbarkeit und Stressresistenz, Zuverlässigkeit, Ordnungssinn und Verantwortungsbewusstsein. Der enge Patientenkontakt erfordert außerdem ausgeprägte Kontaktfähigkeit und Empathie. Notwendig ist zudem eine hohe Flexibilität – insbesondere bezüglich der wechselnden Arbeitszeiten im Schichtdienst.
Selbstverständlich sind ein ausgeprägtes Hygienebewusstsein und körperliche Belastbarkeit erforderlich: Das Heben und Lagern von Patienten gehört zum Alltag und kann auf den Bewegungsapparat gehen. Grundkenntnisse in medizinischer Terminologie sowie die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen und regelmäßigen Weiterbildungen sind ebenfalls wichtig, da sich medizinische Methoden und Technologien schnell weiterentwickeln.
Dauer der Ausbildung, Gehalt und Zukunftsperspektive als Krankenschwester / Pflegefachkraft
Die Ausbildung zur Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann dauert bei Vollzeit drei Jahre, bei Teilzeit bis zu fünf Jahre. Seit dem 1. Januar 2020 wird die Ausbildung nach dem Pflegeberufegesetz (PflBG) durchgeführt und vereint die früheren Ausbildungen in der Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege zur generalistischen Pflegeausbildung. Ein Schulgeld wird nicht mehr erhoben – die Finanzierung erfolgt über landesweite Ausbildungsfonds (Umlageverfahren).
Die Ausbildungsvergütung richtet sich in der Regel nach dem Tarifvertrag für Auszubildende des öffentlichen Dienstes – Besonderer Teil Pflege (TVAöD-Pflege). Nach dem Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst (April 2025) gelten ab 01.04.2025 folgende Richtwerte für öffentliche Träger:
Quellen: TVAöD-Pflege (Tarifabschluss April 2025, Gehaltserhöhung +3,0 % ab 01.04.2025, TVöD-Pflege, kommunale Arbeitgeberverbände / VKA); medi-karriere.de/TVAöD-Pflege 2025. Bei privaten Trägern ohne Tarifbindung können die Vergütungen abweichen – ein Vergleich verschiedener Ausbildungsbetriebe lohnt sich. Zudem erhalten Azubis nach bestandener Abschlussprüfung eine Einmalzahlung von 400 Euro sowie eine Jahressonderzahlung von 90 % des durchschnittlichen Ausbildungsentgelts (TVAöD).
Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt für examinierte Pflegefachkräfte im öffentlichen Dienst (Entgeltgruppe P7/P8 nach TVöD-Pflege) bei rund 3.304 bis 3.510 Euro brutto monatlich. Mit wachsender Berufserfahrung steigt das Gehalt stufenweise an: Nach zehn Jahren Berufspraxis sind im öffentlichen Dienst ca. 3.776 bis 4.056 Euro möglich, erfahrene Fachkräfte in der Entgeltgruppe P8 erhalten nach 13 Jahren Betriebszugehörigkeit bis zu 4.240 Euro brutto (Quelle: TVöD-P Entgelttabelle ab 01.04.2025, medi-karriere.de 2025, oeffentlichen-dienst.de 2025).
Zusätzlich zum Grundgehalt kommen relevante Zulagen hinzu, die das Gesamteinkommen spürbar erhöhen: Die Pflegezulage beträgt ab 2025 rund 141,82 Euro monatlich, die Wechselschichtzulage stieg im Rahmen des Tarifabschlusses 2025 auf 250 Euro und die Schichtzulage auf 100 Euro monatlich. Dazu kommen Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld. Wer Weiterbildungen absolviert – etwa zur Fachpflegekraft für Intensiv- oder Anästhesiepflege – wird in der Regel höher eingruppiert (P9–P12) und verdient entsprechend mehr.
Der Beruf der Krankenschwester ist 2004 in die Berufsbezeichnung Gesundheits- und Krankenpfleger/in übergegangen und seit 2020 in der generalistischen Ausbildung als Pflegefachfrau/Pflegefachmann aufgegangen. Weitere Veränderungen ergeben sich durch den demografischen Wandel – dieser Berufszweig hat eine ausgesprochen positive Beschäftigungsperspektive, was durch die anhaltend niedrige Arbeitslosigkeit in Pflegeberufen untermauert wird.
Bewerbung als Krankenschwester / Pflegefachkraft
In der Pflege sind nicht Kreativität, sondern Ordnung, Struktur und Zuverlässigkeit gefragt – das sollten auch die Bewerbungsunterlagen widerspiegeln. Das Bewerbungsanschreiben und der tabellarische Lebenslauf sollten klar und klassisch strukturiert sein.
Natürlich solltest du dich auch optisch von Mitbewerbern abheben. Ein ansprechendes Deckblatt mit einem professionellen Bewerbungsfoto sorgt für einen guten ersten Eindruck. Die Bewerbung erfolgt heute in der Regel über das Internet – mach dich daher mit dem Thema der Online-Bewerbung vertraut.
Stell dir immer die zentrale Frage: Warum soll der Arbeitgeber ausgerechnet mich einstellen? Beantworte diese Frage mit deiner Bewerbung. Führe deine Qualifikationen, Praktika in Pflegeeinrichtungen, freiwilliges Engagement oder persönliche Erfahrungen in der Pflege strukturiert auf. Hol dir außerdem eine zweite, kritische Meinung zu deinen Unterlagen – von einer Vertrauensperson oder einem Bewerbungscoach.
Berufliche Perspektiven für Krankenschwestern und Pflegefachkräfte
Die Beschäftigungszahlen in diesem Beruf zeigen eindeutig nach oben – und ein Ende dieses Trends ist nicht absehbar. Laut Bundesagentur für Arbeit arbeiteten im Jahr 2023 rund 1,69 Millionen Pflegekräfte in sozialversicherungspflichtiger Beschäftigung in Deutschland – 10.000 mehr als im Vorjahr. Das Statistische Bundesamt (Destatis) prognostiziert, dass bis 2049 mindestens 280.000 zusätzliche Pflegekräfte fehlen werden.
Die stark gestiegene Lebenserwartung, die wachsende Zahl Pflegebedürftiger (2023 ein Anstieg um elf Prozent) und der medizinische Fortschritt treiben den Bedarf dauerhaft an. Das gilt nicht nur für Krankenpflege, sondern ebenso für Altenpfleger, Physiotherapeuten und verwandte Gesundheitsberufe.
Die Karrieremöglichkeiten in der Pflege sind vielfältig: Fachweiterbildungen in Intensivpflege, Anästhesie, Onkologie oder Psychiatrie erhöhen Gehalt und Einsatzfeld. Der Weg zur Pflegedienstleitung oder in ein Studium der Pflegewissenschaften oder des Pflegemanagements steht ebenfalls offen. Auch international ist der Bedarf hoch – in vielen EU-Ländern wird die generalistische deutsche Pflegeausbildung dank EU-Richtlinie automatisch anerkannt.
Beschäftigungsentwicklung: Pflegekräfte in Deutschland 2010–2025
Sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in Pflegeberufen (Kranken- und Altenpflege gesamt, SVB), in Millionen, gerundet
Prognose/Schätzung 2025
Quellen: Bundesagentur für Arbeit – Pflegepersonal in Deutschland, Pressemitteilung Mai 2024 (SVB Pflegekräfte 2023: 1,69 Mio.); Statistisches Bundesamt (Destatis) – Pflegestatistik 2021/2023, Krankenhaus-Grunddaten 2020 (486.100 Beschäftigte in Krankenhaus-Pflege, +18 % gegenüber 2010); DGS/Caritas-Dienstgeber: SVB Gesundheits- und Krankenpflege 2021: 1.153.330. Altenpflege (821) 2021: 627.880. Einzeljahre teilweise interpoliert. 2024/2025 = Schätzung/Prognose. Stand: April 2025.
Häufig gestellte Fragen zum Beruf Krankenschwester / Pflegefachkraft
Was ist der Unterschied zwischen Krankenschwester, Gesundheits- und Krankenpfleger/in und Pflegefachkraft?
Die Bezeichnung „Krankenschwester“ war bis 2004 die offizielle Berufsbezeichnung und wird im Volksmund noch immer verwendet. Seit 2004 hieß der Beruf offiziell Gesundheits- und Krankenpfleger/in. Seit dem 1. Januar 2020 ist durch das Pflegeberufegesetz (PflBG) die neue generalistische Ausbildung zur Pflegefachfrau / zum Pflegefachmann in Kraft, die Kranken-, Kinderkranken- und Altenpflege vereint. Abschlüsse nach altem Recht (bis Ende 2024 noch möglich) behalten ihre Gültigkeit. Der Beruf Krankenpfleger/in ist heute inhaltlich deckungsgleich mit der Pflegefachkraft.
Wie viel verdient eine Krankenschwester / Pflegefachkraft 2025?
Das Einstiegsgehalt nach der Ausbildung liegt im öffentlichen Dienst (TVöD-P, Entgeltgruppe P7) bei rund 3.304 bis 3.510 Euro brutto monatlich (Stand: ab 01.04.2025). Mit Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen steigt das Gehalt auf bis zu 4.240 Euro und mehr. Hinzu kommen Pflegezulage (141,82 €), Wechselschichtzulage (250 €) sowie Weihnachts- und Urlaubsgeld. Das durchschnittliche Mediangehalt einer Pflegefachkraft beträgt laut aktuellen Erhebungen rund 3.776 Euro monatlich (Quelle: MEDWING/IAB 2025). Private Träger ohne Tarifbindung zahlen teils weniger.
Wie lange dauert die Ausbildung und welche Voraussetzungen braucht man?
Die generalistische Pflegeausbildung nach dem Pflegeberufegesetz dauert drei Jahre Vollzeit (oder bis zu fünf Jahre in Teilzeit). Vorausgesetzt wird in der Regel ein mittlerer Schulabschluss. Mit einem Hauptschulabschluss ist die Ausbildung ebenfalls möglich, wenn eine mindestens zweijährige abgeschlossene Berufsausbildung oder eine andere Qualifikation vorliegt. Schulgeld wird nicht erhoben, da die Finanzierung über Landesfonds läuft. Ausbildende Einrichtungen zahlen eine tarifliche Ausbildungsvergütung; bei bestandener Abschlussprüfung gibt es zusätzlich eine Einmalprämie von 400 Euro.


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