Die Rente mit 67 kommt und zeigt wiedermal, Politik bekämpft nur Symptome

Was letzten Mittwoch im Bundeskabinett zur Fortführung beschlossen wurde, ist die größte Rentenkürzung in der Geschichte der Bundesrepublik und zeigt doch nur, dass parteiübergreifend Politik unfähig ist Probleme zu lösen, lediglich Symptome werden bekämpft, fast so wie in der Schulmedizin.

CDU/SPD haben es beschlossen und CDU/FDP werden den Kurs weiter fortführen. Der schwarze Peter dafür wurde damals der SPD zugeschoben und es war einer der Gründe für ihren tiefen Fall, bei der letzten Bundestagswahl. Doch keine Partei, auch nicht die Grünen, erkennen die Ursache des Problems, zumindest unternehmen sie nichts zur Problemlösung.

Fast alle aktuellen Probleme unserer Gesellschaft lassen sich auf einen Fakt zurückführen – kaum jemand bekommt mehr Kinder. Das marode Gesundheitssystem, die Pflegeversicherung, der angebliche Fachkräftemangel, alles aufgrund des Geburtenrückgangs. Doch warum ist das so? Die Lösung dieser Frage könnte alle Probleme wegfegen, doch die Politik zeigt sich hier inkompetent.

Die einzige Antwort der Politik ist hier das Betreuungssystem weiter auszubauen, doch passiert ist in den letzten Jahren wenig. Lediglich Eltergeld wird bezahlt, wurde aber auch schon wieder gekürzt. Kindergeld wurde erhöht, unterlegt jedoch komplett der Einkommenssteuer. Kinder gelten heute als Armutsrisiko und sind in der Tat eher zu einem Statussymbol geworden.

Für das eigentliche Problem braucht man aber gar nicht lange zu suchen, es reicht, wenn man einfach mal mit den jungen Frauen redet. Fast jede möchte ihre berufliche Karriere nicht dem Kinderwunsch opfern, somit steht Arbeitswelt gegen Familiengründung. Das Problem ist nicht neu und sicherlich ist der Krippenplatz ab dem 1. Lebensjahr ein möglicher Ansatz, doch die Problematik liegt in den Unternehmen.

Noch immer stellen Unternehmen die Frauen schlechter und lassen kaum die Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu. Die steigende Zahl von Zeitverträgen ist hierfür besonders verantwortlich, niemand plant eine Familiengründung ohne Zukunftsperspektive, für diese Erkenntnis muss man kein Prophet sein.

Sehr viele Unternehmen sind scheinheilig, auf der einen Seite lassen sie sich aus dem Arbeitsministerium tolle Zertifikate über Beruf&Familie ausstellen, doch intern ist ihnen die Familiengründung ein Dorn im Auge. Gesellschaftliche Verantwortung geht in den Unternehmen oftmals gegen Null, es sei denn, sie erkennen hierbei einen gewinnbringenden Vorteil.

Die Politik hat es bis heute versäumt, die Unternehmen in die Pflicht zu nehmen. Das liegt nicht nur am neuen aufgezwungenen Neo-Liberalismus, sondern auch an der Macht und Lobbyarbeit der Industrieverbände.

Bisher war die politische Devise immer „Geht es der Wirtschaft gut, geht es auch der Volkswirtschaft gut“, doch das stimmt nicht mehr, denn seit Jahren geht es der deutschen Wirtschaft blendend, doch die Volkswirtschaft steht vor dem bankrott. Der Bundestag muss sich das Versagen vorwerfen lassen, es ist berechtigt.

Quelle: focus.de

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