Fachkräftemangel in Deutschland? Meistens sind die Unternehmen selbst dafür verantwortlich.

Kaum ein Tag, an dem aktuell nicht nach mehr Fachkräften und Zuwanderern in Deutschland geschrien wird. Immer ist es eine unternehmensnahe Organisation oder Unternehmen selbst, die da so laut rufen. Doch worum geht es ihnen eigentlich?

De facto herrscht in Deutschland kein Fachkräftemangel, die Fachkräfte sind vorhanden, nur bekommen sie wesentlich mehr Geld und sind daher für die Unternehmen teuer. Es ist vor allem kaum zu glauben, welche Bereiche der DIHK in seinem Bericht erwähnt.

Beispielsweise der Bereich der Gastronomie, angeblich gibt es hier zu wenige Fachkräfte. Wie kann das sein? Seit Jahren wandern deutsche Arbeitnehmer aus dem Bereich der Gastronomie aus. In Österreich und der Schweiz sind sie willkommen und müssen sich nicht mit den Hungerlöhnen in Deutschland rumschlagen. Das Problem hat die Gastronomie selbst gemacht, denn während die Gastronomen gut verdienen, wird den Angestellten seit Jahren nur ein Mindestlohn gezahlt. Genau dies bekommt der Bereich Gastronomie gerade zu spüren und ist selbst Schuld, dass Deutschland für Angestellte im Bereich Gastronomie zum Auswanderungsland geworden ist.

Die Unternehmen schreien daher laut nach der Öffnung der Grenzen für billige Arbeitskräfte, vor allem aus Osteuropa. Sie wollen einfach nicht mehr zahlen, obwohl sie es könnten. Eines hat mittlerweile jeder Unternehmer gelernt – wer am lautesten schreit, der bekommt auch meistens was er will.

Die DIHK, welche jüngst mit diesem Vorschlag nach vorne gepräscht war, ist ja eh eine Unternehmervertretung, welche ausschließlich die Interessen der Unternehmer vertritt. Das volkswirtschaftliche Wohl gehört nicht zu den Aufgaben der IHK, genauso wenig wie Arbeitsrecht. Obwohl die DIHK eigentlich eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, dient sie ausschließlich der Unternehmerschaft.

Hier geht es in Wahrheit nicht um einen stockenden Aufschwung, sondern wiedermal um Gewinnmaximierung und die wiederkehrende Gier. Viele deutsche Unternehmen haben leider nichts dazu gelernt, sie verstehen einfach noch immer nicht, dass höhere Löhne volkswirtschaftlich notwendig sind.

Quelle: focus.de

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