Heiner Geißler – Besinnung auf das Gewissen

Die konservativen und liberalen Politiker dieses Landes sind nicht gerade bekannt für ihr Gutmenschentum, sondern eher für wirtschaftsorientierte Interessen, wobei christliche Interessen eher an konservativen Verhaltensformen orientiert sind, als an den wahren Werten der christlichen Lehre.

Es gibt jedoch einen Mann in der CDU, der sich im hohen Alter von fast 80 Jahren gewandelt hat und die Fehlentwicklungen, unter anderem seiner eigenen politischen Karriere, offen anprangert. Dieser Mann heißt Heiner Geißler und wird auch seit einigen Jahren als das soziale Gewissen der CDU bezeichnet.

Vor allem mit seinem Eintritt in die globalisierungskritische Organisation Attac hat sich Geißler in seiner Partei wenig Freunde gemacht. Nun, der Mann ist 80 Jahre, er brauch keine Parteiintrige mehr zu fürchten, trotzdem ist er einer der meistgebuchten CDU-Politiker in Talkshows, aber dennoch ohne Einfluss in seiner Partei. In der CDU sind sonst alle auf Kurs gebracht worden und öffentliche Diskussionen, wie in der SPD, kennen wir erst seit den letzten Tagen. Besonders Herr Röttgen hat sich hier als neues Gewissen der CDU ins Spiel gebracht, doch einen Kampf gegen Windmühlen kann man als Umweltminister nicht gewinnen, wenn die Partei anders denkt und die halbe CDU an den Zitzen von E.ON-, RWE- und EnBW-Kühen säugt.

Ich habe Respekt bekommen vor dem “alten” Heiner Geißler, der sich seit einigen Jahren traut die Wahrheit zu sagen. Zum ersten Mal getraut hat er sich freilich unter Helmut Kohl, als er dessen “Führerkultur” anprangerte, die mit der Schröderschen “Basta”-Politik vergleichbar ist. Die konservativen Deutschen haben sich schon immer nach der Führerkultur gesehnt und sind deswegen auch nicht mit der demokratischen Merkel-Führung einverstanden, besonders Machtmenschen wie Roland Koch kritisieren die “fehlende starke Hand”.

Heiner Geißler wird aber auch bewusst von der CDU in die Öffentlichkeit gelassen, weil diese erkannt hat, dass sie mit den aussterbenden Konservativen eine neue Zielgruppe rekrutieren muss. Was die SPD schmerzlich erleben musste, steht der CDU noch bevor. Heiner Geißler ist ein Fischer für die eigene Partei, ob bewusst oder unbewusst. Die Linie der CDU ist jedoch nach wie vor Interessenploitik der Wirtschaft, daran ändert ein Geißler alleine wenig.

Am deutlichsten wurde der Bruch beim G8-Gipfel in Heiligendamm, wo Geißler unter den Demonstranten stand, die von der Polizei drangsaliert wurden, während seine Parteichefin Merkel die Mächtigen der Welt empfing.

Möge uns Heiner Geißler noch lange aktiv und fit erhalten bleiben!

Infos zur Person (wikipedia)

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