Motivation

Motivation beschreibt unter anderem eine hohe Bereitschaft, Leistung zu bringen. In der Psychologie erklärt sie Unterschiede im Verhalten, ermöglicht von äußeren Handlungen auf innere Zustände zu schließen oder erklärt unsere Beharrlichkeit angesichts von Widerständen.

Motivation ist der große Motor, seine Ziele zu erreichen oder an Ihnen zu scheitern. Was letztendlich Stimuli für die Motivation sein können, oder welche Bedürfnisse dadurch befriedigt werden, will ich hier außen vor lassen. Es gibt jedoch im Verlauf jedes Motivationprozesses ein Muster, das allein zu wissen schon Leistung wieder generieren kann, sollte sie nachlassen und das Ziel in weite Ferne schweifen.

Motivationskurve

Die klassische Motivationskurve sieht so aus: der Anfang einer neuen Aufgabe geht leicht von der Hand, schnell sind Erfolgserlebnisse zu verzeichnen, Ideen greifen ineinander, bis schließlich ein Punkt der Sättigung entsteht. Wir kommen nicht mehr weiter, alle gesammelten Informationen bringen keine neuen Aspekte- schlimmer noch: die Arbeit gerät ins stocken und die Motivation nimmt ab, fällt. Wir quälen uns zum Schreibtisch, schleichen um die Aufgabe, werden unruhig und halten umso mehr an alten Strukturen fest. Eine Krise macht sich breit, die sich solange vollzieht, bis das „Tal der Tränen“ erreicht ist, dem Tiefpunkt unsere Leistungsbereitschaft. Die Aufgabe wird zum Problem und Bewältigungsstrategien fehlen. Im chinesischen ist das Wort Krise aus Wortstämmen von Gefahr, Neubeginn und Chance zusammengesetzt. Und Hoffnung ist in Sicht: Neue Sichtweisen entstehen, die Motivation steigt wieder, wir sind tiefer in die Materie eingetaucht und sehen innovative Wege. Die Kurve erreicht nicht mehr den Höhepunkt des ersten Abschwungs, aber wir kommen weiter, um schließlich auf einem Plateau zu landen. Die Arbeit mit dem erworbenen Wissen funktioniert. Es kommen keine weiteren Einsichten hinzu, innerhalb der Verantwortung und Erledigung haben wir aber genug Potential. Eine Zeit des Funktionierens steht an, bis Routine eingetreten ist. Dieser Zeitraum jedoch ist wichtig, keine Warteschleife, und wer sie durchsteht und am Ball bleibt, nährt sich dem nächsten Motivationshoch. Und übertrifft damit alles davor Gewesene. Der Weg zur Meisterschaft ist geebnet..

Ich will noch kurz einige Muster zeigen, die unterschiedliche Umgangsweisen mit Motivation beschreiben und das Verhalten sichtbar machen, das Ziele nicht erreichen lässt:

Der Sensible

Nach der 1. Krise und dem Abschwung beendet der Sensible die Aufgabe unerledigt. Er beginnt ein neues Projekt, kommt wieder an seine Grenzen und bricht wieder ab. Eine Wiederholung des Scheiterns, deren Beibehaltung zu einer ständigen Tournee von Selbstbeweisen und Selbstsuche führt und die Krise als Lebensmotto wählt, bzw. ihr ausgeliefert ist.

Der Genügsame

Das Tal der Tränen ist überstanden, aber auf dem Plateau bricht der Genügsame immer wieder ein. Ihm reicht der Zustand, er arrangiert sich damit und hat die Metaebene, das eigentliche Ziel, aus den Augen verloren. Gerade in staatlichen Strukturen fallen diese rigiden Prinzipien auf. Das haben wir immer so gemacht, das bleibt auch so.

Der Eiserne

Der Eiserne verfolgt sein Ziel, komme was wolle. Durchbeißen ist die Devise. Er ordnet dem alles unter und sieht nicht mehr nach links und rechts, wo weitere Lösungen warten. Es geht nicht mehr voran und im schlimmsten fall droht der Burnout.

Der Vielbegeisterte

Nicht so wie der Sensible, aber auch seine Motivation bleibt auf der Strecke. Nachdem er Leistung bis zum Plateau erbracht hat, glaubt er, das Ende erreicht zu haben und wendet sich gelangweilt ab. Eine neue Aufgabe, ein neuer Sport, andere Beziehungen warten schon und seine Motivation weiter. Auch ein Tourismus, ohne zu den tieferen Gründen gelangt zu sein. Keine Meisterschaft.

Die Motivationskurve lässt sich in vielen Teilen unseres Alltags beobachten: Ich will gar nicht auf Hintergründe unseres Verhaltens eingehen, wie systemische Verstrickungen, anerlernten Verhaltensweisen, Vorlieben, Bedürfnissbefriedigung, Erwartungen, Ängsten. Aber allein die Sicht auf seine jeweilige Motivationskurve kann schon Antworten und neue Fragen auf unser Handeln geben.

Mit welcher Energie werden Beziehungen verfolgt? Freundschaftliche und Partnerschaftliche? Was ist das Motivationsmuster meines Arbeitskollegen? Wie gehe ich mit Erfolg und Misserfolg um?

Eine Anregung zum Weiterdenken-lernen-leben..

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