Probezeit im Job – Kündigung oder Verlängerung?

Es ist wohl die schwierigste Zeit im neuen Job – die Probezeit. Was die Bewerbung und das Vorstellungsgespräch versprochen hat, will der Arbeitgeber nun bewahrheitet sehen.

Probezeiten sind die Stolpersteine vieler Bewerber, die bereits einen Job in der Tasche haben. Hier geht sprichwörtlich an das Eingemachte. Enttäuscht der Mitarbeiter während der Probezeitfristen, so kann es anstatt zur ersehnten Festanstellung schnell zur Kündigung kommen.

Je nach Arbeitsvertrag kann die Kündigungsfrist innerhalb der Probezeit unterschiedlich sein, in der Regel liegt sie bei 2-3 Tagen.  Die Probezeit selbst dauert oftmals 6 Monate, wobei gute Arbeitgeber kurz nach Ablauf der Probezeit oder kurz davor ein Vier-Augen-Gespräch mit dem Arbeitnehmer suchen, um seine Eindrücke, Vorstellungen und Erfahrungen in Bezug auf den Job zu erfragen.

Neben der fachlichen Tauglichkeit, ist wohl der Kontakt und das Verhältnis zu Kollegen und Vorgesetzten entscheidend über Kündigung oder Verbleib im Unternehmen. Besonders bei Fahrern und Kurieren innerhalb von Speditionen oder Paketdienst-Unternehmen spielt der Führerschein und dessen Verlust durch Geschwindigkeitsüberschreitung, Punkte in Flensburg oder andere Bußgeld-Delikte im Straßenverkehr eine gewichtige Rolle. Droht der Führerscheinentzug in der Probezeit, so ist der Fahrer für den Arbeitgeber quasi unbrauchbar. Oft werden die Fahrer einfach nur geblitzt, das reicht schon bei der entsprechenden Stundenkilometer-Überschreitung. Nicht selten sind die Arbeitgeber sogar die Schuldigen, weil sie Druck auf die Fahrer ausüben und teilweise sogar Verkehrsverstöße anordnen.

Auch die Schwangerschaft einer neuen Mitarbeiterin ist für die Arbeitgeber offensichtlich ein Problem. Die gesetzlichen Schutzbestimmungen zum Schutz von schwangeren Arbeitnehmerinnen, auch in der Probezeit sind jedoch eindeutig und das ist auch gut so. Natürlich ist es ärgerlich wenn eine neue Mitarbeiterin nach 3 Monaten in der Probezeit schwanger wird, dennoch sollte sich der Arbeitgeber lieber über das entstehende Leben freuen. In der Praxis werden schwangere Arbeitnehmerinnen jedoch oft gemobbt, hier empfiehlt sich immer der schriftliche Nachweis für das Mobbing, und der Gang zum Anwalt.

Prinzipiell lässt sich aber festhalten, dass die Probezeit eine sinnvolle Einrichtung ist. Alles was im Bewerbungsprozess von der Stellenanzeige bis Vorstellungsgespräch von Arbeitgeber und Arbeitnehmer versprochen wurde muss jetzt bewiesen bzw. in die Tat umgesetzt werden. Für beide Seiten kann daher die Probezeitfrist eine Möglichkeit sein das Arbeitsverhältnis kurzfristig zu kündigen.

Quelle: süddeutsche.de

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