Volkswirtschaftliches Dilemma: Nie waren so viele Menschen in Deutschland erwerbstätig!

Die Quote der Erwerbstätigen liegt in Deutschland so hoch wie noch nie!  doch warum liegt unser Land dermaßen am Boden?

Es ist ein Phänomen welches so einfach nicht zu erklären ist, in Deutschland arbeiten so viele Leute wie noch nie, trotzdem kämpft das Land mit riesigen Schuldensummen, Rentenproblemen, niedrigen Geburtenraten, schlechter Bildung, Sozialkürzungen usw.

Eigentlich müsste es denn Deutschen doch sehr gut gehen, wenn nicht die hohe Erwerbsquote auch der Grund für das Problem wäre. Das klingt zunächst paradox, denn bisher galt immer – je mehr Menschen arbeiten, umso besser geht es der Volkswirtschaft.

Nehmen wir das Problem der niedrigen Geburtenraten. Durch die Tatsache, dass immer mehr Menschen arbeiten, bleibt auch immer weniger Zeit für die Familie. Frauen müssen sich zwischen Kinderkriegen und Karriere entscheiden, wobei den meisten Frauen die Entscheidung leicht fällt, denn Kinder können Hartz4 bedeuten, wenn die Partnerschaft zerbricht oder gar nicht vorhanden ist.

Aber es gibt auch viele Frauen, die gerne zuhause bleiben würden und sich der Kindererziehung widmen möchten. In der Realität ist es jedoch so, dass selbst in einer Partnerschaft, wo der eine Partner arbeiten geht und der Andere bei den Kindern bleibt, die Finanzierung fast nicht mehr möglich. Die deutschen Haushalte merken deutlich, dass man von einem Gehalt allein nicht mehr leben kann.

Zudem ist die Arbeitsproduktivität in den letzten Jahrzehnten ebenfalls enorm gestiegen. Zum Vorteil der Unternehmen, jedoch zum Nachteil der Arbeitnehmer, was sich deutlich in der Zunahmen von Burn-Out-Erkrankungen darstellt.

Ursache hierfür ist die stagnierende Nettolohnentwicklung der letzten 20 Jahre, während die Inflation im gleichen Zeitraum die Preise fast verdoppelt hat. Fazit: Die Menschen müssen also mehr arbeiten, für weniger Geld und haben dadurch auch weniger Zeit und finanzielle Mittel für eine Familiengründung.

Auch der Staat hat weniger Einnahmen, zumal die Mittelschicht bisher der Garant für die Binnenkonjunktur und Bildungsbürger-Nachwuchs war, jedoch aufgrund dieser Entwicklungen seit Jahren rapide schrumpft. Das Lohnsteueraufkommen steigt trotzdem, nicht zuletzt, weil die Reichen (10%) der Beschäftigten jetzt mehr zahlen. Den Politikern ist es ja egal, woher das Lohnsteueraufkommen fließt, Hauptsache es fließt.

Die Tatsache, dass die Anzahl der Erwerbstätigen in Deutschland so hoch ist, stellt also keinen Vorteil für das Land dar. Vielmehr ist es das Ergebnis einer unsozialen Lohnpolitik, welche in weiten Teilen auch für den Geburtenrückgang verantwortlich ist.

Für sich allein betrachtet scheint die Anzahl von fast 44 Millionen Erwerbstätigen in 2009 (1993: 40 Millionen) eigentlich positiv, hinterfragt man jedoch den Kontext, so wird schnell deutlich, dass es für die Volkswirtschaft Deutschland deutlich besser wäre, weniger Erwerbstätige zu haben, die besser verdienen und mehr Zeit für eine Familiengründung mitbringen.

Das perfide daran ist jedoch, die Politik weiß das.

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