Was aktuelle Automodelle über die Gesellschaft verraten …

Sag mir was für ein Auto du fährst und ich sage dir wer du bist … Dieser Ausspruch ist mehr als eine bloße Floskel. In der Tat kann man anhand von Automodellen gesellschaftliche Entwicklungen ablesen und auch Rückschlüsse auf deren Fahrer ziehen.

Der Volksmund hat solche Sachverhalte schon lange erkannt, die Wissenschaft tut sich schwer, zumal hier zuverlässige Studien auch Klagen der Autoindustrie nach sich ziehen könnten. Wer kennt nicht den „Mercedes mit eingebauter Vorfahrt“ oder „BMW-Türken“, jede Automarke hat ihr Klischee. Doch will ich mich auf so einfache und platte Aussagen nicht einlassen.

Viel mehr steht die Frage im Vordergrund: Warum hat BMW , die VW-Group und Audi einen solchen Erfolg?

Nun, es ist ein einfaches Design-Spiel, spätestens seit dem Käfer mit seinen freundlichen Kulleraugen, weiß jeder, das die Automobilindustrie versucht ihren Fahrzeugen ein Gesicht zu geben. Der Film „Cars“ veranschaulicht das zum Beispiel sehr schön.

Der Erfolg von VW, Audi und BMW erklärt sich aus den „Gesichtszügen der Fahrzeuge“. Die Designer haben den Autos ein „aggressives“ und „böses“ Gesicht gegeben und es verkäuft sich wie verrückt, auch weltweit. Es ist der Trend der Zeit, nicht mehr das „nette“, „gute“ und „freundliche“ zählt, sondern der eigene persönliche Vorteil, der sich gesellschaftlich mit einem aggressiven Egoismus durchsetzen lässt.

Jetzt hat auch Mercedes erkannt, dass dieses „aggressive“ Gesicht heute wichtig ist, um Modelle zu verkaufen und legt mit dem CLA ein deutlich aggressiveres Äußeres vor. Offensichtlich verlangt die Käuferschicht mit dem nötigen Geld nach solchen Modellen, um sich zu identifizieren. Warum Mercedes das erst jetzt begreift? Nun, es hängt viel mit der Bürokratie in Konzernebenen zu tun. Mercedes ist einfach zu träge und steht sich selbst im Wege, genau wie Siemens. Die Jobs werden nicht mehr den besten gegeben, sondern denen mit dem besten Networking.

Doch was sagt das über die Gesellschaft aus?

Es verdeutlicht, dass die Ellenbogenmentalität nicht vorbei ist, sondern sich effektiv etabliert hat. Wer heute erfolgreich sein will, muss aggressiv sein und mit allen Mitteln sein Ego befriedigen. Selbst wenn das Rechtsbeugung oder Rechtsbruch nach sich zieht. Nicht zuletzt das Totalversagen der deutschen Eliten und Führungskräfte untermauert dieses Bild. Nie zuvor waren deutsche Manager so korrupt und auf den eigenen Vorteil bedacht. Für die Gesellschaft verheißt das nichts Gutes, wenn Asozialität die Überhand gewinnt. Das Wohle der Gesellschaft ist nur noch soweit wichtig, wie der persönliche Vorteil ersichtlich ist.

Ein gesellschaftlicher Wandel ist leider nicht in Sicht, zumindest  nicht in Deutschland.

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